{"id":4201,"date":"2022-12-21T11:13:10","date_gmt":"2022-12-21T10:13:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4201"},"modified":"2022-12-21T11:13:10","modified_gmt":"2022-12-21T10:13:10","slug":"album-der-woche-151","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2022\/12\/21\/album-der-woche-151\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Yay, letzte Ausgabe vor Weihnachten. Ich hab bereits Urlaub und bin deswegen voll im Stress, weil man ja noch Pl\u00e4tzchen backen muss, und Geschenke gekauft werden wollen und so weiter und so weiter, man kennt das ja. Und genau deswegen l\u00e4sst man die Todoliste erstmal Todoliste sein und produziert hier neue Eintr\u00e4ge. Im \u00dcbrigen hatten wir gestern im Bekanntenkreis erstmal die gar nicht so abwegige Diskussion, ob eine Todoliste tats\u00e4chlich eine Liste ist, oder eher eine ungeordnete assoziative Menge, oder vielleicht doch ein geordnetes Feld. Informatiker ey&#8230; ganz schlimm.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Passend zur Informatik geht es heute auch elektronisch zu, denn das Album der Woche kommt von einem Griechen, der leider in diesem Jahr verstorben ist. <span lang=\"el-Latn\">Evangelos Odysseas Papathanassiou, besser bekannt als <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vangelis\">Vangelis<\/a>. Der hat ja, wie ich in einem fr\u00fcheren Beitrag schon erw\u00e4hnte, diverse Filmmusiken geschrieben (u.a. Blade Runner) und nebenbei in den 1970ern neben Kraftwerk und Jean-Michel Jarre die ersten gro\u00dfen Werke der elektronischen Musik gebastelt. Und damit sind wir beim Thema, denn das Album der Woche ist entsprechend sein &#8217;77er Werk &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Spiral_(Vangelis_album)\">Spiral<\/a>&#8222;.<\/span><\/p>\n<p>Das Cover ist ja schon mal m\u00e4chtig cool, da fliegt n\u00e4mlich ein \u00fcberdimensionaler Klinkenstecker mit Spiralkabel durch einen Wolkenhimmel. Das Album dreht (ha!) sich dabei auch um kreisf\u00f6rmige Dinge, so wie das was Elton John sp\u00e4ter als <em>Circle Of Life<\/em> besungen hat. Da steckt ein bissl fern\u00f6stliche Philosophie drin, aber im Endeffekt ist es trotzdem ein rein instrumentales Album auf Basis von Synthesizern und Sequenzern, das hei\u00dft den ganzen philosophischen Unterbau kann man gekonnt ignorieren. Kommen wir also direkt zum Inhalt.<\/p>\n<p>Auf der Scheibe finden sich f\u00fcnf St\u00fccke, zwei auf der zweiten Seite, folgerichtig drei St\u00fccke auf der ersten Seite. Mir ist nicht klar, warum das letzte St\u00fcck der Scheibe <em>3+3<\/em> hei\u00dft, wenn es doch wohl 3+2 h\u00e4tte hei\u00dfen m\u00fcssen, aber das muss sicher so sein. Das Album beginnt dabei mit dem Titelst\u00fcck, in dem auch gleich ein Sequenzer nett vor sich hin blubbert und einen hektischen Rhythmus vorgibt, \u00fcber dem dann majest\u00e4tische Synthesizerklangteppiche gewebt werden (Banausen w\u00fcrden es Keyboardgekleister nennen). Es folgt ein \u00fcber acht Minuten langes ruhiges St\u00fcck namens <em>Ballad<\/em>, was aber nix mit Herzschmerzgef\u00fchlsduselgedudel zu tun hat. Die Nummer kommt aber nicht so recht aus dem Quark und ist irgendwie z\u00e4hklebrig wie Kaugummi, hat daf\u00fcr die einzigen Stimmen des Albums &#8211; ein paar verzerrte und verfremdete Ahs und Ohs, also eher akustische Untermalung als Gesang.<\/p>\n<p>Deutlich flotter geht es dann auf dem dritten und letzten St\u00fcck der ersten Seite zu. <em>Dervish D<\/em> basiert wieder auf einem Sequenzermotiv, welches sich durch den gesamten Song zieht. Dar\u00fcber werden wieder sparsame instrumentale Farbtupfer gesetzt, so dass die Nummer durch die konstante Wiederholung eine gewisse hypnotische Wirkung entfaltet, was wohl so beabsichtigt war, geht es doch um die kreisenden T\u00e4nze eines <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Sufi_whirling\">Derwischs<\/a>. Mit etwas \u00fcber f\u00fcnf Minuten ist das auch das k\u00fcrzeste St\u00fcck der Scheibe.<\/p>\n<p>Kommen wir zur zweiten Seite: Da findet sich mit <em>To The Unknown Man<\/em> eines der bekanntesten und einpr\u00e4gsamsten St\u00fccke von Vangelis. Auch dieses basiert wieder auf einem sehr einfachen Motiv, was \u00fcber acht Minuten ausgewalzt und immer weiter ausgeschm\u00fcckt wird, angefangen von mehreren Schichten Synthies \u00fcber Percussion und am Ende kommt eine Art fetter Marschmusik bei raus, bevor nach gut f\u00fcnf Minuten eine komplett neue Melodie \u00fcbernimmt. Klassische Vangelis-Komposition, diese Art der \u00dcberlagerung auf einem Basisthema hat er in zig anderen St\u00fccken auch demonstriert.<\/p>\n<p>Den Abschluss \u00fcbernimmt nun das schon erw\u00e4hnte <em>3+3<\/em>, mit knapp 10 Minuten Dauer das l\u00e4ngste St\u00fcck des Albums. Da flirrt erneut ein Sequenzerlauf durch die Boxen, \u00fcber den sich dann verschiedenste Synthies legen, die eine relativ einfache Melodie darbieten. Soundtechnisch erinnert das alles \u00f6fter mal an die vorherigen Alben des Griechen (in diese Reihe schon besprochen) und klingt durchaus auch mal nach Reisen in fantastische Weiten des Weltraums oder in eine spannende Unterwasserwelt oder so.<\/p>\n<p>Fazit: Nicht ganz der Klassiker wie &#8222;Heaven And Hell&#8220; (nein, icht die Scheibe von Black Sabbath) oder &#8222;Albedo 0.39&#8220;, aber mit zwei Klassikern ausgestattet, Spiral und To The Unknown Man n\u00e4mlich. Sp\u00e4tere Werke von Vangelis waren dann deutlich weniger konsistent und hatten auch nicht mehr diesen pr\u00e4genden Einfluss auf die Musikgeschichte, nachdem in den 80ern quasi jeder irgendwelchen Krach mit Billigkeyboards erzeugen konnte und alsbald auch die Techno-J\u00fcnger auf den Plan traten. Und nun muss ich mir mal \u00fcberlegen, was n\u00e4chste Woche dran ist, da hab ich n\u00e4mlich \u00fcberhaupt noch keinen Plan.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Yay, letzte Ausgabe vor Weihnachten. Ich hab bereits Urlaub und bin deswegen voll im Stress, weil man ja noch Pl\u00e4tzchen backen muss, und Geschenke gekauft werden wollen und so weiter und so weiter, man kennt das ja. Und genau deswegen l\u00e4sst man die Todoliste erstmal Todoliste sein und produziert hier neue Eintr\u00e4ge. 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