{"id":2770,"date":"2020-03-26T21:13:02","date_gmt":"2020-03-26T20:13:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=2770"},"modified":"2020-03-26T21:13:02","modified_gmt":"2020-03-26T20:13:02","slug":"album-der-woche-8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2020\/03\/26\/album-der-woche-8\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>In dieser Woche landen wir im sch\u00f6nen Jahr 1980. Da werden wir in den n\u00e4chsten Wochen noch \u00f6fter landen, dann allerdings eher auf schwermetallischen Spuren. Heute sind ganz andere Kl\u00e4nge dran, die zu diesem Zeitpunkt eigentlich v\u00f6llig aus der Mode waren. Verbrochen wurden diese Kl\u00e4nge von einer Band, die zu diesem Zeitpunkt schon gute 10 Jahre am Musizieren war, mindestens zwei ganz gro\u00dfe Klassiker im Portfolio hatte und einige Jahre und eine radikalische musikalische Kurs\u00e4nderung sp\u00e4ter zu den gr\u00f6\u00dften Pop-Bands der Welt werden sollte &#8211; <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Genesis_(Band)\">Genesis<\/a>.<!--more--><\/p>\n<p>Unvermeidlicherweise hatte ich diese Band Anfang der 90er kennengelernt, als Phil Collins sich im Video zu &#8222;I Can&#8217;t Dance&#8220; (toll, ich auch nicht, da haben wir was gemeinsam) zum Deppen machte. Eine Dekade sp\u00e4ter stellte ich dann zwei Sachen fest: Erstens sang da fr\u00fcher statt Phil Collins ein gewisser Peter Gabriel (h\u00f6? Der Peter Gabriel mit dem &#8222;Sledgehammer&#8220;? Ja, genau der), zweitens ist Phil Collins ein viel besserer Schlagzeuger als S\u00e4nger (was nicht hei\u00dft, dass er ein schlechter S\u00e4nger ist, als Schlagzeuger ist er aber eben Weltklasse, was man auf diesem Album auch gut h\u00f6rt) und drittens (weil ich viertens nicht bis drei z\u00e4hlen kann ;-)) ist die Musik der Band aus dieser fr\u00fcheren \u00c4ra wesentlich spannender als die aus dem Radio bekannte Popmusik der Sorte &#8222;Invisible Touch&#8220; oder &#8222;Land Of Confusion&#8220;.<\/p>\n<p>Der Stil der Band \u00e4nderte sich durch Personalwechsel Mitte der 70er langsam, aber stetig, wobei die Meinungen weit auseinandergehen, ab wann es denn nun wirklich mies wurde. Waren um 1972 noch Kl\u00e4nge angesagt, die man heute gemeinhin als &#8222;klassischen Prog&#8220; (selten d\u00e4mliche Bezeichnung, denn Prog steht ja eigentlich f\u00fcr progressiv, sprich musikalisch grenz\u00fcberschreitend) bezeichnet, \u00e4nderte sich das nach dem Ausstieg von Peter Gabriel und Gitarrist Steve Hackett nach und nach &#8211; mehr Charterfolg, weniger Tiefgang. Nun ist aber zwischen dem \u00fcberambitionierten und sperrigen <em>The Lamb Lies Down On Broadway<\/em> und dem Popalbum <em>Invisible Touch<\/em> noch eine L\u00fccke von \u00fcber 10 Jahren &#8211; und genau da sto\u00dfen wir heute mittenrein &#8211; mit einem eher untersch\u00e4tzten Album aus eben dieser \u00dcbergangsphase, welches auf den sch\u00f6nen kurzen Namen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Duke_(Album)\">Duke<\/a> h\u00f6rt.<\/p>\n<p>Im wesentlichen besteht das Album aus zwei Teilen &#8211; zum einen die Duke-Suite, bestehend aus der H\u00e4lfte der Songs, die dabei das Album inhaltlich klammern und Erinnerungen an l\u00e4ngst vergangene Prog-Zeiten wachrufen &#8211; Stichwort durchgehende Themen, komplexe Instrumentalpassagen und komplizierte Rhythmik. Live wurde diese Suite auch am St\u00fcck gespielt. Die andere H\u00e4lfte des Albums sind eher schn\u00f6de Popsongs der Sorte &#8222;Man Of Our Times&#8220; oder &#8222;Misunderstanding&#8220;, die zumindest teilweise f\u00fcr Radio-Airplay und erste Charterfolge sorgten &#8211; das war noch bevor Phil Collins mit &#8222;In The Air Tonight&#8220; (badam badam badam badam dam dam) seinen ersten gro\u00dfen Solo-Hit hatte.<\/p>\n<p>Coolste Nummer der Platte ist f\u00fcr mich das mittig platzierte &#8222;Turn It On Again&#8220; &#8211; einerseits ein ziemlich eing\u00e4ngiges poppiges St\u00fcck, andererseits aber Teil der Duke-Suite und rhythmisch und kompositorisch eine absolute Wundert\u00fcte, wird doch sch\u00f6n zwischen 13\/4 (Strophen), 4\/4 (Intro) und 5\/4 (Bridge) herumgeh\u00fcpft (Rush verzapften in dieser Zeit mit St\u00fccken wie &#8222;Limelight&#8220; ja \u00e4hnlich tr\u00fcgerisch einfach Vertracktes) und einen Refrain gibts in dem Sinne auch nicht, stattdessen mehrfach Strophe + Bridge und erst ganz am Ende gibts sowas \u00e4hnliches wie einen Refrain &#8211; das Leitmotiv der Nummer findet sich in abgewandelter Form auch an anderen Stellen der Duke-Suite wieder, die denn auch der Anspieltipp ist.<\/p>\n<p>Fazit: Sicher kein Vergleich zu den Prog-Gro\u00dftaten <em>Foxtrot<\/em> oder <em>Selling England By The Pound<\/em>, ebensowenig ein Vergleich zu den Pop-Gro\u00dftaten <em>We Can&#8217;t Dance<\/em> und <em>Invisible Touch<\/em>, aber allemal besser als sein Ruf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dieser Woche landen wir im sch\u00f6nen Jahr 1980. 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