{"id":2494,"date":"2019-08-31T22:27:02","date_gmt":"2019-08-31T20:27:02","guid":{"rendered":"http:\/\/uwe.s2000.at\/?p=2494"},"modified":"2019-08-31T22:27:02","modified_gmt":"2019-08-31T20:27:02","slug":"durch-den-regen-gefahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2019\/08\/31\/durch-den-regen-gefahren\/","title":{"rendered":"Durch den Regen gefahren"},"content":{"rendered":"<p>Ich schriebs ja schon im vorherigen Beitrag, aufgrund akut inkontinenter Wolken bestand der Urlaubstag aus Bahnfahren, Bahnfahren und&#8230; Busfahren. Und im tiefsinnigen Nachgr\u00fcbeln \u00fcber komische Ortsnamen. Aber mehr dazu in den folgenden Abs\u00e4tzen&#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Etappe 1 &#8211; Chur &#8211; Thalwil<\/strong><\/p>\n<p>Der erste Abschnitt des Tages (den obligatorischen Teil mit Fr\u00fchst\u00fcck und Marsch zum Bahnhof lasse ich jetzt mal weg) begann kurz nach neun. Das hei\u00dft eigentlich begann er kurz vorher, da stand ich n\u00e4mlich am Bahnsteig und guckte der Abfahrt des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bernina_Express\">Bernina-Express<\/a> zu. Netter Zug, nette Strecke, aber nachdem ich vor Jahren einmal mitgefahren war reicht es auch. Und am heutigen Tage mit dem entsprechenden Wetter war die Fahrt sicherlich auch nicht der gro\u00dfe Hit, hingen die Wolken doch bereits kurz oberhalb von Chur, mithin also bei unter 1000m H\u00f6he.<\/p>\n<p>Ich hingegen enterte den Regionalzug in Richtung Z\u00fcrich mit Unterwegshalten in diversen Kuhk\u00e4ffern und Nestern. Ich machte einige Alibifotos vom Zugfenster aus (nur echt mit Regentropfen an der Scheibe und Wolken vor der Landschaft), bevor der Zug am Walensee und Z\u00fcrichsee entlang fuhr. Kein Vergleich zur Fahrt am ersten Urlaubstag, aber trotzdem sehr stimmungsvoll, wenn auch eher tief herbstlich.<\/p>\n<p>Thalwil ist die letzte Station vor Z\u00fcrich, liegt direkt am Seeufer und ist gleichzeitig wichtiger <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Thalwil#%C3%96ffentlicher_Verkehr\">Umsteigeknoten<\/a>, hier treffen sich n\u00e4mlich die Tunnelstrecke nach Z\u00fcrich, die S-Bahn in Richtung Z\u00fcrich und die beiden Strecken in Richtung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ziegelbr%C3%BCcke\">Ziegelbr\u00fccke<\/a> (wer kommt nur auf so einen Namen?)-Sargans-Chur sowie die sehr wichtige Strecke Richtung Zug (und von da weiter Richtung Luzern oder Gotthard), die unter anderem von den internationalen Z\u00fcgen Richtung Italien genutzt wird.<\/p>\n<p>Ich musste jedenfalls dort also auch umsteigen. Es regnete was die Wolken hergaben, aber die Umsteigezeit war optimal geplant, grade so dass man bequem von einem Bahnsteig zum anderen kommt und sich dann nicht erst die Beine in den Bauch stehen muss.<\/p>\n<p><strong>Etappe 2 &#8211; Thalwil-Luzern<\/strong><\/p>\n<p>Der folgende IR war wieder ein ellenlanger doppelt verstockter Zug mit quasi endlos viel Platz. Nebenan sa\u00df ein Journalist oder sowas, der m\u00e4chtig am Telefonieren war, weil er in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zug_(Stadt)\">Zug<\/a> (nicht im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/IC2000\">Zug<\/a>, sondern in Zug &#8211; gro\u00dfer Unterschied!) was recherchieren musste. Kaum war der Zug in Zug (gelegen im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kanton_Zug\">Kanton Zug<\/a> am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zugersee\">Zugersee<\/a>) angekommen, war der Kerl auch weg und ich konnte weiter in Ruhe den Regentropfen am Fenster beim vergeblichen Kampf gegen den Fahrtwind zuschauen (und nebenbei dr\u00fcber nachgr\u00fcbeln, warum Zug (der Ort) ohne Zug (das Ding in dem ich sa\u00df) nicht besonders sinnvoll w\u00e4re.