{"id":3906,"date":"2021-08-05T19:01:12","date_gmt":"2021-08-05T17:01:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=3906"},"modified":"2021-08-05T19:01:12","modified_gmt":"2021-08-05T17:01:12","slug":"album-der-woche-79","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2021\/08\/05\/album-der-woche-79\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Wir landen im Jahr 1996, und zwar bei einer skandinavischen Truppe die urspr\u00fcnglich mal t\u00f6dlichen Krach produziert hat, dann aber einen radikalen Kurswechsel vornahm und seitdem in experimentellen orchestralen Gefilden unterwegs ist. Der gro\u00dfe Umstieg im Stil kam mit dem Album, was diesmal Album der Woche ist.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Skandinavische Gruppen, die mit Death Metal angefangen haben und dann in diverse andere Richtungen ausbrachen, gab es Mitte der 90er einige &#8211; Tiamat, Sentenced, Amorphis und bestimmt noch ein paar mehr. Im Gegensatz zu den genannten Bands waren <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Therion_(band)\">Therion<\/a> aber noch radikaler &#8211; mit orchestralen Arrangements und fetten Ch\u00f6ren (also so richtige Ch\u00f6re, nicht die Manowar-Heldench\u00f6re). Bandchef Christofer Johnsson war sowieso der Meinung, dass es das letzte Album der Band sein w\u00fcrde, also k\u00f6nnte man auch over the top untergehen &#8211; warum mit nur einem Chor aufnehmen wenn man auch mit zwei Ch\u00f6ren aufnehmen kann? Eben. Herausgekommen ist &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Theli_(album)\">Theli<\/a>&#8222;, und das ist meiner Meinung nach bis heute ein oder gar das Highlight im Katalog der Band.<\/p>\n<p>Auf der Scheibe tummeln sich 10 St\u00fccke, mit <em>Preludium<\/em>, <em>Interludium<\/em> und <em>Grand Finale \/ Postludium<\/em> gibts zwei kurze und ein l\u00e4ngeres Instrumentalst\u00fcck, bei <em>Opus Eclipse<\/em> gibts au\u00dfer ein paar Ohs und Ahs auch keinen Gesang. Die restlichen Songs gehen in den meisten Fall \u00fcber f\u00fcnf Minuten, das epische The <em>Siren Of The Woods<\/em> bringt es auf knapp 10 Minuten. Also eher mal nix so f\u00fcr zwischendurch.<\/p>\n<p>Der Metal-Charakter der Band kommt grunds\u00e4tzlich immer noch durch, <em>To Mega Therion<\/em> oder <em>In The Desert Of Set<\/em> seien als Beispiele genannt. Der Gesang erinnert noch an die Death-Metal Anf\u00e4nge, aber das gibts bei Amorphis oder Sentenced ja in ganz \u00e4hnlicher Form. \u00dcber den Metal-Riffs thronen dann in vielen St\u00fccken die Ch\u00f6re, so bei <em>Invocation Of Naamah<\/em> (hoher Frauengesang) oder <em>Nightside Of Eden<\/em> (tiefer M\u00e4nnergesang). Am weitesten vom Metal weg ist das schon angesprochen <em>The Siren Of The Woods<\/em>. Hier gibts Gesang in akkadischer Sprache (eine ausgesprochene Sprache aus Mesopotamien, also f\u00fcrwahr babylonisches Sprachenwirrwarr &#8211; was man nicht alles lernt bei Wikipedia). Dazu kommt zumindest in der ersten Songh\u00e4lfte ein fast vollst\u00e4ndiger Verzicht auf verzerrte Gitarren, daf\u00fcr viele Keyboardteppiche und nat\u00fcrlich die Ch\u00f6re.<\/p>\n<p>Gerade der Einsatz der Ch\u00f6re ist ein v\u00f6lliges Alleinstellungsmerkmal, dass so von keiner anderen Band in dieser Konsequenz umgesetzt wurde. Das Album war &#8211; f\u00fcr Label und Band v\u00f6llig \u00fcberraschend &#8211; deutlich erfolgreicher als die vorherigen Werke, war aber in seiner Komplexit\u00e4t nur schwer live umzusetzen. Nichtsdestoabertrotz kann ich das DVD-Set Celebrators Of Becoming von 2006 (und damit grad so semirund) absolut empfehlen &#8211; allein schon weil der S\u00e4nger ein obercooles Han Solo-Shirt tr\u00e4gt \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Fazit: Mehr oder minder gelungene Symbiosen von Klassik und Metal gibt es so einige &#8211; und viele davon sind eher halbgar und taugen nicht viel. Das ist hier definitiv nicht der Fall, da die Musik genau f\u00fcr diese Instrumentierung und den zugeh\u00f6rigen Gesang geschrieben wurde. Und nun werd ich mir das Album zur Feier des Tages nochmal in voller L\u00e4nge reinziehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir landen im Jahr 1996, und zwar bei einer skandinavischen Truppe die urspr\u00fcnglich mal t\u00f6dlichen Krach produziert hat, dann aber einen radikalen Kurswechsel vornahm und seitdem in experimentellen orchestralen Gefilden unterwegs ist. 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