{"id":2442,"date":"2019-07-15T20:03:45","date_gmt":"2019-07-15T18:03:45","guid":{"rendered":"http:\/\/uwe.s2000.at\/?p=2442"},"modified":"2019-07-15T20:03:45","modified_gmt":"2019-07-15T18:03:45","slug":"einfach-tierisch-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2019\/07\/15\/einfach-tierisch-teil-2\/","title":{"rendered":"Einfach tierisch &#8211; Teil 2"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem der Besuch im N\u00fcrnberger Tiergarten ja schonmal ganz gut verlaufen war, lautete nun der Beschluss, dass der Uwe reisen muss. N\u00e4mlich in die Stadt mit dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tierpark_Berlin\">Tierpark<\/a>, dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Fer_Tiergarten\">Tiergarten<\/a> und dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zoologischer_Garten_Berlin\">Zoo<\/a>. Die mit den zweimal plus zwei mehr Fu\u00dfball-Bundesligisten als Hamburg. Genau, da wo der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berliner_B%C3%A4r\">B\u00e4r<\/a> steppt. <!--more--><\/p>\n<p><strong>Dienstag, 9.7.19 &#8211; Ich fahre nach Berlin&#8230; mit Hindernissen<\/strong><\/p>\n<p>Ich hatte mir f\u00fcr meine Fahrt nach Berlin zum Zwecke des Tierparkbesuchs und allgemeiner touristischer Herumguckerei einen sch\u00f6nen Plan ausgeknobelt: Gegen Mittag losfahren, kurz nach vier im Hotel ankommen, dann ein bissl durch die Stadt schleichen und ab 19 Uhr eine Kahnpartie auf der Spree. Und ich liebe es wenn ein Plan funktioniert &#8211; tat er nur nicht. Also nicht so richtig. Und das kam so:<\/p>\n<p>Ich begab mich zum Bahnhof und las dort auf der Anzeige erstmal die m\u00e4\u00dfig erfreuliche Nachricht, dass mein ICE flotte 30 Minuten versp\u00e4tet sei. F\u00fcr einen Zug aus M\u00fcnchen ist das beachtlich wenn er in Erlangen schon so viel Versp\u00e4tung hat. Und die Wagenreihung stimmte auch mal wieder nicht mit dem eigentlichen Plan \u00fcberein. Aber gut, was solls, ich hab schon l\u00e4nger in meinem Leben auf Z\u00fcge, Busse und anderes gewartet, da tun 30 Minuten auch nicht weh &#8211; hatte ich eben eine halbe Stunde mehr Zeit vorbeirauschende G\u00fcterz\u00fcge zu bewundern. Irgendwann traf mein Zug dann auch ein, ich suchte mir meinen Platz &#8211; d.h. nein, da sa\u00df eine Familie mit Kleinkind, also setzte ich mich zwei Reihen weiter auf einen freien Platz und \u00fcberlie\u00df der Familie den Tisch &#8211; und ersp\u00e4hte auf dem Display im Zug die sch\u00f6ne rot unterlegte Nachricht &#8222;Heute kein Halt in Erfurt&#8220;. Ebenso rot blinkte dann meine innere Alarmleuchte auf.<\/p>\n<p>Die ganze Sache f\u00fcgte sich zwei Minuten sp\u00e4ter zu einem konsistenten Gesamtbild, nachdem der Schaffner eine Durchsage gemacht hatte. Aufgrund von technischen Problemen konnte der Zug nicht auf den Schnellfahrstrecken fahren (vermutlich <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Linienzugbeeinflussung\">LZB<\/a> bzw. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/European_Train_Control_System\">ETCS<\/a> nicht funktionsf\u00e4hig). Daraus konnte ich rasiermesserscharf schlussfolgern, dass er Zug nicht zwischen Ingolstadt und N\u00fcrnberg \u00fcber die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schnellfahrstrecke_N%C3%BCrnberg%E2%80%93Ingolstadt%E2%80%93M%C3%BCnchen\">Schnellfahrstrecke<\/a> gekommen war, sondern den Weg \u00fcber Treuchtlingen genommen haben musste, daher auch die Versp\u00e4tung. Dabei musste er