{"id":2972,"date":"2020-07-16T22:13:00","date_gmt":"2020-07-16T20:13:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=2972"},"modified":"2020-07-16T22:13:00","modified_gmt":"2020-07-16T20:13:00","slug":"wanderurlaub-tag-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2020\/07\/16\/wanderurlaub-tag-4\/","title":{"rendered":"Wanderurlaub Tag 4"},"content":{"rendered":"<p>Einen Tag nach der Radtortour ging es nun wieder per pedes durch den Wald. Also zumindest da, wo noch Wald da war, gr\u00f6\u00dftenteils war der n\u00e4mlich bereits Opfer des Borkenk\u00e4fers. Ziel der Aktion waren drei Stempelstellen in der N\u00e4he des Brockens.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Zum System der Stempel hatte ich ja schon was geschrieben, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Harzer_Wandernadel\">Wikipedia<\/a> hat auch Infos, das wiederhol ich jetzt also nicht alles. Der Tag begann mit einer recht fr\u00fchen Abfahrt in Richtung Schierke, denn fr\u00fches Kommen sichert gute Parkpl\u00e4tze.<\/p>\n<p>Allerdings hatten wir die Rechnung ohne die Wirte gemacht, erstens waren n\u00e4mlich die Schranken zu (was fr\u00fcher immer eine gute Ausrede war, wenn man von der gro\u00dfelterlichen Wohnung bis zum Konsum zwar nur 300m laufen, aber dabei zwei Bahn\u00fcberg\u00e4nge je zweimal \u00fcberqueren musste, und da fuhren gef\u00fchlt alle f\u00fcnf Minuten Z\u00fcge lang &#8211; heute gibts noch vier Z\u00fcge pro Stunde plus den einen oder anderen versprengten G\u00fcterzug und auch nur noch die H\u00e4lfte der Bahn\u00fcberg\u00e4nge), und zweitens hatte Frau Mutter ihr smartes Phone vergessen. Das geht nat\u00fcrlich gar nicht, ohne smartes Phone kann man ja keine Fotos von allem m\u00f6glichen Gr\u00fcngestr\u00fcpp dies- und jenseits des Weges machen. Also nochmal kehrt, Smartphone holen, und dann waren die Schranken schon wieder geschlossen&#8230; Der Rest der Anreise erfolgte dann deutlich unspektakul\u00e4rer &#8211; bis auf eine ausgeb\u00fcxte Kuh mitten auf der Stra\u00dfe &#8211; und p\u00fcnktlich gegen 10 standen wir am Bahnhof <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schierke\">Schierke<\/a>.<\/p>\n<p>Von da aus kann man entweder f\u00fcr teuer Geld mit der Dampfeisenbahn zum Brocken gefahren werden, oder man wandert knapp 500 H\u00f6henmeter bis zum Brocken hinauf (und ggfs auch wieder runter, das ist ne sch\u00f6ne Tageswanderung, aber nix f\u00fcr komplett untrainierte). Wir wollten ja aber sowieso nicht auf den Brocken, sondern drei Stempelstellen abklappern, eine an der Brockenstra\u00dfe, eine an der gro\u00dfen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zeterklippen\">Zeterklippe<\/a> und eine am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Molkenhaus_(Wernigerode)#Molkenhausstern\">Molkenhausstern<\/a> (eine Wegkreuzung mitten in der Pampa). Das ergab eine Rundwanderung von gut 15 km, und durchaus auch einige H\u00f6henmeter.<\/p>\n<p>Das Wetter war wie am Vortag sonnig, aber mit einigen Wolken. Das war auch gut so, denn der Wald bot in\u00a0 Ermangelung von B\u00e4umen quasi nirgends Schatten, \u00fcberall ragten nur noch tote Baumst\u00fcmpfe empor, den Rest hatten die Borkenk\u00e4fer erledigt. Nach den Erfahrungen des Vortags wurde nun zun\u00e4chst Lichtschutzfaktor aufgetragen, ebenso war statt kurzem T-Shirt lang und hemds\u00e4rmelig angesagt.<\/p>\n<p>Wir folgten zun\u00e4chst der Bahnlinie (und machten das obligatorische Foto vom Dampfzug mit Menschenmassen), drehten dann an der alten Bobbahn in Richtung Norden und folgten danach der Brockenstra\u00dfe bis zur ersten Stempelstelle auf 900m H\u00f6he. Den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brocken\">Brocken<\/a> lie\u00dfen wir links liegen und wanderten weiter in Richtung der Zeterklippe.<\/p>\n<p>Dort war dann aber weder Zetern noch Mosern angesagt, stattdessen gabs Verpflegungspause und anschlie\u00dfend Klippenklettern zwecks Aussichtsgenuss. Wenn man sich die toten B\u00e4ume wegdenkt war die Aussicht auch gar nicht so \u00fcbel, zumal das Wetter mitspielte. Beim n\u00e4chsten Sturm d\u00fcrfte aber von den senkrechten H\u00f6lzern ringsum nicht mehr viel \u00fcbrig bleiben, das sieht echt trostlos aus. Einige Wanderwege sind wegen Sturmsch\u00e4den auch gesperrt, da liegen Baumreste kreuz und quer in der Botanik herum.<\/p>\n<p>Wir hingegen liefen nun wieder bergab in Richtung Molkenhausstern und von dort relativ geradlinig zur\u00fcck in Richtung Schierke. Hier ergaben sich stellenweise sch\u00f6ne Aussichten vorbei an toten Baumresten hinunter in Richtung Wernigerode, wir passierten auch eine Radarkontrolle f\u00fcr Luchse, und ich musste einer schwarzen Wegschnecke Vorfahrt gew\u00e4hren, die kam n\u00e4mlich von rechts, daf\u00fcr aber auch nicht ausm Knick.<\/p>\n<p>Nach ungef\u00e4hr f\u00fcnfzehneinhalb Kilometern und ungef\u00e4hr f\u00fcnf Stunden Wanderzeit waren wir wieder am Bahnhof angekommen. Letzter Aufreger kurz vor Schierke war dann ein fieser Baum, der mit trockenen \u00c4sten nach harmlosen Wanderern warf. Er verfehlte meine Lieblingsmutter jedoch um gut 10 Meter. Und das war an einer Stelle, wo nix mit Borkenk\u00e4fer war, da waren die B\u00e4ume noch gr\u00fcn (den Lamettawitz spar ich mir jetzt hier). Die Abfahrt verz\u00f6gerte sich wegen Holzverladung und dadurch verursachten R\u00fcckstau noch um f\u00fcnf Minuten, aber dann waren wir unterwegs und dann auch p\u00fcnktlich wieder daheim. Abends gabs dann noch einen Besuch beim \u00f6rtlichen Gastronom zwecks Vertilgung von Schnitzel und Pommes, und damit war auch dieser Tag erfolgreich absolviert.<\/p>\n<p>Fazit: Es gibt auch abseits des Brockens interessante Wanderziele, nur sollte man den Harz echt besuchen, solang noch B\u00e4ume \u00fcbrig sind, ansonsten ist zu bef\u00fcrchten dass das dort in den n\u00e4chsten Jahren eher hochalpines Wandern ohne Schatten wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einen Tag nach der Radtortour ging es nun wieder per pedes durch den Wald. 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