{"id":3175,"date":"2020-09-10T20:42:41","date_gmt":"2020-09-10T18:42:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=3175"},"modified":"2020-09-10T20:42:41","modified_gmt":"2020-09-10T18:42:41","slug":"album-der-woche-32","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2020\/09\/10\/album-der-woche-32\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Auf twitter hab ich grad folgende Frage gelesen: &#8222;<span class=\"css-901oao css-16my406 r-1qd0xha r-ad9z0x r-bcqeeo r-qvutc0\">Wenn bei deiner eigenen Beerdigung ein(e) tote(r) Musiker(in) auftreten d\u00fcrfte, wer w\u00e4re es?<\/span>&#8220; Und alle antworten sie brav mit irgendwelchen mehr oder minder bekannten fr\u00fch abgetretenen Stars von Janis Joplin bis Chester Bennington, wobei Freddie Mercury unangefochten an der Spitze steht. Was sie alle \u00fcbersehen: Was zum Kuckuck nutzt mir der Auftrett, wenn ich selbst in der Kiste liege? Und zweitens &#8211; und viel gef\u00e4hrlicher &#8211; es gibt eine ganze Menge Leute, die w\u00fcrden t\u00f6ten um daf\u00fcr Freddie live sehen zu k\u00f6nnen&#8230;<\/p>\n<p>Und damit w\u00e4ren wir auch beim Album der Woche. Da singt n\u00e4mlich auch einer, der schon l\u00e4nger nicht mehr unter uns weilt. Lange genug, dass er bei Stephen King&#8217;s &#8222;ES&#8220; in der &#8222;Rockshow der Toten&#8220; aufgetreten ist, neben John Lennon, Keith Moon und Jimi Hendrix.<!--more--><\/p>\n<p>Besagter K\u00fcnstler \u00fcberlebte die genannten Personen um bis zu 16 Jahre, sang nicht nur, sondern spielte nebenbei auch noch Bass, kam aus Irland und rockte mit seiner Band die 70er. Sein Name: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Phil_Lynott\">Phil Lynott<\/a>, seine Band hei\u00dft <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Thin_Lizzy\">Thin Lizzy<\/a> und das Album der Woche hei\u00dft &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Chinatown_(Thin_Lizzy_album)\">Chinatown<\/a>&#8222;.<\/p>\n<p>Die Band befand sich, als das Album 1980 erschien, schon nicht mehr ganz auf dem Zenit ihres K\u00f6nnens &#8211; Phil steckte immer tiefer im Drogensumpf und Gitarrist Gary Moore war ausgestiegen. Das Kerntrio um Phil, Scott Gorham an der Gitarre und Brian Downey am Schlagzeug wurde von nun an von wechselnden Gitarristen erg\u00e4nzt, bevor die Band sich 1983 aufl\u00f6ste und Phil Anfang 1986 an den Sp\u00e4tfolgen des Drogenkonsums verstarb. Gorham und Downey spielen heute als Black Star Riders quasi in einer Thin Lizzy Tributeband.<\/p>\n<p>Aber kommen wir zum eigentlichen Album: Die Musik zu beschreiben ist eigentlich \u00fcberfl\u00fcssig, Thin Lizzy definierten in den 1970ern den Klang von Hardrock mit zwei Gitarren, der sp\u00e4ter von zahllosen Metalbands als Grundlage genommen und verfeinert wurde, insbesondere von Iron Maiden. Dementsprechend gibts hier kernige Rocksongs ohne viel Firlefanz, aber mit ausufernden Gitarrensoli und -duellen. Der Gesang von Phil Lynott ist in seiner Phrasierung sowieso unnachahmlich und eigentlich nicht zum Mitsingen oder Covern geeignet.<\/p>\n<p>Die A-Seite der Scheibe ist vermutlich die st\u00e4rkere und daher der Anspieltipp, <em>We Will Be Strong<\/em>, <em>Sweetheart<\/em> und <em>Chinatown<\/em> sind klassische Rocker mit exzellenter Gitarrenarbeit und interessanter Rhythmik, grade auch von Phil am Bass. Die eigentlichen Kracher sind aber <em>Sugar Blues<\/em> und <em>Killer On The Loose<\/em>, die beide an Glanzzeiten der fr\u00fcheren Alben wie &#8222;Jailbreak&#8220; erinnern. Die B-Seite f\u00e4llt dagegen etwas ab, da haben sich einige schw\u00e4chere St\u00fccke eingeschlichen, aber das war eigentlich auf jeder Lizzy-Scheibe der Fall. Songs wie <em>Hey You<\/em> oder <em>Genocide (Killing Of The Buffalo)<\/em> m\u00f6gen daher hinter den Hits zur\u00fcckstehen, haben aber auch ihren Reiz.<\/p>\n<p>Mein favorisiertes Fachmagazin stellte das Album \u00fcbrigens auf Platz 118 der 500 besten Rock\/Metal-Alben aller Zeiten, witzigerweise die h\u00f6chste Platzierung der Band in jener Liste. Ich w\u00fcrde ja Live &amp; Dangerous bzw. Jailbreak noch h\u00f6her einsch\u00e4tzen, aber das ist letztenendes Geschmackssache.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf twitter hab ich grad folgende Frage gelesen: &#8222;Wenn bei deiner eigenen Beerdigung ein(e) tote(r) Musiker(in) auftreten d\u00fcrfte, wer w\u00e4re es?&#8220; Und alle antworten sie brav mit irgendwelchen mehr oder minder bekannten fr\u00fch abgetretenen Stars von Janis Joplin bis Chester Bennington, wobei Freddie Mercury unangefochten an der Spitze steht. 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