{"id":2509,"date":"2019-09-07T18:08:18","date_gmt":"2019-09-07T16:08:18","guid":{"rendered":"http:\/\/uwe.s2000.at\/?p=2509"},"modified":"2019-09-07T18:08:18","modified_gmt":"2019-09-07T16:08:18","slug":"auf-de-rhaetsche-eisebahne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2019\/09\/07\/auf-de-rhaetsche-eisebahne\/","title":{"rendered":"Auf de Rh\u00e4t&#8217;sche Eisebahne.."},"content":{"rendered":"<p>&#8230;gibts gar viele Haltstatione. Und im Gegensatz zur <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Auf_de_schw%C3%A4bsche_Eisebahne\">schw\u00e4bischen Eisebahne<\/a> fahr ich da auch gerne freiwillig mit. Die haben n\u00e4mlich sch\u00f6ne rote Wagen, jede Menge Platz, in den meisten Z\u00fcgen (noch) vern\u00fcnftig zu \u00f6ffnende Fenster und sind au\u00dferdem p\u00fcnktlich wie ein Schweizer Uhrwerk. Allermeistens jedenfalls.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Abschnitt 1 &#8211; Chur &#8211; St. Moritz<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem ich die F\u00fc\u00dfe bei der Wanderung durch die Rheinschlucht am Vortag ja doch m\u00e4chtig strapaziert hatte war nun ein Tag mit hinsetzen und niesen angedacht &#8211; in den Zug setzen und Aussicht genie\u00dfen n\u00e4mlich. Und da ich noch einige Ecken der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rh%C3%A4tische_Bahn\">rh\u00e4tischen Bahn<\/a> auf meiner gro\u00dfen Landkarte als &#8222;bisher nicht befahren&#8220; markiert hatte war der Plan nun, eben diese L\u00fccken mal zu schlie\u00dfen und das ganze mit einem Kulturprogramm zu verbinden &#8211; Feld-, Wald-, Wiesen- und Weltkulturerbe <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Albulabahn\">Albulabahn<\/a> n\u00e4mlich.<\/p>\n<p>Der urspr\u00fcngliche Plan ging von einer Fahrt \u00fcber den Albulapass aus, dort sollte ein Umsteigen Richtung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnstrecke_Bever%E2%80%93Scuol-Tarasp\">Engadinerlinie<\/a> erfolgen und sich eine R\u00fcckfahrt via <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vereinatunnel\">Vereinatunnel<\/a> und Landquart anschlie\u00dfen. Das Studium des Fahrplans ergab aber dass ich damit schon am fr\u00fchen Nachmittag fertig sein w\u00fcrde, was nat\u00fcrlich irgendwie nicht im Sinne des Erfinders ist. Also wurde die Runde um einen Schlenker \u00fcber St. Moritz und Pontresina erweitert, so dass ich auch noch die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnstrecke_Samedan%E2%80%93Pontresina\">Verbindungsstrecke<\/a> zwischen Samedan und Pontresina befahren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Mit diesem schicken Plan im Hinterkopf bestieg ich also morgens den Zug in Richtung St. Moritz (nach dem obligatorischen Fr\u00fchst\u00fcck und so, wie \u00fcblich eben). Das Wetter war ausgesprochen brauchbar, recht sonnig und warm. Der Zug war zumindest in meinem Abteil sp\u00e4rlich besetzt, so dass ich einen guten Platz in Fahrtrichtung rechts ergattern konnte.<\/p>\n<p>Bis Thusis passiert auf der Strecke ja erstmal nicht viel, au\u00dfer dass man den Rhein \u00fcberquert und danach in Richtung S\u00fcden abbiegt und an einer <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rh%C3%A4z%C3%BCnser\">Mineralwasserfabrik<\/a> vorbeif\u00e4hrt. Hinter Thusis nun kommt eine Ansage vom Band, dass man sich nun auf der Weltkulturerbe-Strecke der Albulabahn befindet. Das merkt man in erster Linie mal daran, dass es pl\u00f6tzlich steil bergauf geht und man verschiedene Tunnel und Br\u00fccken durch- bzw. \u00fcberquert. Darunter ist dann z.B. der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Soliser_Viadukt\">Soliser Viadukt<\/a>.