{"id":2488,"date":"2019-08-27T19:50:31","date_gmt":"2019-08-27T17:50:31","guid":{"rendered":"http:\/\/uwe.s2000.at\/?p=2488"},"modified":"2019-08-27T19:50:31","modified_gmt":"2019-08-27T17:50:31","slug":"sonnentagswanderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2019\/08\/27\/sonnentagswanderung\/","title":{"rendered":"Sonnentagswanderung"},"content":{"rendered":"<p>Die zweite Wanderung des Urlaubs f\u00fchrte an einem sch\u00f6nen sonnigen Sonntag vom Weisshorn mit Umwegen nach Arosa. Dazu gabs Begegnungen der erwarteten und weniger erwarteten Sorte und am Ende kaputte Sohlen (am Fu\u00df und an den Wanderschuhen). Aber der Reihe nach&#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Ran an den Berg &#8211; rauf auf den Berg (28.8 km, <strong><strong>\u219720<\/strong><\/strong>10m, <strong>\u2198<\/strong>3m)<\/strong><\/p>\n<p>Der Tag begann wie schon der vorherige &#8211; mit dem Fr\u00fchst\u00fcck n\u00e4mlich. Und weil Sonntag war gabs zus\u00e4tzlich zu zwei Wurstbr\u00f6tchen auch noch ein Fr\u00fchst\u00fccksei. War aber ein bissl l\u00e4nglich gekocht. Frisch gest\u00e4rkt gings dann (eine Thronsitzung sp\u00e4ter) wie schon am Vortag zum Bahnhof, allerdings bei deutlich besserem Wetter. Der Zug war aber auch besser besucht als am Vortag, insbesondere von Familien mit kleinen Kindern. Die wollten in allererster Linie n\u00e4mlich ins <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arosa_B%C3%A4renland\">B\u00e4renland Arosa<\/a>, da gibts n\u00e4mlich \u00fcbergro\u00dfe Teddyb\u00e4ren zu begucken. Mich interessierten diese nun nicht so wirklich, ich seh ja schon jeden Morgen einen Brummb\u00e4r wenn ich in den Spiegel gucke. Aber ich schweife ab.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" alt=\"Diagramm\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20190811\/t-h.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Der Zug brachte mich ohne weitere Vorkommnisse und (muss ich das erw\u00e4hnen?) p\u00fcnktlich nach Arosa. Es quietschte auch wieder sch\u00f6n in den Kurven, und im Gegensatz zum Vortag gabs auch Aussicht bis zum Horizont (was nicht viel hei\u00dft wenn man im Tal zwischen diversen Zweitausendern unterwegs ist). Auf jeden Fall hie\u00df es in Arosa nun umsteigen zur Seilbahn zum <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weisshorn_(Arosa)\">Weisshorn<\/a>. Die Verk\u00e4uferin wollte mir noch penetrant die erweiterte Eintrittskarte aufschwatzen (nur einen Franken mehr) mit Zutritt zum B\u00e4renland und R\u00fcckfahrt und allen anderen Extras. Interessierte mich alles wie die Wasserstandsmeldung vom letzten Winter, ich wollte ja nur rauf auf den Berg, runter gehts schlie\u00dflich mit Hilfe der Schwerkraft von ganz alleine.<\/p>\n<p>Wenige Minuten und eine widerspenstige Barcode-Leseaktion am Eingang sp\u00e4ter gings dann auch schon los, zun\u00e4chst zur Mittelstation (da war dann schon von der Seilbahn aus ein Exemplar von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Braunb%C3%A4r\">Ursus arctos<\/a> zu sehen, also warum noch extra Eintritt zahlen?) und dort einmal Umsteigen sp\u00e4ter bis zum Gipfel. Der liegt auf ungef\u00e4hr 2500m, nach Chur (1900m tiefer) sinds in Luftlinie keine 12km und \u00fcberhaupt hat man eine tolle Aussicht in alle Richtungen &#8211; au\u00dfer in Richtung Arosa, da hat die Automarke mit den vier Ringen ein riesengro\u00dfes Werbebanner aufh\u00e4ngen lassen, um harmlose Wanderer von den Vorteilen von elektrischem Antrieb zu \u00fcberzeugen (dabei hat der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Audi_Sport_quattro\">beste<\/a> Audi f\u00fcnf Zylinder und nen Turbolader und nen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Audi_90_quattro_IMSA_GTO\">dicken Auspuff<\/a>, und zwitschert beim Runterschalten wie ein \u00fcberlautes V\u00f6gelchen).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" alt=\"Diagramm\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20190811\/t-v.