<\/p>\n<p>Die Fahrt f\u00fchrte jedenfalls weiter nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rotkreuz_ZG\">Rotkreuz<\/a>, wo sich gleich die n\u00e4chste Frage stellte, denn da war weder ein Krankenhaus noch ein rotes Kreuz zu finden. Nur ein gro\u00dfer Umsteigebahnhof, weil sich hier die Strecken von Basel-Olten Richtung Gotthard und die Strecke von Zug nach Luzern kreuzen &#8211; womit wir beim Grund f\u00fcr den Ortsnamen sind: Der Bahnhof wurde nach einem Zollhaus zum roten Kreuz benannt, und erst seit der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts leistet sich der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnhof_Rotkreuz\">Bahnhof<\/a> einen eigenen Ort mit passendem Namen&#8230; Das ist so \u00e4hnlich wie mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Krzy%C5%BC_Wielkopolski\">Krzy\u017c Wielkopolski<\/a> (fr\u00fcher Kreuz (Ostbahn)) in Polen, dass als Kreuzungsbahnhof der Bahnstrecken <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stargard-Posener_Eisenbahn\">Posen-Stargard<\/a> bzw. der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Preu%C3%9Fische_Ostbahn\">Preu\u00dfischen Ostbahn<\/a> Berlin-K\u00f6nigsberg entstand.<\/p>\n<p>Wie auch immer, auch hier wars noch nass, der Zugersee war wolkenverhangen und es sah auch nicht wirklich nach einer Wetterverbesserung aus. Viel Zeit zum Nachdenken hatte ich aber gar nicht, weil der Zug schon fast in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Luzern\">Luzern<\/a> angekommen war. Bei passender Gelegenheit muss ich da auch nochmal Sightseeing machen, seinerzeit war ja vor lauter Wolken kein Ausblick vom <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pilatus_(Berg)\">Pilatus<\/a> (hat eigentlich schon jemand die Marketingidee f\u00fcr Pilates am Pilatus gehabt?) m\u00f6glich. Kurz vor Luzern h\u00f6rte es dann tats\u00e4chlich auch mal kurz auf zu regnen.<\/p>\n<p>Am Bahnhof war m\u00e4chtig Betrieb, und hier waren die Wege auch etwas weiter &#8211; vor zum Querbahnsteig, r\u00fcber zum vordersten Bahnsteig, nochmal 300m weiter bis zum Nebengleis, und da stand dann auch der Zug bereit. Solange man nicht grad am Kr\u00fcckstock l\u00e4uft war das aber wieder problemlos zu schaffen.<\/p>\n<p><strong>Etappe 3 &#8211; Voralpen-Express Luzern-St. Gallen<\/strong><\/p>\n<p>Der Zug verlie\u00df Luzern auf dem gleichen Weg wie ich angekommen war, mit einem Schlenker nach S\u00fcden aus dem Bahnhof heraus und dann einmal eine lange Rechtskurve, bis man einen grob \u00f6stlichen Kurs drauf hat. Zwischendrin noch kurz ein Blick auf die Aare und die bekannte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kapellbr%C3%BCcke\">Holzbr\u00fccke<\/a>, und schon wenige Minuten sp\u00e4ter war der erste Halt am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Verkehrshaus_der_Schweiz\">Verkehrshaus<\/a> Luzern erreicht. Vom Zug aus war da nur die \u00fcberdimensionierte Verkehrszeichenwand zu sehen, das Innere des Museums hatte ich 2011 schon mal unsicher gemacht &#8211; sehr empfehlenswert.<\/p>\n<p>Weiter gings, n\u00e4chster Halt: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%BCssnacht_SZ\">K\u00fcssnacht am Rigi<\/a>. Noch so ein Ort mit komischem Namen. Es war weder Nacht (ganz im Gegentum, es war 12 Uhr mittags), entsprechend konnte weder die Nacht noch irgendwas anderes gek\u00fcsst werden. Im \u00fcbrigen haben die Schweizer eine komische Grammatik, oder der Berg ist transsexuell &#8211; es hei\u00dft die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rigi\">Rigi<\/a>, aber K\u00fcssnacht am Rigi&#8230; Anyway, hier regnete es wieder.<\/p>\n<p>Die Strecke f\u00fchrte bis dahin am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vierwaldst%C3%A4ttersee\">Vierwaldst\u00e4dtersee<\/a> entlang (auf der rechten Seite), kaum war das Seeufer au\u00dfer Sicht tauchte auf der anderen Seite wieder der Zugersee auf. Die Fahrt ging nun weiter in Richtung Arth-Goldau, von wo aus die Strecke dann von der Gotthardlinie abzweigt und \u00fcber den Berg in Richtung Z\u00fcrichsee in Richtung Nordosten abbiegt. Die Strecke f\u00fchrt also konstant, aber quasi unmerklich bergauf, bis man oben angekommen pl\u00f6tzlich einen tollen Ausblick auf den Z\u00fcrichsee hat (oder h\u00e4tte, wenn nicht so viel Wolken die Aussicht vernebeln w\u00fcrden).