{"id":2970,"date":"2020-07-15T21:02:02","date_gmt":"2020-07-15T19:02:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=2970"},"modified":"2020-07-16T21:36:29","modified_gmt":"2020-07-16T19:36:29","slug":"wanderurlaub-tag-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2020\/07\/15\/wanderurlaub-tag-3\/","title":{"rendered":"Wanderurlaub Tag 3"},"content":{"rendered":"<p>Am dritten Tag des Urlaubs war nicht wandern angesagt, sondern radeln. Das sorgte am Ende des Tages f\u00fcr reichlich Verdruss &#8211; aus mehreren Gr\u00fcnden&#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Plan lautete: ein St\u00fcck Boderadweg bis zur M\u00fcndung der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bode\">Bode<\/a> in die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Saale\">Saale<\/a>, und dann ein St\u00fcck entlang der Saale und zur\u00fcck zum Elternhaus &#8211; ungef\u00e4hr 33 km. Und so sattelten wir nach einem ausgiebigen Fr\u00fchst\u00fcck und bei allerbestem Sonnenschein die Pferde, \u00e4h, R\u00e4der. Meine Eltern haben sich irgendwann Klappr\u00e4der gekauft, so origamim\u00e4\u00dfig zum Zusammenfalten, ich hingegen durfte Vaters \u00e4lteres Trekkingrad steuern.<\/p>\n<p>Die Route verlief zun\u00e4chst entlang diverser Nebenstra\u00dfen grob nord-nordostw\u00e4rts durch Kuhkaffs der Umgebung, und anschlie\u00dfend \u00fcber alte Landwirtschaftswege (betoniert IX\/1987 hab ich bei einem gelesen). Ziel war der Boderadweg, welchen wir exakt an der Bodebr\u00fccke der ehemaligen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnstrecke_Berlin%E2%80%93Blankenheim\">Kanonenbahn<\/a> bei Hohenerxleben erreichten.<\/p>\n<p>Bis dahin gings also bei stetem Sonnenschein \u00fcber freies Feld, nun\u00a0 gings \u00fcber einen schmalen Waldstreifen am Ufer entlang Richtung Osten, unter der A14 hindurch bis zur Bodebr\u00fccke vor Neugattersleben. Da war aber Ende im Gel\u00e4nde wegen Baustelle. Das alleine war aber noch nicht nervt\u00f6tend genug, l\u00e4stig waren auch die Fliegenschw\u00e4rme, die einen hier \u00fcberfielen. Nun mussten wir also die ganze Strecke zur\u00fcck nach Hohenerxleben radeln und kamen am dortigen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schloss_Hohenerxleben\">Schloss<\/a> heraus. Ab dort war nun auch tats\u00e4chlich eine Umleitung des Radweges ausgeschildert.<\/p>\n<p>Also radelten wir wieder zur\u00fcck (also zur\u00fcck vom zur\u00fcck, nun wieder in Richtung Osten) auf einer einsamen Landstra\u00dfe, die an der fr\u00fcheren Bahnstrecke endete. Die Bahngleise sind seit Jahren abgebaut, die Br\u00fccke hat man asphaltiert und zu einem Landwirtschaftsweg gemacht. Und nun war das auch die Umleitung f\u00fcr Radfahrer. Mir w\u00e4rs ja lieber, man h\u00e4tte die Bahnstrecke nie abgebaut, aber was will man machen. So bin ich nun also mit dem Fahrrad \u00fcber eine Bahnbr\u00fccke gefahren. Das ist schon irre, die Br\u00fccke ist mehr oder minder nagelneu (also gerechnet auf die Lebensdauer einer Br\u00fccke), enth\u00e4lt wenn ich das richtig gedeutet habe Fundamente f\u00fcr Oberleitungsmasten (f\u00fcr die nie erfolgte Elektrifizierung) und die einzigen, die die Br\u00fccke nutzen sind M\u00e4hdrescherfahrer und d\u00e4mliche Radtouris wie ich. Aber ich will mich hier nicht \u00fcber die Beschr\u00e4nktheit der