{"id":2945,"date":"2020-06-18T21:25:58","date_gmt":"2020-06-18T19:25:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=2945"},"modified":"2020-06-18T21:25:58","modified_gmt":"2020-06-18T19:25:58","slug":"album-der-woche-20","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2020\/06\/18\/album-der-woche-20\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Was ist besser als ein Album der Woche? Richtig, zwei Alben der Woche. Und die gibts heute. Erschienen sind die beiden Werke vor 20 Jahren, und sie erweiterten meinen damals noch relativ beschr\u00e4nkten musikalischen Horizont (mein Bruder w\u00fcrde jetzt sagen &#8222;Man k\u00f6nnte fast behaupten du hast sowas \u00e4hnliches Geschmack&#8220;) nachhaltig.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Gekauft hab ich diese Alben, das wei\u00df ich zuf\u00e4llig noch, in Berlin am Alex, auf einer Wochenendr\u00fcckfahrt w\u00e4hrend meiner Armeezeit, zusammen mit einer Compilation von Judas Priest und einem Album der Scorpions, was in dieser Rubrik sp\u00e4ter dieses Jahr auch noch besprochen werden soll. Aber um was gehts nun eigentlich heute? Zwei Alben vom gleichen K\u00fcnstler, mit fast dem gleichen Namen, und gleichzeitig erschienen &#8211; frei nach dem Motto &#8222;Was Guns N&#8217;Roses k\u00f6nnen, kann ich auch&#8220; \ud83d\ude09 Geboten wird bunte Mischkost zwischen klassischem Prog, NeoProg und ProgMetal und am Mikro wechseln sich allerhand illustre Gestalten ab, darunter Russell Allen (Symphony X), Johan Edlund (Tiamat), Floor Jansen (ex After Forever, jetzt Nightwish), Timo Kotipelto (Stratovarius), Lana Lane,\u00a0 Neal Morse (Spock&#8217;s Beard), Ralf Scheepers (Primal Fear), Damian Wilson (Threshold) und nicht zuletzt Bruce Dickinson (Iron Maiden). Anhand der G\u00e4steliste wird der Kenner erraten haben, dass es sich bei den Alben der Woche um die <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Universal_Migrator_Part_1:_The_Dream_Sequencer\">Universal<\/a> <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Universal_Migrator_Part_2:_Flight_of_the_Migrator\">Migrator<\/a> Scheiben von <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Ayreon\">Ayreon<\/a> handelt.<\/p>\n<p>Es handelt sich hierbei um mehr oder weniger klassische Konzeptalben, bei denen ein Bewohner einer Marskolonie per Traummaschine durch die Zeit reist, angefangen bei seiner eigenen Jugend, durch das 20. Jahrhundert, das Mittelalter, die Steinzeit und schlie\u00dflich bis zur\u00fcck zum Urknall, nur um am Ende zu sterben und als freie Seele durchs Universum zu ziehen (oder so \u00e4hnlich). Die Story find ich relativ irrelevant,\u00a0 wichtiger sind die Songs. Das erste Album besteht dabei aus eher proggig und ruhig angehauchten Songs, auf der zweiten Scheibe d\u00fcrfen dann auch versch\u00e4rfte elektrische Gitarren ran.<\/p>\n<p>Beim ersten H\u00f6ren des ersten Albums, abends nachdem ich heimgekommen war, bin ich irgendwo nach den ersten zwei oder drei Nummern auf dem Sofa meines Bruders eingepennt &#8211; das lag aber nicht daran dass das Album eine Schlaftablette ist, sondern ich war einfach fix und alle. Auf jeden Fall beginnt das Album mit einigen Soundeffekten,\u00a0 die den geneigten H\u00f6rer auf den Mars versetzen und den Beginn des Traums markieren &#8211; die \u00c4hnlichkeiten im Gitarrensound zu Shine On You Crazy Diamond von Pink Floyd sind hier bestimmt nicht zuf\u00e4llig. Der erste echte Song, <em>My House On Mars<\/em>, wird von Johan Edlund und Floor Jansen intoniert und ist ein recht trauriges d\u00fcsteres St\u00fcck Musik, aber der Gesang ist Weltklasse. Es folgt <em>2084<\/em>, welches beschreibt wie die Marskolonisten sich auf die Reise machten, nachdem die Erde unbewohnbar geworden war &#8211; nicht unbedingt das geeignete St\u00fcck f\u00fcr irgendwelchen Eskapismus. Wesentlich cooler finde ich das folgende <em>One Small Step<\/em>, welches sich um die Mondlandung und Apollo 11 dreht. Die Keyboards gehen hier auf 11, das kann man k\u00e4sig finden oder auch nicht, mir gef\u00e4llts, komplett mit synthetischer Fanfare und allem Bombast, den man da so gebrauchen kann.<\/p>\n<p>Die folgenden St\u00fccke fallen dagegen etwas ab, die Reise geht weiter ins Amsterdam des 17. Jahrhunderts und die Spanische Armada, die 1588 von Francis Drake geschlagen wurde &#8211; Geschichtsstunde mal anders quasi. Weiter gehts mit Geschichten \u00fcber die Maya und Stonehenge, bevor man am Ende mit <em>The First Man On Earth<\/em> nochmal ein Highlight postiert, was alles bietet was Spock&#8217;s Beard auszeichnet und dabei nicht von Spock&#8217;s Beard stammt &#8211; auch wenn Neal Morse gro\u00dfartigen Gesang beisteuert.<\/p>\n<p>Auf dem zweiten Album gehts deutlich heftiger zur Sache, gleich beim Opener <em>Dawn Of A Million Souls<\/em> dr\u00f6hnen die Gitarren mit &#8217;ner Hammond-Orgel um die Wette, dass es eine Freude ist &#8211; und Russell Allen plus Damian Wilson am Mikro geht eh immer. Die folgenden St\u00fccke (<em>Journey On The Waves Of Time<\/em>, <em>To The Quasar<\/em>, <em>Through The Wormhole<\/em>, <em>Out Of The White Hole<\/em>) sind relativ geradliniger Heavy Metal mit fetter Produktion und ein paar versprengten Schn\u00f6rkeln, die den Flug durchs Universum beschreiben. Genau in der Mitte dieser Songs ist aber noch das absolute Highlight der beiden Alben platziert: <em>Into The Black Hole<\/em>. In diesem St\u00fcck f\u00e4hrt Meister Lucassen die fettesten Gesch\u00fctze an Analog-Synthies, Gitarren und sonstigem Bombast auf, um damit eine der besten Gesangsleistungen von Bruce Dickinson zu untermalen, die dieser je aufgenommen hat. Auf rund 10 Minuten hat man hier s\u00e4mtliche Trademarks der beiden Alben knackig zusammengefasst.<\/p>\n<p>Fazit: Als spaciger Trip (im wahrsten Sinne des Wortes) funktioniert das auch heute noch prima, man sollte sich aber schon die Zeit nehmen die Alben am St\u00fcck zu h\u00f6ren, weil die Songs eh ineinander \u00fcbergehen und eine Gesamtgeschichte erz\u00e4hlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist besser als ein Album der Woche? Richtig, zwei Alben der Woche. Und die gibts heute. 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