{"id":3960,"date":"2021-11-24T18:34:17","date_gmt":"2021-11-24T17:34:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=3960"},"modified":"2021-11-24T18:34:17","modified_gmt":"2021-11-24T17:34:17","slug":"album-der-woche-95","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2021\/11\/24\/album-der-woche-95\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Diese Woche greifen wir ein Thema auf, was vor einen Wochen schon mal dran war. Dem ein oder anderen Leser ist da n\u00e4mlich m\u00f6glicherweise eine L\u00fccke aufgefallen, die ich mit voller Absicht gelassen hatte. Und diese L\u00fccke wird nun heute geschlossen. Vorausschauende Planung und so.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wir gehen zur\u00fcck ins Jahr 1991 und widmen uns aus gegebenem Anlass dem letzten Studiowerk der gr\u00f6\u00dften Rampensau aller Zeiten (noch vor Bruce Dickinson und Alissa White-Gluz). Die Rede ist nat\u00fcrlich von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Freddie_Mercury\">Freddie Mercury<\/a>, der heute vor 30 Jahren an seiner AIDS-Erkrankung verstarb. Vor einigen Wochen besprach ich ja diverse Alben aus Anlass seines 75. Geburtstags, heute nun also das im Fr\u00fchjahr 1991 erschienene &#8222;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Innuendo\">Innuendo<\/a>&#8222;.<\/p>\n<p>Zum Aufnahmezeitpunkt 1990 war Freddies Erkrankung bereits sehr weit fortgeschritten. Trotzdem arbeitete er immer weiter und erschuf mit seinen Bandkollegen Musik solang es ihm irgendwie m\u00f6glich war. Vor diesem Hintergrund ist das Album auch anders zu bewerten als &#8222;normale&#8220; Studioalben. Die Erkrankung wurde vor der \u00d6ffentlichkeit verheimlicht, obwohl es ziemlich offensichtlich ist wenn man sich die f\u00fcr das Album entstandenen Musikvideos ansieht. Trotz allem war seine Stimme nach wie vor intakt, und er nutzte sie.<\/p>\n<p>Insgesamt sind 12 St\u00fccke auf dem Album enthalten, und tats\u00e4chlich kn\u00fcpfen Queen hier stilistisch wieder an ihre gro\u00dfe Zeit der 70er an, das hei\u00dft \u00fcberlebensgro\u00dfer Pomp, wilde Ausfl\u00fcge in alle m\u00f6glichen Stilrichtungen und die Abkehr vom Mainstreamrock, den sie Mitte der 80er Jahre gemacht hatten. Den Auftakt macht das Titelst\u00fcck, ein Epos von \u00fcber sechs Minuten mit einem Gastsolo von Steve Howe (Yes). Den totalen Kontrast dazu bildet das folgende vergleichsweise ruhige und melancholische <em>I&#8217;m Going Slightly Mad<\/em>. Die dritte Single des Albums folgt an dritter Stelle &#8211; <em>Headlong<\/em> ist ein typischer Rocksong ohne gr\u00f6\u00dfere \u00dcberraschungen. Einer meiner pers\u00f6nlichen Favoriten des Albums ist das n\u00e4chste St\u00fcck: <em>I Can&#8217;t Live With You<\/em>, mit der sch\u00f6nen Textzeile &#8222;I can&#8217;t live with you, but baby I&#8217;ll never leave you&#8220;. Liebe ist schon eine arg wunderliche Sache. <em>Ride The Wild Wind<\/em> is einer von Roger Taylors Beitr\u00e4gen zum Album, auch wenn f\u00fcr alle Songs die Band als Autor angegeben ist &#8211; ein eher unauff\u00e4lliges Rockst\u00fcck \u00fcber Roger Taylors Liebe zu schnellen Autos. Es folgt ein stilistischer Schwenk zu <em>All God&#8217;s People<\/em>, was aus aus den Sessions f\u00fcr Freddies Projekt mit Montserrat Caball\u00e9\u00a0 stammt.