{"id":4405,"date":"2023-06-08T10:41:32","date_gmt":"2023-06-08T08:41:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4405"},"modified":"2023-06-08T10:41:32","modified_gmt":"2023-06-08T08:41:32","slug":"im-sonnigen-sueden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2023\/06\/08\/im-sonnigen-sueden\/","title":{"rendered":"Im sonnigen S\u00fcden"},"content":{"rendered":"<p>Ich war letztes Wochenende im sonnigen S\u00fcden der Republik unterwegs, genauer gesagt in M\u00fcnchen. Ziel war ein ausf\u00fchrlicher Besuch des Deutschen Museums, da war ich zuletzt n\u00e4mlich <a href=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2004\/03\/01\/a-saupreis-in-bayern\/\">als Student<\/a>, und inzwischen hat sich da einiges getan.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Geplant hatte ich die Reise schon f\u00fcr 2020, aber da kam ja dann diese mexikanische Biergrippe dazwischen. Nun wars also endlich soweit. Und damit man auch ordentlich Zeit hat, wurde eine \u00dcbernachtung mitgeplant, das Museum ist ja doch arg gro\u00df und au\u00dferdem auf mehrere Standorte in der Stadt verteilt.<\/p>\n<p>Gegen 8:30 Uhr morgens begann die Reise also mit der Busfahrt zum Bahnhof, von dort aus dann mit dem Regionalzug nach N\u00fcrnberg und ab da mit dem ICE. Nun war letztes Wochenende noch Bergkirchweih in Erlangen, d.h. da stolpern bereits morgens um 9 zahlreiche merkw\u00fcrdig gewandete (Lederhosen, Dirndl) und latent angebr\u00fctete Personen durch die Gegend. Der Regionalzug nach N\u00fcrnberg hatte entsprechend ein paar Minuten Versp\u00e4tung, was mir nicht ganz ins Konzept passte, schrumpften doch die 10 Minuten zum Umsteigen in N\u00fcrnberg gleich wieder zusammen.<\/p>\n<p>In N\u00fcrnberg das gleiche Spiel, viel zu viele Leute, die offensichtlich nach Erlangen wollten um sich da die Kante zu geben. Ich kam also grad so p\u00fcnktlich am Bahnsteig an, wo auch schon der ICE bereitstand &#8211; allein mein reservierter erstklassiger Sitzplatz befand sich am anderen Ende des Zuges. Ein Bahnsteigsprint als Fr\u00fchsport war eigentlich nicht eingeplant, aber was solls. Daf\u00fcr war der ICE quasi leer, ich hatte den ganzen Waggon f\u00fcr mich und so gings dann z\u00fcgig, aber ohne Zugluft (im ICE ist halt nix Fenster \u00f6ffnen), in die bayrische Landeshauptstadt. Da kam ich gegen 10:40 Uhr an, das ist selbst mit Umsteigen und allem eine gute Zeit, mit dem Auto h\u00e4tte ich mindestens die gleiche Zeit gebraucht und h\u00e4tte dann noch nen Parkplatz suchen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Am Hauptbahnhof angekommen sollte es nun per U-Bahn weitergehen Richtung Isar. Ich also zielgerichtet zur U-Bahn-Station marschiert, nur um dort ausgebremst zu werden. Zum Gl\u00fcck bekam ich die st\u00e4ndigen Lautsprecherdurchsagen am Bahnsteig mit, denn da war wegen Bauarbeiten alles anders als eigentlich ausgeschildert. Die eine Linie fuhr gar nicht, die andere nur in die andere Richtung, dazu massenhaft verwirrte Leute aufm Bahnsteig. Ein kurzes Studium des aush\u00e4ngenden Baustellenfahrplans kl\u00e4rte die Lage: Ich musste auf den anderen Bahnsteig, von dort gings dann in die richtige Richtung.<\/p>\n<p>So kam ich dann auch ohne weitere Probleme am Deutschen Museum an. Die haben inzwischen den Haupteingang an die s\u00fcdliche Ecke der Museumsinsel verlegt. Ich l\u00f6hnte also Eintritt, schloss den Rucksack weg und begab mich in die Ausstellung.<\/p>\n<p>Allzuviel mag ich da jetzt nicht dr\u00fcber schreiben, es gibt halt vom Flugzeug \u00fcber Fotoapparate bis hin zu Br\u00fcckenmodellen so ziemlich alles, was in irgendeiner Art und Weise mit Technik und Technikgeschichte zu tun hat. Die Ausstellungen waren gut besucht, aber nicht \u00fcbervoll, viele zogen es vermutlich vor, mitten in den Ferien das sch\u00f6ne Wetter im Freien zu verbringen.