in N\u00fcrnberg die Fahrtrichtung wechseln, was die falsche Wagenreihung erkl\u00e4rte. F\u00fcr mich viel relevanter waren aber die noch folgenden Konsequenzen: Ich wollte zwar nicht nach Erfurt, aber der Zug musste den Weg \u00fcber den Th\u00fcringer Wald nehmen (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Frankenwaldbahn\">Frankenwaldrampe<\/a> &#8211; Jena &#8211; Naumburg &#8211; Leipzig), die ja noch aus Kaisers Zeiten stammt und in erster Linie sch\u00f6n, aber eben auch sch\u00f6n zeitraubend ist. Mein Hosentaschencomputer verriet mir dann auch eine prognostizierte Ankunft in Berlin mit knapp zwei Stunden Versp\u00e4tung. Darauf hatte ich nat\u00fcrlich keinen Bock, aber was tun?<\/p>\n<p>Die Antwort kam vom Schaffner. Reisende nach Erfurt wurden gebeten in Bamberg umzusteigen in einen 20 Minuten sp\u00e4ter folgenden ICE. Ich guckte nach, besagter ICE fuhr \u00fcber Erfurt und Halle nach&#8230; Berlin. Reisende in Richtung Berlin wurden jedoch gebeten nicht in diesen Zug umzusteigen, da er bereits gut gef\u00fcllt sei und nicht genug Kapazit\u00e4ten habe. Gut, das mit der Kapazit\u00e4t stimmt nat\u00fcrlich, ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/ICE_4\">ICE 4<\/a> hat 830 Pl\u00e4tze, der andere ICE war ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/ICE_3\">ICE 3<\/a> mit ungef\u00e4hr 450 Pl\u00e4tzen. Allein mir war das wurscht, ich h\u00e4tte eine Reservierung von Erfurt nach Berlin in dem Zug machen k\u00f6nnen, so voll konnte er also nicht sein. Ergo stieg ich in Bamberg wieder aus und wartete nochmal 20 Minuten auf den n\u00e4chsten Zug.<\/p>\n<p>Da fand ich auch problemlos einen Sitzplatz und konnte nun ohne weitere Aufreger mit den Zwischenhalten Erfurt und Halle in Richtung Berlin gondeln. Und da kam ich mit nur 20 Minuten Versp\u00e4tung gegen\u00fcber meiner originalen Planung an (trotz 30 Minuten Warten in Erlangen und weiteren 20 Minuten in Bamberg). Der Rest der Reise war nun ein Klacks, das schwierigste war noch das Finden der richtigen Rolltreppen, um im Berliner Hauptbahnhof von ganz unten nach ganz oben zu fahren, weil ich noch mit der S-Bahn drei Stationen Richtung Alexanderplatz fahren musste.<\/p>\n<p>Kurz darauf war ich auch schon im Hotel angekommen. Und irgendwie bin ich ja der Meinung, dass einem das Personal beim Einchecken immer die falschen Sachen erz\u00e4hlt. Ich brauch keine Mitgliedskarte, ich will auch keinen Smalltalk \u00fcber meine Anreise f\u00fchren und auch nicht h\u00f6ren wie toll es ist dass ich grade in diesem Hotel \u00fcbernachten m\u00f6chte. Ich will vor allem wissen wo und wann es Fr\u00fchst\u00fcck gibt und wie zum Henker ich zum Zimmer komme bzw. wo der Fahrstuhl ist. Aber gut, die relevanten Infos erhielt ich auf Nachfrage dann auch und konnte somit meinen Koffer abstellen und mich zum Stadtbummel begeben.<\/p>\n<p><strong>Touristenprogramm<\/strong><\/p>\n<p>Wie eingangs erw\u00e4hnt hatte ich ja eine Spreetour gebucht, und da musste ich ja mal gucken wie ich da zur Anlegestelle komme. Au\u00dferdem wollte ich ein paar Sehensw\u00fcrdigkeiten abklappern, bei denen ich noch nicht war. Zeit hatte ich ja nun genug. Allerdings war ich auch mitten im Feierabendverkehr, au\u00dferdem ist Berlin eine einzige Baustelle, und dar\u00fcber hinaus von suizidalen Kampfradlern, E-Scootern und Touristen bev\u00f6lkert.