deutschen Schienenverkehrspolitik auslassen&#8230;<\/p>\n<p>Auf jeden Fall gings nun weiter \u00fcber Neugattersleben in Richtung Nienburg\/Saale, dort m\u00fcndet n\u00e4mlich die Bode in die Saale. Zwischendurch gabs auch Verpflegungspausen, und so allm\u00e4hlich machte sich deutlich bemerkbar, dass mein Allerwertester und der Sattel von Vaterns Fahrrad nicht recht kompatibel zu sein schienen. Ich musste fortw\u00e4hrend an die gro\u00dfen Worte unseres Maschinenbau-Profs aus der Vorlesung Ergonomie in der Informatik (oder wie die Vorlesung hie\u00df, ging jedenfalls um Ergonomie am Arbeitsplatz, richtiges Sitzen und sowas) denken. Der hatte n\u00e4mlich \u00fcber die Sitze von Fluglotsen doziert und dabei die Worte ausgesprochen &#8222;Der Stei\u00df muss frei h\u00e4ngen&#8220;. So, tat meiner aber nicht, und das war irgendwie \u00e4tzend, vor allem auf Kopfsteinpflaster wie im Stadtzentrum von Nienburg.<\/p>\n<p>Inzwischen war Mittag, ein gewisser Hunger machte sich auch breit, zumal wir durch die Umleitung wegen der Br\u00fcckensperrung etliche Kilometer extra gefahren waren. Allerdings waren wir noch recht weit entfernt von jeglicher Zivilisation, wir radelten jetzt n\u00e4mlich erstmal s\u00fcdw\u00e4rts \u00fcber die Felder in\u00a0 Richtung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bernburg_(Saale)\">Bernburg<\/a>\/Saale. Dort wurde eine Runde um das riesige Zementwerk gedreht (welches kilometerweit sichtbar und gr\u00f6\u00dftes Landschaftsmerkmal der Gegend ist), anschlie\u00dfend das Fahrrad durch die Talstadt geschoben und schlie\u00dflich bei Reimann&#8217;s eingekehrt.<\/p>\n<p>Das ist in Bernburg eine Institution als Wander- und Ausflugskneipe, gelegen direkt an der Saale gegen\u00fcber dem Schloss. Ich hab ja in Bernburg mein Abi gemacht und war daher schon \u00f6fter mal dort, aber das letzte Mal ist auch schon wieder einige Jahre her. Eine Bockwurst und ein Bier waren jedenfalls bei br\u00fctender Hitze genau das richtige, und normalerweise geh\u00f6rt da noch ein Sole-Ei dazu.<\/p>\n<p>Frisch gest\u00e4rkt ging es nun zur\u00fcck zum Elternhaus, zun\u00e4chst entlang der Saale und dann noch einige km auf dem Wipperradweg vorbei an diversen Kuhkaffs, auf Landwirtschaftswegen, auf denen ich schon als kleiner Steppke mit Opa radelm\u00e4\u00dfig unterwegs gewesen war. Nach gut 40km war die Tour dann p\u00fcnktlich zum Kaffee vorbei, und viel l\u00e4nger h\u00e4tte es mein Hintern auch nicht durchgehalten. Ich hab mich dann mal spa\u00dfeshalber auf Vaterns Klapprad gesetzt, das hat einen viel besseren Sattel, da h\u00e4tte ich keine Probleme gehabt. Vor der n\u00e4chsten Radtour verlange ich also ein besseres Polster f\u00fcr meinen Hintern.<\/p>\n<p>Davon &#8211; und vom irrwitzigen Sonnenbrand auf den Unterarmen &#8211; abgesehen war es aber eine wirklich sch\u00f6ne Tour. Der Sonnenbrand war allerdings eine echt b\u00f6se \u00dcberraschung, den h\u00e4tte ich so heftig nicht erwartet.<\/p>\n<p>Abends wurde dann noch gegrillt, und damit war auch dieser Urlaubstag gut \u00fcberstanden. Und\u00a0 schlafen konnte ich dann auch, trotz fies schmerzender dunkelroter Handr\u00fccken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am dritten Tag des Urlaubs war nicht wandern angesagt, sondern radeln. 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