{"id":3919,"date":"2021-08-19T16:35:18","date_gmt":"2021-08-19T14:35:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=3919"},"modified":"2021-08-13T21:23:37","modified_gmt":"2021-08-13T19:23:37","slug":"album-der-woche-81","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2021\/08\/19\/album-der-woche-81\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Diese Woche gehts um einen gro\u00dfen Klassiker einer englischen Band, die zu den Pionieren der h\u00e4rteren Rockmusik geh\u00f6rte. Da gibts so einige Bands, auf die diese Beschreibung passt, deswegen stellt sich da nun nat\u00fcrlich die Frage, wer das denn nu ist.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ja, wer ist es denn nun? Die Band? Nein die Band war die Begleittruppe von Bob Dylan. Ja aber WER denn nun? Ja, genau die. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/The_Who\">The Who<\/a> n\u00e4mlich. Die sangen schon Mitte der sechziger was von wegen &#8222;hope I die before I get old&#8220;, was aber am Ende nur Schlagzeuger Keith Moon aka &#8222;Moon the loon&#8220; durchzog. Bassist John Entwistle verstarb 2002, Windm\u00fchlengitarrist Pete Townshend und S\u00e4nger Roger Daltrey werden nun wohl erst sterben nachdem sie doch alt geworden sind. Aber sie haben Musikgeschichte geschrieben: fette Liveauftritte inkl. Zerst\u00f6rungsorgien der Instrumente, zahllose zerlegte Hotelzimmer, Rockopern, Nummer-1 Hits, Auftritt bei Woodstock, und nicht zuletzt geht der Name Led Zeppelin auf Keith Moon zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Soviel also zur Vorrede, das Album der Woche wird dieses Jahr runde 50 Lenze alt: &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Who%27s_Next\">Who&#8217;s Next<\/a>&#8222;. Das Vorg\u00e4ngeralbum, die Rockoper &#8222;Tommy&#8220; war k\u00fcnstlerisch ambitioniert und war ein gro\u00dfer Erfolg, enth\u00e4lt aber aus meiner pers\u00f6nlichen Sicht au\u00dfer dem \u00dcberhit <em>Pinball Wizard<\/em> nur jede Menge verkopftes Zeugs. Das ist nun bei Who&#8217;s Next ganz anders. Urspr\u00fcnglich wollte Pete Townshend Tommy noch \u00fcbertrumpfen und eine multimediale Rockoper schreiben &#8211; das endete mit einem Nervenzusammenbruch, der Gro\u00dfteil der Songs formte nun dieses Album, ohne dass es zu einer komplexen Rockoper ausgearbeitet wurde.<\/p>\n<p>Die H\u00e4lfte des Albums ist auch auf diversen Greatest Hits-Ver\u00f6ffentlichungen enthalten, das sagt eigentlich schon alles aus \u00fcber dieses Album. Die musikalische Landschaft hatte sich seit Tommy ver\u00e4ndert: Hippies waren out, Black Sabbath, Deep Purple und Led Zeppelin hatten den Hardrock neu definiert und The Who legten nun nach. Neun Songs sind auf dem Album zu finden, mit L\u00e4ngen zwischen knapp \u00fcber zwei und weit \u00fcber acht Minuten. Der Gro\u00dfteil kommt aber unter f\u00fcnf Minuten auf den Punkt.<\/p>\n<p>Das Album beginnt gleich mal mit einer Innovation: <em>Baba O&#8217;Riley<\/em> setzt auf ein Synthesizer-Riff. Das folgende <em>Bargain<\/em> enth\u00e4lt wiederum Synthesizer, der Fokus liegt aber viel st\u00e4rker auf der Gitarre, und Keith Moon trommelt dazu kreuz und quer &#8211; aber immer die passenden Fills. <em>Love Ain&#8217;t For Keeping<\/em> kommt akustische daher und ist eher verzichtbar, geht daf\u00fcr aber auch nur knapp \u00fcber zwei Minuten. John Entwistle hat seinen gro\u00dfen Auftritt bei <em>My Wife<\/em> &#8211; mit Bass, Gesang, Piano und Bl\u00e4sern. Die A-Seite wird beschlossen von <em>The Song Is Over<\/em>, einer an Tommy erinnernden Ballade mit viel Pianogeklimper.<\/p>\n<p>Die B-Seite wird mit <em>Getting In Tune<\/em> er\u00f6ffnet, und ich hab den Eindruck dass die Band auch erstmal den halben Song brauchte um auf Betriebstemperatur zu kommen, denn erst da nimmt das St\u00fcck Fahrt auf. <em>Going Mobile<\/em> beschreibt die Freuden des Lebens im Wohnmobil, so dass man gehen kann wohin man will. Nuja, kann man diskutieren, der Song ist jedenfalls eher unscheinbar und stinkt gegen die folgenden zwei gro\u00dfen Klassiker ebenso ab wie der Rest des Albums. Behind Blue Eyes ist einer der gr\u00f6\u00dften Klassiker der Bandgeschichte, beginnt akustisch &#8211; &#8222;No one knows what it&#8217;s like, to be the bad man, to be the sad man, behind blue eyes.&#8220; &#8211; und w\u00e4chst sich am Ende zu einem fetten Rocksong aus &#8211; &#8222;When my fist clenches, crack it open, before I&#8217;d use it and loose my cool&#8220;. Das Riff am Ende des Songs taucht dann auch bei der gro\u00dfen Schlussnummer nochmal auf &#8211; war halt f\u00fcr eine Rockoper gedacht, wo solche Stilmittel \u00fcblich sind.<\/p>\n<p>Eben diese Schlussnummer ist auch die mit Abstand l\u00e4ngste des Album (achteinhalb Minuten), und f\u00fcr mich der beste Song der Bandgeschichte: <em>Won&#8217;t Get Fooled Again<\/em>. Hier kommt nochmal alles vor was es auf dem Album zu entdecken gibt: Synthesizer-Riffs, fette Riffs, ein ebenso wilder Bass, Keith Moons dynamisches Schlagzeugspiel und nat\u00fcrlich der markante Urschrei von Roger Daltrey &#8211; ein gewisser Bruce Dickinson bediente sich dieses Mittels sp\u00e4ter bei <em>The Number Of The Beast<\/em>. Textlich ist es die Feststellung, dass Revolutionen auch nicht wirklich was \u00e4ndern &#8211; &#8222;Meet the new boss, same as the old boss&#8220;.<\/p>\n<p>Fazit: Drei ganz gro\u00dfe Hits, dreimal \u00fcberdurchschnittlich und dreimal so lala &#8211; eine einfache Formel f\u00fcr einen gro\u00dfen Klassiker der Rockgeschichte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Woche gehts um einen gro\u00dfen Klassiker einer englischen Band, die zu den Pionieren der h\u00e4rteren Rockmusik geh\u00f6rte. 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