{"id":3491,"date":"2020-11-06T18:23:17","date_gmt":"2020-11-06T17:23:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=3491"},"modified":"2020-11-06T18:23:17","modified_gmt":"2020-11-06T17:23:17","slug":"album-der-woche-40","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2020\/11\/06\/album-der-woche-40\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Wieso sagt mir eigentlich keiner dass die Woche schon wieder fast rum ist und es noch keinen Beitrag f\u00fcrs Album der Woche gab? Sauerei, muss ich wieder selbst an alles denken. Und dabei ist diese Woche ein ganz gro\u00dfer Meilenstein dran, der am Sonntag 40 Jahre alt wird. Reden wir also ein bissl \u00fcber Gott und die Welt&#8230;<!--more--><\/p>\n<p>Eigentlich reden wir heute nur \u00fcber Gott. Jener h\u00f6rt im metallischen Paralleluniversum auf den Namen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lemmy_Kilmister\">Lemmy<\/a> und war Bassist, S\u00e4nger (so man sein charaktistisches Knarzen als Singen bezeichnen mag&#8230;), Texter und allgemeiner Chef vons jannze bei Mot\u00f6rhead. Und eben jener bastelte 1980 zusammen mit Phil Taylor und Fast Eddie Clarke sein Magnum Opus zusammen. Dabei ist basteln der falsche Ausdruck, denn da gings sicherlich nicht filigran zu Werke, bei Mot\u00f6rhead wird aus dem Vollen gemei\u00dfelt.<\/p>\n<p>Im Vorjahr hatte das Trio mit &#8222;Overkill&#8220; und &#8222;Bomber&#8220; bereits zwei Klassiker vorgelegt, und nun sollte der n\u00e4chste ganz gro\u00dfe Schritt folgen. Und der h\u00f6rt auf den Namen &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Ace_of_Spades_(album)\">Ace Of Spades<\/a>&#8220; und ist berechtigterweise das Album der Woche.<\/p>\n<p>Die Platte besticht schon mal mit dem coolsten Covermotiv \u00fcberhaupt: die drei b\u00f6sen Buben als b\u00f6se Cowboys in der W\u00fcste, komplett mit Westernstiefeln, Fransenjacke und Cowboyh\u00fcten. The Good, the Bad &amp; the Ugly &#8211; stilecht aufgenommen in irgendeinem englischen Steinbruch. Man muss dazu sagen, dass Mot\u00f6rhead damals ungef\u00e4hr als das b\u00f6sartigste galten, was irgendwo auf einer B\u00fchne auftreten konnte &#8211; ein Image, was die Band entsprechend kultivierte, weil sich Spr\u00fcche wie &#8222;Wenn Mot\u00f6rhead neben dir einziehen, wird dein Rasen eingehen&#8220; nun mal gute Publicity sind.<\/p>\n<p>So, und nun kommen wir zum eigentlichen Inhalt. Zw\u00f6lf Songs, allesamt um die drei Minuten lang und purer Starkstrom-Rock&#8217;n&#8217;Roll. Das Album wird er\u00f6ffnet mit dem Titelst\u00fcck, und das ist oft auch der einzige Song, den die Leute von Mot\u00f6rhead \u00fcberhaupt kennen. Und Lemmy war dav0n schon nach der ersten Tour zu Tode gelangweilt, musste es aber trotzdem bis zum bitteren Ende bei jedem Konzert spielen. Es ist eben der Signature-Song der Band. Inhaltlich gehts um Gl\u00fccksspiel, Poker und W\u00fcrfeln &#8211; &#8222;That&#8217;s the way I like it baby, I don&#8217;t wanna live forever&#8220;. Was sich ja 35 Jahre sp\u00e4ter dann auch bewahrheitete&#8230;<\/p>\n<p>N\u00e4chstes Highlight ist <em>Shoot You In The Back<\/em> (daher die Westernthematik des Covers), eine knackige Hommage an b\u00f6se Schurken aus noch b\u00f6seren Wildwestfilmen. An sechster Stelle (und damit am Ende der ersten Seite der LP) folgt <em>(We Are) The Roadcrew<\/em> &#8211; textlich f\u00fcr mich eins der Highlights der Platte. Die Nummer ist eine Hommage an all die armen Schweine, die Tag f\u00fcr Tag die B\u00fchne auf- und abbauen, den ganzen Krempel ein- und ausladen, Licht und Sound einstellen, und am Ende steht dann ein blasierter &#8222;K\u00fcnstler&#8220; anderthalb Stunden auf der B\u00fchne und kriegt den ganzen Applaus ab.<\/p>\n<p>Das k\u00fcrzeste St\u00fcck der Platte ist <em>Bite The Bullet<\/em>, eine kurze Abrechnung mit einer gescheiterten Beziehung &#8211; &#8222;bite the bullet, I&#8217;m leaving you&#8220;. Als Kontrast dazu folgt das l\u00e4ngste St\u00fcck, das auf den sch\u00f6nen Titel <em>The Chase Is Better Than The Catch<\/em> h\u00f6rt und zu den ganz gro\u00dfen Hits der Band geh\u00f6rt. Zum ersten Mal auf dem ganzen Album wird das Gaspedal hier nicht bis zum Bodenblech durchgetreten, daf\u00fcr groovt man sich unwiderstehlich durch vier Minuten zum Thema Flachlegen. Das Thema zieht sich eh durch die ganze Platte, wie auch bei den St\u00fccken <em>Fast And Loose<\/em> und <em>Jailbait<\/em>. Sowas ging damals noch ohne gro\u00dfe Kritik durch.<\/p>\n<p>Den Abschluss der Scheibe bildet das alptraumhafte <em>The Hammer<\/em>, und danach ist man dann auch wirklich gepl\u00e4ttet. Zw\u00f6lf St\u00fccke ohne gro\u00dfen Schnickschnack, mindestens ein \u00dcberhit, dazu mindestens zwei der besten Songs der nicht gerade kleinen Diskographie der Band, und die restlichen St\u00fccke halten den hohen Standard. Nicht umsonst verkaufte sich die Scheibe wie geschnitten Brot, stieg bis auf Platz 4 der britischen Charts und wird heute zu den einflu\u00dfreichsten und besten Scheiben der Genregeschichte gez\u00e4hlt. Es steht ebenso in der Liste der 1001 Alben die man in seinem Leben mal geh\u00f6rt haben muss wie auch auf Platz 14 der 500 besten Metalscheiben im Magazin meines geringsten Unvertrauens.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieso sagt mir eigentlich keiner dass die Woche schon wieder fast rum ist und es noch keinen Beitrag f\u00fcrs Album der Woche gab? Sauerei, muss ich wieder selbst an alles denken. Und dabei ist diese Woche ein ganz gro\u00dfer Meilenstein dran, der am Sonntag 40 Jahre alt wird. 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