{"id":4460,"date":"2023-08-25T18:17:54","date_gmt":"2023-08-25T16:17:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4460"},"modified":"2023-08-25T18:17:54","modified_gmt":"2023-08-25T16:17:54","slug":"auf-der-suche-nach-schoenem-wetter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2023\/08\/25\/auf-der-suche-nach-schoenem-wetter\/","title":{"rendered":"Auf der Suche nach sch\u00f6nem Wetter"},"content":{"rendered":"<p>Am ersten echten Tag der gro\u00dfen Urlaubsreiserei ging es &#8211; logisch &#8211; zum Urlaubsziel. Und weil ich aber nun mal Informatiker bin und die in erster Linie mit vielen Nullen und wenigen Einsen arbeiten, beginnen wir mit der ganzen Erz\u00e4hlung beim nullten Tag, n\u00e4mlich den hektischen Momenten der Reisevorbereitung.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Gute Vorbereitung ist (beinah fast) alles<\/strong><\/p>\n<p>Bevor man in den Urlaub fahren kann, muss man seinen Koffer packen. Damit man seinen Koffer packen kann braucht man genug frisch gewaschene Klamotten, die ganzen Wanderpl\u00e4ne, Fahrkarten, Lichtschutzfaktor und so weiter und so weiter. Sinnvollerweise hat man daf\u00fcr eine Liste zum Abhaken. Die eigentlichen Probleme entstanden an ganz anderer Stelle: Eine der Einlegesohlen f\u00fcr die Wanderschuhe war kaputt, was schon bei den Spazierg\u00e4ngen im lokalen Waldgebiet in k\u00fcrzester Zeit f\u00fcr fiese Blasen sorgte, und ich konnte ums Verrecken kein passendes USB-Kabel f\u00fcr meinen mp3-Player bzw. den GPS-Tracker finden. Was macht der geneigte Urlauber? Richtig, er bestellt auf allerletzten Dr\u00fccker die entsprechenden Ersatzteile, die dann gl\u00fccklicherweise einen Tag vor der Abreise eintrudelten. Also alles rein in den Koffer, noch ein bissl coolen Krach auf den inzwischen fast vollj\u00e4hrigen mp3-Player geschoben und fertig ist alles.<\/p>\n<p><strong>Etappe 0 &#8211; Hindernisparcours nach F\u00fcrth<\/strong><\/p>\n<p>Da ich von meinem Kuhkaff aus schon viel Zeit brauche um \u00fcberhaupt erstmal nach N\u00fcrnberg zu kommen, lohnte es sich, meinen Lieblingsbruder zu \u00fcberfallen und sich dort einen Tee und einen Schlafplatz auf dem Sofa zu erschnorren. Normalerweise geh\u00f6rt dazu eine Busfahrt nach Erlangen und dann nimmt man die n\u00e4chstbeste S-Bahn oder was auch immer da dann am Bahnhof grad angerollt kommt. Nun sind aber aktuell Bauarbeiten in meinem Ortsteil, so dass die Busse anders als sonst unterwegs sind und ich an eine andere Haltestelle als gewohnt marschieren musste.<\/p>\n<p>Also ging es so gegen 18 Uhr mit Rucksack und Koffer bewaffnet zur anderen Bushaltestelle, wo dann v\u00f6llig unerwartet auch direkt ein Bus abfuhr. Dieser wurde gut voll, bis zum Bahnhof gings aber. Die S-Bahn war dann auch gut gef\u00fcllt und vor allem ziemlich gut durchgew\u00e4rmt, aber f\u00fcr die dreieinhalb Meter bis F\u00fcrth ging es. Mein Bruder quatschte mir anschlie\u00dfend ein Ohr ab, kochte mir einen Tee und dann war irgendwann Nachtruhe mit Sofa angesagt. Der Wecker sollte gegen 5:30 Uhr klingeln, weil ich die S-Bahn um sechs Uhr erreichen wollte.<\/p>\n<p><strong>Etappe 1 &#8211; F\u00fcrth-N\u00fcrnberg-M\u00fcnchen<\/strong><\/p>\n<p>Der Wecker war f\u00fcr die Katz, denn ich war vorher schon wach. Mein Bruder steht ja auch schon mitten in der Nacht auf, und so gings dann viertel vor sechs bei fiesem Regen zum F\u00fcrther Bahnhof. Die paar Meter bis N\u00fcrnberg waren schnell geschafft, ich stand dann eine knappe Stunde in der Haupthalle herum, aber besser lang gestanden und gewartet als zu sp\u00e4t und den relevanten Zug verpasst.