{"id":3950,"date":"2021-11-04T18:24:02","date_gmt":"2021-11-04T17:24:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=3950"},"modified":"2021-11-04T18:24:02","modified_gmt":"2021-11-04T17:24:02","slug":"album-der-woche-92","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2021\/11\/04\/album-der-woche-92\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>In dieser Woche gibts gleich zwei Alben. Das liegt in erster Linie daran, dass einer der involvierten Musiker heute vor einem Jahr verstorben ist. Dieser zeichnete sich f\u00fcr einige stilpr\u00e4gende Entwicklungen in der harten Rockmusik verantwortlich, weswegen wir da mal einen Blick zur\u00fcck werfen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der fragliche Musiker h\u00f6rte auf den Namen Ken Hensley und war in den 70ern als Komponist und Organist die treibende Kraft hinter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Uriah_Heep\">Uriah Heep<\/a>. Die wiederum galten Anfang der 70er hinter den gro\u00dfen Drei (Led Zeppelin, Deep Purple, Black Sabbath) als die vierte relevante Hardrock-Band aus England. Und deswegen sind die Alben der Woche die zwei Alben, die im Jahr 1971 ver\u00f6ffentlicht wurden (damals war sowas noch m\u00f6glich): &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Salisbury_(album)\">Salisbury<\/a>&#8220; und &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Look_at_Yourself_(Uriah_Heep_album)\">Look At Yourself<\/a>&#8222;. Ersteres erschien zum Jahresbeginn, das andere zum Ende des Jahres.<\/p>\n<p>Mit &#8222;Salisbury&#8220; verbinde ich einige sch\u00f6ne Erinnerungen an diverse Stunden vorm elterlichen PC im Kampf mit der Turbo Pascal-IDE bei meinen ersten Gehversuchen beim Programmieren. Da h\u00f6rte ich n\u00e4mlich nebenbei genau dieses Album. Das war so etwa 1994. Und dann war da noch die Musikstunde, in der ich einen Titel des Albums vorsingen sollte &#8211; nach der ersten Strophe war Schluss mit Vorsingen &#8222;wegen Stimmbruch&#8220;, die restlichen Strophen durfte ich dann als Gedicht aufsagen&#8230; Aber zu diesem speziellen Titel komme ich am Ende nochmal.<\/p>\n<p>Was findet man nun auf dem Album? Sechs St\u00fccke, wobei das Titelst\u00fcck eine gute Viertelstunde dauert, w\u00e4hrend der Rest so zwischen vier und f\u00fcnf Minuten ins Ziel kommt. Los gehts mit <em>Bird Of Prey<\/em> (nee, nix Klingonen), einem der h\u00e4rtesten St\u00fccke der Bandgeschichte. Als Ausgleich folgt <em>The Park<\/em>, eine sehr ruhige Ballade, bei der S\u00e4nger David Byron zeigt was er drauf hatte. Song Nummer drei, <em>Time To Live<\/em>, punktet mit heftigen Gitarren, die mich stellenweise an Revelations von Iron Maiden erinnern (bzw. andersrum erinnert mich Revelations stellenweise an diese Nummer). Die zweite Seite enth\u00e4lt nur zwei St\u00fccke, n\u00e4mlich das sehr flotte und mit viel Eierkneif-Gesang versehene <em>High Priestess<\/em> sowie das \u00fcberlange Titelst\u00fcck. Bei diesem kommt ein klassisches Orchester zum Einsatz, dem Gitarrist Mick Box mit viel Wah-Wah die Notenbl\u00e4tter verbl\u00e4st. Das ist stilistisch der weiteste Ausrei\u00dfer der Bandgeschichte, erst mit dem folgenden Album (siehe unten) fand die Band zu ihrem eigenen Sound, wie es so sch\u00f6n hei\u00dft.<\/p>\n<p>Der aufmerksame Leser wird gemerkt haben, dass ich einen Song \u00fcbersprungen habe. Habe ich, denn dieser &#8222;Song who must not be named&#8220; passt ums Verrecken nicht auf die Platte. Ken Hensley hat bei der Nummer so richtig tief in die stinkende braune Masse gegriffen, und bl\u00f6derweise wurde es trotzdem der gr\u00f6\u00dfte Hit der Truppe, zumindest in Deutschland &#8211; was viel \u00fcber Deutschland aussagt. S\u00e4nger David Byron weigerte sich jedenfalls, diesen Song zu singen, weil er ihn so mies fand &#8211; Ken Hensley musste ihn also selber singen. Was soll ich sagen, die Nummer geh\u00f6rt nicht auf ein Hard-Rock-Album, sondern h\u00e4tte (minus einige Verzerrungen) auch in der Schlagerhitparade mit Dieter Thomas Heck laufen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Fazit: ein Totalausfall, dreimal sehr guter Hardrock und eine Viertelstunde Fusion aus Klassik und verzerrter Gitarre. Achja, die Verpackung mit dem Panzer drauf ist nat\u00fcrlich auch ordentlich Heavy Metal \ud83d\ude09<\/p>\n<p>&#8222;Look At Yourself&#8220; ist da ein anderes Kaliber. Experimente mit akustischen Gitarren oder Klassikorchestern wurden gestrichen, daf\u00fcr gabs mehr Hammond und Verzerrung. Sieben Songs verteilen sich auf die beiden LP-Seiten, von den eher getragenen <em>What Should Be Done<\/em> und <em>Tears In My Eyes<\/em> bis hin zu den rockigeren <em>Love Machine<\/em>, <em>Shadows Of Grief<\/em> und <em>I Wanna Be Free<\/em>.<\/p>\n<p>Die beiden h\u00e4rtesten Rocker sind das Titelst\u00fcck und vor allem <em>July Morning<\/em>, was einer der gr\u00f6\u00dften Hits der Band war und mit seinen zehn Minuten irgendwo in Richtung Stairway To Heaven oder Child In Time geht, ohne die genannten zu erreichen &#8211; daf\u00fcr r\u00f6hrt die Hammond aber im zweiten Teil m\u00e4chtig gewaltig.<\/p>\n<p>Und nun hau ich mir mal die Highlights der beiden Alben um die Ohren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dieser Woche gibts gleich zwei Alben. Das liegt in erster Linie daran, dass einer der involvierten Musiker heute vor einem Jahr verstorben ist. 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