{"id":3396,"date":"2020-10-23T14:17:32","date_gmt":"2020-10-23T12:17:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=3396"},"modified":"2021-04-17T15:18:14","modified_gmt":"2021-04-17T13:18:14","slug":"minimierter-maximalzahlensalat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2020\/10\/23\/minimierter-maximalzahlensalat\/","title":{"rendered":"Minimierter Maximalzahlensalat"},"content":{"rendered":"<p>Weiter gehts mit gro\u00dfem Umr\u00fchren in den Untiefen der Statistik&#8230; The ususal disclaimer applies &#8211; knochentrockene Zahlenw\u00fcste blabla usw. \ud83d\ude09<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Zum aktuellen Zeitpunkt f\u00fchrt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joan_Mir\">Joan Mir<\/a> die Gesamtwertung der MotoGP 2020 an &#8211; ohne dass er mal ein Rennen gewonnen h\u00e4tte. Somit ist die Frage heute: Wurde schon mal einer Welt- Wald- Wiesenmeister ohne einen Saisonsieg? Und falls nicht, wie viele Siege hatte man mindestens? Und wenn wir schon dabei sind, was war die maximale Siegausbeute?<\/p>\n<p>Machen wirs kurz: Es gab schon Weltmeister, die in jenem Jahr nicht siegten. Die Tabelle fasst es zusammen:<\/p>\n\n<table id=\"tablepress-7\" class=\"tablepress tablepress-id-7\">\n<thead>\n<tr class=\"row-1 odd\">\n\t<th class=\"column-1\">Klasse<\/th><th class=\"column-2\">Minimum<\/th><th class=\"column-3\">Maximum<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody class=\"row-hover\">\n<tr class=\"row-2 even\">\n\t<td class=\"column-1\">50cc<\/td><td class=\"column-2\">\u00c1ngel Nieto 1969<br \/>\n2 Siege aus 6 Rennen<br \/>\n(+dreimal Zweiter, einmal Dritter)<\/td><td class=\"column-3\">\u00c1ngel Nieto 1975<br \/>\n6 Siege aus 8 Rennen<br \/>\n(+zweimal Zweiter)<br \/>\nRicardo Tormo 1981<br \/>\n6 Siege aus 8 Rennen<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-3 odd\">\n\t<td class=\"column-1\">80cc<\/td><td class=\"column-2\">Manuel Herreros 1989<br \/>\n0 Siege aus 6 Rennen<br \/>\n(+Viermal Zweiter)<\/td><td class=\"column-3\">Jorge Mart\u00ednez 1988<br \/>\n6 Siege aus 7 Rennen<br \/>\n(+einmal Zweiter)<br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-4 even\">\n\t<td class=\"column-1\">125cc<\/td><td class=\"column-2\">Emilio Alzamora 1999<br \/>\n0 Siege aus 16 Rennen<br \/>\n(f\u00fcnfmal Zweiter, f\u00fcnfmal Dritter)<\/td><td class=\"column-3\">Fausto Gresini 1987<br \/>\n10 Siege aus 11 Rennen<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-5 odd\">\n\t<td class=\"column-1\">250cc<\/td><td class=\"column-2\">Mario Lega 1977<br \/>\n1 Sieg aus 12 Rennen<br \/>\n(+zweimal Zweiter, zweimal Dritter)<br \/>\nJean-Louis Tournadre 1982<br \/>\n1 Sieg aus 12 Rennen<br \/>\n(+viermal Zweiter, dreimal Dritter)<\/td><td class=\"column-3\">Carlo Ubbiali 1956<br \/>\n5 Siege aus 6 Rennen<br \/>\nMike Hailwood 1966<br \/>\n10 Siege aus 12 Rennen<br \/>\nToni Mang 1981<br \/>\n10 Siege aus 12 Rennen<br \/>\n(+einmal Zweiter)<br \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-6 even\">\n\t<td class=\"column-1\">350cc<\/td><td class=\"column-2\">Toni Mang 1982<br \/>\n1 Sieg aus 7 Rennen<br \/>\n(+viermal Zweiter, einmal Dritter)<\/td><td class=\"column-3\">Freddie Frith 1949<br \/>\n5 Siege aus 5 Rennen<br \/>\nJohn Surtees 1959<br \/>\n6 Siege aus 6 Rennen<br \/>\nJim Redman 1964<br \/>\n8 Siege aus 8 Rennen<br \/>\nGiacomo Agostini 1968<br \/>\n7 Siege aus 7 Rennen<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-7 odd\">\n\t<td class=\"column-1\">500cc<\/td><td class=\"column-2\">Wayne Rainey 1992<br \/>\n3 Siege aus 13 Rennen<br \/>\n(+viermal Zweiter, einmal Dritter)<\/td><td class=\"column-3\">John Surtees 1959<br \/>\n7 Siege aus 7 Rennen<br \/>\nGiacomo Agostini 1968<br \/>\n10 Siege aus 10 Rennen<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-8 even\">\n\t<td class=\"column-1\">Moto3<\/td><td class=\"column-2\">\u00c1lex M\u00e1rquez 2014<br \/>\n3 Siege aus 18 Rennen<br \/>\n(+sechsmal Zweiter, einmal Dritter)<\/td><td class=\"column-3\">Joan Mir 2017<br \/>\n10 Siege aus 18 Rennen<br \/>\n(+zweimal Zweiter, einmal Dritter)<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-9 odd\">\n\t<td class=\"column-1\">Moto2<\/td><td class=\"column-2\">Stefan Bradl 2011<br \/>\n4 Siege aus 17 Rennen<br \/>\n(+f\u00fcnfmal Zweiter, zweimal Dritter)<\/td><td class=\"column-3\">Marc M\u00e1rquez 2012<br \/>\n9 Siege aus 17 Rennen<br \/>\n(+dreimal Zweiter, dreimal Dritter)<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-10 even\">\n\t<td class=\"column-1\">MotoGP<\/td><td class=\"column-2\">Nicky Hayden 2006<br \/>\n2 Siege aus 17 Rennen<br \/>\n(+dreimal Zweiter, f\u00fcnfmal Dritter)<\/td><td class=\"column-3\">Marc M\u00e1rquez 2014<br \/>\n13 Siege aus 18 Rennen (davon 10 in Folge)<br \/>\n(+einmal Zweiter)<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-11 odd\">\n\t<td class=\"column-1\">Formel 1<\/td><td class=\"column-2\">Keke Rosberg 1982<br \/>\n1 Sieg aus 16 Rennen<br \/>\n(+dreimal Zweiter, zweimal Dritter)<\/td><td class=\"column-3\">Alberto Ascari 1952<br \/>\n6 Siege aus 7 Rennen<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<!