{"id":3497,"date":"2020-11-20T14:19:54","date_gmt":"2020-11-20T13:19:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=3497"},"modified":"2020-11-20T14:19:54","modified_gmt":"2020-11-20T13:19:54","slug":"album-der-woche-42","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2020\/11\/20\/album-der-woche-42\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Wird irgendwie arg eint\u00f6nig hier, abgesehen vom Album der Woche passiert aber auch grad nicht viel, ich bin grad m\u00e4chtig besch\u00e4ftigt mit Arbeitszeugs, au\u00dferdem f\u00e4llt einem beim aktuellen Zustand der Welt auch nix mehr ein, was man da noch zu sagen soll. Anyway, auf die Besprechung des Albums dieser Woche freu ich mich schon seit einiger Zeit, denn es ist ein ganz gro\u00dfer Meilenstein einer legend\u00e4ren Band, die wir hier in dieser Reihe noch nicht hatten. Und dieser Meilenstein wird morgen 45 Jahre alt. Grund genug f\u00fcr eine schw\u00fclstige Lobhudelei \ud83d\ude09<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die legend\u00e4re Band kommt aus Gro\u00dfbritannien, spielte eine kaum zu beschreibende Mischung aus allen m\u00f6glichen und unm\u00f6glichen Stilen und d\u00fcrfte die einzige Band sein, bei der alle vier Mitglieder mehrere Nummer 1-Hits geschrieben haben. Die Rede ist nat\u00fcrlich von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Queen_(Band)\">Queen<\/a> und ihrem Magnum Opus &#8222;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/A_Night_at_the_Opera_(Queen-Album)\">A Night At The Opera<\/a>&#8222;.<\/p>\n<p>Mein erster bewusster Kontakt mit dieser Band war irgendwann um 1990 herum via der Plattensammlung meines Vaters. Aus irgendeinem Grund lief irgendwann mal eine merkw\u00fcrdige von Amiga vertriebene Best Of, die Songs der \u00c4ra 1974-78 enthielt (oder so). Der n\u00e4chste bewusste Kontakt war dann schon mehr oder minder geplant, denn irgendwann wird einem ja dann doch klar, dass die Truppe die <em>We Are The Champions<\/em> gespielt hat, die gleiche ist die auch <em>Radio GaGa<\/em> gemacht hat. Damals gabs ja noch MTV, und da liefen einige der echt sehenswerten Videos nach wie vor, obwohl sie teilweise schon Jahre alt waren. Daher stand auf dem Wunschzettel meines Bruders f\u00fcr Weihnachten 1991 oder 1992 eine Best of von Queen, wobei man sich damals noch nicht entscheiden konnte ob es die Greatest Hits 1 oder doch lieber die Greatest Hits 2 sein sollte&#8230; Weil man aber Eltern mit Musikgeschmack hat gabs die Doppelausgabe mit beiden Scheiben.<\/p>\n<p>Der langen Rede kurzer Sinn: Queen geh\u00f6ren seit rund 30 Jahren zu meinen absoluten Lieblingsbands und deswegen wurde s\u00e4mtliches Taschengeld zusammengespart um sich m\u00f6glichst schnell den kompletten Katalog zuzulegen. Und weil man ja ein bissl bekloppt ist, wurde der komplette Katalog sp\u00e4ter nochmal gekauft, weil man auch die Bonustracks haben muss. Von diversen BluRay-Live-Nachlesen mal ganz zu schweigen.<\/p>\n<p>Im an Highlights nicht gerade armen Katalog der Band nimmt &#8222;A Night At The Opera&#8220; einen Sonderplatz ein: Es war ihr erster Nummer 1 Hit, es enth\u00e4lt ihren absoluten Signature-Track (der wird am Ende gew\u00fcrdigt) und zeigt eine geradezu irrwitzige musikalische Achterbahnfahrt, die sie sp\u00e4ter nie wieder erreichten. Hier steht Hard Rock gleichberechtigt neben Swing, Ragtime, Pianoballaden, Folk und nat\u00fcrlich (als wenn das nat\u00fcrlich w\u00e4re&#8230;) Ausfl\u00fcgen zur Oper. Sowas geht normalerweise komplett schief, hier jedoch passt es auf wundersame Weise alles zusammen. Bei Queen war eben alles ein wenig anders, und wenn sie was machten in den 1970ern, dann war es eben komplett over the top. So entsteht gro\u00dfe Kunst.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Kunst beginnt beim Cover und setzt sich dann in den zw\u00f6lf St\u00fccken des Albums fort, die zwischen knapp \u00fcber einer bis zu reichlich \u00fcber acht Minuten laufen und teilweise auch direkt ineinander \u00fcbergehen. Er\u00f6ffnet wird die Scheibe mit <em>Death On Two Legs<\/em>, einer eigentlich recht simplen Rocknummer mit einem ausgesprochen fiesen Text, eine Abrechnung der Band mit ihrem fr\u00fcheren Manager, der daf\u00fcr sorgte dass sie zum Zeitpunkt der Aufnahmen quasi pleite waren, obwohl sie bereits drei Alben ver\u00f6ffentlicht und gute Charterfolge gehabt hatten. Nach dem riffbetonten Rock dieser Nummer springt man direkt zum kurzesten St\u00fcck des Albums &#8211; <em>Lazing On A Sunday Afternoon<\/em>, eine schicke kleine stilistische Finger\u00fcbung zum Thema Music Hall oder Vaudeville. Ausschnitte der Texte wurden sp\u00e4ter bei anderen Songs wieder aufgegriffen, das macht es f\u00fcr Kenner des Katalogs nat\u00fcrlich spannender. Das Gitarrensolo am Ende geht dann nahtlos zum ersten Liebeslied des Albums \u00fcber, n\u00e4mlich einer von Schlagzeuger Roger Taylor geschriebenen Hymne \u00fcber das Automobil &#8211; <em>I&#8217;m In Love With My Car<\/em>. Heute k\u00f6nnte man sowas gar nicht mehr bringen, aber so wie manche Frauen eben Schuhe lieben, so lieben manche M\u00e4nner halt Autos, und Taylor (der die Nummer singt) setzte sogar durch dass sie B-Seite einer Single wurde. Musikalisch gibts hier wieder h\u00e4rteren Rock, verbunden mit den \u00fcblichen Backgroundch\u00f6ren, wie sie bei Queen Standard waren &#8211; achja, und den Text sollte man sich genauer anschauen, da ist viel Witz und Doppeldeutigkeit dabei.