{"id":4390,"date":"2023-05-18T21:08:20","date_gmt":"2023-05-18T19:08:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4390"},"modified":"2023-05-18T21:08:20","modified_gmt":"2023-05-18T19:08:20","slug":"album-der-woche-172","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2023\/05\/18\/album-der-woche-172\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem es letzte Woche vor lauter Text- und Storyanalyse kaum um die eigentliche Musik ging, gibt es diese Woche das volle Kontrastprogramm &#8211; ein rein instrumentales Album. Also beinah fast, ein paar kurze gesprochene S\u00e4tze gibt es, die lassen sich aber sogar dezimal an zwei H\u00e4nden abz\u00e4hlen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das Album der Woche feiert in diesem Monat seinen 50. Geburtstag, erschien also folgerichtig im Jahr 1973. Es gilt als Meilenstein des Progrock (da erschienen in dem Jahr ja so einige) und begr\u00fcndete eine ganz spezielle Weltkarriere eines Multiinstrumentalisten, der zun\u00e4chst mit diversen rein instrumentalen Alben Erfolge feierte, bevor er in den 80er Jahren pl\u00f6tzlich Chart-Erfolge feierte. Die Soundwelten, die er kreierte waren komplett neuartig, sind ausgesprochen zeitlos und haben einen ganz besonderen Charme. Die Rede ist von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mike_Oldfield\">Mike Oldfield<\/a> und seinem Deb\u00fctalbum &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Tubular_Bells\">Tubular Bells<\/a>&#8222;.<\/p>\n<p>Das Album enth\u00e4lt keine Songs im traditionellen Sinne, sondern zwei Teile, die dem LP-Format geschuldet sind, ergo zweimal etwas \u00fcber 20 Minuten Musik am St\u00fcck. Dementsprechend gibts da relativ wenig zu erz\u00e4hlen, man muss sich das mal ganz in Ruhe anh\u00f6ren und wird dann schon merken obs einem gef\u00e4llt.<\/p>\n<p>Ich hatte meine Erstbegegnung mit dem Album \u00fcber eine Best-Of, da war ein Auszug vom letzten Abschnitt des ersten Teils zu h\u00f6ren. Dieser Teil enth\u00e4lt auch die einzigen gesprochenen Worte, denn \u00fcber einem st\u00e4ndig wiederholten recht komplexen Riff (verglichen mit dem was man sonst so in der Rockmusik findet), werden nach und nach Schichten von Instrumenten gelegt, die jeweils angek\u00fcndigt werden (&#8222;grand piano&#8220;, &#8222;glockenspiel&#8220;, &#8222;two slightly distored guitars&#8220; &#8230; &#8222;&#8230;and introducing acoustic guitar&#8220; &#8230;) Und diese Aufschichtung endet mit dem namensgebenden Instrument (&#8230;&#8220;plus tubular bells&#8220;). Das sind so etwa die letzten acht Minuten des ersten Teils.<\/p>\n<p>Das Intro des ersten Teils wurde im Kinofilm &#8222;Der Exorzist&#8220; verwendet, was dem Album gro\u00dfe mediale Aufmerksamkeit verschaffte und daf\u00fcr sorgte, dass es 1973-74 lange in den Charts blieb. Die Kritik war sich dabei allerdings nicht wirklich einig, was sie von dem Album halten sollte &#8211; es ist halt so v\u00f6llig anders als alles andere was damals wie heute ver\u00f6ffentlicht wurde und wird.<\/p>\n<p>Oldfield selbst lieferte ja danach noch eine ganze Reihe weiterer Album in \u00e4hnlicher Machart ab, bevor er 1980 das erste Mal auf k\u00fcrzere, songorientierte Wege wechselte, und wie eingangs erw\u00e4hnt pl\u00f6tzlich mit <em>Moonlight Shadow<\/em> die Singlecharts aufmischte. Das Album dazu, &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Crises_(album)\">Crises<\/a>&#8220; erschient fast auf den Tag zehn Jahre nach &#8222;Tubular Bells&#8220;, und feiert dementsprechend dieser Tage seinen 40. Geburtstag.<\/p>\n<p>Auf dieser Scheibe finden sich mit bereits genanntem <em>Moonlight Shadow<\/em> und <em>Shadow On The Wall<\/em> die zwei gr\u00f6\u00dften Hits seiner Karriere. Oldfield hatte dabei immer auf hervorragende Mitmusiker zur\u00fcckgegriffen, Maggie Reilly zum Beispiel sang neben <em>Moonlight Shadow<\/em> so einige andere Sachen f\u00fcr ihn ein und ging auch mit auf Tour. <em>Shadow On The Wall<\/em> hingegen wird von Roger Chapman gesungen, der damals in der britischen Rockszene eine feste Gr\u00f6\u00dfe war. Bekanntester Gasts\u00e4nger auf dem Album d\u00fcrfte aber Jon Anderson von Yes sein, der <em>In High Places<\/em> mit seiner unnachahmlichen glockenhellen Stimme intoniert. Neben den beiden Hits verblasst der Rest des Albums zugegebenerma\u00dfen aber ziemlich.<\/p>\n<p>Fazit: &#8222;Tubular Bells&#8220; ist ein Album, dass sich schwerlich mit typischer Rockmusik vergleichen l\u00e4sst. Am ehesten k\u00f6nnte man es noch als &#8222;die Ideen klassischer Musik, ausgedr\u00fcckt mit modernen Instrumenten&#8220; beschreiben. &#8222;Crises&#8220; hingegen ist ein Sammelsurium von kommerziellen Popsongs, gekoppelt mit einem Longtrack.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem es letzte Woche vor lauter Text- und Storyanalyse kaum um die eigentliche Musik ging, gibt es diese Woche das volle Kontrastprogramm &#8211; ein rein instrumentales Album. Also beinah fast, ein paar kurze gesprochene S\u00e4tze gibt es, die lassen sich aber sogar dezimal an zwei H\u00e4nden abz\u00e4hlen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[7],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4390"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4390"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4390\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4391,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4390\/revisions\/4391"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4390"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4390"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4390"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}