{"id":321,"date":"2007-10-14T21:12:23","date_gmt":"2007-10-14T20:12:23","guid":{"rendered":"http:\/\/uwe.s2000.ws\/2007\/10\/14\/gefeiert\/"},"modified":"2020-02-11T18:59:12","modified_gmt":"2020-02-11T17:59:12","slug":"gefeiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2007\/10\/14\/gefeiert\/","title":{"rendered":"Gefeiert"},"content":{"rendered":"<p>wurde am Wochenende, also in erster Linie gestern. Anlass war der Geburtstag von Ines, den sie ja in einem wirklich ewig langen Countdown angek\u00fcndigt hatte&#8230; Also stand ich am Samstag <strike>morgen<\/strike> mitten in der Nacht (so gegen sechs Uhr in der Fr\u00fch) auf und machte mich auf die Reise.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Drau\u00dfen wars noch dunkel, au\u00dferdem wars arg neblig, man bekam also von der sch\u00f6nen bunten Schwarzwaldlandschaft nicht viel mit. Neben mir sa\u00dfen drei junge M\u00e4nner, dem \u00c4u\u00dferen nach zu urteilen (dunkler Hauttyp, dicker Vollbart) Moslems. Warum ist eigentlich das erste, was ich dann denke, etwas wie &#8222;also f\u00fcr ein Selbstmordattentat ist das hier ein denkbar bl\u00f6der Platz&#8220;? Schei\u00df Demagogen in den f\u00fchrenden Presse- und Medienorganen! Man kann sich echt nicht dagegen wehren&#8230; und erschreckt sich dann selber \u00fcber seine Gedanken \ud83d\ude41<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20071013\/1.jpg\" title=\"Raucherbereich\" alt=\"Raucherbereich\" align=\"left\" height=\"113\" width=\"150\" \/>Also jedenfalls stand ich dann gegen halb acht auf dem Bahnhof Offenburg herum und machte das einzige Foto des ganzen Trips &#8211; vom Raucherbereich-Schild. Es m\u00f6ge bitte jeder selbst ausknobeln, ob er da nun rauchen darf oder nicht. Im \u00dcbrigen h\u00e4ngt daneben ein Schild &#8222;rauchfreier Bahnhof&#8220;, was sich dann wieder mit dem Raucherbereich bei\u00dft&#8230;<\/p>\n<p>Im ICE nach Hannover hatte ich dann einen Abteilplatz am Fenster, pennte noch bis Mannheim, dann wurde das Abteil voll und ich widmete mich dem Begucken der Landschaft und dem H\u00f6ren der Musik aus dem mp3-Player. Letzteres dann dank einer \u00e4lteren &#8222;Ich mag eigentlich nur Klassik&#8220;-Faschistin am anderen Ende des Abteils nur noch mit reduzierter Lautst\u00e4rke, so dass ich dann neben meiner Musik auch noch s\u00e4mtliche Dialoge im Abteil mith\u00f6ren durfte. Witzig war wenigstens, dass das n\u00e4chste Lied, unmittelbar nachdem ich von besagter Trulla zum Leiserstellen der Musik aufgefordert wurde, Nyit\u00e1ny von Omega war &#8211; der Kenner wird wissen, dass dieses St\u00fcck mit dem bekannten <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/5._Sinfonie_%28Beethoven%29\">Beethoven&#8217;schen Dadadadamm<\/a> beginnt. Also wehe es behauptet einer, ich w\u00fcrde keine anspruchsvolle Musik h\u00f6ren *g*<\/p>\n<p>In Hannover angekommen lief ich erstmal ziellos durch die Innenstadt, mir ein Bild von selbiger machend. Immerhin war ich ja noch auf der Suche nach einem Geschenk, allerdings verging mir die Lust am Einkaufen angesichts der Menschenmassen sehr schnell. Zumindest kann ich festhalten, dass es im Kaufhof keine Buchst\u00fctzen gibt. Im lokalen &#8222;Geiz ist geil&#8220;-Markt gibts auch keine, daf\u00fcr hatten sie einige sch\u00f6ne CDs, die zwecks Aufstockung der Sammlung k\u00e4uflich erworben wurden. Nachdem ich nun doch langsam ein gewisses Hungergef\u00fchl versp\u00fcrte, machte ich mich nun auf die Suche nach der Stra\u00dfenbahnhaltestelle.