{"id":2961,"date":"2020-07-10T16:49:10","date_gmt":"2020-07-10T14:49:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=2961"},"modified":"2020-07-10T16:49:10","modified_gmt":"2020-07-10T14:49:10","slug":"album-der-woche-23","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2020\/07\/10\/album-der-woche-23\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Livekonzerte fallen ja &#8222;aus Gr\u00fcnden&#8220; in diesem Jahr weitestgehend flach, deswegen ist das Album dieser Woche ein Livealbum. Und zwar ein ganz wichtiges in der Karriere der entsprechenden Band, denn es war f\u00fcr sie der gro\u00dfe Durchbruch f\u00fcr eine Weltkarriere.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Livealben z\u00e4hlten in den 1970er und 1980er Jahren zum guten Ton im Bereich Rock und Metal, nicht wenige werden als Meilensteine der Musikgeschichte angesehen &#8211; &#8222;Made In Japan&#8220;, &#8222;Unleashed In The East&#8220;, &#8222;Tokyo Tapes&#8220; (Japan scheint ein gutes Pflaster f\u00fcr Livealben zu sein), &#8222;Strangers In The Night&#8220;, &#8222;Live &amp; Dangerous&#8220; oder &#8222;Live after Death&#8220; (wer ohne Bem\u00fchen von Wikipedia die Bands zu den Alben aufz\u00e4hlen kann kriegt ein Bienchen) sind so mal eben die ersten in der Liste, die mir da einfallen w\u00fcrden. Und nicht wenige w\u00fcrden jetzt ein ganz bestimmtes Album in der Liste vermissen, aufgenommen im Sommer 1975 in den USA. Die Rede ist von &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Alive!_(Kiss_album)\">Alive!<\/a>&#8220; von &#8211; richtig &#8211; <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Kiss_(band)\">Kiss<\/a>.<\/p>\n<p>Auf die maskierten Rocker wurde ich ja erstmals um 1993-94 herum aufmerksam, als ich irgendwo im TV das Video zum damals noch recht aktuellen <em>God Gave Rock&#8217;n&#8217;Roll To You<\/em> sah, und dann irgendwann noch im Radio <em>I Was Made For Loving You<\/em> (miese Diskonummer, die ich schon lange nicht mehr zu den Highlights im Bandkatalog z\u00e4hle, aber eben die einzige die im Radio gespielt wird) h\u00f6rte. Und tats\u00e4chlich war eine Best Of von Kiss eine meiner allerersten selbstgekauften CDs, anno 1996 m\u00fcsste das gewesen sein, nachdem sie grade gro\u00dfe Reunion mit Masken und allem Drum und Dran verk\u00fcndet hatten.<\/p>\n<p>In den folgenden Jahren erstand ich dann nach und nach fast den kompletten restlichen Katalog der Band, und grade die Alben bis ungef\u00e4hr Destroyer (anno 1979) sind nicht umsonst Klassiker geworden. Das erste Live-Album (zwei Jahre sp\u00e4ter folgte ein weiteres) der Band war eigentlich nur eine Notl\u00f6sung, weil das Label keine Kohle f\u00fcr die Produkton eines Studioalbums hatte. Die ersten drei Alben der Band hatten sich (trotz unbestrittener Qualit\u00e4t und gro\u00dfem Klassikerstatus heutzutage) eher schleppend verkauft, ein Livealbum lie\u00df sich vergleichsweise preiswert aufnehmen, und so wurde dann Geschichte geschrieben.<\/p>\n<p>Die Setlist umfasst alle Hits der damals noch jungen Geschichte der Band, sprich Material von &#8222;Kiss&#8220; (fast das ganze Album), &#8222;Hotter Than Hell&#8220; und &#8222;Dressed To Kill&#8220;. Die Songs sind nat\u00fcrlich schon in den Studiofassungen fast durchgehend gro\u00dfe Klassiker, die bis weit ins 21. Jahrhundert hinein live dargeboten wurden, dazu kommt nat\u00fcrlich bei Kiss die (auf Album schwer fassbare) gigantische Show mit Feuerspucken, Kunstblut, Schminke, Kost\u00fcmen und riesigen Plateaustiefeln dazu, die s\u00e4mtliche Ma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr Shows verschob und auf neue Level hob &#8211; und nicht zu vergessen ein infernalisch laut dazugemischtes Publikum.<\/p>\n<p>Zur Musik selbst will ich eigentlich gar nicht viel schreiben, es ist meistenteils geradliniger Rock, mit klassischen Rocklyrics zum Thema Spa\u00df, Party und Alkohol (oder so in der Richtung). <em>100.000 Years<\/em> und <em>Cold Gin<\/em> werden durch Soli und Mitsingspielchen ausgiebig in die L\u00e4nge gezogen, anonsten kommt man in aller Regel innerhalb von vier Minuten auf den Punkt. Anspieltipps er\u00fcbrigen sich bei einem Livealbum auch mehr oder weniger, man sollte sich das Konzert schon am St\u00fcck reinziehen &#8211; am ehesten kann man noch das als Single ver\u00f6ffentlichte <em>Rock And Roll All Nite<\/em> hernehmen, das heute noch gerne im Rockradio gespielt wird.<\/p>\n<p>Das Album verkaufte sich wie geschnitten Brot, landete in den USA in den Top Ten, wurde mit Platin ausgezeichnet und er\u00f6ffnete der Band auf einen Schlag ganz neue M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Zukunft &#8211; um nicht zu sagen es rettete ihnen die Karriere. Allein aufgrund der historischen Bedeutung ist das Album relevant, aber es zeigt Kiss vor allem auch noch in ihrer rohesten rockigsten Phase, bevor nach und nach die Showelemente immer wichtiger als die Musik wurden. Wobei man sich ein Kiss-Konzert nat\u00fcrlich am besten als Video reinzieht, um eben diese ganzen visuellen Showelemente auch erleben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Livekonzerte fallen ja &#8222;aus Gr\u00fcnden&#8220; in diesem Jahr weitestgehend flach, deswegen ist das Album dieser Woche ein Livealbum. 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