{"id":2623,"date":"2020-02-08T12:32:12","date_gmt":"2020-02-08T11:32:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=2623"},"modified":"2020-03-03T19:13:37","modified_gmt":"2020-03-03T18:13:37","slug":"besser-ein-brett-auf-dem-tisch-als-ein-brett-vorm-kopf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2020\/02\/08\/besser-ein-brett-auf-dem-tisch-als-ein-brett-vorm-kopf\/","title":{"rendered":"Besser ein Brett auf dem Tisch als ein Brett vorm Kopf"},"content":{"rendered":"<p>Ich treff mich ja t\u00e4glich mit einigen Kollegen zum Mittagessen, und w\u00e4hrend dieser Mittagsrunde kamen wir irgendwann im letzten Jahr mal auf die Idee, sowas wie einen Spieleabend zu veranstalten. Also nicht mit &#8211; wie man bei Informatikern und artverwandten komischen K\u00e4uzen denken k\u00f6nnte &#8211; Computerspielen, sondern so klassisch Brettspiele und sowas. Nachdem wir die letzten drei Monate mehr oder weniger (also eigentlich mehr als weniger) erfolglos einen Termin gesucht hatten, war es nun gestern soweit.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Stattfinden sollte das Ganze in meiner bescheidenen H\u00fctte, weil die am zentralsten liegt. Angesagt hatten sich je zwei Kolleginnen und Kollegen, dazu einmal der Nachwuchs der Kollegin (kommt dieses Jahr in die Schule) und dazu noch mein Lieblingsbruder. Und da nat\u00fcrlich ohne Mampf kein Kampf, sollte es Pizza geben und mein Bruder brachte braungebrannten Streuselkuchen mit.<\/p>\n<p>Beim Eintreffen musste erstmal ausf\u00fchrlich meine Sammlung an d\u00e4nischem Plastik begutachtet werden (der eine Kollege fachm\u00e4nnisch weil selbst Sammler, der Sohn der Kollegin mehr so mit runtergeklapptem Oberkiefer) und dann begannen wir auch schon mit Spielen, n\u00e4mlich mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dobble\">Dobble<\/a>. Das ist nur was f\u00fcr Leute mit schnellen Reflexen und noch besseren Augen, au\u00dferdem darf man keine Wortfindungsschwierigkeiten haben. Der Sohn der Kollegin machte uns entsprechend alle platt, weil er die Karten und Symbole viel besser kannte als wir.<\/p>\n<p>Zweites Spiel des Abends war Soundquartett. Das ist ein normales Quartettspiel, mit dem Dreh dass man sich mit Tierlauten verst\u00e4ndigt. Das klingt halt ausgesprochen l\u00e4cherlich, wenn erwachsene Menschen andere erwachsene Menschen mit &#8222;blubb blubb&#8220; (Fisch) und &#8222;Kikerikii&#8220; (selbsterkl\u00e4rend) ansprechen. War aber recht am\u00fcsant. Wesentlich relevanter war dann aber doch die Pizzabestellung.<\/p>\n<p>Weiter gings mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Uno_(Kartenspiel)\">Uno<\/a>. Das funktioniert immer, auch wenn mir pers\u00f6nlich <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mau-Mau_(Kartenspiel)\">Mau<\/a> nach Familienregeln mehr gibt. Aber das ist Geschmackssache. Weniger Geschmackssache war dann die Pizza, die war n\u00e4mlich lecker, auch wenn wir vom j\u00fcngsten Teilnehmer ger\u00fcgt wurden, weil wir alle &#8222;wie die Schweine&#8220; a\u00dfen, n\u00e4mlich ohne Teller und Serviette und so.<\/p>\n<p>Es folgte eine Runde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kniffel\">Kniffel<\/a>, was ich standesgem\u00e4\u00df mit einem ebensolchen er\u00f6ffnete. Im weiteren Verlauf w\u00fcrfelte ich allerdings nur eher unterdurchschnittlichen Mist, musste mir jede Menge doofe Kommentare von den billigen Pl\u00e4tzen anh\u00f6ren (courtesy of my Lieblingsbruder) und wurde insgesamt Zweiter und mein Bruder nur Dritter, \u00e4tsch. Die Kolleginnen waren aber auch zwischendurch v\u00f6llig unkonzentriert und nicht bei der Sache, weil im Haus auf der anderen Stra\u00dfenseite ein gut gebauter Mittzwanziger ohne Shirt in der K\u00fcche stand und kochte. Da war den Kolleginnen dann grad erstmal wichtiger, sich fremdes Frischfleisch anzuschauen &#8211; aber uns M\u00e4nnern wird vorgeworfen wenn wir mal einem Minirock hinterhergucken, jaja&#8230;<\/p>\n<p>Die Kollegin samt Nachwuchs verabschiedete sich schlie\u00dflich (es war gegen 20 Uhr) und lie\u00df uns noch verschiedene Krapfen mit interessanten F\u00fcllungen da &#8211; also nix mit Schokolade, mehr so mit Vanillecreme oder Erdbeer-Himbeer-irgendwas, aber zumindest auch nicht mit Senf.<\/p>\n<p>Und nun begann das eigentliche ernsthafte Spielen, wir versumpften dann n\u00e4mlich zu f\u00fcnft in einer ausgiebigen Runde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cards_Against_Humanity\">Cards Against Humanity<\/a>. Das ist halt auch genau das richtige f\u00fcr Berufssarkastiker wie meinen Bruder und zynisch veranlagte Querk\u00f6pfe wie es Informatiker im Allgemeinen und Besonderen nun mal so sind. Ich bekam jedenfalls mittendrin einmal einen echten und vollst\u00e4ndigen Lachkrampf wie ich ihn seit Jahren nicht erlebt habe. Zu den allgemein schick b\u00f6sen Aussagen geh\u00f6rten dann so Dinge wie &#8222;What get&#8217;s the party started? <em>AK-47<\/em>&#8222;, &#8222;<em>World Peace<\/em> is the beginning of the end of the United States&#8220; oder &#8222;What helps me most getting laid? <em>Having a vagina<\/em>.&#8220; Man darf also hier weder anst\u00e4ndig noch moralapostolisch veranlagt sein, je b\u00f6ser, fieser und zynischer die Antwort, umso besser. Gro\u00dfer Gewinner war die verbliebene Kollegin, da taten sich also ordentliche Abgr\u00fcnde auf \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Gegen 23:15 Uhr hatten wir dann genug, die Kollegen mussten ja noch nach Hause fahren. Mein Bruder hielt mir im Anschluss noch eine gro\u00dfe Rede \u00fcber die wachsende Rolle der Bedeutung als Basis der Grundlage \u00fcber die Schlechtigkeit des Managements im allgemeinen und besonderen unter besonderer Ber\u00fccksichtung der Bedeutung der Vernachl\u00e4ssigung der Qualit\u00e4t als solide Basis f\u00fcr eine erfolgreiche Steigerung der R\u00fcckl\u00e4uferquote. Gegen halb ein Uhr morgens unterbrach ich ihn dann und trollte mich ins Bett.<\/p>\n<p>Fazit: Sehr sch\u00f6ne Sache, werden wir sicher in Zukunft mehr oder minder regelm\u00e4\u00dfig tun. Und beim n\u00e4chsten Mal spielen wir dann vielleicht auch ein Brettspiel und nicht nur mit Spielkarten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich treff mich ja t\u00e4glich mit einigen Kollegen zum Mittagessen, und w\u00e4hrend dieser Mittagsrunde kamen wir irgendwann im letzten Jahr mal auf die Idee, sowas wie einen Spieleabend zu veranstalten. 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