<\/p>\n<p>Nun muss man nat\u00fcrlich wissen, dass in Hannover Stra\u00dfenbahnen U-Bahnen hei\u00dfen k\u00f6nnen und dann auch schon mal dementsprechend nicht auf, sondern unter der Stra\u00dfe fahren. Nachdem ich diese Unterscheidung und als zus\u00e4tzliche Abgrenzung mit ebenfalls vorhandenen S-Bahnen auf die Reihe gekriegt hatte, stand der Fahrt zur Gastgeberin der Festivit\u00e4t nichts mehr im Wege. Die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/TW_6000\">Stra\u00dfenbahn<\/a> selbst erinnerte mich fatal an den <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tatra_T3\">Tatra T3D<\/a> &#8211; Hartplastiksitze und eine Ger\u00e4uschkulisse, die jede Unterhaltung verunm\u00f6glicht &#8211; allerdings waren die Tatra in Karl-Marx-Stadt breiter.<\/p>\n<p>Auf der Fahrt in die Au\u00dfenbezirke Hannovers stellte ich dann fest, dass das <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Welfenschloss\">Unigeb\u00e4ude<\/a> m\u00e4chtig repr\u00e4sentativ ist und die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Herrenh%C3%A4user_G%C3%A4rten\">Herrenh\u00e4user G\u00e4rten<\/a> sicherlich eine Reise wert sind. An der Endhaltestelle angekommen waren es dannnoch ziemlich genau drei Minuten Fu\u00dfweg bis zum Ziel. Einige Wartezeit und ein St\u00fcck Schneewittchenkuchen sp\u00e4ter trafen dann so langsam die restlichen G\u00e4ste ein, bis wir schlu\u00dfendlich zu zehnt waren. Dann begann der gem\u00fctliche Teil mit Geschenk\u00fcberreichungen, Geschenkauspackerei, Kaffee und Kuchen, gefolgt von noch mehr Kaffee und Kuchen und schlu\u00dfendlich von Apfelschorle und noch mehr Kuchen.<\/p>\n<p>Danach begann die erste Spielerunde. Den Namen des Spiels habsch vergessen, den wird Ines sicher per Kommentar nachreichen, jedenfalls musste man quasi <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Assoziationsblaster\">Assoziationsblaster<\/a> spielen und zum Beispiel die f\u00fcnf unoriginellsten Anmachspr\u00fcche aufschreiben. Toll, so oft wurde ich noch nicht angemacht&#8230; Immerhin herrschte aber weitestgehende Einigkeit dar\u00fcber, dass M\u00e4nner bei Frauen zuerst auf die Kurven und dann in die Augen gucken. Sehr gut waren auch die Antworten, was ein Mann am FKK-Strand brauchen k\u00f6nnte: Die Antworten reichten von &#8222;Sonnencreme&#8220; \u00fcber &#8222;Handtuch&#8220; hin zu &#8222;viel Selbstbewusstsein&#8220; und &#8222;Eisw\u00fcrfel&#8220;. Interessant waren auch die Antworten auf die Frage, was M\u00e4nner am meisten in Sexshops kaufen w\u00fcrden. Nachdem so offensichtliche Dinge wie &#8222;Kondome&#8220; und &#8222;Pornovideos&#8220; abgehakt waren, kamen auch einige sehr unorthodoxe Antworten, die hier aus Gr\u00fcnden des Jugendschutzes nicht wiedergegeben werden k\u00f6nnen. (ich bin eh mal gespannt, wann dieser Eintrag zugespammt wird, nach diesem Buzzword Bingo hier)<\/p>\n<p>Nachdem wir mit diesem Spiel einmal durch waren und noch keiner wieder Hunger hatte, wurde beschlossen, das Abendbrot vorzubereiten. Dazu stapelten sich alle Frauen (und einige der anwesenden Herren) in der K\u00fcche und ma\u00dfen ihre Kr\u00e4fte in so sch\u00f6nen Disziplinen wie &#8222;Wasser anbrennen lassen&#8220; und &#8222;Fingerzerhackst\u00fcckung mit dem K\u00fcchenmesser&#8220;. Die Ergebnisse wurden dann sp\u00e4ter in Form von Krautnudeln serviert.