<\/p>\n<p>Nach diesem Er\u00f6ffnungstripel folgt das als Single ausgekoppelte You&#8217;re My Best Friend, eine relativ simple Ballade. Geschrieben wurde der Song von Bassist John Deacon. Danach folgen zwei St\u00fccke von Gitarrist Brian May, n\u00e4mlich <em>&#8217;39<\/em> und <em>Sweet Lady<\/em>. Ersteres ist ein recht ruhiges an Folk oder Country erinnerndes St\u00fcck, welches auch live gern gespielt wurde, letzteres die einzige waschechte Hardrocknummer der Platte (und sticht neben den ganzen anderen Nummern auf diesem Album nicht mal heraus). Danach folgt mit <em>Seaside Rendezvous<\/em> ein erneuter stilistischer Schlenker zum Ragtime, bei dem Freddie Mercury und Roger Taylor Blasinstrumente nur durch ihre Stimmen nachmachen. Und damit sind wir durch mit der ersten Seite des Albums.<\/p>\n<p>Die zweite (und st\u00e4rkere) Seite beginnt mit dem \u00fcberlangen Prophet&#8217;s Song, der in der Mitte umfangreiche a capella Abschnitte enth\u00e4lt, bei denen die Band die damalige Studiotechnik komplett ausreizte. Das St\u00fcck war so live nat\u00fcrlich nicht reproduzierbar. Am Ende geht es direkt in die zweite gro\u00dfe Liebesballade des Albums \u00fcber. <em>Love Of My Life<\/em> ist einer der ganz gro\u00dfen Klassiker im Katalog der Band und wurde live in erster Linie vom Publikum gesungen. Der Text ist aber auch herzzerrei\u00dfend sch\u00f6n. Anschlie\u00dfend folgt ein erneuter stilistischer Schwenker zu einer Art Dixieland in Form von <em>Good Company<\/em>. Abgeschlossen wird das Album von einer eklektisch elektrischen Version der britischen Nationalhymne, mit der von da ab s\u00e4mtliche Liveauftritte der Band beendet wurden.<\/p>\n<p>Vor besagtem Abschluss steht aber an vorletzter Stelle noch die absolute \u00dcbernummer des Albums, das Magnum Opus von Freddie Mercury und der Signature-Song von Queen \u00fcberhaupt. Jeder kennt ihn, jeder liebt ihn (und wer nicht der hat Queen nicht verstanden und wirds schwer haben mit mir befreundet zu sein). Es geht nat\u00fcrlich um <em>Bohemian Rhapsody<\/em>. In knapp sechs Minuten verpacken Freddie und der Rest der Band mal eben alle stilistischen Schlenker des Albums und bringen es auf den Punkt (nach mehreren Wochen Studioaufenthalt in verschiedenen Studios und abgenudelten Tonb\u00e4ndern und dem \u00dcberreizen s\u00e4mtlicher Studiotechnik). Hier gibts Piano-Ballade, Oper, Hardrock und dazu das erste echte Musikvideo der Popgeschichte. Das St\u00fcck wurde zum ersten Nummer 1-Hit der Band, stand Ende 1975 neun Wochen auf Platz eins der britischen Charts und machte die Band zu internationalen Superstars. Nach Freddies Tod wurde das St\u00fcck erneut ver\u00f6ffentlicht und stand Ende 1991 erneut auf Platz 1.<\/p>\n<p>Den Einfluss dieses Songs auf die Rock- und Popgeschichte kann man quasi nicht \u00fcbersch\u00e4tzen. Das Musikvideo hat \u00fcber eine Millarde Clicks bei YouTube, wird regelm\u00e4\u00dfig zu den besten Songs aller Zeiten gez\u00e4hlt (es gibt entsprechende Auflistungen bei Wikipedia), die Headbanging-Szene bei Wayne&#8217;s World ist sowieso Kult, bei Green Day l\u00e4uft das St\u00fcck im Vorprogramm vom Band und das ganze Stadion singt mit, und nach dem Erfolg des gleichnamigen Films hat die Band sich eine komplett neue H\u00f6rergeneration erschlossen.<\/p>\n<p>Fazit: Das Album ist am St\u00fcck zu h\u00f6ren, und Bohemian Rhapsody geh\u00f6rt auf jedes Mixtape und in jeden mp3-Player dieser Welt. Und wenn irgendwann einer ne funktionierende Zeitmaschine erfindet, will ich auf ein Queen-Konzert und Freddie live sehen &#8211; der Mann war schlie\u00dflich die gr\u00f6\u00dfte Rampensau aller Zeiten und ist bis heute unerreicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wird irgendwie arg eint\u00f6nig hier, abgesehen vom Album der Woche passiert aber auch grad nicht viel, ich bin grad m\u00e4chtig besch\u00e4ftigt mit Arbeitszeugs, au\u00dferdem f\u00e4llt einem beim aktuellen Zustand der Welt auch nix mehr ein, was man da noch zu sagen soll. 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