-- #tablepress-7 from cache -->\n<p>1989 wurde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Manuel_Herreros\">Manuel Herreros<\/a> Weltmeister in der 80cc-Klasse &#8211; ohne einen einzigen Sieg. Er stand viermal auf dem zweiten Platz. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Peter_%C3%96ttl\">Peter \u00d6ttl<\/a> siegte in jenem Jahr dreimal, wurde in der Endabrechnung aber nur Dritter, hinter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stefan_D%C3%B6rflinger\">Stefan D\u00f6rflinger<\/a>, der in jedem Rennen auf Pole stand, aber ebenfalls nicht gewinnen konnte. Punktglich mit \u00d6ttl endete <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Herri_Torrontegui\">Herri Torrontegui<\/a>, der auch zwei Rennen gewinnen konnte. Und 1999 gewann <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Emilio_Alzamora\">Emilio Alzamora<\/a> den Titel in der 125er-Klasse ohne einen Sieg &#8211; <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Marco_Melandri\">Marco Melandri<\/a> verpasste trotz f\u00fcnf Siegen den Titel um einen Punkt. In allen anderen F\u00e4llen gewann der Weltmeister mindestens ein Rennen. Das k\u00f6nnte aber in diesem Jahr durchaus noch einen neuen Rekord geben.<\/p>\n<p>Und wenn wir schon mal dabei sind, solche minimalistischen und maximierten Erfolgsergebnisse zu z\u00e4hlen, k\u00f6nnen wir auch gleich \u00fcber die Pole-Positions und schnellste Rennrunden dr\u00fcberrechnen.<\/p>\n<p><strong>Der dominierendste Dominator<\/strong><\/p>\n<p>Ich hab statistischerweise daf\u00fcr eine Metrik zusammengebaut, die f\u00fcr jeden Piloten einen Dominanzkoeffizienten berechnen kann. Man addiere die Anzahl der Saisonsiege, die Anzahl der schnellsten Rennrunden und Pole-Positions sowie gewichtet die weiteren Podiumsplatzierungen und teile das durch die Zahl der Saisonrennen. Und daraus kann man nun bestimmen, wer wann wie \u00fcberlegen war.<\/p>\n<p>Das ergibt wenig \u00fcberraschend eine Liste, die fast genauso aussieht wie die Liste der Weltmeister, weil ja derjenige Weltmeister wird, der die besten Ergebnisse einf\u00e4hrt. Einige Abweichsungen gibt es aber doch:<\/p>\n<p><strong>50cc<\/strong><\/p>\n<p>1965 erzielte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hugh_Anderson_(Rennfahrer)\">Hugh Anderson<\/a> den h\u00f6chsten Koeffizienten durch einen Sieg, vier zweite Pl\u00e4tze und einen dritten Platz sowie eine schnellste Runde bei acht Rennen. Er verfehlte den WM-Titel aber um vier Punkte und landete nur auf dem dritten Platz, denn der punktgleiche <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Luigi_Taveri\">Luigi Taveri<\/a> hatte zwei Siege und damit einen mehr. Weltmeister wurde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ralph_Bryans\">Ralph Bryans<\/a> mit drei Siegen und zwei zweiten Pl\u00e4tzen bei einer schnellsten Rennrunde. Da wertet meine Metrik die Podiumspl\u00e4tze h\u00f6her.<\/p>\n<p>1980 steht bei mir Stefan D\u00f6rflinger als dominerender Fahrer des Jahres in der Liste. Bei 6 Rennen gewann er zweimal, stand dreimal auf Platz 2 und fuhr drei schnellste Rennrunden. Weltmeister wurde aber mit zwei Punkten Vorsprung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eugenio_Lazzarini\">Eugenio Lazzarini<\/a>, der auch zwei Rennen gewann, aber auch zweimal Zweiter und zweimal Dritter wurde. Da wertet meine Metrik die schnellsten Rennrunden, f\u00fcr die es aber keine WM-Punkte gibt.<\/p>\n<p><strong>80cc<\/strong><\/p>\n<p>Das Ausnahmejahr 1989 wurde ja schon beleuchtet. Peter \u00d6ttl ist nach meiner Metrik der dominante Fahrer der Saison, wurde aber wie erw\u00e4hnt nur WM-Dritter.<\/p>\n<p><strong>125cc<\/strong><\/p>\n<p>Hier gab es in der langen Zeit seit 1949 einige Ausnahmef\u00e4lle, wo der dominierende Fahrer der Saison am Ende nicht Weltmeister war. So 1950 &#8211; <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Carlo_Ubbiali\">Carlo Ubbiali<\/a> kriegt in meiner Metrik ordentlich Punkte f\u00fcr zwei schnellste Rennrunden in drei Rennen, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bruno_Ruffo\">Bruno Ruffo<\/a> aber holte den Titel, Ubbiali wurde nur Dritter. 