<\/p>\n<p>Vorher wurde aber noch ein weiteres Spiel gespielt, welches zu interessanten Outings f\u00fchrte, mehr oder weniger jedenfalls. Die erste Spielrunde verlief jedoch noch harmlos, da wir uns an die Regeln hielten. Nach der ersten Runde gab es die besagten Krautnudeln, die eigentlich wie normale Nudeln mit Gehacktem schmeckten. Es wurde dann mit verschiedenen Zus\u00e4tzen experimentiert, u.a. <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wasabi\">Wasabi<\/a> und <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sambal\">Sambal<\/a>-Oelek. Ich entschied mich klassisch f\u00fcr Ketchup, immerhin original Werder &#8211; sowas feines gibts ja im Schwabenl\u00e4ndle nicht. Geschmeckt hats, was vor allem daran lag, dass Nudeln immer schmecken, Gehacktes in der Regel auch (ich war mir immerhin mit einem weiteren Gast einig, dass da K\u00fcmmel rangeh\u00f6rt!), und der Kohl wie Wei\u00dfkohl schmeckte, n\u00e4mlich nach gar nix, und somit auch nicht weiter st\u00f6rte.<\/p>\n<p>Allerdings hatte das Essen Auswirkungen auf das folgende Spielgeschehen, denn wenn man raten soll, wie viele der Anwesenden in dem Moment Bl\u00e4hungen hatten, ist das nach dem Genuss einer kohlreichen Speise recht witzig. \u00dcberhaupt wurden dann die Fragen gef\u00e4hrlicher, so wurde zum Beispiel danach gefragt, wie viele Spieler ihren jeweils linken Sitznachbar attraktiv finden w\u00fcrden &#8211; kritisch vor allem f\u00fcr anwesende P\u00e4rchen&#8230; Ich konnte die Frage f\u00fcr mich guten Gewissens mit ja beantworten, aber das wird f\u00fcr die Anwesenden nichts Neues sein.<\/p>\n<p>Nebenbei wurde nun auch angesto\u00dfen, allerdings wurde dabei ein ordentlicher Kulturbolschewismus begangen (so h\u00e4tte es <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/MASH#Captain_John_Francis_Xavier_.22Trapper_John.22_McIntyre\">Trapper John<\/a> jedenfalls genannt): Es gab Sekt (Rotk\u00e4ppchen Ros\u00e9) aus Plastikgl\u00e4sern! Das ist also gleich ein doppelter Frevel&#8230; Der Stiel der Plastedinger war hohl, so dass Ines insgesamt zwei Stiel voll trank &#8211; das aber irgendwie sehr stilvoll. Ich wei\u00df nicht, in welcher Form sie Oralverkehr mit dem Glas hatte, aber ihr Nachbar mu\u00dfte danach Tr\u00e4nen lachen.<\/p>\n<p>Diese Menge Alkohol reichte dann auch aus, um interessante Freudsche Versprecher zu provozieren: So wurde aus dem &#8222;Rotk\u00e4ppchen-Sektglas&#8220; ein &#8222;Rots\u00e4ckchen-Sexglas&#8220;&#8230; Auf diesem Niveau pendelten sich die Witze dann ein, mit anderen Worten, man versuchte das absolut m\u00f6gliche Niveauminimum auszuloten, Frauen wie M\u00e4nner aber gleicherma\u00dfen. So wurde zum Beispiel festgestellt, dass einige G\u00e4ste viel Verkehr hatten und auch noch zu sp\u00e4t kamen&#8230; Aber eigentlich waren alle sehr n\u00fcchtern, au\u00dfer dem Sekt gab es nichts alkoholisches.<\/p>\n<p>Nachdem an ein geordnetes Spielen nicht mehr zu denken war, weil wir entweder die Fragen doof fanden, oder erst dar\u00fcber abstimmen mussten, ob wir die Frage gutfinden sollen, und die Uhr inzwischen auch halb zwei Uhr morgens einzeigte, wurde die allgemeine Nachtruhe ausgerufen. Nachdem die organisatorischen Dinge gekl\u00e4rt waren (vier Mann hier, drei Mann da, und keiner legt sich auf jemand anderen!) begann das Schlangestehen vor dem Bad &#8211; nur nich f\u00fcr mich, denn ich hatte das clevererweise schon vor dem Ausrufen der Nachtruhe alles erledigt und konnte mich dann problemlos