{"id":4136,"date":"2022-09-07T21:14:34","date_gmt":"2022-09-07T19:14:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4136"},"modified":"2022-09-05T21:49:37","modified_gmt":"2022-09-05T19:49:37","slug":"album-der-woche-136","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2022\/09\/07\/album-der-woche-136\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Diese Woche wieder direkt und quasi sozusagen live aus dem Zentrum des ganzen Irrwitzes aus dem mein Leben nun mal so besteht. Und weil es letzte Woche so sch\u00f6n war bleiben wir auch gleich im Jahr 1987, machen aber einen Sprung \u00fcber den gro\u00dfen Teich &#8211; war letzte Woche noch Boston angesagt, geht es jetzt ins zuk\u00fcnftige Brexitannien.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Den gro\u00dfen Exit hatte es bereits zwei Jahre vorher gegeben, und dieser hatte sich bereits \u00fcber Jahre abgezeichnet. Die Mitglieder von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pink_Floyd\">Pink Floyd<\/a> &#8211; denn um die geht es heute &#8211; hatten sich schon Ende der 70er mehr oder weniger komplett zerstritten, und w\u00e4hrend solche kreativen Differenzen manchmal besonders geniale Ergebnisse bringen war hier die Luft definitiv v\u00f6llig raus. Roger Waters auf der einen und David Gilmour plus Nick Mason auf der anderen Seite trafen sich zur Schlammschlacht vor Gericht &#8211; immerhin war und ist die Marke Pink Floyd ordentlich was wert &#8211; und parallel dazu wurden vergleichsweise erfolglose Soloalben auf den Markt gebracht.<\/p>\n<p>Es dauerte bis 1987, dass Pink Floyd ihr &#8222;And then there were three&#8220; namens &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/A_Momentary_Lapse_of_Reason\">A Momentary Lapse Of Reason<\/a>&#8220; in die damals noch real existierenden Plattenl\u00e4den wuchten konnten. Musikalisch ist es dabei je nach Sichtweise v\u00f6llig belangloser Hochglanz-Artrock, andere sch\u00e4tzen die Neuinterpretation des klassischen 70er-Jahre Floyd-Sounds mit vielen fl\u00e4chigen Keyboards, die Rick Wright beisteuerte, bevor ihn Roger Waters aus der Band dr\u00e4ngte. Nun war er wieder an Bord, und das h\u00f6rt man.<\/p>\n<p>Das Album ist im Gegensatz zu den gro\u00dfen Floyd-Werken der 70er kein Konzeptalbum, sondern &#8222;nur&#8220; eine Ansammlung von Songs. Das meiste bewegt sich im Bereich um f\u00fcnf-sechs Minuten, die Single <em>Learning To Fly<\/em> ist nochmal ein St\u00fcck k\u00fcrzer und eigentlich ein stinknormaler unauff\u00e4lliger Rocksong, der eigentlich nur deswegen relevant ist weil er eben von Pink Floyd ist. Musikalische \u00dcberraschungen gibt es so gut wie keine &#8211; die Songs gehen gr\u00f6\u00dftenteils einfach gut ins Ohr und tun nicht weiter weh (<em>On The Turning Away<\/em>, <em>One Slip<\/em>). Im l\u00e4ngeren Instrumental <em>Terminal Frost<\/em> gibt es mal ausgedehnte Saxofonpassagen, <em>Dogs Of War<\/em> kommt ziemlich d\u00fcster (und f\u00fcr mich im Albumkontext v\u00f6llig deplatziert) daher. Bleibt als Highlight noch das achteinhalbmin\u00fctige <em>Sorrow<\/em>, bei dem Gilmour sch\u00f6n d\u00fcstere Gitarrenkl\u00e4nge auspackt, bevor der Song sich zu einem relativ normalen Rocksong mit schicken Soli entwickelt.<\/p>\n<p>Highlight wie bei Floyd \u00fcblich ist die Verpackung. F\u00fcr das Coverfoto schleppte man hunderte Betten an den Strand, nur um sie dann wegen einsetzendem Regen wieder wegr\u00e4umen zu m\u00fcssen. Im zweiten Anlauf war das Bild dann im Kasten &#8211; heutzutage macht man sowas mittels Kopierpastete am Rechner.<\/p>\n<p>Fazit: Kein Vergleich mit fr\u00fcheren Meisterwerken, kaum progressiv im Sinne von &#8222;neue musikalische Impulse gebend&#8220;, einfach nur gut produziert und gespielt. Weltbewegende Alben sind aber im weiteren Verlauf des Herbstes geplant, es bleibt also spannend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Woche wieder direkt und quasi sozusagen live aus dem Zentrum des ganzen Irrwitzes aus dem mein Leben nun mal so besteht. 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