<\/p>\n<p>Mittendrin findet sich nun das St\u00fcck, zu dem die Band das letzte Video drehte, in dem Freddie noch selbst auftrat. <em>These Are The Days Of Our Lives<\/em> ist eine extrem ruhige und zur\u00fcckhaltende Ballade, ver\u00f6ffentlicht an Freddies 45. Geburtstag. Das Video selbst ist schwarzwei\u00df, und der Videoregisseur erz\u00e4hlte sp\u00e4ter, dass sich Freddie ganz bewusst von seinen Fans verabschiedet hat: Am Ende des Videos gibt er ein letztes Mal den gro\u00dfen theatralischen Star, l\u00e4sst dann die Arme fallen, l\u00e4chelt und geht aus dem Bild. Eine ganze bewusste Entscheidung, die dem Regisseur erst klar wurde nachdem Freddie verstorben war (im <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/These_Are_the_Days_of_Our_Lives\">Artikel zum Song<\/a> auf der englischen Wikipedia wirds detailliert beschrieben). Das &#8222;I still love you&#8220; am Ende des Videos mit seinem direktem Blick in die Kamera sorgt bei mir heute noch f\u00fcr G\u00e4nsehaut. Der Song selbst ist mir aber eigentlich zu belanglos weil nicht wirklich was passiert.<\/p>\n<p>Einem gro\u00dfen Genie wie Freddie Mercury (hey, er hat Bohemian Rhapsody und We Are The Champions geschrieben) gesteht man auch mal durchgeknallte Einf\u00e4lle zu, weswegen man ihm <em>Delilah<\/em> nicht wirklich \u00fcbelnehmen kann &#8211; ein Song \u00fcber eine seiner Katzen. Aber ja, der Song ist jetzt nicht das Highlight seiner Karriere. Wesentlich besser pr\u00e4sentiert er sich auf dem hart rockenden <em>The Hitman<\/em>. An vorletzter Stelle des Album findet sich schlie\u00dflich ein Song mit einem ungew\u00f6hnlichen Aufbau: Zwei &#8222;Strophen&#8220; aus Gitarrensounds und in der Mitte ein &#8222;Solo&#8220; aus den Textzeilen: &#8222;You and me, we are destined, you&#8217;ll agree, to spend the rest of our lives with each other. The rest of our lives like two lovers, for ever.&#8220; Einfach nur wundersch\u00f6n, und Brian May&#8217;s Gitarrensound war selten so ph\u00e4nomenal.<\/p>\n<p>Die Platte wird abgeschlossen von dem Song, mit dem sich Freddie zu guter Letzt noch einmal ein Denkmal setzte: <em>The Show Must Go On<\/em> &#8211; im w\u00f6rtlichsten Sinne. Der Text setzt sich &#8211; der Titel deutet es an &#8211; intensiv mit dem nahen Ende seines Lebens auseinander (&#8222;I&#8217;ll soon be turning round the corner now&#8220;, &#8222;inside my heart is breaking, my make up may be flaking, but my smile still stays on&#8220;). Bei der Stelle &#8222;My soul is painted like the wings of butterflies, fairy tales of yesterdays will grow but never die, I can fly my friends&#8220; kriege ich nach wie vor nen Klo\u00df im Hals. Aber am Ende muss es eben doch weitergehen &#8211; &#8222;I&#8217;ll top the bill, I&#8217;ll overkill, I have to find the will to carry on, on with the show&#8220;. Der Song wurde als letzte Single zu seinen Lebzeiten ausgekoppelt, nur sechs Wochen vor seinem Tod. Das Video dazu besteht aus einer Collage von Videoschnipseln aus den vorherigen 10 Jahren, da kein neues Material mehr mit ihm gedreht werden konnte.<\/p>\n<p>Zwei Wochen nach dem Single-Release von The Show Must Go On erschien das Greatest Hits II-Album. Am 23. November 1991 wurde die \u00d6ffentlichkeit schlie\u00dflich \u00fcber Freddies Erkrankung informiert, keine 24h sp\u00e4ter war er gestorben. Im April 1992 fand ihm zu Ehren das Freddie Mercury Tribute Concert statt, Wayne&#8217;s World verhalf Bohemian Rhapsody zu neuen Ehren, und heute, 30 Jahre nach seinem Tod, gilt Freddie als enorm einflussreiche Ikone der Rockmusik und k\u00f6nnte popul\u00e4rer sein, als er es zu Lebzeiten war. The Show Must Go On eben.<\/p>\n<p>Und ich h\u00f6re mich jetzt nochmal in aller Ruhe das Album an \ud83d\ude42<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Woche greifen wir ein Thema auf, was vor einen Wochen schon mal dran war. Dem ein oder anderen Leser ist da n\u00e4mlich m\u00f6glicherweise eine L\u00fccke aufgefallen, die ich mit voller Absicht gelassen hatte. Und diese L\u00fccke wird nun heute geschlossen. 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