{"id":3712,"date":"2021-03-18T21:00:48","date_gmt":"2021-03-18T20:00:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=3712"},"modified":"2021-03-18T21:00:48","modified_gmt":"2021-03-18T20:00:48","slug":"album-der-woche-59","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2021\/03\/18\/album-der-woche-59\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>In dieser Woche geht es ins Land der begrenzten Unm\u00f6glichkeiten, und zwar an die Ostk\u00fcste. Von dort kommt n\u00e4mlich die Band, die vor 45 Jahren gleich zwei Alben ver\u00f6ffentlichte, die man in diesem Rahmen besprechen kann.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Truppe, um die es heute geht, hatte bereits drei m\u00e4\u00dfig erfolgreiche Studioalben ver\u00f6ffentlicht, hatte sich jedoch mit spektakul\u00e4ren Liveauftritten eine gro\u00dfe Fanbasis erspielt. Der Plan war nun, ein erfolgreiches Studioalbum nachzuschieben. Dazu wurde ein Produzent namens Bob Ezrin engagiert (der schon Alice Cooper produziert hatte, sp\u00e4ter Pink Floyd&#8217;s The Wall in Form brachte und in den letzten zehn Jahren auch Deep Purple unterst\u00fctzte). Der Kenner wirds erraten haben, es geht um <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kiss_(Band)\">Kiss<\/a> und deren Album &#8222;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Destroyer_(Album)\">Destroyer<\/a>&#8222;.<\/p>\n<p>Der erkl\u00e4rte Plan war, den kommerziellen Durchbruch zu schaffen, und das merkt man dem Songmaterial an: Gerade die Mitte des Albums enth\u00e4lt einige recht glattgeb\u00fcgelte radiotaugliche Nummern, au\u00dferdem wurde ganz gro\u00dfer Breitwandsound aufgefahren (man h\u00f6re sich mal <em>Great Expectations<\/em> oder <em>Flaming Youth<\/em> an) und dann gibts da noch diese Tr\u00e4nendr\u00fcsendr\u00fccker-Ballade <em>Beth<\/em> (geht gar nicht, war aber ein Riesenhit). Klassisches Rockfutter gibt es hingegen mit dem Opener <em>Detroit Rock City<\/em>, dem d\u00e4monischen <em>God Of Thunder<\/em> (Bob Ezrin \u00fcberzeugte die Band, dass Gene &#8222;Schlabberzunge&#8220; Simmons doch der geeignetere S\u00e4nger w\u00e4re als Paul &#8222;Starchild&#8220; Stanley), <em>Shout It Out Loud<\/em> und dem abschlie\u00dfenden <em>Do You Love Me?<\/em> (wer sollte Paul Stanley nicht lieben?)<\/p>\n<p>Die Scheibe verkaufte sich wie das wortw\u00f6rtliche geschnittene Brot und ist bis heute das kommerziell erfolgreichste Album der Band. Was also lag n\u00e4her, als nur ein halbes Jahr sp\u00e4ter ein zweites Album hinterherzuschieben? Dieses h\u00f6rte auf den sch\u00f6nen Titel &#8222;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rock_and_Roll_Over\">Rock And Roll Over<\/a>&#8220; und wird im Katalog der Band gerne \u00fcbersehen, da allgemein der Vorg\u00e4nger (eben &#8222;Destroyer&#8220;) und der Nachfolger &#8222;Love Gun&#8220; als die besseren Alben gelten. Das hat sicher seine Berechtigung, aber das Album punktet mit einem rohen Sound (quasi als Gegenentwurf zum \u00fcberproduzierten Vorg\u00e4nger) und enth\u00e4lt ein halbes Dutzend Hits und Semi-Hits, darunter <em>Calling Dr. Love<\/em>, <em>Hard Luck Woman<\/em> oder <em>I Want You<\/em> &#8211; die ein Jahr sp\u00e4ter auch auf dem zweiten gro\u00dfen Live-Album der Bandgeschichte verewigt wurden, was gleichzeitig der Anfang vom Ende der ersten Bandphase war &#8211; aber das ist eine andere Geschichte.<\/p>\n<p>Fazit: 1976 war ein gutes Jahr f\u00fcr Kiss, und das Ergebnis sind zwei Bandklassiker, die aber durchaus sehr unterschiedlich ausfallen und eben darum beide in die Sammlung geh\u00f6ren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dieser Woche geht es ins Land der begrenzten Unm\u00f6glichkeiten, und zwar an die Ostk\u00fcste. 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