{"id":3936,"date":"2021-10-07T18:41:24","date_gmt":"2021-10-07T16:41:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=3936"},"modified":"2021-10-07T18:41:24","modified_gmt":"2021-10-07T16:41:24","slug":"album-der-woche-88","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2021\/10\/07\/album-der-woche-88\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt Tage, da kommt alles zusammen &#8211; von der bl\u00f6den M\u00fccke im Schlafzimmer \u00fcber den Deppen von Kollegen bis zum nicht anspringenden Auto und der Dauermigr\u00e4ne der Freundin. Und f\u00fcr genau solche Tage ist das Album dieser Woche.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das Album stammt aus dem Jahr 1986 &#8211; ist auf den Tag genau 35 Jahre alt &#8211; und enth\u00e4lt f\u00fcr sensible Ohren einfach nur Krach. Und zwar den damals schnellstm\u00f6glichen Krawall. Es war ein Statement, welches die Band sp\u00e4ter nie wieder erreichte, gilt als Meilenstein und wurde von meiner Lieblingsfachzeitschrift f\u00fcr den angewandten Krawallkonsum unter die Top 10 der wichtigsten Metal-Alben aller Zeiten gew\u00e4hlt. Die Rede ist von &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Reign_in_Blood\">Reign In Blood<\/a>&#8220; von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Slayer\">Slayer<\/a>.<\/p>\n<p>Die Gitarrsten Kerry King und Jeff Hanneman hacken durch die St\u00fccke wie die Kreiss\u00e4ge durchs Unterholz, Bassist und S\u00e4nger Tom Araya klingt wie das personifizierte B\u00f6se (allerdings ohne Textblatt eher schwer verst\u00e4ndlich) und Dave Lombardo verdrischt das Schlagzeug mit Hyperschallgeschwindigkeit. Nach nicht mal 30 Minuten ist der Spuk vorbei, die zehn Songs kommen im Schnitt auf deutlich unter drei Minuten auf den Punkt, und nennenswert ausgefeilte Soli oder gar Melodik sucht man hier nat\u00fcrlich vergeblich. Eine halbe Stunde Lehrmaterial, wie man als Metalband voll auf die Fresse haut &#8211; vorher undenkbar und sp\u00e4ter nie wieder erreicht. Und ich gebe ehrlich zu, dass ich anfangs echte Schwierigkeiten hatte, mich mit diesem Sound anzufreunden &#8211; und bis heute ist das auch so ziemlich die Obergrenze an H\u00e4rte, die ich mir freiwillig antue. Aber es ist halt Krach f\u00fcr Leute, die sich auch am Ger\u00e4usch vorbeifahrender G\u00fcterz\u00fcge erg\u00f6tzen.<\/p>\n<p>Einzelne Songs herauszuheben ist eigentlich nicht m\u00f6glich und bei der K\u00fcrze der Songs auch ziemlich unn\u00f6tig &#8211; trotzdem stechen zwei St\u00fccke heraus, n\u00e4mlich <em>Raining Blood<\/em> am Ende mit \u00fcber vier Minuten und nat\u00fcrlich der Opener <em>Angel Of Death<\/em> mit der knackigen ersten Textzeile &#8222;Auschwitz, the meaning of pain, the way that I want you to die&#8220; &#8211; ein b\u00f6ses Thema mit einem b\u00f6sen Text f\u00fcr ein b\u00f6ses Album, was nat\u00fcrlich f\u00fcr jede Menge Kritik sorgte. Dabei beschreibt der Text &#8222;nur&#8220; wertungsfrei &#8222;sickening ways to achieve the Holocaust&#8220;. Die anderen Songs sind textlich auch weit entfernt von Friede, Freude, Eierkuchen und G\u00e4nsebl\u00fcmchen &#8211; die Songtitel wie <em>Criminally Insane<\/em> (mit einem fiesen Tempowechsel in der Mitte) oder <em>Altar Of Sacrifice<\/em> sprechen f\u00fcr sich.<\/p>\n<p>Fazit: Meilenstein, genredefinierend und so weiter und so weiter. Mir pers\u00f6nlich sind die sp\u00e4ter erschienen Werke tats\u00e4chlich sogar lieber, bei denen sie bewusst das Tempo etwas drosselten und dadurch noch heftiger und b\u00f6sartiger klangen. Jeff Hanneman starb 2013 im Endeffekt an zu viel Alkohol, und Slayer l\u00f6sten sich 2019 auf &#8211; man kann sich auch schlecht vorstellen, dass sie diese Songs mit 80 noch auf der B\u00fchne zocken k\u00f6nnen, es sind ja nicht die Rolling Stones (denen ja inzwischen auch der sehr relevante Schlagzeuger fehlt).<\/p>\n<p>Und n\u00e4chste Woche gibts dann das totale Kontrastprogramm \ud83d\ude42<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt Tage, da kommt alles zusammen &#8211; von der bl\u00f6den M\u00fccke im Schlafzimmer \u00fcber den Deppen von Kollegen bis zum nicht anspringenden Auto und der Dauermigr\u00e4ne der Freundin. 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