<\/p>\n<p>Weiter gehts dann erstmal vergleichsweise unspektakul\u00e4r (wenn auch mit toller Aussicht auf Berg und Tal) in Richtung Alvaneu, wo man dann die 1000 H\u00f6henmeter knackt. N\u00e4chster H\u00f6hepunkt ist die \u00dcberquerung des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Landwasserviadukt\">Landwasserviaduktes<\/a>, der vermutlich bekanntesten Br\u00fccke der Schweiz. Ich war da zwar schon einige Male, aber das ist doch immer wieder faszinierend, wie der Zug da im Schneckentempo \u00fcber den Viadukt kriecht und direkt in den Tunnel einf\u00e4hrt. Und richtig verr\u00fcckt wird die Streckenf\u00fchrung ja dann sowieso erst hinter Filisur mit dem ersten Kehrtunnel und dann ganz besonders zwischen Berg\u00fcn und Preda (man schaue sich die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Albulabahn#\/media\/Datei:Streckenentwicklung_zwischen_Berg%C3%BCn_und_Preda.svg\">Streckenskizze<\/a> bei Wikipedia an).<\/p>\n<p>Anno 2013 bin ich den Abschnitt ja mal gewandert (hallo Bj\u00f6rn!), und eigentlich muss man sagen dass der Zug (obwohl er recht gem\u00fctlich f\u00e4hrt) noch zu schnell ist um das alles nachzuvollziehen durch welche Kehrschleife man da gerade f\u00e4hrt. So oder so endet der Abschnitt dann in Preda mit der Einfahrt in den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Albulatunnel\">Albulatunnel<\/a> und auf der anderen Seite gehts dann vergleichsweise geradlinig (was hei\u00dft vergleichsweise &#8211; es geht geradeaus) in Richtung Samedan und weiter nach St. Moritz.<\/p>\n<p>Ich hatte mir unterwegs nun noch einen weiteren Schlenker ausgeknobelt &#8211; \u00fcber die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berninabahn\">Berninalinie<\/a> bis nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alp_Gr%C3%BCm\">Alp Gr\u00fcm<\/a>, dort in den Gegenzug umsteigen und mit diesem nach Pontresina fahren. Wenn man schon mal da ist kann man den Berninapass ja auch mitnehmen, grade eben auch wegen des sch\u00f6nen Wetters. Ich vertrat mir am Bahnhof St. Moritz also eine knappe Stunde lang die F\u00fc\u00dfe (das ist so kein vorgesehener Anschluss, da h\u00e4tte ich in Samedan und Pontresina umsteigen m\u00fcssen, was ich aber erst auf dem R\u00fcckweg machen wollte) bevor es weiterging.<\/p>\n<p><strong>Abschnitt 2 &#8211; St. Moritz &#8211; Alp Gr\u00fcm<\/strong><\/p>\n<p>Die Berninalinie beginnt ja relativ unspektakul\u00e4r mit der Querung des Inns, bevor es dann hinter Pontresina schlagartig spektakul\u00e4r wird mit Gletschersicht und der h\u00f6chsten Alpenpassquerung ohne Scheiteltunnel. Bevor der Zug dort hinkam standen wir uns aber erstmal in Pontresina die R\u00e4der platt beim Warten auf den Gegenzug &#8211; aufgrund von akut sch\u00f6nem Wetter und ebenso akut erh\u00f6hten Wandereraufkommens war der Fahrplan geringf\u00fcgig in Verzug. Ich brauchte mir da trotzdem keine Sorgen machen, aufgrund der Eingleisigkeit der Strecke war ein Verpassen des Gegenzuges ja ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Nachdem es dann endlich weiterging passierten wir die Haltestelle Morteratsch und kurz darauf die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berninabahn#\/media\/Datei:BerninaExpressMorteratsch.JPG\">Montebellokurve<\/a> (der