{"id":3934,"date":"2021-09-30T18:07:58","date_gmt":"2021-09-30T16:07:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=3934"},"modified":"2021-09-30T18:07:58","modified_gmt":"2021-09-30T16:07:58","slug":"album-der-woche-87","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2021\/09\/30\/album-der-woche-87\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>So, 1991 ist abgegrast, diesmal gehts zur\u00fcck in die noch etwas weiter zur\u00fcckliegende Vergangenheit. Zu einem Album, dessen Verpackung aussieht als w\u00e4re die Band mal eben hunderte Jahre in die Zukunft geh\u00fcpft. Womit wir auch genau beim Thema sind.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Besagtes Album feierte gestern 35. Geburtstag, erschien also folgerichtig 1986. Das Cover, der Sound und die Verpackung der Singles sind alle im thematisch gleichen futuristischen Stil gehalten und sehen nach wie vor einfach nur genial aus. Gezeichnet hat die Cover Derek Riggs, und bei den Kennern klingelt es jetzt schon. Jener Derek Riggs war n\u00e4mlich exklusiv bei <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Iron_Maiden\">Iron Maiden<\/a> unter Vertrag und zeichnete so ziemlich alle legend\u00e4ren Coverartworks der Band bis 1992 und war auch sp\u00e4ter hin und wieder f\u00fcr die Band t\u00e4tig. Das Album der Woche hei\u00dft demzufolge &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Somewhere_in_Time_(Iron_Maiden_album)\">Somewhere In Time<\/a>&#8220; &#8211; und hat das wohl detaillierteste Coverartwork der Bandgeschichte mit zig Kreuz- und Querverweisen.<\/p>\n<p>Die Songs drehen sich im weitesten Sinne um Raum und Zeit (Doctor Who approves) und enhalten &#8211; oh schockschwerenot &#8211; Gitarrensynthesizer. Geht ja mal gar nicht &#8211; oder doch? Klar geht es, aber \u00e4hnlich wie bei Judas Priest&#8217;s &#8222;Turbo&#8220; war der Aufschrei wohl immens. Hat mich 10 Jahre sp\u00e4ter nicht die Bohne interessiert, als mein Bruder mit der Scheibe ankam, da war das Cover der Hingucker \u00fcberhaupt, und der Sound\u00a0 &#8211; Mix von Martin Birch und damit sowieso Weltspitzenklasse &#8211; ist nach wie vor um Welten besser als alles was die Band in den letzten 20 Jahren verbrochen hat. Au\u00dferdem h\u00f6rt man den Synthesizereinsatz nur an wenigen Stellen so wirklich superdeutlich.<\/p>\n<p>Eine Stelle ist der Beginn des Albums, <em>Caught Somewhere In Time<\/em>. Klassisches Maiden-Songwriting der epischen Schule, was es so auch schon auf den fr\u00fcheren Alben gab, nur eben hier mit futuristischerer Klangfarbe. Es folgt die Single <em>Wasted Years<\/em>, die es als einziger Song noch heute in die Setlist schafft (und die des Doctors Tardis aufm Cover hat, was ich tats\u00e4chlich erst heute beim erneuten Blick aufs Singlecover im Internet gesehen habe &#8211; ha, man lernt nie aus). <em>Sea Of Madness<\/em> ist danach eher F\u00fcllmaterial, bevor <em>Heaven Can Wait<\/em> die erste Albumseite abschlie\u00dft &#8211; ein weiteres klassisches episches St\u00fcck mit dickem &#8222;ohoho&#8220;-Teil zum Mitsingen beim Konzert.<\/p>\n<p>Die zweite Seite wird er\u00f6ffnet mit einem sehr eleganten f\u00fcnfzigsek\u00fcndigen Spannungsbogen, bevor <em>The Loneliness Of The Long-Distance Runner<\/em> (nach dem gleichnamigen Buch, was wir auch im Schulstoff hatten) losrennt. Steve Harris hat ja so einige dieser typischen galoppel-galoppel-Songs geschrieben (z.B. The Trooper), aber hier ist das Tempo meiner Meinung nach zu hoch, und S\u00e4nger Bruce Dickinson hat alle M\u00fche, gesanglich im gleichen Tempo zu bleiben. An zweiter Stelle folgt wie auf der ersten Seite eine Single, n\u00e4mlich <em>Stranger In A Strange Land<\/em> (nicht nach dem gleichnamigen Buch) und enth\u00e4lt eines der pr\u00e4gnantesten Gitarrensoli von Adrian Smith &#8211; au\u00dferdem ist es einer von nur einer Handvoll Maiden-Songs die am Ende ausfaden. Auf dem Singlecover tritt Cyborg-Eddie als Clint Eastwood in einer Spacebar wie aus Star Wars oder Blade Runner auf, das Bild hing zu Studienzeiten \u00fcber meinem Bett und begr\u00fc\u00dfte mich jeden Morgen.<\/p>\n<p>Das folgende Deja-Vu ist dann wieder eine schnelle Nummer und mehr F\u00fcllstoff, den Abschluss des Albums bildet schlie\u00dflich ein achteinhalb-Minuten-Epos namens <em>Alexander The Great<\/em>. Das St\u00fcck steht in der Tradition anderer Maiden-Epen wie <em>Hallowed Be Thy Name<\/em>, Powerslave oder <em>Rime Of The Ancient Mariner<\/em>, wurde aber live nie gespielt, obwohl es von den Fans immer wieder vehement gefordert wurde.<\/p>\n<p>Das Album ist zwischen dem direkten Vorg\u00e4nger &#8222;Powerslave&#8220; und dem Nachfolger &#8222;Seventh Son Of A Seventh Son&#8220; ein wenig untergegangen, geh\u00f6rt aber trotzdem zu den Alben, die man von Iron Maiden kennen sollte (was man von vielen der neueren Ver\u00f6ffentlichungen nicht behaupten kann). Und ich werd mir das Album jetzt auch zum ersten Mal seit langer Zeit (ha, schon wieder dieses Zeitthema) anh\u00f6ren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So, 1991 ist abgegrast, diesmal gehts zur\u00fcck in die noch etwas weiter zur\u00fcckliegende Vergangenheit. Zu einem Album, dessen Verpackung aussieht als w\u00e4re die Band mal eben hunderte Jahre in die Zukunft geh\u00fcpft. 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