{"id":3725,"date":"2021-04-15T18:50:56","date_gmt":"2021-04-15T16:50:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=3725"},"modified":"2021-04-15T19:00:50","modified_gmt":"2021-04-15T17:00:50","slug":"album-der-woche-63","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2021\/04\/15\/album-der-woche-63\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Gestern abend sah ich in den Weiten des Weltweiten Wartens (dieses ganz neue Dings namens Internet) einen langhaarigen Typen mit einem coolen Shirt. Auf dem waren Nikola Tesla und Thomas Edison abgebildet. Und damit sind wir auch schon beim Album der Woche.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Tesla und Edison lieferten sich im ausgehenden 19. Jahrhundert einen gro\u00dfen Streit, ob Wechselstrom oder Gleichstrom die Zukunft sei. Im Englischen hei\u00dft das alternating current bzw direct current, und genau deswegen darf ein alter Typ namens Angus Young auch dieses T-Shirt tragen &#8211; immerhin benannte sich <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/AC\/DC\">AC\/DC<\/a> ja genau danach (und macht seit 45 Jahren Starkstrommusik). Ihr Deb\u00fctalbum erschien in Australien 1975, wurde aber erst ein Jahr sp\u00e4ter mit quasi komplett anderer Tracklist international vermarktet &#8211; und hat passenderweise den sch\u00f6nen Titel &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/High_Voltage_(1976_album)\">High Voltage<\/a>&#8222;. Und genau um dieses Album gehts.<\/p>\n<p>Eigentlich brauch man wie bei AC\/DC \u00fcblich \u00fcberhaupt nix \u00fcber die Musik sagen &#8211; sie haben (Stand heute) 16 Alben international ver\u00f6ffentlich, die eigentlich alle gleich klingen (sagen die Kritiker). Das ist \u00e4hnlich wie bei Mot\u00f6rhead, man wei\u00df genau was man erwarten kann &#8211; High Voltage Rock&#8217;n&#8217;Roll eben. Allerdings enth\u00e4lt dieses Album mal eben vier bis f\u00fcnf ganz ganz gro\u00dfe Klassiker und ist damit f\u00fcr Neueinsteiger eher geeignet als zum Beispiel &#8222;Powerage&#8220; &#8211; wobei man ja vermutlich eh mit &#8222;Highway To Hell&#8220; anf\u00e4ngt und sich dann sowieso alle Alben mit Bon Scott zulegt (und zus\u00e4tzlich nat\u00fcrlich auch mindestens noch &#8222;Back In Black&#8220; sowie &#8222;The Razor&#8217;s Edge&#8220;).<\/p>\n<p>Das Album enth\u00e4lt insgesamt neun St\u00fccke, allesamt im handlichen Format zwischen dreieinhalb und sechs Minuten. S\u00e4mtliche Trademarks der Band sind bereits vorhanden: ein stoischer Groove von Bass und Schlagzeug, die unnachahmlich pr\u00e4zisen Riffs von Malcolm, furiose Soli von Angus und nat\u00fcrlich Rock&#8217;n&#8217;Roll-Texte von Bon Scott. Die etwas l\u00e4ngeren St\u00fccke finden sich auf der ersten Seite, auf der B-Seite gehts etwas k\u00fcrzer zu, daf\u00fcr mit f\u00fcnf St\u00fccken statt nur vieren wie auf der A-Seite.<\/p>\n<p>Das Album beginnt gleich mal mit einem der \u00dcberklassiker, n\u00e4mlich <em>It&#8217;s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock&#8217;n&#8217;Roll)<\/em> &#8211; gleichzeitig einer der l\u00e4ngsten Songtitel der Bandgeschichte. Sehr kultig ist das Musikvideo dazu, gedreht auf einem Laster in einer australischen Gro\u00dfstadt. Hervorzuheben sind hier auch die Dudels\u00e4cke(!), gespielt von Bon Scott. Zwei weitere Highlights finden sich ebenso auf der ersten Seite, das eher langsame, gef\u00e4hrliche <em>The Jack<\/em> sowie das schwerstens groovende <em>Live Wire<\/em> mit seinem m\u00f6rderisch pumpenden Bass. Auf der zweiten Seite geht man direkt mit <em>T.N.T.<\/em> in die vollen, w\u00e4hrend das Album mit <em>She&#8217;s Got Balls<\/em> (angeblich von Bon Scott \u00fcber seine Ex-Ehefrau getextet) und <em>High Voltage<\/em> ausklingt. Die nicht genannten drei Songs geh\u00f6ren dann doch eher in die Kategorie F\u00fcllmaterial, aber das ist verschmerzbar.<\/p>\n<p>Langer Rede kurzer Sinn: Mindestens die H\u00e4lfte des Albums geh\u00f6rt zum metallischen (oder rock&#8217;n&#8217;rolligen) Weltkulturerbe, und ich werd mir genau diese Teile jetzt erstmal reinziehen und den Bass ein bissl aufdrehen &#8211; wozu hat man nen ordentlichen Subwoofer unterm Schreibtisch stehen?<\/p>\n<p>So &#8211; und weil wir schon dabei sind m\u00fcssen wir nat\u00fcrlich noch zwei weitere Alben kurz besprechen, die ebenfalls Geburtstag feiern: &#8222;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dirty_Deeds_Done_Dirt_Cheap\">Dirty Deeds Done Dirt Cheap<\/a>&#8220; (1976) und &#8222;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/For_Those_About_to_Rock_(We_Salute_You)\">For Those About To Rock (We Salute You)<\/a>&#8220; von 1981. Ersteres ist nur unwesentlich schlechter als sein direkter Vorg\u00e4nger und enth\u00e4lt nicht nur den l\u00e4ngsten Titel (Ain&#8217;t No Fun Waiting Round To Be A Millionaire &#8211; siebeneinhalb Minuten), sondern auch ungef\u00e4hr vier bis f\u00fcnf weitere Klassiker der Bandgeschichte: <em>Dirty Deeds Done Dirt Cheap<\/em>, <em>Big Balls<\/em> (der Text ist der Kn\u00fcller!), <em>Problem Child<\/em>,<em> Rocker<\/em> und das ruhige <em>Ride On<\/em>. Das andere Album kann man hingegen ruhigen Gewissens auf seinen Titelsong reduzieren, der ebenfalls zu den gro\u00dfen Bandklassikern geh\u00f6rt (und einen sch\u00f6nen Grund darstellt, 21 Kanonen auf die B\u00fchne zu stellen um Salut zu schie\u00dfen). Der Rest des Albums ist zwar insgesamt sehr solide, steht aber im Schatten des Vorg\u00e4ngeralbums &#8222;Back In Black&#8220; (was ja mal eben als bestes Hardrockalbum aller Zeiten gilt)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern abend sah ich in den Weiten des Weltweiten Wartens (dieses ganz neue Dings namens Internet) einen langhaarigen Typen mit einem coolen Shirt. Auf dem waren Nikola Tesla und Thomas Edison abgebildet. 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