{"id":3914,"date":"2021-08-12T17:51:02","date_gmt":"2021-08-12T15:51:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=3914"},"modified":"2021-08-12T17:51:02","modified_gmt":"2021-08-12T15:51:02","slug":"album-der-woche-80","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2021\/08\/12\/album-der-woche-80\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt Alben, die kauft man sich wegen eines Songs (z.B. Rebel von John Miles). Und es gibt Alben, die hat man sich mal wegen eines Songs gekauft und stellt dann fest dass der Rest vom Album viel besser ist. Und das ist der Fall beim Album der Woche.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wir gehen 30 Jahre zur\u00fcck. Am 12. August 1991, und damit vor genau 30 Jahren, wuchten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Metallica\">Metallica<\/a> nach drei Jahren Pause ihr <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Metallica_(Album)\">f\u00fcnftes Studioalbum<\/a> in die damals noch real existierenden Plattenl\u00e4den. Ungef\u00e4hr f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter landet die CD dann auch in meinem Schrank. Und das ist nat\u00fcrlich nun Grund genug, dass die Scheibe mit dem Spinal-Tap-Ged\u00e4chtniscover (blacker than the blackest black) Album der Woche ist.<\/p>\n<p>Ich glaube nicht, dass ich bei einem Album, welches zu den meistverkauften Metal-Alben der Geschichte z\u00e4hlt, gro\u00dfartig erz\u00e4hlen muss, was Sache ist.\u00a0 F\u00fcnf der zw\u00f6lf Songs wurden als Single ausgekoppelt und sind nach wie vor so gut wie unverzichtbar bei Konzerten, die restlichen Nummern halten durchweg ein hohes Niveau. Waren die vorherigen beiden Alben mit vertrackten und verschachtelten ewig langen Songs aufgefallen, gehts jetzt k\u00fcrzer und mehr auf den Punkt zur Sache, es bewegt sich gr\u00f6\u00dftenteils im Bereich um f\u00fcnf Minuten pro Song.<\/p>\n<p>Der wesentliche Unterschied ist der ver\u00e4nderte Sound. Ich w\u00fcrde das schwarze Album heute nicht mehr unter Metal einsortieren, sondern eher unter Hard Rock. Das muss nicht per se etwas schlechtes sein, es erschloss der Band jedenfalls einen erheblich gr\u00f6\u00dferen Kundenkreis. Das Songwriting ist erheblich abwechslungsreicher als der reine Thrash, den sie auf den ersten drei Alben perfektioniert hatten (das vierte Album krankt an der schwachen Produktion, die hingegen ein gro\u00dfer Pluspunkt am schwarzen Album ist).<\/p>\n<p>Das Gaspedal wird nur noch selten durchgetreten, <em>Holier Than Thou<\/em> geht noch flott nach vorn, wohingegen <em>Sad But True<\/em> so richtig fies langsam daherstampft und an Black Sabbath denken l\u00e4sst. Enter Sandman kennt sowieso jeder, <em>Wherever I May Roam<\/em> bietet einige ungewohnte Klangtupfer, und die gesamte zweite Albumh\u00e4lfte mit <em>Through The Never<\/em>, <em>Of Wolf And Man<\/em>, <em>The God That Failed<\/em>, <em>My Friend Of Misery<\/em> und <em>The Struggle Within<\/em> bietet solide Rockkost der gehobenen Klasse &#8211; allerdings auch nicht mit \u00dcberfliegerniveau.<\/p>\n<p>Am weitesten von den Thrash-Wurzeln entfernten sich Metallica aber mit <em>The Unforgiven<\/em> als Semiballade und nat\u00fcrlich mit <em>Nothing Else Matters<\/em> (muss ich dazu was erz\u00e4hlen? Kennt doch sowieso jeder). Ich hab das Teil damals tats\u00e4chlich wegen <em>Nothing Else Matters<\/em> gekauft. Und heute kann ich die Nummer eigentlich nicht mehr h\u00f6ren. So kanns gehen.<\/p>\n<p>Retrospektiv w\u00fcrde ich &#8222;Ride The Lightning&#8220; und &#8222;Master Of Puppets&#8220; dem schwarzen Album deutlich vorziehen. Andererseits kam nach dem schwarzen Album f\u00fcnf Jahre nix und dann nur ein maues Rockalbum. So richtig in Form fand die Band erst weit nach der Jahrtausendwende wieder&#8230; Insofern steht das Album auch f\u00fcr das Ende einer \u00c4ra, denn wenige Wochen sp\u00e4ter lie\u00df eine Truppe aus Seattle eine Platte auf die Menschheit los, die den Musikmarkt der Neunziger nachhaltig umkrempelte. Oder wie es ein Musikjournalist formulierte: &#8222;Da d\u00e4mmerte mir, dass Enter Sandman nur der zweitwichtigste Song des Jahres war.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt Alben, die kauft man sich wegen eines Songs (z.B. Rebel von John Miles). Und es gibt Alben, die hat man sich mal wegen eines Songs gekauft und stellt dann fest dass der Rest vom Album viel besser ist. 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