{"id":4377,"date":"2023-04-26T18:52:56","date_gmt":"2023-04-26T16:52:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4377"},"modified":"2023-04-26T18:52:56","modified_gmt":"2023-04-26T16:52:56","slug":"album-der-woche-169","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2023\/04\/26\/album-der-woche-169\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Eilmeldung des Tages: Im Laufe des Abends ist mit zunehmender Dunkelheit zu rechnen. So weit, so klar. Dass man daraus ein Konzeptalbum stricken kann, wenn es mitten auf der Erde einfach mal dunkel wird ist hingegen nicht ganz so klar. Und damit sind wir beim Album der Woche.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Dieses wird in diesen Tagen ein Vierteljahrhundert alt und stammt von einer Truppe von verirrten Wanderern, die st\u00e4ndig die tollsten Fantasysachen besingen, dabei aber aus dem ganz und gar unspektakul\u00e4ren Krefeld kommen. Dementsprechend wirds auch nicht mitten auf der Erde dunkel, sondern in Mittelerde, womit der Wortwitz aber auch schon weg ist. F\u00fcr alle, die jetzt so dumm gucken wie eine Kuh wenn&#8217;s donnert (ein gerne genutzter Spruch meines Gro\u00dfvaters): Die Band nennt sich <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Blind_Guardian\">Blind Guardian<\/a>, und die ver\u00f6ffentlichten 1998 ein Album namens &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Nightfall_in_Middle-Earth\">Nightfall In Middle-Earth<\/a>&#8222;. Und das ist jetzt, man kann es erraten, das Album der Woche.<\/p>\n<p>Diese Scheibe war so ziemlich mein Erstkontakt mit den Werken von Tolkien. Denn das Album basiert auf dem Silmarillion, was wiederum die episch lange Vorgeschichte f\u00fcr das Hauptwerk &#8222;Der Herr der Ringe&#8220; darstellt. Allerdings ist das eher schwierig da einen Zugang zu finden, wenn man vorher \u00fcberhaupt noch nix aus diesem Universum gelesen hat, denn da wird keine klassische Geschichte erz\u00e4hlt, sondern es enth\u00e4lt eher so einen Haufen &#8222;M\u00e4rchen und Sagen aus l\u00e4ngst vergangenen Zeiten&#8220;.<\/p>\n<p>Die blinden Gardinen vertonen daraus nun die Geschichte der Silmaril. Das sind Edelsteine, die das Licht des Universums beinhalten (oder so \u00e4hnlich, Sonne und Mond werden sp\u00e4ter draus erzeugt) und um die dann die Elben auf der einen und Melkor\/Morgoth (Oberboss von Sauron) k\u00e4mpfen, was dann um drei Ecken zum Untergang Numenors (das Atlantis von Mittelerde) f\u00fchrt. Au\u00dferdem gehts um Krieg, unsterbliche Liebe und noch mehr Krieg. Halt so Zeugs, was man so aus M\u00e4rchen und Sagen kennt.<\/p>\n<p>Auf dem Album finden sich also insgesamt 22 Titel, wobei die H\u00e4lfte aber nur h\u00f6rspielartige Zwischensequenzen sind, die ich pers\u00f6nlich inzwischen nur noch als unn\u00f6tig empfinde. Aber es ist eine nette Idee und war ganz gut f\u00fcr die Atmosph\u00e4re. Wie auch immer, es gibt also elf echte Songs, wobei die Spanne von Pianoballade bis zum fetten Metal-Song reicht &#8211; mit deutlicher Schlagseite zu letzterem zum Gl\u00fcck.<\/p>\n<p>Wie bei Blind Guardian typisch gibt es die fettesten Ch\u00f6re und dicke Ohrwurmmelodien, neu hinzu kommen dem Thema entsprechend metal-untypische Instrumente. Ein wichtiger Anhaltspunkt w\u00e4re die Vokalakrobatik und der opernhafte Musikansatz von Queen, gemixt mit melodischem Heavy Metal aus der Helloween-Schule, aber eben in deutlich komplexer.<\/p>\n<p>Das beginnt direkt mit <em>Into The Storm<\/em>, das direkt mal zeigt wo der Hammer h\u00e4ngt. Etwas getragener geht es beim semi-Titelst\u00fcck <em>Nightfall<\/em> zu, wo die Ch\u00f6re im Refrain extra dick auftragen. In eine \u00e4hnliche Kerbe schl\u00e4gt auch <em>Blood Tears<\/em>, wohingegen <em>The Curse Of F\u00ebanor<\/em> dem Titel entsprechend zornig w\u00fctend daherkommt. Im hinteren Drittel des Albums findet man mit <em>The Eldar<\/em> die bereits erw\u00e4hnte Pianoballade, bei der Hansi besonders brillieren kann. Richtig flott mit dickem Kriegerchor kommt hingegen <em>When Sorrow Sang<\/em> daher, einer meiner Favoriten auf der Scheibe. Das ganz gro\u00dfe Highlight der Scheibe &#8211; und nebenbei so ziemlich der einzige Song, der \u00fcberhaupt noch live dargeboten wird &#8211; ist aber <em>Mirror, Mirror<\/em>.<\/p>\n<p>Das Album wird landl\u00e4ufig zu den besten Scheiben der Gardinen gez\u00e4hlt, ich sehe es inzwischen deutlich kritischer: Die ganzen Zwischenspiele gehen mir auf den Keks und zerst\u00f6ren f\u00fcr mich den Genuss. Die Songs hingegen sind nach wie vor G\u00fcteklasse A. F\u00fcr Einsteiger ist das also eher mal nicht die beste Wahl (da bin ich nach wie vor bei &#8222;Imaginations From The Other Side&#8220;). Wenn man sich aber grob f\u00fcr Tolkien begeistern kann ist das Album eine Pflichtveranstaltung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eilmeldung des Tages: Im Laufe des Abends ist mit zunehmender Dunkelheit zu rechnen. So weit, so klar. Dass man daraus ein Konzeptalbum stricken kann, wenn es mitten auf der Erde einfach mal dunkel wird ist hingegen nicht ganz so klar. 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