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20190812\/height.png\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" alt=\"H\u00f6henprofil\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20190812\/height_klein.png\" width=\"570\" height=\"214\" \/><\/a><\/p>\n<p>Einige Schleifen sp\u00e4ter ist man dann auch schon in Pf\u00e4ffikon (noch so ein schr\u00e4ger Ortsname) am Seeufer angekommen. Die Strecke f\u00fchrt nun quer \u00fcber den See \u00fcber einen schmalen Damm (R\u00fcgendamm f\u00fcr Schweizer) und auf der anderen Seite h\u00e4lt man in Rapperswil (da rappte aber niemand). Stattdessen gabs ne Durchsage vom Schaffner (oder wie auch immer der Knilch in der Schweiz genannt wird), dass der Zug wegen Bauarbeiten schon in Herisau enden wird und die letzte Ecke bis nach St. Gallen mit dem Bus gefahren werden muss. Zumindest gabs eine ordentliche Ansage wann und wo der Bus abfahren w\u00fcrde. Nach dem ersten Schock war ich ganz froh, dass ich den Mist nicht bei der R\u00fcckfahrt haben w\u00fcrde, denn da hatte ich die Tour \u00fcber Luzern und St. Gallen urspr\u00fcnglich eingeplant gehabt. Da h\u00e4tte ich dann n\u00e4mlich noch Gep\u00e4ck mit mir rumgeschleppt.<\/p>\n<p>So gings nun aber erstmal durch einen l\u00e4nglichen Tunnel zwischen Uznach und Wattwil (&#8222;Willste Watt?&#8220; sprach der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/James_Watt\">James<\/a>) und weiter durch nordostschweizerisches H\u00fcgelland bis eben nach Herisau. Dort wartete auch wie angek\u00fcndigt der Bus (08\/15 Gelenkbus), der mich auch problemlos nach St. Gallen brauchte. Ist allerdings ungewohnt mitm Stadtbus \u00fcber die Autobahn zu brummen. Da wird so ein Bus schon arg laut.<\/p>\n<p>Trotz allem war ich dann tats\u00e4chlich p\u00fcnktlich in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/St._Gallen\">St. Gallen<\/a> (schon wieder ein komischer Ortsname, Gift und Galle spucken war gar nicht angesagt, immerhin kam jetzt sogar die Sonne raus&#8230;)<\/p>\n<p><strong>Etappe 4 &#8211; St. Gallen-Chur<\/strong><\/p>\n<p>Die letzte Etappe f\u00fchrte nun \u00fcber <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rorschach\">Rorschach<\/a> (ja, das ist nicht ganz das mit den komischen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rorschachtest\">Tintenklecksen<\/a>, liegt aber am Bodensee) und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/St._Margrethen\">St. Margrethen<\/a> (nach heiliger Galle nun also eine heilige Margarethe) wieder in Richtung Chur. Da gabs dann pl\u00f6tzlich wunderbaren Sonnenschein, einen Ersatzzug, der den Namen nicht verdient hat (das war ein funkelnigelnagelneuer Zug, nix irgendwie abgewetztes) und eigentlich war alles super.<\/p>\n<p>Einzig komische Aktion war der \u00e4ltere Herr, der mich mittendrin mal volltextete, dass der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/SBB_RABe_502\">Zug<\/a> f\u00fcr ihn nur eine bessere S-Bahn sei, Unterflurantrieb h\u00e4tte und f\u00fcnf Jahre zu sp\u00e4t w\u00e4r. Kann ich nun nicht best\u00e4tigen, in Deutschland ist man ja schon froh wenn \u00fcberhaupt ein Zug kommt (bestes Beispiel: Zwischen Leipzig und Chemnitz fahren jetzt wieder unkaputtbare \u00dc40-<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/DR-Baureihe_130\">Russendiesel<\/a>&#8230;) Ich lie\u00df mich davon aber nicht weiter irritieren, sondern guckte ausm Fenster auf pl\u00f6tzlich ohne Wolken sichtbare Berge.<\/p>\n<p>Erst kurz vor Chur zog es wieder etwas zu, aber weil es noch nicht so wahnsinnig sp\u00e4t war &#8211; und ich noch nicht wirklich weit gelaufen &#8211; spazierte ich zun\u00e4chst zum n\u00e4chstbesten Kiosk zwecks Kauf von Ansichtskarten und danach noch etwas durch die Altstadt. Weil Murphy aber Perfektionist ist und den Satz von der Erhaltung der Gemeinheit begr\u00fcndet hat kam ich nat\u00fcrlich voll in das nun wieder einsetzende Unwetter rein. Machte aber nix, ich musste eh noch zum Supermarkt und Getr\u00e4nke f\u00fcr die Wanderung des n\u00e4chsten Tages kaufen.<\/p>\n<p>Damit war dieser Tag dann auch abgehakt, am n\u00e4chsten Morgen gings dann wieder versch\u00e4rft spazieren. Aber das wird dann im n\u00e4chsten Beitrag thematisiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich schriebs ja schon im vorherigen Beitrag, aufgrund akut inkontinenter Wolken bestand der Urlaubstag aus Bahnfahren, Bahnfahren und&#8230; Busfahren. Und im tiefsinnigen Nachgr\u00fcbeln \u00fcber komische Ortsnamen. 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