{"id":4100,"date":"2022-07-07T18:38:43","date_gmt":"2022-07-07T16:38:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4100"},"modified":"2022-07-07T18:38:43","modified_gmt":"2022-07-07T16:38:43","slug":"album-der-woche-127","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2022\/07\/07\/album-der-woche-127\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Und am siebenten Tage des siebenten Monats begab ich mich hinauf auf die f\u00fcnfte Etage, um dort die Wunder der modernen Technik auszuprobieren, die einem auf Knopfdruck kochendhei\u00dfes Wasser mit Kaffeegeschmack kredenzen k\u00f6nnen. Jepp, ich war nach \u00fcber zwei Jahren Pause mal wieder im B\u00fcro. Da gibts jetzt neue Kaffeemaschinen, und der Kaffee taugt sogar was. Ganz nebenbei passte das Wetter zur Stimmung, nach wochenlanger Hitze regnete es n\u00e4mlich, was mir aber ganz recht war, so wurde das Fahrrad n\u00e4mlich gleich mal entstaubt. Was das jetzt mit dem Album der Woche zu tun hat? Gar nix.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das Album der Woche ist ziemlich genau 30 Jahre alt und stammt von einer Band, die wir in dieser Reihe \u00fcberhaupt noch nicht hatten. Ich kann mich auch nicht mehr genau dran erinnern wann ich mir das Album gekauft habe, das muss irgendwann in den sp\u00e4ten Nuller Jahren gewesen sein (die Dateien auf meiner Festplatte sind vom September 2008). Dann sah ich die Band zuf\u00e4llig live bei einem Festival 2009 im Vorprogramm von Blind Guardian. Und daraufhin kramte ich das Album nochmal ausm Schrank, nahm die St\u00f6psel ausm Ohr und h\u00f6rte genauer hin. Und dann machte es auch klick.<\/p>\n<p>Das Album, um dass es hier geht, h\u00f6rt auf den sch\u00f6nen Titel &#8222;The Crimson Idol&#8220; und stammt von WASP, der Truppe um Blackie Lawless, die Mitte der 80er mit expliziten Titeln wie <em>Animal (Fuck Like A Beast)<\/em> und einer B\u00fchnenshow im Stile von Alice Cooper f\u00fcr Furore sorgte. Musikalisch wars aber in erster Linie ein\u00a0 eing\u00e4ngiger Verschnitt aus Hardrock und Heavy Metal, wie ihn zum Beispiel auch Twisted Sister zelebrierten. Textlich gings dabei auch nicht gerade tiefsch\u00fcrfend zu, was diverse Sittenw\u00e4chter auf den Plan rief, die sich auch an der exzessiven expliziten B\u00fchnenshow st\u00f6rten. Ende der 80er ver\u00e4nderte sich der Fokus der Band, die Texte wurden ernster, und dann kam 1992 &#8222;The Crimson Idol&#8220;.<\/p>\n<p>Das Album stellt eine Rockoper dar, die die tragische Lebensgeschichte eines Musikers erz\u00e4hlt, laut Blackie Lawless zumindest teilweise autobiographisch. Als solches ist das Album ein Konzeptalbum, was auch an diversen Stellen durch entsprechende musikalische und lyrische Leitthemen deutlich wird. Die Geschichte wird dabei in zehn St\u00fccken erz\u00e4hlt, die zwischen der dreieinhalbmin\u00fctigen Overt\u00fcre und einem fast zehnmin\u00fctigen Rausschmei\u00dfer pendeln.<\/p>\n<p>Die Overture setzt dabei die ersten musikalischen Themen, die sp\u00e4ter wieder aufgegriffen werden. Die folgenden <em>The Invisible Boy<\/em> und <em>Arena Of Pleasure<\/em> sind haupts\u00e4chlich f\u00fcr die Fortf\u00fchrung der Geschichte relevant. Am Ende von The Invisible Boy wird au\u00dferdem eins der zentralen lyrischen Themen vorgestellt: &#8222;Is there a love to shelter me? Only love, love sets me free&#8220;. Hier nur begleitet von der akustischen Gitarre.<\/p>\n<p>Das erste gro\u00dfe Highlight ist <em>Chainsaw Charlie (Murders In The New Morgue)<\/em>, ein Blick hinter die Kulissen der Musikindustrie, die die K\u00fcnstler im Namen des Profits abschlachtet. Selten klangen elektrische Gitarren so sch\u00f6n nach Kettens\u00e4ge. Das folgende The Gypsy Meets The Boy ist eher ein Zwischenspiel, greift aber musikalisch auf Themen aus <em>The Invisible Boy<\/em> zur\u00fcck und bringt das lyrische Leitthema voran: &#8222;I just wanna be the crimson idol of a million eyes&#8220;.<\/p>\n<p><em>Doctor Rockter<\/em> ist das k\u00fcrzeste St\u00fcck des Albums, zitiert musikalisch ausgiebig bei <em>Chainsaw Charlie<\/em> und rockt entsprechend heftig. Das folgende <em>I Am One<\/em> markiert den H\u00f6hepunkt der Geschichte im Sinne des Erfolgs den der Protagonist hat, bevor seine Geschichte ins tragische abrutscht. Das lyrische Thema &#8222;Is there a love to shelter me?&#8220; wird erneut aufgegriffen, diesmal aber mit fetter Begleitung durch elektrische Gitarren und Schlagzeug.<\/p>\n<p>Das zweite ganz gro\u00dfe musikalische Highlight ist das nun folgende <em>The Idol<\/em>, welches sich voll und ganz mit dem bereits angesprochenen lyrischen Motiv befasst und es in einer superstarken Rockballade leicht abwandelt: &#8222;Where is the love to shelter me?&#8220; Selbst der gro\u00dfe musikalische Erfolg des Protagonisten hat seine innere Leere nicht erf\u00fcllen k\u00f6nnen. Es geht balladesk akustisch weiter, <em>Hold On To My Heart<\/em> kommt fast vollst\u00e4ndig ohne kr\u00e4ftig verzerrte Begleitung aus.<\/p>\n<p>Das dritte Highlight ist nun das abschlie\u00dfende <em>The Great Misconceptions Of Me<\/em>, dass die Geschichte zu ihrem tragischen Abschluss bringt: &#8222;I don&#8217;t wanna be a crimson idol for a million eyes.&#8220; Auch das zweite Thema wird erneut aufgegriffen: &#8222;There is no love to shelter me.&#8220; Auch musikalisch werden die verschiedenen Themen der vorangegangen St\u00fccke wieder aufgegriffen und zum Abschluss gebracht: &#8222;I am no idol, no crimson king. I don&#8217;t wanna be the crimson idol of a million eyes.&#8220;<\/p>\n<p>Fazit: Die Scheibe bleibt einer der ganz gro\u00dfen Klassiker im Katalog der Band, man muss sie aber komplett h\u00f6ren um die st\u00e4ndigen Querverweise musikalischer und textlicher Natur nachzuvollziehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und am siebenten Tage des siebenten Monats begab ich mich hinauf auf die f\u00fcnfte Etage, um dort die Wunder der modernen Technik auszuprobieren, die einem auf Knopfdruck kochendhei\u00dfes Wasser mit Kaffeegeschmack kredenzen k\u00f6nnen. Jepp, ich war nach \u00fcber zwei Jahren Pause mal wieder im B\u00fcro. 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