{"id":4412,"date":"2023-06-22T19:50:59","date_gmt":"2023-06-22T17:50:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4412"},"modified":"2023-06-22T19:50:59","modified_gmt":"2023-06-22T17:50:59","slug":"album-der-woche-177","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2023\/06\/22\/album-der-woche-177\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem letztes Woche das Ende des Alphabets angesagt war, ist diese Woche vorn wieder vorn, also das andere Ende vom Alphabet angesagt. Und da widmen wir uns diese Woche einer amerikanischen Krachkapelle.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Besagte Truppe war hier schon Thema, hat gleich drei Alben die man mal aufgrund runden Geburtstages erw\u00e4hnen muss und wird oft in einem Atemzug mit Metallica und Slayer genannt. Richtig, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anthrax_(Band)\">Anthrax<\/a> sind gemeint. Und mit dieser Einleitung h\u00fcpfen wir auch direkt zum ersten der drei Alben:<\/p>\n<p>Mitte der 80er hatten sich die Jungs mit Alben wie &#8222;Spreading The Disease&#8220; und &#8222;Among The Living&#8220; nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht. Darauf folgte 1988 eine Scheibe namens &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/State_of_Euphoria\">State Of Euphoria<\/a>&#8220; (kann man schon mal wenig gegen sagen gegen diesen Zustand). Darin liegt aber auch gleich die Crux des Albums: Die Band war vom Erfolg der Vorg\u00e4ngerscheibe \u00fcberrumpelt und musste unter Zeitdruck den Nachfolger zusammenschrauben. Das wirkte sich leider aufs Gesamtergebnis aus, nachhaltige Klassiker sind au\u00dfer <em>Be All, End All<\/em> nicht vertreten &#8211; der wirkliche \u00dcberhit der Scheibe ist bezeichnenderweise die Coverversion <em>Antisocial<\/em> (im Original von Trust 1980 mit franz\u00f6sischem (und englischem) Text). Die restlichen Songs sind zwar ausgereifter Thrash mit teils komplexem Riffing und latenter \u00dcberl\u00e4nge (unter f\u00fcnfeinhalb Minuten geht gar nix), aber eben keine Knaller, wie sie der Vorg\u00e4nger im halben Dutzend auffuhr. Nach der Ver\u00f6ffentlichung tourte die Band ausgiebig u.a. mit Iron Maiden, Ozzy Osbourne und Metallica, bis zum n\u00e4chsten Album dauerte es dann immerhin bis 1990.<\/p>\n<p>Album Nummer zwei in der Retrospektive ist aber der Nachfolger des Nachfolgers, n\u00e4mlich das 1993 erschienene &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Sound_of_White_Noise\">Sound Of White Noise<\/a>&#8222;. Hier hatten sich nun drastische \u00c4nderungen ergeben: Plattenlabel gewechselt, au0erdem gabs einen Wechsel am Mikro: Joey Belladonna war drau\u00dfen, stattdessen kam Weltklasse-S\u00e4nger John Bush von Armored Saint (die sich zwischenzeitlich aufgel\u00f6st hatten, immerhin hatte Grunge die Szene komplett umgekrempelt und Thrash Metal war ungef\u00e4hr mausetot).<\/p>\n<p>Das wirkte sich nat\u00fcrlich auf die Musik aus, weniger wildes Riffgehacke, daf\u00fcr mehr Melodie und die wesentlich dunklere Stimmf\u00e4rbung von John Bush nat\u00fcrlich. Trotz Platzierung unter den Top 10 der amerikanischen Charts wurde das Album kein Klassiker der Bandgeschichte &#8211; daf\u00fcr klingts irgendwie zu sehr nach Armored Saint und zu wenig nach Anthrax. Anspieltipps sind wohl am ehesten <em>Only<\/em> und <em>Potter&#8217;s Field<\/em> (das Thema des Songs ist auch starker Tobak). Den coolsten Songtitel r\u00e4umt hingegen C<sub>11<\/sub> H<sub>17<\/sub> N<sub>2<\/sub> O<sub>2<\/sub> S Na ab (was f\u00fcr Natriumthiopental steht, ein Schlaf- bzw. Narkosemittel, welches in den USA auch bei Hinrichtungen verwendet wurde &#8211; wie war das noch gleich mit fiesen Songthemen?).<\/p>\n<p>Die 90er Jahre waren f\u00fcr Anthrax insgesamt keine gute Zeit, die folgenden Alben waren kein besonderer Erfolg, und Metal war ja sowieso nicht mehr angesagt. Das \u00e4nderte sich nach der Jahrtausendwende langsam und vor inzwischen auch schon wieder 20 Jahren lie\u00dfen Anthrax das definitiv beste Album der John Bush-\u00c4ra auf die Welt los &#8211; &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/We%27ve_Come_for_You_All\">We&#8217;ve Come For You All<\/a>&#8222;. Die Scheibe war zwar verkaufszahlentechnisch kein gro\u00dfer Erfolg, aber was sagt sowas schon \u00fcber Qualit\u00e4t aus? Richtig, gar nix.<\/p>\n<p>Die Band schaffte es endlich, ein Album auf den Punkt zu komponieren, hinzu kamen ein paar hochkar\u00e4tige G\u00e4ste wie Dimebag Darrell. Egal ob man nun bei <em>What Doesn&#8217;t Die<\/em>, <em>Safe Home<\/em>, <em>Any Place But Here<\/em>, <em>Black Dahlia<\/em> oder <em>Cadillac Rock Box<\/em> reinh\u00f6rt, alles formvollendeter Krach der h\u00f6chsten Qualit\u00e4tsstufe. Bl\u00f6derweise hatte das keinen nachhaltigen Effekt auf die Band &#8211; diverse Besetzungswechsel folgten, John Bush ging nach einigem Hin und Her zur\u00fcck zu den wiedervereinigten Armored Saint, Joey Belladonna kam nach mehrfachem Hin und Her wieder zur\u00fcck (zwischendrin gabs noch einen anderen S\u00e4nger, der aber noch vor dem n\u00e4chsten Album wieder rausflog). So dauerte es bis 2011 zur n\u00e4chsten Albumver\u00f6ffentlichung.<\/p>\n<p>Fazit: Drei Alben, davon ein gro\u00dfer Klassiker und zwei eher durchwachsene Scheiben. N\u00e4chste Woche gehts dann weiter mit einer ganz anderen Band und ganz anderen Klassikern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem letztes Woche das Ende des Alphabets angesagt war, ist diese Woche vorn wieder vorn, also das andere Ende vom Alphabet angesagt. 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