<\/p>\n<p>Der ICE nach M\u00fcnchen war quasi leer, ich hatte fast den gesamten Waggon f\u00fcr mich. Das Wetter war auch in M\u00fcnchen kein Highlight, deprimierender Dauerregen und k\u00fchl, man brauchte definitiv lange Hose und Jacke. Ich hatte mir extra eine Verbindung mit mehr Umsteigezeit gesucht, denn den Zug von M\u00fcnchen nach Z\u00fcrich verpassen w\u00e4re ziemlich doof gewesen, zumal man in M\u00fcnchen aufgrund der langen Wege ja auch mehr Zeit zum Umsteigen einplanen muss.<\/p>\n<p>Irgendwann wurde dann der ECE (Euro-City-Express, WTF?) nach Z\u00fcrich bereitgestellt, ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alstom_ETR_610\">Astoro<\/a> der Schweizer Bahnen mit Schweizer Personal. Ich suchte mir also einen Platz und wartete auf die Abfahrt.<\/p>\n<p><strong>Etappe 2 &#8211; M\u00fcnchen-Z\u00fcrich<\/strong><\/p>\n<p>Die Fahrt verlief ziemlich ereignislos, man gurkt da halt durch die s\u00fcdbayrische Pampa mit so weltbewegenden Halten wie Buchloe und Memmingen. Aufgrund von Eingleisigkeit und Warten auf Gegenz\u00fcge und den ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigten &#8222;Verz\u00f6gerungen im Betriebsablauf&#8220; sammelten wir bis Lindau ungef\u00e4hr 15 Minuten Versp\u00e4tung. Das Wetter war immer noch bescheiden, Bodensee mit Regen ist nun auch nicht unbedingt der gro\u00dfe Hit.<\/p>\n<p>Nach einem Abstecher \u00fcber \u00d6sterreich mit Halt in Bregenz erreichten wir nun endlich die Schweiz. Und oh Wunder, der Regen h\u00f6rte auf. Daf\u00fcr kam die nette Durchsage, dass &#8222;der Zug seine Trasse verloren hat, weil in der Schweiz die p\u00fcnktlichen Z\u00fcge Vorrang haben&#8220;. Wir standen uns also erstmal vor St. Gallen die R\u00e4der platt, weil wir andere Z\u00fcge vorlassen mussten. Gut, mir wars egal, ob ich nun eine Stunde fr\u00fcher oder sp\u00e4ter ankommen w\u00fcrde konnte mir ja egal sein.<\/p>\n<p>Zwischen St. Gallen und Winterthur &#8211; das erste Mal seit Jahren, dass ich mal eine Strecke befuhr, die ich vorher noch nie befahren war &#8211; riss nun sogar die Wolkendecke auf und die Sonne wagte sich hervor. Weiter gings mit inzwischen einer guten halben Stunde Versp\u00e4tung \u00fcber Z\u00fcrich Flughafen bis nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Z%C3%BCrich_Hauptbahnhof\">Z\u00fcrich HB<\/a>, wo wir statt auf Gleis 31 (oder so in der Gr\u00f6\u00dfenordnung) auf Gleis 3 (oder so in dem Dreh) strandeten.<\/p>\n<p>Der Z\u00fcrcher Hauptbahnhof ist ja relativ un\u00fcbersichtlich, wenn man ihn nicht kennt &#8211; mehrere Ebenen, die \u00fcber zahlreiche Treppen, Rolltreppen und Fahrst\u00fchle verbunden sind, dazu noch Shoppingbereiche, quasi so \u00e4hnlich wie der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berlin_Hauptbahnhof\">Berliner Hauptbahnhof<\/a>, nur wesentlich kompakter. Da ich im Verlauf des Urlaubs hier noch mehrfach umsteigen w\u00fcrde und dabei potentiell wenig Zeit haben w\u00fcrde hie\u00df es nun (nach einem Besuch am \u00f6rtlichen Geldautomaten zwecks Erwerbs bunter Scheine zum zwecke des Bezahlens im Supermarkt) Umsteigen \u00fcben. So \u00e4hnlich wie in &#8222;Im Westen nichts Neues&#8220;, nur dass ich nicht in L\u00f6hne, sondern in Z\u00fcrich umstieg. Also runter in die tiefste Ebene auf Gleis 32 und von da dann nach oben in die Haupthalle zu Gleis 9 &#8211; und dabei gucken wie lang ich daf\u00fcr brauchen w\u00fcrde, welche Rolltreppen den optimalen Weg darstellen und so weiter. Nach drei Versuchen hatte ich eine brauchbare Variante gefunden, man schafft den Weg selbst mit Koffer in drei bis vier Minuten &#8211; wenn man wei\u00df wo man hin muss.