1970 wird <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%81ngel_Nieto\">\u00c1ngel Nieto<\/a> als \u00fcberragender Fahrer des Jahres gef\u00fchrt, Weltmeister wird aber mit deutlichem Vorsprung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dieter_Braun_(Rennfahrer)\">Dieter Braun<\/a>. Nieto fuhr 7 schnellste Rennrunden in 11 Rennen, Braun gar keine. Braun punktete daf\u00fcr best\u00e4ndiger, und darauf kommt es ja f\u00fcr die WM an. Zwei Jahre sp\u00e4ter geht die WM gut f\u00fcr Nieto aus, hervorstechendster Fahrer ist aber bei mir <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chas_Mortimer\">Chas Mortimer<\/a> mit acht zweiten Pl\u00e4tzen bei einem Sieg aus 13 Rennen. Allerdings wurde die WM vom t\u00f6dlichen Unfall <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Gilberto_Parlotti\">Gilberto Parlottis<\/a> \u00fcberschattet, der in den ersten 4 Rennen zweimal siegte und je einmal auf Platz 2 und 3 stand und damit au\u00dferdem drei schnellste Runden fuhr &#8211; damit h\u00e4tte er auf die Saison hochgerechnet \u00fcberlegen den WM-Titel gewonnen.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Ausnahme folgt 1980, Weltmeister wurde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pier_Paolo_Bianchi\">Pier Paolo Bianchi<\/a>, dominanter Fahrer der Saison ist aber Vizeweltmeister <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Guy_Bertin\">Guy Bertin<\/a> mit f\u00fcnf Poles und 5 schnellsten Rennrunden aus 10 Rennen. Hinzu kommen drei Siege und drei zweite Pl\u00e4tze. Bianchi gewann nur zweimal, punktete aber insgesamt besser. \u00c4hnlich sieht es 1990 aus. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Loris_Capirossi\">Loris Capirossi<\/a> wurde Weltmeister, Vizeweltmeister <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hans_Spaan\">Hans Spaan<\/a> wird bei mir aber als dominierender gewertet, Capirossi fuhr n\u00e4mlich weder Pole-Positions noch schnellste Runden heraus und gewann auch nur drei Rennen, Spaan hingegen f\u00fcnf.<\/p>\n<p>Auch 1998 war der Vizeweltmeister der auff\u00e4lligere &#8211; <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Tomomi_Manako\">Tomomi Manako<\/a> gewann f\u00fcnf von 14 Rennen und stand weitere f\u00fcnf Mal auf dem Podium und fuhr vier schnellste Runden, Weltmeister aber wurde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kazuto_Sakata\">Kazuto Sakata<\/a> mit vier Siegen und nur zwei weiteren Podiumsplatzierungen. Das gleiche wiederholte sich denkbar knapp ein Jahr sp\u00e4ter, Marco Melandri verpasste den Titel nur um einen Punkt gegen Emilio Alzamora &#8211; der nicht ein Rennen gewann. Alzamora stand zehnmal auf dem Podium und fuhr drei schnellste Rennrunden, Melandri siegte f\u00fcnfmal, stand noch weitere vier Mal auf dem Podest und markierte drei Pole Positions und vier schnellste Rennrunden.<\/p>\n<p>2001 war erneut der Vizeweltmeister der domierendere Fahrer (gem\u00e4\u00df meiner Metrik zumindest). <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Y%C5%8Dichi_Ui\">Y\u014dichi Ui<\/a> siegte in sechs Rennen (davon die letzten vier Saisonrennen) und wurde zweimal Zweiter und stand f\u00fcnfmal auf Pole Position, hinzu kommen f\u00fcnf schnellste Rennrunden bei 16 Rennen. Weltmeister wurde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Manuel_Poggiali\">Manuel Poggiali<\/a> mit nur drei Siegen. Im Folgejahr war es umgekehrt, Poggiali war der dominantere Fahrer, wurde aber nur Vizeweltmeister hinter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arnaud_Vincent\">Arnaud Vincent<\/a>. Poggiali gewann viermal und stand sechsmal auf Pole. Hinzu kommen sechs Podestpl\u00e4tze bei 16 Rennen. Vincent stand zweimal auf Pole und fuhr keine schnellste Runde, stand aber insgesamt zehnmal auf dem Podest.<\/p>\n<p>2005 wurde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mika_Kallio\">Mika Kallio<\/a> von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Thomas_L%C3%BCthi\">Tom L\u00fcthi<\/a> auf den zweiten Platz verwiesen. Beide siegten viermal bei 16 Rennen, Kallio stand aber in der H\u00e4lfte der Rennen auf Pole, L\u00fcthi nur f\u00fcnfmal.<\/p>\n<p><strong>250cc<\/strong><\/p>\n<p>Gleich im ersten Jahr war <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dario_Ambrosini\">Dario Ambrosini<\/a> der dominante Fahrer, der aber nicht Weltmeister wurde. Bei nur 4 Rennen stehen f\u00fcr ihn wie f\u00fcr Weltmeister Bruno Ruffo ein Sieg und ein zweiter Platz in den Listen, Ambrosini fuhr auch eine schnellste Runde (die in meiner Metrik den Ausschlag gibt), Ruffo hingegen punktete zus\u00e4tzlich mit einem vierten Platz, was letztlich den WM-Titel bedeutete.