{"id":3921,"date":"2021-08-25T16:08:51","date_gmt":"2021-08-25T14:08:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=3921"},"modified":"2021-08-14T18:04:37","modified_gmt":"2021-08-14T16:04:37","slug":"album-der-woche-82","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2021\/08\/25\/album-der-woche-82\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Diese Woche gehts nicht um ein Album, sondern um einen S\u00e4nger, denn der feiert runden Geburtstag, und deswegen gucken wir da mal mehrere Alben an, auf denen er mitgewirkt hat.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der gute Mann pr\u00e4gte die Entwicklung des Heavy Metal Ende der 70er insbesondere im Bereich des Outfits entscheidend mit, konnte mit seiner Stimme Fensterscheiben zum Erzittern bringen und war nebenbei S\u00e4nger einer der bedeutendsten Metal-Bands \u00fcberhaupt. Au\u00dferdem ist er zwei Jahre j\u00fcnger als Gene Simmons von Kiss, und damit genau 29 Jahre \u00e4lter als ich. Mit anderen Worten: Robert John Arthur Halford, besser bekannt als <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rob_Halford\">Rob Halford<\/a>, feiert heute seinen 70. Geburtstag. Alles Gute! (auch an Gene Simmons an dieser Stelle).<\/p>\n<p>Der Name ist nat\u00fcrlich untrennbar mit der Band Judas Priest verbunden, bei der er seit 1973 am Mikro steht (mit einer Unterbrechung von 1992 bis 2003). Und deswegen sind einige Alben der Priester Album der Woche, einfach weil sie auch (halb)runden Geburtstag haben: &#8222;Sad Wings Of Destiny&#8220;, &#8222;Point Of Entry&#8220; und &#8222;Turbo&#8220; n\u00e4mlich.<\/p>\n<p>Springen wir also zun\u00e4chst ins Jahr 1976, denn da erschien mit &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Sad_Wings_of_Destiny\">Sad Wings Of Destiny<\/a>&#8220; das zweite Album in der Karriere von Judas Priest. Das Deb\u00fct war noch relativ simpler Bluesrock, wohingegen hier nun die ersten Nummern auftauchen, die den sp\u00e4teren Sound der Band pr\u00e4gen und definieren. Die Scheibe beginnt gleich mit einem dieser Songs, einem der gro\u00dfen Klassiker der Bandgeschichte, <em>Victim Of Changes<\/em> n\u00e4mlich. Da ist alles drin, komplexes Songwriting \u00fcber acht Minuten, doppelte Gitarren und die pr\u00e4gnante Kopfstimme von Rob Halford. Das zweite St\u00fcck, <em>The Ripper<\/em>, ist ein ebenso gro\u00dfer Klassiker, kommt aber in unter drei Minuten schwer rockend auf den Punkt (und erz\u00e4hlt nebenbei ein sch\u00f6nes Schauerm\u00e4rchen \u00fcber Jack The Ripper). Beide Nummern geh\u00f6ren noch heute zum Liveprogramm. Die A-Seite wird beschlossen vom Doppel <em>Dreamer Deceiver<\/em> und <em>Deceiver. <\/em>Ersteres beginnt als ruhige Ballade mit Pianountermalung, steigert sich dann unaufhaltsam und geht direkt in den geradlinigen Rocker <em>Deceiver<\/em> \u00fcber. Derartige Ausfl\u00fcge in progressivere Gefilde gab es auf sp\u00e4teren Alben nicht mehr. Die zweite Seite enth\u00e4lt mit <em>Prelude<\/em> erstmal ein Instrumentalst\u00fcck, danach folgen mit <em>Tyrant<\/em> und <em>Genocide<\/em> zwei rifforientierte St\u00fccke, die ebenfalls zu den Bandklassikern zu z\u00e4hlen sind. Den Abschluss bilden die eher vertr\u00e4umten <em>Epitaph<\/em> und <em>Island Of Domination<\/em>.<\/p>\n<p>Das Album verkaufte sich damals nicht besonder bemerkenswert, legte aber doch den Grundstein f\u00fcr die sp\u00e4tere Bandkarriere und enth\u00e4lt eben gleich mal vier der gr\u00f6\u00dften Klassiker der Truppe. Wer Priest nur von den sp\u00e4teren &#8222;reinen&#8220; Metalalben her kennt, wird hier allerdings bei einigen Songs \u00fcberrascht werden.