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p><strong>Zwei F\u00fc\u00dfe am Doppelgipfel (12.6 km, <strong>\u2197<\/strong>277m, <strong>\u2198<\/strong>1117m)<\/strong><\/p>\n<p>Oben am Gipfel angekommen schmierte ich mich erstmal mit ordentlich Lichtschutzfaktor ein, Vorbeugen ist bekannterma\u00dfen besser als nach hinten fallen. Dazu wurde dann noch die khakifarbene Dunstkiepe auf die R\u00fcbe geschnallt und schon konnte es losgehen, allerdings erst nachdem ich ein paar semitolle Fotos von der tollen Aussicht gemacht hatte. Und da ich schon oben auf dem Gipfel rumstand konnte es der Logik nach nur bergab gehen. Und da man sich mit der Logik nicht anlegen kann (weil sie einfach immer Recht hat) gings nat\u00fcrlich auch bergab. Und zwar ganz sch\u00f6n steil &#8211; schwarze Piste war ausgeschildert, allerdings gabs da im Sommer keinen Schnee &#8211; was meiner Traktion durchaus zutr\u00e4glich war. Und ich laber schon wieder viel zu viel.<\/p>\n<p>Erster Zwischenhalt war der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Carmenna\">Carmennapass<\/a>, danach gings dann noch ein St\u00fcck den Berg hinab, allerdings deutlich weniger steil. Und ehe ich michs versah war ich unterhalb des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/H%C3%B6rnli_(Arosa)\">H\u00f6rnligipfels<\/a> angekommen. Ab da gings bergauf, sch\u00f6n gem\u00fctlich und langsam und mit diversen Pausen zum Fotos machen (und Luft holen). Dort war dann auch m\u00e4chtig Betrieb mit jeder Menge anderer Wanderer auf dem Weg zur <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/H%C3%B6rnlih%C3%BCtte_(Arosa)\">H\u00f6rnlih\u00fctte<\/a> bzw. von dort wieder nach unten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" alt=\"Diagramm\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20190811\/t-deltah.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Und eben jene H\u00f6rnlih\u00fctte war das n\u00e4chste Ziel. Diverse H\u00f6henmeter und ungef\u00e4hr zwei Stunden Wanderung sp\u00e4ter hatte ich besagte H\u00fctte auch schon erreicht. Im Hintergrund Richtung Norden gabs ziemlich d\u00fcstere Gewitterwolken, in Richtung S\u00fcden gabs Sonnenschein und einen orangenen Rettungshubschrabschrab. Also wurde die Pause ein wenig gek\u00fcrzt und die Operation Abstieg in Angriff genommen (so werd ich bestimmt nie ein guter Trainer).<\/p>\n<p><strong>Das Ziel vor Augen<\/strong><\/p>\n<p>Der Abstieg gestaltete sich schwieriger als gedacht. Weniger wegen der Wegstrecke als vielmehr aufgrund diverser unerwarteter Hindernisse. In diesem Gebiet ist es n\u00e4mlich so, dass es einen ganzen Haufen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Downhill\">Mountainbike-Trails<\/a> gibt, f\u00fcr die ganzen Hohlbirnen, die nicht schnell genug unten ankommen k\u00f6nnen. Und eben diese Hohlbirnen bel\u00e4stigen dann auch noch harmlose Wanderer indem sie auf den Wanderwegen runtergurken m\u00fcssen. Und da kann man nicht wirklich mit dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mountainbike\">MTB<\/a> lang, da gehts n\u00e4mlich wirklich \u00fcber Stock und Stein. Und Platz zum Schieben ist da auch nicht wirklich. Entsprechend genervt reagieren dann die Wanderer.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" alt=\"Diagramm\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20190811\/s-h.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Neben diesen zweir\u00e4drigen Rindviechern gibts in der Schweiz nat\u00fcrlich auch noch jede Menge vierhufige Rindviecher in verschiedenen Farben, Sorten und Gr\u00f6\u00dfen. Einzige Gemeinsamkeit war, dass nicht eins davon lila war (wieder mal). Diese Rindviecher stehen da also in der Gegend rum wie Steinpilze und glotzen gelangweilt. Au\u00dferdem sprangen ein paar Schafe durch die Gegend, und im Hintergrund pfiffen alle Nase lang irgendwelche unsichtbaren <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alpenmurmeltier\">Murmeltiere<\/a> in der Gegend herum.<\/p>\n<p>Ich kam jedenfalls irgendwann an einem kleinen Bach an, der da irgendwo von oben herunterpl\u00e4tscherte und in den Schwellisee m\u00fcndete. Dort waren tats\u00e4chlich zwei Badenixen damit besch\u00e4ftigt, sich zumindest mit den Beinen im eiskalten Wasser abzuk\u00fchlen. Da staunten nicht nur die Rindviecher nicht schlecht. Von dort gings nun in relativ sanftem Abstieg die restliche Strecke hinunter nach Arosa. Dieses Ziel der Wanderung hat man ja eigentlich die ganze Zeit im Blick, aber es ist gut wenn es dann nicht nur n\u00e4her kommt, sondern man auch irgendwann mal so gut wie da ist.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" alt=\"Diagramm\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20190811\/s-v.