<\/p>\n<p><strong>Etappe 3 &#8211; Z\u00fcrich-Bern-Brig<\/strong><\/p>\n<p>Meine originale Reiseplanung h\u00e4tte einen weiteren Umstieg in Bern erfordert. Durch die Versp\u00e4tung war der Zug weg, und der n\u00e4chste Zug fuhr dann mit Zwischenhalt in Bern durch bis nach Brig. Ich suchte mir also einen halbwegs brauchbaren Sitzplatz im \u00fcberraschend gut gef\u00fcllten Zug und rollte nun gem\u00fctlich \u00fcber Strecken, die ich mir in den vorherigen Wochen bereits endlos oft auf youtube angeguckt hatte. Bis nach Bern gibt es da nicht allzuviel zu sehen, die Bahn-2000-Strecke bietet nicht wirklich viele gute Aussichten, und der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnhof_Bern\">Bahnhof Bern<\/a> ist meiner Meinung nach der mit Abstand h\u00e4sslichste der ganzen Schweiz.<\/p>\n<p>Nun kam ich auch endlich den Alpen n\u00e4her, die Berge am Horizont wurden h\u00f6her, der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Thunersee\">Thunersee<\/a> kam in Sicht, und sp\u00e4testens jetzt hatte ich auch wirklich gute Laune. Die Sonne schien, schneebedeckte Berge mit himmelblauem See davor, was will man mehr? Gut, die Verbindung ist jetzt nicht f\u00fcr die sch\u00f6ne Aussicht konzipiert, sondern f\u00fcr schnelles Reisen ins Wallis. Das hei\u00dft dann auch, dass der Zug den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/L%C3%B6tschberg\">L\u00f6tschenpass<\/a> im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/L%C3%B6tschberg-Basistunnel\">Basistunnel<\/a> unterquert (mit 34kommairgendwas Kilometer einer der l\u00e4ngsten Tunnel der Welt). Wenn sie noch tiefer gebohrt h\u00e4tten w\u00e4ren sie vielleicht in Moria rausgekommen.<\/p>\n<p>Nach reichlich zehn Minuten kommt man jedenfalls im Wallis wieder ans Tageslicht, die Wolken hatten sich verzogen und pl\u00f6tzlich war ich dann auch schon kurz nach vier Uhr nachmittags in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brig\">Brig<\/a> angekommen.<\/p>\n<p><strong>Etappe 4 &#8211; Stadtrundgang<\/strong><\/p>\n<p>Der Weg ins Hotel war kurz genug, wichtig war nun in erster Linie das Suchen eines Supermarktes und eine erste Begehung der \u00d6rtlichkeiten, damit man wei\u00df was da eigentlich los ist. Inzwischen war es warm genug geworden, dass man sogar ohne Jacke drau\u00dfen rumlaufen konnte. Auf einem zentralen Platz in der Innenstadt wurde ich sogar auf mein Pac-Man-Shirt angesprochen. Genutzt hat es dem Kerl nix, ich wollte keinen Mobilfunkvertrag abschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Ich kam schlussendlich am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stockalperschloss\">Stockalperschloss<\/a> vorbei und muss sagen, dass der total \u00fcberbewertet ist. Da hei\u00dft es in jeder Doku zu Brig, dass der Palast das siebenkommaf\u00fcnfte Weltwunder w\u00e4r, tats\u00e4chlich ist es ein etwas gr\u00f6\u00dferes B\u00fcrgerhaus mit einem netten Innenhof und einem ebenso netten Gartenbereich, aber andererseits ist das ganze Ding komplett eingebaut in andere Geb\u00e4ude der Altstadt und geht da eigentlich komplett unter. Letztlich ist nur die Westseite einigerma\u00dfen beeindruckend.<\/p>\n<p>Damit war dann die erste Stadtbesichtigung auch abgeschlossen, ich kaufte mir noch ein paar Getr\u00e4nke und eine Nussmischung als Proviant, verzog mich ins Hotelzimmer und packte meinen Kram zurecht f\u00fcr die erste Wanderung. Das wird dann aber im n\u00e4chsten Beitrag thematisiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am ersten echten Tag der gro\u00dfen Urlaubsreiserei ging es &#8211; logisch &#8211; zum Urlaubsziel. 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