{"id":3892,"date":"2021-07-09T16:43:17","date_gmt":"2021-07-09T14:43:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=3892"},"modified":"2021-07-09T16:43:17","modified_gmt":"2021-07-09T14:43:17","slug":"album-der-woche-75","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2021\/07\/09\/album-der-woche-75\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Aller guten Dinge sind drei (sagt man ja so, auch wenn ich glaube dass das garantiert nicht immer gilt), aber zumindest gilt es f\u00fcr G\u00f6tterwochen zum Thema Mot\u00f6rhead.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Und da w\u00e4ren wir auch schon bei der ersten Ausnahme, denn Mot\u00f6rhead bestanden nicht immer nur aus drei Krawallbr\u00fcdern. Zwischen 1983 und 1995 agierte die Truppe als Quartett, denn zwei Gitarristen erzeugen mehr L\u00e4rm als einer. Einer der Gitarristen war Phil Campbell, der bis zum Bandende dabeiblieb, der andere war Michael \u201eW\u00fcrzel\u201c Burston. Jener welcher starb vor genau 10 Jahren, und deswegen gucken wir mal auf die relevanten Alben, auf denen er zu h\u00f6ren ist und die auch runden oder halbrunden Geburtstag haben. Als da w\u00e4ren &#8222;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Orgasmatron\">Orgasmatron<\/a>&#8220; von 1986 und &#8222;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/1916_(Album)\">1916<\/a>&#8220; von 1991.<\/p>\n<p>Album Nummer eins punktet bei zun\u00e4chst mal mit einer fetten Monsterlokomotive aufm Cover, ist aber eben auch einer der Mot\u00f6rhead-Klassiker, wenn auch nicht auf dem Niveau von &#8222;Overkill&#8220; oder &#8222;Ace Of Spades&#8220;. Zu den Highlights geh\u00f6ren f\u00fcr mich <em>Doctor Rock<\/em>, <em>Ridin&#8216; With The Driver<\/em> und <em>Deaf Forever<\/em>. Der Rest des Albums ist solide Mot\u00f6rhead-Kost, der aber die absolute Durchschlagskraft fehlt. Ganz am Ende des Albums folgt noch der Titelsong, der mit einigen Soundeffekten aus einer simpel stampfenden Nummer eine latent psychedelisch klingende Nummer macht. Im \u00dcbrigen hat der Song \u00fcberhaupt nix mit Sexspielzeug zu tun.<\/p>\n<p>Den Rest der 80er gings f\u00fcr Mot\u00f6rhead karrieretechnisch eher bergab, bis schlie\u00dflich f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter mit &#8222;1916&#8220; eine der st\u00e4rksten Scheiben der Bandgeschichte erschien. Die Band wagte hier einige unerwartete stilistische Experimente, die sich zwischen den ganzen klassischen Rock&#8217;n&#8217;Roll-Nummern verstecken. Als da w\u00e4ren: <em>I&#8217;m So Bad (Baby I Don&#8217;t Care) <\/em>&#8211; Machosong mit Machotext, <em>No Voices In The Sky<\/em> &#8211; Lemmy kritisiert zum wiederholten Male organisierte Religion, <em>Going To Brazil<\/em> &#8211; ein Lied \u00fcbers Saufen aufm Flug nach S\u00fcdamerika sowie <em>Make My Day<\/em> und <em>Shut You Down<\/em>.<\/p>\n<p>Und nun zu den stilistischen Schlenkern: <em>Nightmare\/The Dreamtime<\/em> basiert auf Horrorfilmen und klingt entsprechend &#8211; verfremdete Vocals und r\u00fcckw\u00e4rts gespielte Gitarren. <em>Love Me Forever<\/em> ist die beste Liebesballade, die Lemmy je geschrieben hat und enth\u00e4lt nebenbei einige seiner besten Textzeilen: &#8222;Everything changes, it all stays the same, everyone guilty, no one to blame, every way out brings you back to the start, everyone dies to break somebody&#8217;s heart&#8220;. Das blanke Gegenteil dazu ist R.A.M.O.N.E.S., die k\u00fcrzeste Nummer des Albums und der beste Ramones-Titel den die Ramones nicht geschrieben haben. Daf\u00fcr haben sie ihn sp\u00e4ter gecovert. Den stilistisch gr\u00f6\u00dften Schlenker bildet allerdings das Titelst\u00fcck, dass sich auf die Schlacht an der Somme bezieht. Hier gibts nur Lemmy und ein paar Streicher und ein d\u00fcsteres Keyboard &#8211; keine Gitarre, kein Schlagzeug, daf\u00fcr ein absolut ergreifender Text: &#8222;And I called for my mother and she never came, though it wasn&#8217;t my fault and I wasn&#8217;t to blame. The day not half over and ten thousand slain, and now there&#8217;s nobody remembers our names.&#8220;<\/p>\n<p>Fazit: &#8222;Orgasmatron&#8220; ist eher mal so mittelpr\u00e4chtig, &#8222;1916&#8220; hingegen ein Highlight und das beste Mot\u00f6rhead-Album der 90er Jahre.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aller guten Dinge sind drei (sagt man ja so, auch wenn ich glaube dass das garantiert nicht immer gilt), aber zumindest gilt es f\u00fcr G\u00f6tterwochen zum Thema Mot\u00f6rhead.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[7],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3892"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3892"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3892\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3893,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3892\/revisions\/3893"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3892"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3892"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3892"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}