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Mein Lieblingsbruder unterrichtete mich in der Zwischenzeit \u00fcber die neuesten Sportergebnisse (Notiz f\u00fcrs Lesen in ferner Zukunft: MotoGP \u00d6sterreich 2019, letzte Kurve). Ich hingegen stapfte den Berg hinunter durch Innerarosa. Das zieht sich noch m\u00e4chtig gewaltig, bis man mehrere Kilometer sp\u00e4ter dann doch irgendwann mal in Arosa am Bahnhof ankommt. Da war alles abgesperrt wegen einer Sportveranstaltung, da rannten irgendwelche sportbegeisterten Typen langstreckenm\u00e4\u00dfig um die Wette. Ist mir schleierhaft wie man an sowas bei br\u00fctender Sommerhitze auch noch Spa\u00df haben kann&#8230;<\/p>\n<p><strong>Besser langsam gefahren als schnell gelaufen (25.8km, <strong><strong>\u2197<\/strong><\/strong>60m &#8211; Rundungsfehler, <strong><strong>\u2198<\/strong><\/strong>1162m)<\/strong><\/p>\n<p>Ich setzte mich auf die n\u00e4chstbeste Bank am Bahnhof und wartete auf den Zug. Der fuhr auch kurz darauf ein, gut gef\u00fcllt mit Hotelg\u00e4sten aus allen Ecken dieser Welt. Diese wurden auch direkt vom Hotelpersonal in Empfang genommen. Derartigen Service brauch ich ja nicht, ich kann meinen Koffer auch noch alleine bis zum Hotel ziehen. Aber gut, Service ist Service und wenn mans bezahlt hat&#8230; Ich suchte mir also ein kuschliges Pl\u00e4tzchen und alsbald quietschte der Zug gem\u00e4chlich den Berg hinunter nach Chur. Mit ihm Zug sa\u00dfen diverse andere Touristen, die scheinbar ein ausgesprochenes Interesse daran hatten sich an Tunnelw\u00e4nden oder Fahrleitungsmasten die R\u00fcbe amputieren zu lassen&#8230; Man sollte da schon echt vorsichtig sein wie weit man die R\u00fcbe aus dem Fenster streckt, der Zug zuckelt zwar nur mit 30 Sachen, aber im Zweifelsfall ist die R\u00fcbe dann trotzdem ab. Es passierte gl\u00fccklicherweise doch nichts, wir kamen p\u00fcnktlich und in einem St\u00fcck in Chur an.<\/p>\n<p>Ich schleppte mich die letzten Meter zum Hotel und begutachtete dort erstmal die Flursch\u00e4den, die die Wanderung bei mir angerichtet hatte. Da waren zun\u00e4chst mal die gelockerten Sohlen an den Wanderschuhen, da l\u00f6st sich die Klebstoffbindung in Wohlgefallen aus. N\u00e4chster Punkt waren neue Blasen an den F\u00fc\u00dfen &#8211; nicht unbedingt schlimm, aber zumindest leicht nervig. Und im Lauf des Abends stellte ich dann noch fest, dass meine Ellbogen eine ungew\u00f6hnliche Affinit\u00e4t zum Kommunismus aufwiesen &#8211; da gabs doch glatt ein paar ziemlich krebsrote Stellen, wo ich am Morgen beim Auftragen des Lichtschutzfaktors geschlampt hatte. Dumm gelaufen. Das schlechte Wetter, was ich oben an der H\u00f6rnlih\u00fctte gesehen hatte, war \u00fcbrigens an der Alpennordseite h\u00e4ngengeblieben und kam erst am sp\u00e4ten Abend in Chur an, blieb dann aber auch bis zum n\u00e4chsten Nachmittag.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" alt=\"Diagramm\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20190811\/s-deltah.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Fazit: Sch\u00f6ne und sch\u00f6n anstrengende Wanderung. Meine Knie machten mit, die Muskeln auch, die F\u00fc\u00dfe nicht ganz so. Mountainbiker sind doof, K\u00fche sind nicht lila, und H\u00f6hensonne ist gef\u00e4hrlich. Aufgrund leicht malader Fu\u00dfsohlen und eines eher nass aussehenden Wetterberichts lautete der Plan des n\u00e4chsten Tages nun, eine Bahntour durch die Ostschweiz zu machen. Aber das wird im n\u00e4chsten Beitrag in epischer Breite durchgekaut werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die zweite Wanderung des Urlaubs f\u00fchrte an einem sch\u00f6nen sonnigen Sonntag vom Weisshorn mit Umwegen nach Arosa. Dazu gabs Begegnungen der erwarteten und weniger erwarteten Sorte und am Ende kaputte Sohlen (am Fu\u00df und an den Wanderschuhen). Aber der Reihe nach&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2488"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2488"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2488\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2488"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2488"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2488"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}