<\/p>\n<p>Weiter gehts 1964, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jim_Redman\">Jim Redman<\/a> wurde hinter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Phil_Read\">Phil Read<\/a> Vizeweltmeister aufgrund von Streichresultaten, die ihn 16 seiner 58 erzielten Punkte kosteten, w\u00e4hrend Read nur vier Punkte einb\u00fc\u00dfte. Redman stand in 11 Rennen neunmal auf dem Podium, wurde dabei aber eben auch dreimal zweiter hinter Read. Im Jahr 1968 beendeten Phil Read und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bill_Ivy\">Bill Ivy<\/a> das Jahr punktgleich, nachdem Read im letzten Rennen die Stallorder ignoriert hatte. Beide hatten je f\u00fcnf der 10 Rennen gewonnen und je zwei zweite Pl\u00e4tze eingefahren. Auch bei den schnellsten Runden gab es einen Gleichstand, jeweils f\u00fcnf. In meiner Metrik m\u00fcssten beide also auch exakt den gleichen Wert erzielt haben, vermutlich taucht Ivy auf dem ersten Platz auf, weil er im Alphabet einfach vor Read gef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p>Wir springen ins Jahr 1977, in dem meine Metrik <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Walter_Villa\">Walter Villa<\/a> als dominierenden Fahrer der Saison f\u00fchrt, er aber in der WM-Wertung nur Dritter war. Er gewann drei von 12 Rennen (Weltmeister <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mario_Lega\">Mario Lega<\/a> nur eines) und erzielte noch einen zweiten Platz, war aber mit vier schnellsten Rennrunden der \u00dcberflieger der Saison. Nur gibts daf\u00fcr eben keine Punkte.<\/p>\n<p>1982 verpasste <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Toni_Mang\">Toni Mang<\/a> den WM-Titel um einen Punkt gegen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jean-Louis_Tournadre\">Jean-Louis Tournadre<\/a>. Mang gewann f\u00fcnf Rennen, Tournadre nur eines, au\u00dferdem fuhr Mang dreimal schnellste Runde gegen\u00fcber zwei von Tournadre, auch bei den Poles steht es 2:0 f\u00fcr Mang. Tournadre fuhr aber in 12 Rennen vier zweite und drei dritte Pl\u00e4tze ein, Mang stand neben seinen Siegen nur drei weitere Male auf dem Podium.<\/p>\n<p>1993 wurde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tetsuya_Harada\">Tetsuya Harada<\/a> knapp vor Loris Capirossi Weltmeister. Harada gewann mehr Rennen (4:3), Capirossi punktet in meiner Metrik aber bei den Pole-Positions (7:2) und den schnellsten Rennrunden (5:3) sowie den Podiumspl\u00e4tzen (4:3). F\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter wiederholten beide das ganze, allerdings mit vertauschten Rollen. Capirossi wurde Weltmeister vor <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Valentino_Rossi\">Valentino Rossi<\/a> und Tetsuya Harada. Capirossi gewann nur zwei Rennen, Harada und Rossi je f\u00fcnf. Capirossi stand achtmal bei 14 Rennen auf Pole, Harada viermal, daf\u00fcr fuhr Harada in f\u00fcnf Rennen die schnellste Runde.<\/p>\n<p>2002 lieferten sich <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Olivier_Jacque\">Olivier Jacque<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Shin%E2%80%99ya_Nakano\">Shin\u2019ya Nakano<\/a> einen engen Kampf um denTitel. Jacque gewann nur drei von 16 Rennen, Nakano hingegen f\u00fcnf, au\u00dferdem fuhr Nakano sieben schnellste Rennrunden gegen\u00fcber Jacque mit drei. Allerdings punktete Olivier Jacque best\u00e4ndig (sechs zweite und zwei dritte Pl\u00e4tze). 2009 wurde <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Hiroshi_Aoyama\">Hiroshi Aoyama<\/a> deutlich vor <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/H%C3%A9ctor_Barber%C3%A1\">H\u00e9ctor Barber\u00e1<\/a> Weltmeister, dominantester Fahrer nach meiner Metrik war aber der WM-Dritte (und damals amtierende Weltmeister) <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Marco_Simoncelli\">Marco Simoncelli<\/a>. Aoyama gewann nur zwei Rennen von 16, Simoncelli sechs. Au\u00dferdem stand Simoncelli dreimal auf Pole (Aoyama zwei) und fuhr vier schellste Runden (Aoyama ebenfalls vier).<\/p>\n<p><strong>350cc<\/strong><\/p>\n<p>Hier gab es nur wenige Ausnahmen, meistens war der Weltmeister auch der \u00fcberlegene Fahrer des Jahres. 