{"id":4438,"date":"2023-08-10T16:39:19","date_gmt":"2023-08-10T14:39:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4438"},"modified":"2023-08-03T19:06:15","modified_gmt":"2023-08-03T17:06:15","slug":"album-der-woche-183","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2023\/08\/10\/album-der-woche-183\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Wenn dieser Artikel erscheint bin ich grad im Urlaub, aber als fieser Streber der ich nunmal bin hab ich da ganz hobbythekm\u00e4\u00dfig was vorbereitet. Und erstaunlicherweise wird das eine Art Wacken-Special, denn die zu besprechenden Truppen hatten alle irgendeine Beziehung zur diesj\u00e4hrigen Ausgabe, wenn auch manchmal nur um dreiundzw\u00f6lfzig Ecken.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der ganze Spa\u00df beginnt mit zwei Alben aus dem Jahr 1978, die beide von Urgesteinen aus Birmingham zusammengeschraubt wurden, die damit ganz nebenbei den Wandel vom Hardrock zum Heavy Metal zelebrierten. Richtig, die Rede ist von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Judas_Priest\">Judas Priest<\/a>. Die hatten dieses Jahr mit Wacken nicht viel am Hut, abgesehen davon dass Rob Halford (neuerdings mit Weihnachtsmannbart und Ring in der Nase) Doro zum B\u00fchnenjubil\u00e4um gratulierte und Doro dann <em>Breaking The Law<\/em> coverte. Wie gesagt, dreiundzw\u00f6lfzig Ecken&#8230;<\/p>\n<p>Anyway, Album Nummer eins h\u00f6rt auf den Namen &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Stained_Class\">Stained Class<\/a>&#8220; und erschien Anfang 1978. Auf dem Cover gibts ein schickes Metallgesicht, was als Blaupause f\u00fcr den Terminator gedient haben k\u00f6nnte. Das ist schon mal m\u00e4chtig heavy, und die Songs sind es ebenso. Gegen\u00fcber den Fr\u00fchwerken legt die Band hier eine Schippe Krach drauf produzierte gro\u00dfe Klassiker im halben Dutzend.<\/p>\n<p>Das beginnt beim er\u00f6ffnenden <em>Exciter<\/em>, bei dem sich die Band f\u00f6rmlich \u00fcberschl\u00e4gt. Das n\u00e4chste Highlight ist dann die durch den Wolf gedrehte Coverversion <em>Better By You, Better Than Me<\/em> &#8211; die gute 10 Jahre sp\u00e4ter f\u00fcr gerichtliche Auseinandersetzungen sorgte, weil sich zwei Teenager die Birne wegpusteten und die Band angeblich schuld dran sei, weil es im Song r\u00fcckw\u00e4rts abgespielte satanische Botschaften g\u00e4be&#8230;<\/p>\n<p>Das folgende <em>Stained Class<\/em> rifft ordentlich, ebenso <em>Saints In Hell<\/em>, wohingegen <em>Invader<\/em> und <em>Savage<\/em> (die Priester haben es aber auch mit den Ein-Wort Titeln) Halfords Geschrei am besten vorf\u00fchren. Der ganz gro\u00dfe Klassiker des Albums ist hingegen die \u00fcberlange Halbballade <em>Beyond The Realms Of Death<\/em>, die langsam und getragen beginnt und sich dann episch steigert.<\/p>\n<p>Fazit: Einer der gro\u00dfen Klassiker im Katalog der Priester, direkt an der \u00dcbergangsstelle vom Hard Rock zum Heavy Metal und mit einem ganzen Sack an Hits gespickt.<\/p>\n<p>Und weils so toll war, legte die Band bereits im Herbst des Jahres nach. Die Scheibe hie\u00df &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Killing_Machine\">Killing Machine<\/a>&#8220; (bzw. in Nordamerika &#8222;Hell Bent For Leather&#8220;, weil da irgendeine Kontroverse mit einem Amoklauf an einer Schule den Titel nicht ratsam erscheinen lie\u00df &#8211; durchgeknallte Waffenfritzen gabs also schon vor langer Zeit bei den Amis).<\/p>\n<p>Die Songs auf dieser Scheibe sind k\u00fcrzer und geradliniger auf den Punkt komponiert, kommen aber zumindest aus meiner Sicht nicht ganz an den Vorg\u00e4nger heran, auch wenn unbestritten viele Klassiker auf der Scheibe zu finden sind. Neben der Quotenballade <em>Before The Dawn<\/em> gehts hier nur hartmetallisch zur Sache, <em>Rock Forever<\/em> und insbesondere <em>Evening Star<\/em> haben unwiderstehliche Melodien, Take On The World stampft ordentlich und l\u00e4dt zum f\u00e4usteschwingenden Mitsingen ein, w\u00e4hrend f\u00fcr mich der gr\u00f6\u00dfte Klassiker witzigerweise die Coverversion <em>The Green Manalishi (With The Two-Pronged Crown)<\/em> ist, eine Nummer im Original von Fleetwood Mac (als sie noch Blues spielten statt radiotauglichen AOR).<\/p>\n<p>Das Album sitzt ein wenig zwischen allen St\u00fchlen &#8211; die fr\u00fcheren Scheiben waren d\u00fcsterer und epischer, noch im klassischen Blues und Hardrock verwurzelt, die sp\u00e4teren Alben waren dann reinrassiger Heavy Metal. Hier findet man Elemente aus beiden Welten, die aber nicht so wirklich sauber zusammengehen. Ein gutes Album, keine Frage, aber es ist schon bezeichnend dass nur wenige Songs von der Scheibe l\u00e4ngerfristig im Liveset blieben. Den vermutlich wichtigsten Einfluss hatte die Scheibe auf den optischen Stil des Heavy Metal mit Leder und Nieten sowie die Benutzung einer Harley als B\u00fchnendeko.<\/p>\n<p>Insgesamt kann man konstatieren, dass Judas Priest im Jahr 1978 gleich zwei wirklich gute Alben auf die Menschheit loslie\u00dfen. Viele Bands schaffen es ja heutzutage nicht mal, in zwei Jahren ein halbgares Album zu produzieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn dieser Artikel erscheint bin ich grad im Urlaub, aber als fieser Streber der ich nunmal bin hab ich da ganz hobbythekm\u00e4\u00dfig was vorbereitet. 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