dem Matratzenhorchdienst widmen. Vorher stellte die einzige anwesende weibliche Singlefrau noch fest, dass das Diskussionsniveau erschreckend an Klassenfahrten erinnerte &#8211; was ich nur best\u00e4tigen kann&#8230;<\/p>\n<p>Die Nachtruhe wurde dann haupts\u00e4chlich von einem hyperaktiven Hamster unterbrochen, der die halbe Nacht in seinem Laufrad herumflitzte. Gegen halb zehn Uhr morgens hatte ich dann die Schnauze voll und stand auf. Da die anderen noch am Pennen waren, schnappte ich mir anschlie\u00dfend ein Buch \u00fcber CSS (dessen Inhalt ich aber schon kannte) und bl\u00e4tterte noch ein wenig darin herum, bis die anderen auch wieder aus Morpheus&#8216; Armen heimkehrten.<\/p>\n<p>Inzwischen war es bereits viertel Elf und ich musste so langsam daran denken, dass mein Zug bald fuhr. Also fr\u00fchst\u00fcckte ich schon schnell ein paar St\u00fcck Kuchen und brach kurz vor 11 auf. Die Fahrt zum Bahnhof erinnerte mich wieder an meine Assoziationen zum Thema Stra\u00dfenbahnen in der DDR. Etwa 20 Minuten vor Abfahrt des Zuges war ich am Bahnsteig und wurde dort wieder einmal Zeuge des ganz normalen Chaos: Es kamen alle paar Minuten automagische Ansagen, dass sich der Zug um wenige Minuten versp\u00e4ten w\u00fcrde und auch in falscher Wagenreihung verkehrt (also erste Klasse hinten statt vorn). Bei der recht p\u00fcnktlichen Einfahrt besagten Zuges stellte sich dann heraus, dass hinten vorne ist, also der Zug in der ganz normalen Reihung f\u00e4hrt. Gut, f\u00fcr mich machte es einen Unterschied von einer Wagenl\u00e4nge, also rund 25 Metern, aber die armen Schweine, die erste Klasse gebucht hatten, mu\u00dften von einem Ende des Zuges zum anderen hecheln&#8230;<\/p>\n<p>Zumindest hatte ich meinen Sitzplatz, diesmal im Gro\u00dfraum, sogar mit viel Beinfreiheit und keine Klassik-Faschisten in der N\u00e4he. Somit konnte ich ungest\u00f6rt Musik h\u00f6ren und noch ein wenig Schlaf nachholen. Die Zeit verging somit wie im Zuge, erheiternd war dann der <strike>Schaffner<\/strike>Zugchef, der offenbar ein Fan von Mannheim war, denn er sprach es grunds\u00e4tzlich &#8222;Mannheiiiiiiiim&#8220; aus, daf\u00fcr verga\u00df er die englischen Ansagen &#8211; was sicher besser war, denn gestern rollten sich mir da bei nem anderen <strike>Schaffner<\/strike>Zugbegleiter immer s\u00e4mtliche Fu\u00dfn\u00e4gel auf, wenn ich das tee-\u00e4itsch anh\u00f6ren musste.<\/p>\n<p>Tja, und kurz nach 17 Uhr war ich dann wieder daheim. Aus dem Briefkasten durfte ich dann noch einen Zettel fischen: &#8222;Sehr geehrter Kunde, wir wollten ihnen ja gerne M\u00f6bel liefern, aber sie waren nicht da. Bitte telefonieren sie mit uns wegen einem neuen Termin.&#8220; Tolle Idee auch, einfach mal M\u00f6bel ausliefern zu wollen, ohne vorher eine Ank\u00fcndigung zu schicken. Frechheit eigentlich. Das h\u00e4tte ja nicht nur diesen Samstag nicht funktioniert, sondern auch schon die letzten drei Wochen nicht. Naja, mal sehen, m\u00fcssen sie halt den Kram n\u00e4chste Woche liefern&#8230;<\/p>\n<p>Bleibt als Fazit: sch\u00f6ne Reise durch dreiviertel Deutschland gemacht, viel gelacht, viel leckeren Kuchen gegessen, CDs gekauft &#8211; die Reise hat sich gelohnt, allein schon, weil ich mal f\u00fcr 48h wirklich von der Arbeit abschalten konnte \ud83d\ude42<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>wurde am Wochenende, also in erster Linie gestern. 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