1980 wurde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jon_Ekerold\">Jon Ekerold<\/a> knapp vor Toni Mang Weltmeister, Mang erzielt in meiner Metrik ordentlich Punkte mit vier Poles und zwei schnellsten Runden bei nur sechs Rennen. Ekerold stand gar nicht auf Pole. Zwei Jahre sp\u00e4ter f\u00fchrt meine Metrik <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Didier_de_Radigu%C3%A8s\">Didier de Radigu\u00e9s<\/a> als auff\u00e4lligsten Fahrer des Jahres, noch vor Weltmeister Toni Mang. Mang gewann nur ein Rennen, de Radigu\u00e9s zwei, au\u00dferdem fuhr der Franzose vier Poles bei neun Rennen heraus, Mang nur eine. Daf\u00fcr punktete der Deutsche best\u00e4ndiger mit f\u00fcnf Podiumspl\u00e4tzen zus\u00e4tzlich zu dem Sieg.<\/p>\n<p><strong>500cc<\/strong><\/p>\n<p>Im Vergleich zu den kleineren Klassen ging es hier meist relativ deutlich zu, Fahrer wie <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geoff_Duke\">Geoff Duke<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/John_Surtees\">John Surtees<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mike_Hailwood\">Mike Hailwood<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Giacomo_Agostini\">Giacomo Agostini<\/a> oder <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kenny_Roberts_senior\">Kenny Roberts<\/a> pr\u00e4gten ihre jeweilige Zeit \u00fcberaus deutlich. 1950 musste sich Geoff Duke noch knapp <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Umberto_Masetti\">Umberto Masetti<\/a> geschlagen geben, obwohl er drei schnellste Runden gegen eine von Masetti herausfuhr und drei Rennen gewann, w\u00e4hrend Masetti nur zweimal siegte.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste interessante Saison im Bezug auf meine Metrik ist erst 1983. Kenny Roberts unterlag in der WM ganz knapp gegen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Freddie_Spencer\">Freddie Spencer<\/a>. Beide pr\u00e4gten die Saison aber komplett und teilten alle Siege unter sich auf (je sechs). Auch bei den zweiten Pl\u00e4tzen herrschte Gleichstand (je je drei). Spencer erreichte einen letztlich entscheidenden dritten\u00a0 Platz. Bei den Pole Positions sieht es \u00e4hnlich aus: sechs f\u00fcr Spencer, sechs f\u00fcr Roberts. In meiner Metrik geben letztlich die schnellsten Runden den Ausschlag: sieben f\u00fcr Roberts, drei f\u00fcr Spencer.<\/p>\n<p>Im Jahr darauf f\u00fchrt meine Metrik Freddie Spencer als den dominanten Piloten des Jahres. In der WM wurde er aber nur Vierter, mit reichlich halb so vielen Punkten wie <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eddie_Lawson\">Eddie Lawson<\/a>. Spencer gewann f\u00fcnf Rennen (von 12), Lawson vier. Spencer stand sechs Mal auf Pole Position, Lawson nur zweimal. Und nicht zuletzt fuhr &#8222;Fast Freddie&#8220; f\u00fcnf schnellste Rennrunden, Lawson nur drei. Daf\u00fcr punktete &#8222;Steady Eddie&#8220; in allen Rennen und hatte als schlechtestes Saisonergebnis drei vierte Pl\u00e4tze zu Buche stehen.<\/p>\n<p>1989 bewies <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kevin_Schwantz\">Kevin Schwantz<\/a> die alte Rennfahrerregel, dass man nur gewinnt wenn man ins Ziel kommt. Er wurde mit deutlichem Abstand in der WM nur Vierter, bei 6 Siegen aus 15 Rennen, die vor ihm platzierten Lawson, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wayne_Rainey\">Rainey<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Christian_Sarron\">Sarron<\/a> gewannen zusammen nur sieben Rennen. Au\u00dferdem stand Schwantz neunmal auf Pole und fuhr acht schnellste Rennrunden. Er war also mit Abstand der schnellste Fahrer der Saison, fiel aber zu oft aus, w\u00e4hrend die anderen punkteten. Christian Sarron wurde so z.B. WM-Dritter ohne einen einzigen Sieg.<\/p>\n<p>Die Saison 1992 stand in der ersten H\u00e4lfte ganz im Zeichen von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mick_Doohan\">Mick Doohan<\/a>. Von den ersten sieben von 13 Rennen gewann er f\u00fcnf und wurde zweimal Zweiter. Dazu kommen sechs Pole Positions und f\u00fcnf schnellste Rennrunden. Er f\u00fchrte die WM \u00fcberlegen an, als er im Training zur Dutch TT in Assen schwer verungl\u00fcckte und sich komplizierte Beinbr\u00fcche zuzog. Eine Beinamputation konnte nur knapp vermieden werden, er verpasste aber vier Rennen und verlor die WM schlie\u00dflich im letzten Saisonrennen noch gegen Wayne Rainey. Doohan sollte aber die WM der 90er Jahre komplett und nach Belieben dominieren.<\/p>\n<p>1999 markierte das Ende der \u00c4ra Doohan, als er sich in einem Trainingsunfall zum dritten Saisonrennen erneut das Bein brach und seine Karriere beenden musste. Weltmeister wurde am Ende \u00fcberlegen sein Teamkollege <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%80lex_Crivill%C3%A9\">\u00c0lex Crivill\u00e9<\/a> vor <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kenny_Roberts_junior\">Kenny Roberts jr.