Zug war recht gut gef\u00fcllt und ich sa\u00df auf der falschen Seite), und kurz darauf kam auch der Schaffner. Das w\u00e4re nicht weiter erw\u00e4hnenswert, wenn sich nicht schr\u00e4g gegen\u00fcber ein leidlich interessantes Drama entfaltet h\u00e4tte. Eine \u00e4ltere Dame (also wirklich \u00e4lter, gesch\u00e4tzt um die 70+) hatte n\u00e4mlich nur eine Fahrkarte der zweiten Klasse und wollte nun f\u00fcr die erste Klasse nachl\u00f6sen. Das ist in der Schweiz normalerweise auch kein Thema, war es von Seiten des Schaffners auch hier nicht, bis auf die Tatsache dass sie kein Bargeld dabei hatte, nur franz\u00f6sisch sprach (was der Schaffner unerwarteterweise aber flie\u00dfend sprach) und das elektronische Leseger\u00e4t ihre Kreditkarte nicht akzeptieren wollte bzw. sie es nicht schaffte, die PIN korrekt einzugeben. Der Zug war inzwischen an der Passh\u00f6he vorbeigefahren bis das Thema Fahrkartenkauf abgeschlossen werden konnte&#8230; Ich sag ja, nur Bares ist Wahres.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20190814\/height.png\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20190814\/height_klein.png\" width=\"570\" height=\"214\" \/><\/a><\/p>\n<p>Anyway, am Berninapass war fantastisches Wetter, dementsprechend waren am fr\u00fchen Nachmittag auch Himmel und Menschen unterwegs. Der Zug kam somit in Alp Gr\u00fcm mit fast 10 Minuten Versp\u00e4tung an. Das war noch nicht das Thema, der Gegenzug musste ja eh abgewartet werden, da zwischen Alp Gr\u00fcm und Cavaglia nur eine einzige Ausweichstelle vorhanden ist. Dummerweise hatte ich auch keine M\u00f6glichkeit, Fotos von der bekannten Panoramakurve zu machen, weil da n\u00e4mlich alles wegen Bauarbeiten gro\u00dfr\u00e4umig abgesperrt war. Also trat ich nur so 10 Minuten doof in der Gegend herum und parkte meine morschen Knochen dann im Schatten des Empfangsgeb\u00e4udes, um nicht gleich den n\u00e4chsten Sonnenbrand zu riskieren.<\/p>\n<p>Mit etwas Versp\u00e4tung kam nun auch der Gegenzug, der mich zur\u00fcck nach Pontresina bringen sollte.<\/p>\n<p><strong>Abschnitt 3 &#8211; Alp Gr\u00fcm &#8211; Pontresina<\/strong><\/p>\n<p>Ich wiederhole jetzt hier nicht nochmal, wie toll die hochalpine Landschaft am Berninapass ist, auf jeden Fall konnte ich ein paar Fotos machen und war nun auch auf der Montebellokurve auf der richtigen Seite des Zuges und wiederholte das Bild, was ich schon vor 2 Jahren mal geknipst hatte \ud83d\ude09 Und kurz darauf rollte der Zug auch schon in Pontresina ein, wo ich tats\u00e4chlich durch den Tunnel umsteigen musste um den Zug nach Samedan zu erwischen. Das passierte dann auch im flotteren Schweinsgalopp, die Umsteigezeit war n\u00e4mlich auf eine Minute zusammengeschrumpft. Kaum war ich im Zug rollte selbiger auch schon an.<\/p>\n<p><strong>Abschnitt 4 &#8211; Pontresina &#8211; Samedan<\/strong><\/p>\n<p>Dieser Absatz ist ein F\u00fclltext, weil es eigentlich \u00fcberhaupt nicht viel zu erz\u00e4hlen gibt \u00fcber diese gut f\u00fcnf Kilometer lange Fahrt. Es war die k\u00fcrzestes Zugfahrt des Urlaubs, ich \u00fcberquerte den Inn zum zweiten Mal an diesem Tage, befuhr erstmals die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnstrecke_Samedan%E2%80%93Pontresina\">Pontresinerlinie<\/a> und in Samedan stiegen Menschenmassen in den Zug nach Chur (via Albulalinie) und eine Nonne und ein Uwe in den Zug nach Chur (via <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnstrecke_Bever%E2%80%93Scuol-Tarasp\">Engadinerlinie<\/a>). Das Umsteigen klappte problemlos, das war nat\u00fcrlich alles sauber aufeinander abgestimmt.