<\/p>\n<p>Gegen 15 Uhr waren meine Aufnahmef\u00e4higkeiten dann ersch\u00f6pft, es ging nun zur\u00fcck durch die Innenstadt in Richtung Bahnhof und zum Hotel. Verlaufen kann man sich in der Innenstadt ja eigentlich nicht wirklich &#8211; immer den Menschenmassen folgen, dann landet man unweigerlich irgendwo zwischen Marienplatz und Stachus.<\/p>\n<p>Gut durchgeschwitzt (schei\u00df Klimawandel aber auch&#8230;) erreichte ich schlie\u00dflich das Hotel und eine l\u00e4ngliche Dusche sp\u00e4ter stand Abendessen auf dem Programm. Dazu enterte ich schlie\u00dflich einen Italiener an der S\u00fcdseite der Hackerbr\u00fccke. Sch\u00f6ner Biergarten, gutes Essen und spottbillig &#8211; sehr empfehlenswert. Danach zur\u00fcck ins Hotel, noch ein bissl zum Fu\u00dfball zappen (DFB-Pokalfinale) und dann Schnarchdienst.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen ging es nach dem Fr\u00fchst\u00fcck wieder auf Museumstour: Die Verkehrsausstellung des Deutschen Museums. Da finden sich dann Autos, Stra\u00dfenbahnen, Lastwagen, Fahrr\u00e4der und Schienenfahrzeuge. Das verteilt sich auf drei Hallen neben der Theresienwiese, da ist man auch nochmal locker gute zwei Stunden besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Gegen 13 Uhr war ich damit durch und hatte nun Zeit, gem\u00fctlichen Schrittes in Richtung Hauptbahnhof zu schlendern. Der Zug sollte erst gegen 15 Uhr abfahren, ich hatte also genug Zeit Menschenmassen am Bahnhof zu beobachten. Der M\u00fcnchner Bahnhof ist ja eh schon nicht besonders fahrgastfreundlich mit langen Wegen, au\u00dferdem wird die Haupthalle gebaut, so dass man nur von den Seiteneing\u00e4ngen auf den Querbahnsteig kommt und sich die Menschenmassen da durchschieben m\u00fcssen auf dem Weg zu S- und U-Bahn.<\/p>\n<p>Das gro\u00dfe Chaos war au\u00dferdem ausgebrochen, bei Pfaffenhofen brannte die B\u00f6schung, die notwendige Streckensperrung sorgte f\u00fcr diverse Zugausf\u00e4lle Richtung Ingolstadt und umgeleitete ICEs samt Versp\u00e4tungen, Bahnsteig\u00e4nderungen und so weiter. Also quasi ein ganz normaler Sonntag bei der Deutschen Bahn.<\/p>\n<p>Mein ICE wurde schlie\u00dflich auch auf einem anderen Gleis bereitgestellt als geplant, aber ich hatte dann immerhin mal einen Sitzplatz und die Klimaanlage funktionierte auch. Die Abfahrtszeit r\u00fcckte n\u00e4her, und dann kam die bef\u00fcrchtete Ansage: Der B\u00f6schungsbrand sei zwar gel\u00f6scht, aber die Strecke noch nicht wieder freigegeben und unsere Abfahrt w\u00fcrde sich um 10 Minuten verz\u00f6gern. Gut, was solls, der Zug sollte mich ohne Umsteigen nach Erlangen bringen, also wars mir grad egal. Zehn Minuten sp\u00e4ter verschob sich die Abfahrt um weitere 15 Minuten, das wiederholte sich dann noch mehrfach. Am Ende fuhren wir mit lockeren 65 Minuten Versp\u00e4tung ab.<\/p>\n<p>Ich k\u00f6nnte jetzt sagen, dass ich f\u00fcr den Preis einer Zugfahrt gleich zwei gekriegt habe (statt 1:20h Fahrzeit nach Erlangen halt \u00fcber 2h), aber ich frag mich jetzt im Nachhinein schon, warum der ICE dann statt \u00fcber Ingolstadt nicht einfach \u00fcber Augsburg und Treuchtlingen umgeleitet wurde. Aber das wird die Transportleitung schon wissen. Immerhin fuhr der Zug ja dann irgendwann auch ohne weitere Probleme, und ich musste in Erlangen auch gar nicht gro\u00df auf den Bus nach Hause warten.<\/p>\n<p>Fazit: Sehr sch\u00f6ne Reise bei allerbestem Wetter. Das Deutsche Museum ist immer wieder eine Reise wert, und auch die Bahnfahrt war (minus die Versp\u00e4tung &#8211; und da kann die Bahn ja im Falle eines B\u00f6schungsbrandes auch nur am Rande etwas) eigentlich sehr entspannt. Ich f\u00fcrchte nur, dass B\u00f6schungsbr\u00e4nde bei der aktuellen Trockenheit noch deutlich zunehmen werden, Funkenflug l\u00e4sst sich ja nicht komplett vermeiden. Und beim n\u00e4chsten Mal steht dann die Flugwerft Unterschlei\u00dfheim auf dem Programm.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich war letztes Wochenende im sonnigen S\u00fcden der Republik unterwegs, genauer gesagt in M\u00fcnchen. 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