<\/p>\n<p>Weiter gehts f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter mit &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Point_of_Entry\">Point Of Entry<\/a>&#8222;. Die Band hatte in der Zwischenzeit vier Studioalben ver\u00f6ffentlicht, und dar\u00fcber hinaus noch das gro\u00dfe &#8222;Unleashed In The East&#8220; Livealbum. Gerade der direkte Vorg\u00e4nger &#8222;British Steel&#8220; hatte die Band ganz nach oben in die Charts katapultiert, Heavy Metal war die Musikrichtung der Stunde, und Priest mischten ganz oben mit. Was passiert in so einer Situation? Genau, das Plattenlabel will mehr Hits. Und noch mehr Hits. Und genau das versuchte die Band mit diesem Album &#8211; der Sound wurde etwas glattgeb\u00fcgelt, und heraus kamen zehn radiofreundliche St\u00fccke zwischen dreieinhalb und vier Minuten L\u00e4nge. Damit sollte versucht werden, grade auch den amerikanischen Markt zu knacken. Tja, die Fans reagierten giftig drauf &#8211; in Amerika wurde das Ziel nicht erreicht, und im Heimatmarkt schrie man &#8222;Ausverkauf&#8220;. Mit mehreren Jahrzehnten Abstand kann man das alles etwas weniger drastisch sehen &#8211; der Opener <em>Heading Out On The Highway<\/em> ist einer der Bandklassiker geworden, ebenso wie <em>Desert Plains<\/em>. Und der Rest ist ebenfalls von hoher Qualit\u00e4t, man gab dem Material nur nicht die Chance zu Klassikern zu reifen.<\/p>\n<p>Das Problem des Albums ist, dass der Vorg\u00e4nger brilliant war, und die beiden Folgealben ebenfalls brilliant sein w\u00fcrden. Daher wird die Scheibe gern \u00fcbersehen. Und was das Thema &#8222;Fanaufschrei&#8220; angeht, sollte es ja f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter noch viel schlimmer kommen.<\/p>\n<p>Womit wir beim letzten Album der Runde w\u00e4ren: &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Turbo_(Judas_Priest_album)\">Turbo<\/a>&#8220; von 1986. Nach den beiden gro\u00dfen Metalalben &#8222;Screaming For Vengeance&#8220; und &#8222;Defenders Of The Faith&#8220;, die zu den gr\u00f6\u00dften Metalalben der Dekade zu z\u00e4hlen sind, probierte die Band hier was Neues, anstatt ein weiteres Album der gleichen Art aufzunehmen: Sie experimentierten. Mit Gitarrensynthesizern und entsprechenden Keyboardsounds. Schockschwerenot! Verrat! Ausverkauf! Zudem hatte Rob Halford mit Drogenproblemen zu k\u00e4mpfen, die er jedoch vor dem Release des Albums \u00fcberwand, obwohl er r\u00fcckblickend zugibt, dass die Drogen und seine pers\u00f6nliche Situation jener Zeit einen negativen Einfluss auf seine Texte f\u00fcr das Album hatten.<\/p>\n<p>Wenn man sich das Album heute anh\u00f6rt klingt das alles wesentlich weniger schlimm als es damals gemacht wurde. Die Synth-Effekte geben zus\u00e4tzliche Farbtupfer, aber unterm Strich ist es immer noch Heavy Metal so wie auf den vorherigen Alben auch. Der Opener <em>Turbo Lover<\/em> (mit echt plattem Text) z\u00e4hlt zu den gro\u00dfen Bandklassikern, und <em>Out In The Cold<\/em> d\u00fcrfte das pers\u00f6nlichste St\u00fcck sein, dass Halford je geschrieben hat. Ebenfalls hervorzuheben ist <em>Parental Guidance<\/em>, dass die amerikanischen Sittenw\u00e4chter aufs Korn nimmt, die damals mit den &#8222;Parental Advisory&#8220;-Stickern ankamen, um den Kids zu zeigen welche Musik sie besser nicht kaufen sollten &#8211; mit dem gegenteiligen Effekt nat\u00fcrlich.<\/p>\n<p>Fazit: Drei gute Alben, wenn auch nicht auf dem Status von sagen wir mal &#8222;British Steel&#8220; oder &#8222;Painkiller&#8220;. &#8222;Sad Wings Of Destiny&#8220; halte ich f\u00fcr das beste und wichtigste der drei, &#8222;Point Of Entry&#8220; steht am Ende der Liste, was aber immer noch irgendwo knapp f\u00fcr die Top 10 der umfangreichen Priest-Diskographie reichen sollte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Woche gehts nicht um ein Album, sondern um einen S\u00e4nger, denn der feiert runden Geburtstag, und deswegen gucken wir da mal mehrere Alben an, auf denen er mitgewirkt hat.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[7],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3921"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3921"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3921\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3922,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3921\/revisions\/3922"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3921"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3921"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3921"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}