{"id":3944,"date":"2021-10-28T18:00:05","date_gmt":"2021-10-28T16:00:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=3944"},"modified":"2021-10-28T18:00:05","modified_gmt":"2021-10-28T16:00:05","slug":"album-der-woche-91","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2021\/10\/28\/album-der-woche-91\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Heute wirds rund. Gut, ist jetzt erstmal nicht \u00fcberraschend, es geht um Musik, und die wurde in den letzten \u00f6chzig Jahrzehnten haupts\u00e4chlich in Form runder Scheiben unters Volk gebracht. Und eine dieser runden Scheiben feiert dieser Tage runden Geburtstag, den 50. um genau zu sein.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das Album enth\u00e4lt zwar eigentlich nur zwei wirklich relevante St\u00fccke, die kommen aber zusammen auf etwa 30 Minuten Spielzeit. Au\u00dferdem wird es als stilpr\u00e4gend f\u00fcr die Entwicklung der Band angesehen. Sp\u00e4tere Werke der Band verkauften sich in dreistelliger Millionenh\u00f6he, was also Grund genug ist, hier mal in das quasi letzte der Fr\u00fchwerke zu schauen. Das Album der Woche ist dieses Mal &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Meddle\">Meddle<\/a>&#8220; von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pink_Floyd\">Pink Floyd<\/a>.<\/p>\n<p>Insgesamt finden sich sechs Songs auf dem Album, bzw. f\u00fcnf Songs und ein \u00fcberlanges Epos auf der zweiten LP-Seite. Von diesen Songs ist eigentlich nur der erste wirklich relevant, und deswegen sprechen wir erstmal kurz \u00fcber den Rest: <em>A Pillow Of Winds<\/em> ist ein haupts\u00e4chlich akustisches St\u00fcck, v\u00f6llig untypisch f\u00fcr alles was man landl\u00e4ufig von Pink Floyd kennt, und prinzipiell f\u00fcnf Minuten verzichtbares Geschrammel. Gleiches gilt f\u00fcr die ersten vier Minuten von <em>Fearless<\/em>, bevor man die akustischen Gitarren ausblendet und ins Liverpooler Fu\u00dfballstadion kommt, in dem die Fans You&#8217;ll Never Walk Alone skandieren. <em>San Tropez<\/em> klingt ebenfalls recht untypisch f\u00fcr Pink Floyd, beschwingt, mit Pianokl\u00e4ngen unterlegt, aber im Endeffekt genauso verzichtbar. Das n\u00e4chste St\u00fcck, <em>Seamus<\/em>, gef\u00e4llt mir sogar so wenig, dass ichs aus meiner Playlist verbannt habe &#8211; was will ich auch mit zwei Minuten Hundegeheul? Gut, immerhin w\u00e4r das experimentell und damit zu Pink Floyd passend.<\/p>\n<p>Gut, nachdem wir also die ganzen L\u00fcckenf\u00fcller in der Mitte durchgekaut haben kommen wir nun zu den wirklich wichtigen Dingen: Das Alpha und das Omega des Albums, <em>One Of These Days<\/em> und <em>Echoes<\/em>. Ersteres beginnt mit einer ganz fiesen Basslinie auf zwei B\u00e4ssen, die gegenseitig ihr Echo bilden. Nach und nach setzt der Rest der Band ein und es entsteht ein aggressives St\u00fcck Instrumentalmusik, aufgelockert in der Mitte durch die heftig mit Effekten verzerrte Stimme des Schlagzeugers, der da meint &#8222;one of these days I&#8217;m going to cut you into little pieces&#8220;. Live baute David Gilmour hier auch gerne mal ein paar Takte aus dem Intro von Doctor Who ein. Das St\u00fcck ist eine Blaupause f\u00fcr instrumentale Rockmusik und war auch live lange Jahre gesetzt. Dazu kommen am Anfang und am Ende des St\u00fcckes noch sch\u00f6ne Windger\u00e4usche, die auch sp\u00e4ter immer mal wieder zum Einsatz kamen (am Ende von <em>Wish You Were Here<\/em> zum Beispiel).<\/p>\n<p>W\u00e4hrend es also hier in sechs Minuten noch recht kompakt zugeht, nimmt Echoes mal eben die gesamte zweite LP Seite ein und kommt erst nach \u00fcber 20 Minuten zum Abschluss. Das St\u00fcck ist nicht wirklich in klare Teile aufgeteilt, wurde aber aus diversen Fragmenten heraus entwickelt, so dass sich am Ende doch eine gewisse Dreiteilung ergibt. Das Intro liefert ein stark verfremdetes &#8222;Pling&#8220; vom Piano, welches auch im restlichen St\u00fcck immer mal wieder auftaucht, w\u00e4hrend drumherum wild experimentiert und soliert wird. David Gilmour und Roger Waters erzeugen grade im Mittelteil wilde Ger\u00e4usche, die mal an Wale im Meer und mal an kreischende M\u00f6wen erinnern &#8211; das kommt nicht von ungef\u00e4hr, geht es doch textlich um den Ozean im Allgemeinen und Besonderen. Die f\u00fcr mich st\u00e4rkste Phase ist f\u00fcr mich der \u00dcbergang vom Mittelteil zum letzten Abschnitt, wenn sich Bass und Gitarre langsam steigernd aus den Unterwasserwelten erheben und kraftvoll drauflosrocken &#8211; wenn man das so nennen kann, ist ja immer noch Pink Floyd und nicht Judas Priest. Es folgt die letzte Strophe, bevor das St\u00fcck und damit das ganze St\u00fcck ausklingt &#8211; die Blaupause f\u00fcr so ziemlich alles, was Pink Floyd auf den n\u00e4chsten Alben noch perfektionieren sollten.<\/p>\n<p>Und zur Feier des Tages werd ich mir die beiden St\u00fccke jetzt reinpfeifen (und die anderen gepflegt ignorieren).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute wirds rund. Gut, ist jetzt erstmal nicht \u00fcberraschend, es geht um Musik, und die wurde in den letzten \u00f6chzig Jahrzehnten haupts\u00e4chlich in Form runder Scheiben unters Volk gebracht. 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