<\/a>, wobei letzterer aber mehr Eindruck in meiner Metrik hinterlie\u00df &#8211; Crivill\u00e9 gewann mehr Rennen (6 von 16 vs. 4), Roberts jr. stand aber f\u00fcnf Mal auf Pole (Crivill\u00e9 nur zweimal), au\u00dferdem fuhr Roberts jr. f\u00fcnf schnellste Runden, Crivill\u00e9 nur eine.<\/p>\n<p><strong>Moto3<\/strong><\/p>\n<p>2013 war eine hart umk\u00e4mpfte Saison, fast alle der ersten Sieben fuhren sp\u00e4ter MotoGP und standen dort auf dem Podium bzw. siegten bei Rennen. Weltmeister wurde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maverick_Vi%C3%B1ales\">Maverick Vi\u00f1ales<\/a> vor <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%81lex_Rins\">\u00c1lex Rins<\/a>, letzterer f\u00fchrt aber meine Statistiken deutlich an: sechs Siege in 17 Rennen, acht Pole Positions, eine schnellste Rennrunde. Vi\u00f1ales gewann drei Rennen, stand zweimal auf Pole und fuhr drei schnellste Runden. Er punktete aber eben konstanter mit acht zweiten und vier dritten Pl\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Ein Jahr sp\u00e4ter war <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jack_Miller_(Rennfahrer,_1995)\">Jack Miller<\/a> Vizeweltmeister knapp hinter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%81lex_M%C3%A1rquez\">\u00c1lex M\u00e1rquez<\/a>. M\u00e1rquez gewann von 18 Rennen nur drei, Miller hingegen sechs. Hinzu kommen acht Poles f\u00fcr Miller (M\u00e1rquez drei). Daf\u00fcr punktete M\u00e1rquez in 16 Rennen und stand dabei zehnmal auf dem Podium. Miller punktete dreimal nicht, das kostete ihn den Titel.<\/p>\n<p><strong>Moto2<\/strong><\/p>\n<p>Nach 17 Saisonrennen hie\u00df der Weltmeister von 2011 <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stefan_Bradl\">Stefan Bradl<\/a>, aber den gr\u00f6\u00dften Eindruck hatte Deb\u00fctant (und amtierender 125cc-Weltmeister) <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Marc_M%C3%A1rquez\">M\u00e1rc Marquez<\/a> hinterlassen. Bradl gewann vier Rennen, M\u00e1rquez hingegen sieben. Bradl stand sieben Mal auf Pole, M\u00e1rquez ebenso. Die WM-Entscheidung fiel letztlich beim Training zum vorletzten Saisonrennen, als sich M\u00e1rquez bei einem Sturz verletzte und bei den letzten beiden Saisonrennen nicht mehr starten konnte.<\/p>\n<p><strong>MotoGP<\/strong><\/p>\n<p>Die einzig erw\u00e4hnenswerte Saison ist hier die Saison 2006, als <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nicky_Hayden\">Nicky Hayden<\/a> Weltmeister wurde, obwohl er von 17 Rennen nur 2 gewinnen konnte, nur einmal auf Pole stand und zwei schnellste Rennrunden fuhr (und zudem im vorletzten Rennen von Teamkollege <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dani_Pedrosa\">Dani Pedrosa<\/a> abgeschossen wurde und die WM-F\u00fchrung an Valentino Rossi verlor). Rossi hingegen gewann f\u00fcnf Rennen, stand ebenso oft auf Pole und fuhr vier schnellste Runden. Hayden wurde aufgrund seiner Konstanz Weltmeister &#8211; nur ein Ausfall (wie eben erw\u00e4hnt), sonst immer in den Top 10, und zehnmal auf dem Podium &#8211; Rossi fiel dreimal aus und wurde fuhr im ersten wie im letzten Saisonrennen au\u00dferhalb der Top 10.<\/p>\n<p><strong>Formel 1<\/strong><\/p>\n<p>Gleich im ersten Jahr war in meiner Metrik <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Juan_Manuel_Fangio\">Juan-Manuel Fangio<\/a> der dominierende Fahrer der Saison, drei Siege bei sechs Rennteilnahmen (das Indy 500 wurde von den Europ\u00e4ern ausgelassen, z\u00e4hlte aber zur WM). Hinzu kommen vier Pole Positions und drei schnellste Rennrunden. Allerdings reichte es aufgrund von drei Ausf\u00e4llen nicht zum WM-Titel, da <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Giuseppe_Farina\">Giuseppe Farina<\/a> nur einmal ausfiel.<\/p>\n<p>1959 wurde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jack_Brabham\">Jack Brabham<\/a> mit nur zwei Saisonsiegen (bei 9 Rennen) Weltmeister. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stirling_Moss\">Stirling Moss<\/a> wurde Dritter in der WM, zeigte aber die besten Einzelergebnisse &#8211;\u00a0 vier Poles und drei schnellste Runden. Leider fiel er viermal aus und wurde einmal disqualifiziert. 