{"id":4374,"date":"2023-04-20T18:13:48","date_gmt":"2023-04-20T16:13:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4374"},"modified":"2023-04-20T18:13:48","modified_gmt":"2023-04-20T16:13:48","slug":"album-der-woche-168","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2023\/04\/20\/album-der-woche-168\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Heute gehts im \u00fcbertragenen Sinne in die Luft. Vor ungef\u00e4hr zwei Stunden hat SpaceX einen riesengro\u00dfen Spacedildo in die H\u00f6he geschossen, der dort dann zu einer \u00fcbergro\u00dfen Silvesterrakete mutierte. Das hat aber nix mit dem Album der Woche zu tun, denn als das erschien war noch Saturn V relevant und man marschierte auf dem Mond herum.<!--more--><\/p>\n<p>Wie krieg ich jetzt die Kurve zum Album der Woche? SpaceX hat also viel hei\u00dfe Luft produziert, hei\u00dfe Luft entsteht auch in Schmieden &#8211; und wenn man das kreativ umformt kommt dabei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aerosmith\">Aerosmith<\/a> raus. Ha, Kurve gekriegt. Boston&#8217;s finest deb\u00fctierten vor 50 Jahren, und hatten vor inzwischen auch schon wieder 30 Jahren noch einen \u00dcberklassiker, der nat\u00fcrlich auch besprochen werden will.<\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Aerosmith_(album)\">Deb\u00fctalbum<\/a>, wenig kreativ benannt nach dem Namen der Band, war noch wenig erfolgreich, enthielt mit <em>Dream On<\/em> aber ihre erste Single, die nachhaltig Eindruck machte. \u00dcber die Jahrzehnte wurde das Album dann auch zum Multiplatinseller, und <em>Dream On<\/em> gilt als einer der besten Songs aller Zeiten (sagt das Rolling Stone Magazine, die da zumindest nicht v\u00f6llig planlos sind bei dem Thema).<\/p>\n<p>Das Album erschien Anfang 1973, zu einer Zeit als Rolling Stones und vor allem Led Zeppelin angesagt waren. Aerosmith waren sowas wie eine amerikanische Antwort auf diese britischen Truppen, die sich ja alle mehr oder weniger stark dem elektrifizierten Blues verschrieben hatten. Auf der Scheibe versammeln sich also acht Songs, von denen aber nur drei zu gr\u00f6\u00dferen Klassikern wurden &#8211; <em>Make It<\/em>, das schon erw\u00e4hnte <em>Dream On<\/em> und <em>Mama Kin<\/em>. Die anderen Songs sind deswegen nicht schlechter, aber eben nicht zu Klassikern geworden. Wirklich gro\u00dfen Erfolg hatte die Band erst zwei Jahre sp\u00e4ter mit &#8222;Toys In The Attic&#8220;, im Zuge dessen wurde das Deb\u00fct mitsamt Single neu aufgelegt und war pl\u00f6tzlich in den Top 10.<\/p>\n<p>Eine g\u00e4nzlich andere Situation gab es 20 Jahre sp\u00e4ter. Die Band war Anfang der 80er im tiefsten Drogensumpf versackt, aber nach 1986 und mit etwas Sch\u00fctzenhilfe von Run DMC und ihrer Hip-Hop Version von Walk This Way und darauffolgend mit den starken &#8222;Permanent Vacation&#8220; und &#8222;Pump&#8220; in einem zweiten Fr\u00fchling angekommen. Andererseits war zum Zeitpunkt der Aufnahmen von &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Get_a_Grip\">Get A Grip<\/a>&#8220; Grunge das gro\u00dfe Ding, was man der Scheibe aber zum Gl\u00fcck nicht anh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Auf dem mit Abstand erfolgreichsten Album der Bandgeschichte (\u00fcber 20 Mio verkaufte Einheiten) geben sich externe Songwriter die Klinke in die Hand, ebenso gibt es einige Gaststars wie Lenny Kravitz zu h\u00f6ren (wenn man wei\u00df wo man hinh\u00f6ren muss). Auf 13 Songs plus einem Intro wird also aus allen Rohren gefeuert, allein sechs Songs wurden als Singles ausgekoppelt, die aufwendigen Videoclips rotierten bei MTV aufs Allerheftigste.<\/p>\n<p>Verpackt ist das Album in ein eher mal merkw\u00fcrdiges Cover einer t\u00e4towierten Kuh mit Nippelpiercing &#8211; was will uns der K\u00fcnstler damit sagen? Egal, wichtig is auf&#8217;m Platz bzw. im Player. Und da jagt ein Hit den n\u00e4chsten: <em>Eat The Rich<\/em>, <em>Livin&#8216; On The Edge<\/em>, <em>Cryin&#8216;<\/em> (mein Favorit auf der Scheibe mit der schicken Textzeile: &#8222;I was cryin&#8216; when I met you, now I&#8217;m trying to forget you&#8220;), <em>Crazy<\/em> und <em>Amazing<\/em> &#8211; um nur mal die wichtigsten zu nennen. Der Rest f\u00e4llt etwas ab, und insgesamt find ich die Scheibe mit \u00fcber einer Stunde Laufzeit auch etwas zu lang &#8211; aber das sind Details.<\/p>\n<p>Die bereits angesprochenen Videoclips muss man nat\u00fcrlich auch nochmal im Detail erw\u00e4hnen: Drei von ihnen haben mit Alicia Silverstone die gleiche Hauptdarstellerin (die dann auch in Hollywood Karriere machte), in <em>Crazy<\/em> taucht zus\u00e4tzlich noch Liv Tyler (die Tochter von S\u00e4nger Steven Tyler) auf und verdreht allen den Kopf (sp\u00e4ter war sie als Elbenprinzessin Arwen im Kino zu sehen, Herr der Ringe und so). Daf\u00fcr gabs also Heavy Rotation und diverse Videopreise. Dank moderner Technik kann man diese Videos nun auch einfach hier verlinken: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qfNmyxV2Ncw&amp;pp=ygUPYWVyb3NtaXRoIGNyeWlu\">Cryin&#8216;<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=NMNgbISmF4I&amp;pp=ygUPYWVyb3NtaXRoIGNyYXp5\">Crazy<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=zSmOvYzSeaQ&amp;pp=ygURYWVyb3NtaXRoIGFtYXppbmc%3D\">Amazing<\/a>.<\/p>\n<p>Fazit: Zwei Alben, jede Menge Klassiker und ein paar Musikvideos die tats\u00e4chlich als Kunst durchgehen. Kann man schon kennen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute gehts im \u00fcbertragenen Sinne in die Luft. Vor ungef\u00e4hr zwei Stunden hat SpaceX einen riesengro\u00dfen Spacedildo in die H\u00f6he geschossen, der dort dann zu einer \u00fcbergro\u00dfen Silvesterrakete mutierte. 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