{"id":4057,"date":"2022-05-12T21:49:12","date_gmt":"2022-05-12T19:49:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4057"},"modified":"2022-05-12T21:49:12","modified_gmt":"2022-05-12T19:49:12","slug":"album-der-woche-119","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2022\/05\/12\/album-der-woche-119\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Wie letzte Woche bereits angek\u00fcndigt wirds diese Woche krawalliger. Und zwar geht es um das beste Album was eine Band nicht gemacht hat&#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Dazu begeben wir uns 25 Jahre in die Vergangenheit, somit also ins sch\u00f6ne Jahr 1997 (bzw. 1998, denn da spielt die folgende kleine Geschichte). Klein Uwe (damals schon genauso hoch wie heute, aber ein Viertelpfund schlanker) hatte die ersten wirklich interessanten Metalbands erkundet, darunter nat\u00fcrlich Iron Maiden. Nach einem exzellenten Review eines Albums eines gewissen Ex-S\u00e4ngers jener Band und einem Querverweis auf dessen Vorg\u00e4ngeralbum wurde umgehend das damals noch brandneue Internet genutzt um mittels des ebenso brandneuen Mediums mp3 einen H\u00f6reindruck zu kriegen (jaja, ich hab die Alben wenige Wochen sp\u00e4ter gekauft, und Jahre sp\u00e4ter die Rerelease nochmal wegen der Bonustitel, und \u00fcberhaupt h\u00e4tte ich ohne Probeh\u00f6ren von mp3s wesentlich weniger Geld f\u00fcr CDs ausgegeben und daf\u00fcr m\u00f6glicherweise noch viel d\u00fcmmeres Zeugs gekauft).<\/p>\n<p>Der langen Vorrede kurzer Sinn: Das Album der Woche ist &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Accident_of_Birth\">Accident Of Birth<\/a>&#8220; von <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Bruce_Dickinson\">Bruce Dickinson<\/a>. Dieser war ja 1993 bei Iron Maiden ausgestiegen und hatte danach solo nicht allzuviel bemerkenswerte Musik zustandegebracht. In erster Linie lag das an der musikalischen Ausrichtung, er hatte schlicht keinen Bock auf Heavy Metal. Allerdings ergab sich ab 1996 in Kollaboration mit Roy Z doch ein Sinneswandel. Bruce baute seine Begleitband um und holte Gitarrist Adrian Smith dazu (der ja auch von 1981 bis 1989 bei Iron Maiden gespielt hatte, an allen gro\u00dfen Klassikeralben beteiligt war und oft zusammen mit Bruce Dickinson Songs geschrieben hatte.<\/p>\n<p>Iron Maiden hingegen waren in den 90ern deutlich weniger erfolgreich als noch in den goldenen 80ern. Grunge war allerorten gro\u00dfe Mode, Steve Harris waren die kreativen Gegenparts abhanden gekommen &#8211; meiner Meinung nach schreibt Steve Harris seit ungef\u00e4hr 30 Jahren die immer gleichen zu langen Songs, ohne dabei wie bis <em>Fear Of The Dark<\/em> gut auf den Punkt zu kommen. Nicht zuletzt nahmen die Fans Dickinsons Nachfolger Blaze Bayley nicht an. Im direkten Vergleich zu damals aktuellen Maiden-Album &#8222;The X Factor&#8220; und &#8222;Virtual XI&#8220; zeigen Bruce und Adrian mit Accident Of Birth mal eben, wie Iron Maiden in den 90ern h\u00e4tten klingen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Verpackung der Scheibe ziert ein Werk von Derek Riggs, der ja bekannterma\u00dfen so gut wie alle Album- und Singlecover von Iron Maiden bis 1990 erschaffen hat. Zu sehen ist der Clown Edison, was ein Wortspiel auf Maidens Maskottchen Eddie ist (Eddie&#8217;s Son). Wichtiger ist aber wie immer der Inhalt, und da haben wir 12 Songs, wovon eins ein halbmin\u00fctiges Instrumentalst\u00fcck ist.<\/p>\n<p>Das Album wird er\u00f6ffnet von <em>Freak<\/em>, einem klassisch an Maiden angelehnten Riffmonster der Sorte <em>The Trooper<\/em>. Da wei\u00df man gleich wo der Hammer h\u00e4ngt. Es folgt das schon angesprochene kurze Instrumental, betitelt als <em>Toltec 7 Arrival<\/em>. Nach dieser kurzen Atempause geht es mit <em>Starchildren<\/em> gleich im gleichen Tempo weiter. Der Anfang des folgenden Songs <em>Taking The Queen<\/em> kommt hingegen akustisch daher, bevor es extra heftig zur Sache geht. Die Highlights des Albums in der Mitte spare ich hier jetzt mal aus und gehe direkt zu <em>The Magician<\/em>, das so derma\u00dfen nach klassischen schnellen Iron Maiden klingt dass es eine Freude ist. Deutlich langsamer kommt danach <em>Welcome To The Pit<\/em> dahergewalzt, bevor <em>Omega<\/em> als Halbballade wieder mit akustischen Gitarren beginnt. Komplett akustisch ist dann der Rausschmei\u00dfer <em>Arc Of Space<\/em>, bei dem der Gesang nat\u00fcrlich besonder gut zur Geltung kommt &#8211; wobei man da eh nicht viel zu sagen muss, Bruce Dickinson ist nun mal einer der markantesten S\u00e4nger im Heavy Metal.<\/p>\n<p>Die vier ganz gro\u00dfen Highlights haben sich wie schon angedeutet in der Albummitte versteckt: Das beginnt mit dem l\u00e4ngsten St\u00fcck der Scheibe, <em>Darkside Of Aquarius<\/em>. Diese Nummer steht ganz in der Historie von Epen wie <em>Revelations<\/em> oder <em>Powerslave<\/em>. Besonders die Steigerung in der Mitte (beginnen mit &#8222;From the starlit sky, on the silver sea, a lonely silver surfer comes to push the wheel for me&#8220;) geh\u00f6rt zu den st\u00e4rksten Momenten in Dickinson&#8217;s Karriere. Direkt danach folgt <em>Road To Hell<\/em>, das beste kurze Maiden-St\u00fcck was Maiden in den 90ern nicht geschrieben haben. Besonders atmosph\u00e4risch kommt hingegen <em>Man Of Sorrows<\/em> als Ballade daher. Die Nummer wurde auch als Single ausgekoppelt. \u00dcbrig bleibt nun noch das Titelst\u00fcck, was zun\u00e4chst ungew\u00f6hnlich heftig rifft und irgendwie besonders b\u00f6se klingt, bevor traditionellere Kl\u00e4nge das Kommando \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Fazit: Das mit Abstand zug\u00e4nglichste Solowerk von Bruce Dickinson, und dabei so gut, dass Oberjungfrau Steve Harris angeblich noch heute schlechte Laune kriegt wenn man ihn auf dieses Album anspricht. Kurz: Das Beste Album was Maiden in den 90ern nicht ver\u00f6ffentlicht haben (und ganz nebenbei besser als alles seit Seventh Son Of A Seventh Son).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie letzte Woche bereits angek\u00fcndigt wirds diese Woche krawalliger. 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