1964 war die WM ein enger Dreikampf zwischen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Graham_Hill\">Graham Hill<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jim_Clark\">Jim Clark<\/a> und John Surtees, mit dem besten Ausgang f\u00fcr letzteren. Meine Metrik f\u00fchrt Clark als dominantesten Fahrer des Jahres &#8211; drei Siege (Surtees und Hill je zwei) bei 10 Rennen, f\u00fcnf Poles und drei schnellste Rennrunden stellen Surtees und Hill deutlich in den Schatten. Allerdings viel Clark eben auch viermal aus, w\u00e4hrend Surtees (bei ebenfalls vier Ausf\u00e4llen) immer auf dem Podium stand, wenn er ins Ziel kam.<\/p>\n<p>1967 war Clark erneut der domierende Fahrer &#8211; in 11 Rennen gewann er vier Mal, stellte seinen Lotus sechs Mal auf Pole und fuhr f\u00fcnf schnellste Runden. Weltmeister wurde aber <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Denis_Hulme\">Denny Hulme<\/a> vor Jack Brabham im zuverl\u00e4ssigen Brabham-Repco &#8211; Clark fiel f\u00fcnf Mal aus, Hulme und Brabham zusammen nur vier Mal.<\/p>\n<p>1970 war <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jacky_Ickx\">Jacky Ickx<\/a> auf die Saison gerechnet der dominierende Fahrer &#8211; allerdings muss man hier sehr genau hinschauen, denn Weltmeister wurde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jochen_Rindt\">Jochen Rindt<\/a>, posthum nach seinem Trainingsunfall in Monza, drei Rennen vor Saisonende. Ickx stand viermal auf Pole (bei 13 Rennen) und fuhr f\u00fcnf schnellste Runden sowie drei Siege ein. Rindt siegte vor seinem Unfall in 9 Rennen f\u00fcnf Mal (und punktete ansonsten gar nicht). Er stand drei Mal auf Pole und fuhr eine schnellste Runde. Auf die gesamte Saison hochgerechnet w\u00e4re Rindt sicher auch nach meiner Metrik der dominierende Fahrer gewesen.<\/p>\n<p>1974 f\u00fchrt meine Metrik <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Niki_Lauda\">Niki Lauda<\/a> in seinem ersten Jahr bei Ferrari als dominierenden Fahrer der Saison, obwohl er nur Vierter in der WM wurde. Bei 15 Rennen stand er aber neunmal auf Pole und fuhr drei schnellste Runden. Er siegte zweimal, acht Ausf\u00e4lle kosteten ihn eine bessere Platzierung. Weltmeister wurde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Emerson_Fittipaldi\">Emerson Fittipaldi<\/a> mit lediglich drei Siegen und zwei Poles. Insgesamt war das Feld aber in jenem Jahr sehr ausgeglichen, sieben Fahrer gewannen Rennen, davon gewannen drei Fahrer je drei Rennen.<\/p>\n<p>1979 war <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gilles_Villeneuve\">Gilles Villeneuve<\/a> der Fahrer des Jahres. Er machte nicht nur mit wilden Schlachten auf der Strecke (ein legend\u00e4rer Zweikampf in Frankreich und eine ebenso legend\u00e4re Dreiradfahrt in Zandvoort) auf sich aufmerksam, sondern war auch mit Abstand der schnellste Fahrer. In Watkins Glen war er im v\u00f6llig verregneten Training je nach Quelle 11 bis 13 Sekunden scheller als der Rest der Welt. Er erzielte eine Pole-Position (ebenso wie Weltmeister <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jody_Scheckter\">Jody Scheckter<\/a>), fuhr aber sechs schnellste Rennrunden in 15 Rennen. Letztlich gab die Stallorder bei Ferrari den Ausschlag, dass Scheckter vor Villeneuve Weltmeister wurde.<\/p>\n<p>Im Jahr 1982 wollte keiner so wirklich Weltmeister werden, das Jahr war \u00fcberschattet von Trag\u00f6dien (zwei t\u00f6dliche Unf\u00e4lle, Karriereende des sp\u00e4teren Vizeweltmeisters <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Didier_Pironi\">Didier Pironi<\/a>). In 16 Rennen gewannen 12 Fahrer, kein Fahrer gewann mehr als zwei Rennen. Mit nur 44 Punkten wurde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Keke_Rosberg\">Keke Rosberg<\/a> bei nur einem Saisonsieg letztlich Weltmeister. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alain_Prost\">Alain Prost<\/a> wird in meiner Metrik als bester Fahrer gef\u00fchrt und wurde am Ende vierter, trotz zweier \u00fcberlegener Siege am Saisonbeginn. Au\u00dferdem stand er f\u00fcnf Mal auf Pole Position und fuhr vier schnellste Runden. Die Unzuverl\u00e4ssigkeit seines Renault verhinderte eine bessere Platzierung.<\/p>\n<p>Auch 1983 war Prost dominierendster Fahrer, wurde aber am Ende nur Vizeweltmeister. In 15 Rennen siegte er vier Mal, einmal \u00f6fter als Weltmeister <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nelson_Piquet\">Nelson Piquet<\/a>. Piquet stand nur einmal auf Pole, Prost dreimal. Ein Ausfall im letzten Saisonrennen verhagelte Prost die fast sicher geglaubte WM. Das gleiche Drama wiederholte sich ein Jahr sp\u00e4ter, als er mit einem halben Punkt hinter Niki Lauda zweiter wurde, obwohl er die WM dominiert hatte. Von 16 Rennen hatte er sieben gewonnen (Lauda f\u00fcnf), dabei dreimal auf Pole gestanden (Lauda gar nicht). Lauda hingegen fuhr f\u00fcnf schnellste Rennrunden und punktete konstanter als Prost &#8211; ein vierter Platz war neben sechs Ausf\u00e4llen sein einziges Ergebnis, sonst war er immer mindestens Zweiter. Erst 1985 wurde Prost erstmals Weltmeister.