<\/p>\n<p><strong>Abschnitt 5 &#8211; Samedan &#8211; Chur<\/strong><\/p>\n<p>Die letzte Etappe f\u00fchrte mich nun in einem gro\u00dfen Bogen \u00fcber die Engadinerlinie und den Vereinatunnel zun\u00e4chst mal nach Klosters und von da <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnstrecke_Landquart%E2%80%93Davos_Platz\">weiter hinunter<\/a> nach Landquart und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnstrecke_Landquart%E2%80%93Thusis\">weiter nach Chur<\/a>. Bis zum Vereinatunnel folgt die Bahnstrecke dabei dem Inn und quert diesen mehrfach auf teils spektakul\u00e4ren Br\u00fccken. Die Strecke steht ja im Schatten der als Weltkulturerbe entsprechend vermarkteten Albula- und Berninalinie. Trotzdem lohnt sich die Fahrt, wobei man eigentlich mehrfach w\u00e4hrend der Fahrt den Sitzplatz wechseln muss &#8211; je nachdem auf welcher Talseite der Zug grade langf\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Die Nonne stieg irgendwo unterwegs in einem der Kaffs mit den unaussprechlichen r\u00e4toromanischen Namen aus, daf\u00fcr stiegen nach und nach immer mehr Wanderer zu, die ihre jeweilige Wanderung abgeschlossen hatten. Der Zug f\u00fcllte sich somit zusehends und bei der Einfahrt in den Vereinatunnel war dann ganz gut Betrieb. Im Tunnel selbst ist es nat\u00fcrlich duster wie im B\u00e4renarsch, aber auf der anderen Seite schien dann auch wieder sch\u00f6n die Sonne.<\/p>\n<p>Der Zug fuhr nun bei bestem hochsommerlichen Wetter nach und nach den Berg wieder runter in Richtung Landquart, von ca 1100m in Klosters auf etwas \u00fcber 500m in Landquart. In diesem Seitental war ich vorher noch nie unterwegs gewesen, das ist durchaus auch gut erschlossen, an den H\u00e4ngen stehen zahlreiche kleinere Hotels und gr\u00f6\u00dfere H\u00e4user mit Ferienwohnungen, und der Zug f\u00fcllte sich nun irgendwie auch mit Berufspendlern wie es schien &#8211; dabei wars noch nicht mal 16 Uhr.<\/p>\n<p>In Landquart leerte sich der Zug, hier hat man Anschluss an die SBB sowohl Richtung Chur als auch Richtung Nordostschweiz. Ich blieb im Zug, ich hatte es ja nicht eilig. Au\u00dfer mir waren aber wohl nur noch Leute dabei, die in einem der Kuhkaffs zwischen Landquart und Chur aussteigen wollten, bzw. \u00fcber Chur hinaus in Richtung Disentis\/Must\u00e9r fuhren. Wie auch immer, es wurde inzwischen echt dr\u00fcckend warm, die Schaffnerin rannte auch schon ohne die schwere dunkle Jacke herum und ich musste mir selbst im Zug die Sonnenbrille aufsetzen weil ich so geblendet wurde (von der Sonne, nicht von der Schaffnerin ;-)).<\/p>\n<p>Auf jeden Fall kam der Zug ohne weitere erw\u00e4hnenswerte Ereignisse in Chur an und ich trollte mich meiner Wege in Richtung Supermarkt zwecks Getr\u00e4nkeversorgung. Diese war notwendig f\u00fcr die letzte Wanderung des Urlaubs am Folgetag, aber das wird in einem anderen Beitrag ausgekaspert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230;gibts gar viele Haltstatione. Und im Gegensatz zur schw\u00e4bischen Eisebahne fahr ich da auch gerne freiwillig mit. Die haben n\u00e4mlich sch\u00f6ne rote Wagen, jede Menge Platz, in den meisten Z\u00fcgen (noch) vern\u00fcnftig zu \u00f6ffnende Fenster und sind au\u00dferdem p\u00fcnktlich wie ein Schweizer Uhrwerk. 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