{"id":3970,"date":"2021-12-10T20:28:47","date_gmt":"2021-12-10T19:28:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=3970"},"modified":"2021-12-10T20:28:47","modified_gmt":"2021-12-10T19:28:47","slug":"album-der-woche-97","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2021\/12\/10\/album-der-woche-97\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>In dieser Woche springen wir richtig weit zur\u00fcck, n\u00e4mlich ins Jahr 1966. Und wenn wir schon mal so weit zur\u00fcckgehen, gibts nicht nur ein Album der Woche, sondern zwei &#8211; vom gleichen Interpreten, damals war man n\u00e4mlich noch flei\u00dfig und hat nicht f\u00fcnf Jahre f\u00fcr die Aufnahmen gebraucht, weil man erstmal neun Monate die richtigen Schwingungen der Drums feinjustieren musste (looking at you, Metallica).<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die trendigen Alben der Woche stammen aus Amerika, n\u00e4mlich aus USA! USA! (kleiner Seitenhieb auf &#8222;Far Out&#8220; feat. Mirco Nontschew, R.I.P.) Allerdings gehts da wesentlich ernsthafter zur Sache, insbesondere textlich. Konkret geht es n\u00e4mlich um Simon &amp; Garfunkel. Die ver\u00f6ffentlichten in jenem Jahr gleich zwei Alben, n\u00e4mlich &#8222;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sounds_of_Silence\">Sounds Of Silence<\/a>&#8220; und &#8222;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Parsley,_Sage,_Rosemary_and_Thyme\">Parsley, Sage, Rosemary And Thyme<\/a>&#8222;. Auf diesen finden sich einige ihrer bekanntesten Songs, und weil man sie inzwischen f\u00fcr schmales Geld als Box mit allem inklusive &#8222;Bridge Over Troubled Water&#8220; kaufen kann gibt es keinen Grund sie nicht ins Regal zu stellen. Es sei denn man kann mit Folkrock und anspruchsvollen Texten gar nix anfangen.<\/p>\n<p>&#8222;Sounds Of Silence&#8220; erschien im Januar 1966 und wird vom beinahe gleichnamigen Song er\u00f6ffnet, einem der bekanntesten des Duos \u00fcberhaupt (und sp\u00e4testens seit Disturbed das Ding vor sechs Jahren gecovert haben m\u00fcsste auch die junge Generation mit dem Song was anfangen k\u00f6nnen). Daneben existieren aber auch Coverversionen von Nevermore und anderen. Die Nummer hat ohnehin eine interessante Geschichte, entstand sie ja bereits 1964 als reine Folknummer mit ausschlie\u00dflich akustischer Gitarre. Sp\u00e4ter mixte ein Produzent ohne Absprache eine elektrische Gitarre sowie Bass und Schlagzeug dazu und pl\u00f6tzlich stand die Nummer ein Jahr sp\u00e4ter auf Platz 1 der Charts. Nur deswegen kamen Simon &amp; Garfunkel wieder zusammen um weitere Musik aufzunehmen. W\u00e4re das nicht passiert w\u00fcrde ich heute nicht \u00fcber diese Alben schreiben.<\/p>\n<p>Der Rest des Albums ist dann nicht weiter erw\u00e4hnenswert, bis auf den letzten Song: <em>I Am A Rock<\/em> hat n\u00e4mlich einen der besten Texte, die mir je untergekommen sind &#8211; in dem Sinne dass ich mich darin sehr gut wiederfinde. Au\u00dferdem beschreibts Dezember und Schnee, das passt grad. Und das mit der Selbstisolation ist ja auch grad irgendwie m\u00e4chtig angesagt, wenn auch aus anderen Gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Kommen wir also zum Album mit dem sperrigen Gew\u00fcrznamen. Dieses enth\u00e4lt deutlich mehr bekannte Songs und wurde zumindest teilweise auch im Soundtrack von &#8222;Die Reifepr\u00fcfung&#8220; (mit Dustin Hoffman) verwendet. Das Album beginnt gleich mal mit einem gro\u00dfen Klassiker, n\u00e4mlich <em>Scarborough Fair\/Canticle<\/em>, von diesem stammt auch der Albumtitel ab. In der Mitte der ersten Seite versteckt sich <em>Homeward Bound<\/em>, was stimmungsm\u00e4\u00dfig grade gut passt, so von wegen \u00fcber Weihnachten nach Hause bzw. zur Verwandtschaft fahren. Ein positives fr\u00f6hliches Highlight ist der Abschluss der ersten Seite, <em>The 59th Bridge Song (Feelin&#8216; Groovy)<\/em>. Die Br\u00fccke verbindet \u00fcbrigens Manhattan mit Long Island. <em>For Emily, Whenever I May Find Her<\/em> ist ein sch\u00f6nes kleines herzergreifendes Liebeslied, und damit sind wir auch schon fast durch durch das Album.<\/p>\n<p>Den Abschluss bildet, und das passt wieder zur Jahreszeit, <em>Silent Night<\/em>. Allerdings werden hier die 7 o&#8217;clock news in das Lied eingeblendet. Diese berichten vom Vietnamkrieg, einem Protestmarsch von Martin Luther King und den Tod von Komiker Lenny Bruce. Das kontrastiert also ganz fies mit dem besinnlichen Charakter der stillen Nacht (Parallelen mit 2021 sind rein zuf\u00e4llig).<\/p>\n<p>Fazit: Sch\u00f6ne Melodien und textlich schwere Kost, aber irgendwie auch gro\u00dfe Musikgeschichte. Und ich mache mir jetzt glaube ich einen Wein auf und toaste auf John Miles (der Typ mit &#8222;music was my first love&#8220;), der ist n\u00e4mlich auch diese Woche gestorben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dieser Woche springen wir richtig weit zur\u00fcck, n\u00e4mlich ins Jahr 1966. 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