<\/p>\n<p>1986 waren die Williams-Honda von Nelson Piquet und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nigel_Mansell\">Nigel Mansell<\/a> \u00fcberlegen gegen\u00fcber dem McLaren-Porsche von Prost. Meine Metrik f\u00fchrt Piquet als dominierenden Fahrer der Saison: 16 Rennen, zwei Poles (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ayrton_Senna\">Ayrton Senna<\/a> acht, Prost eine, Mansell zwei), sieben schnellste Runden (Prost zwei, Mansell vier), vier Siege (Prost vier, Mansell f\u00fcnf). Im letzten Saisonrennen hatten Piquet, Mansell und Prost noch Chancen auf den Titel. Mansell fiel mit einem spektakul\u00e4ren Reifenplatzer aus, danach wurden bei Piquet sicherheitshalber die Reifen getauscht, er wurde zweiter hinter Prost, der konstant punktete und immer dann zur Stelle war, wenn Piquet oder Mansell etwas \u00fcbrig lie\u00dfen.<\/p>\n<p>Im Jahr 1989 fiel die WM-Entscheidung unter kontroversen Bedingungen in Japan zugunsten von Alain Prost. In meinen Metriken f\u00fchrt Ayrton Senna das Jahr an. Bei 16 Rennen gewann er sechs Mal (Prost vier), fuhr zwei schnellste Runden (Prost f\u00fcnf) und stand 13 Mal(!) auf der Pole Position (Prost zwei). Den WM-Titel kosteten ihn sechs Ausf\u00e4lle (plus zweimal au\u00dferhalb der Punkte im Ziel und die Disqualifikation von Japan) gegen drei Ausf\u00e4lle von Prost, der sonst immer in den Punkten ins Ziel kam.<\/p>\n<p>2005 wurde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kimi_R%C3%A4ikk%C3%B6nen\">Kimi R\u00e4ikk\u00f6nen<\/a> Vizeweltmeister hinter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fernando_Alonso\">Fernando Alonso<\/a>. Meine Metriken f\u00fchren ihn jedoch als st\u00e4rksten Fahrer des Jahres: In 19 Rennen sieben Siege (Alonso ebenso), f\u00fcnf Poles (Alonso sechs) und 10 schnellste Runden (Alonso zwei). Nur gibts f\u00fcr schnellste Runden eben keine Punkte. 2008 verlor <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Felipe_Massa\">Felipe Massa<\/a> die WM erst in der allerletzten Runde des letzten Rennens an <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lewis_Hamilton\">Lewis Hamilton<\/a>, obwohl er das Rennen in Brasilien \u00fcberlegen mit Pole und schnellster Runde gewonnen hatte &#8211; Hamilton \u00fcberhote in dieser letzten Runde noch <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Timo_Glock\">Timo Glock<\/a>, das machte den entscheidenden Punkt Unterschied aus. In meiner Metrik f\u00fchrt Massa jedoch (ebenfalls knapp): bei 18 Rennen sechs Siege (Hamilton f\u00fcnf), sechs Poles (Hamilton sechs), drei schnellste Runden (Hamilton eine, R\u00e4ikk\u00f6nen zehn).<\/p>\n<p>2016 schlie\u00dflich wurde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nico_Rosberg\">Nico Rosberg<\/a> knapp vor Lewis Hamilton Weltmeister, der jedoch der dominierendere Mann war (wobei die Mercedes der beiden eh alles andere \u00fcberstrahlt hatten). In 21 Rennen gewann Hamilton zehn Mal (Rosberg neun), stand zw\u00f6lf Mal auf Pole (Rosberg acht) und fuhr drei schnellste Runden (Rosberg sechs). Rosberg fiel nur einmal aus, Hamilton zweimal, das kostete ihn am Ende den Titel.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Meistens ist der WM-Sieger auch der dominierende Mann des Jahres. Vor allem aber kann man mit meiner Metrik jetzt auch noch ganz andere Sachen berechnen &#8211; n\u00e4mlich welche Fahrer welche \u00c4ra wie stark pr\u00e4gten. Dazu muss man nur die Metrik nicht f\u00fcr einzelne Fahrer und einzelne Jahre berechnen, sondern \u00fcber mehrere Fahrer und mehrere Jahre. Aber das wird ein ander Mal im Detail beleuchtet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weiter gehts mit gro\u00dfem Umr\u00fchren in den Untiefen der Statistik&#8230; The ususal disclaimer applies &#8211; knochentrockene Zahlenw\u00fcste blabla usw. \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3396"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3396"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3396\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3845,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3396\/revisions\/3845"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3396"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3396"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3396"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}