<\/p>\n<p>Am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gendarmenmarkt\">Gendarmenmarkt<\/a> angekommen stellte ich zwei Dinge fest: Erstens wurde eine gro\u00dfe B\u00fchne aufgebaut weswegen ich das Knipsen von brauchbaren Fotos mal eben vergessen konnte, und zweitens ist der Name Gendarmenmarkt v\u00f6llig irref\u00fchrend. Ich verstehs ja wenn ein Platz Fischmarkt hei\u00dft, oder meinetwegen auch Getreidemarkt. Handel damit kann ich mir vorstellen. Bei einem Flohmarkt wirds ja damit schon schwierig. Aber Gendarmenmarkt? Als wenn <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Gendarm_von_Saint_Tropez\">Ludovic Cruchot<\/a> k\u00e4uflich w\u00e4re&#8230; Wie auch immer, ich spazierte also kreuz und quer zwischen Alexanderplatz und Gendarmenmarkt und M\u00e4rkischem Ufer herum, bis die Zeit f\u00fcr die Abfahrt meines Touristenkahns gekommen war.<\/p>\n<p><strong>Eine Kahnfahrt die ist lustig&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Der Kahn war da, ich war da, was aber auch da war, war eine Abschlussklasse einer Hauptschule aus der Ulmer Gegend, die dummerweise auch mit diesem Kahn mitfahren wollte. Ich \u00fcberlie\u00df der Gruppe freiwillig den Platz auf dem Oberdeck und machte es mir stattdessen unten schr\u00e4g neben der Theke gem\u00fctlich. Entsprechend hatte ich auch als erster ein Bier vor mir stehen \ud83d\ude42 Der Kapit\u00e4n grinste mich auch direkt an, der Krawall vom Oberdeck war ja nicht zu \u00fcberh\u00f6ren, und die Kellnerin dachte auch dass da gleich Mord und Totschlag losgehen w\u00fcrden. Tja, ich \u00e4rgerte mich mehr dar\u00fcber dass ich einen tollen Deal gemacht hatte &#8211; zwei Stunden Kahnfahrt f\u00fcr den Preis von drei&#8230; Im Internet hie\u00df es drei Stunden \u00fcber Landwehrkanal und Spree, gefahren wurde zwei Stunden vorw\u00e4rts und r\u00fcckw\u00e4rts die Spree hoch und runter. Aber wurscht, auf hoher See und in der Matheklausur ist man eh in Gottes Hand wie mein Mathelehrer fr\u00fcher zu sagen pflegte.<\/p>\n<p>Wir schipperten also gem\u00fctlich die Spree in s\u00fcd\u00f6stlicher Richtung entlang bis kurz vor die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oberbaumbr%C3%BCcke\">Oberbaumbr\u00fccke<\/a>, der vielleicht sch\u00f6nsten Br\u00fccke Berlins, jedenfalls seit der Restaurierung. Dort wurde gewendet und es ging vorbei an der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/East_Side_Gallery\">East Side Gallery<\/a>. Es ist schon schizophren das zu sehen &#8211; die &#8222;Gallery&#8220; ist ja auf den Resten der Berliner Mauer gestaltet, die Spree war damals an der Stelle Grenzfluss und Sperrgebiet und heute stehen dort Hotels und die Mercedes-Benz-Arena. Wie sangen doch einst City? &#8222;Heut&#8216; seh ich [&#8230;] dr\u00fcben den Mercedes-Stern, Reklame f\u00fcr McDonalds-Futter&#8230;&#8220; Nur meinten sie damals ein anderes Berlin und ein ganz anderes &#8222;dr\u00fcben&#8220;.<\/p>\n<p>Dummerweise bemerkten jetzt diverse Leute, dass es auf so einem Oberdeck in der Mitte der Spree doch ziemlich zieht. Und schon wars vorbei mit meiner Ruhe unter Deck. Nunja. Die Fahrt ging weiter zur Schleuse, dann vorbei im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nikolaiviertel\">Nikolaiviertel<\/a> und dem Dom in Richtung Museumsinsel. Dazu gabs dann immer mal wieder erkl\u00e4rende Worte aus der Konserve, die aber dank einer gewissen lautstarken Schulklasse nur schwer verst\u00e4ndlich waren. Aber auch ohne weitere Erkl\u00e4rungen ist die Museumsinsel sehenswert, ebenso der Bahnhof Friedrichstra\u00dfe &#8211; nebenbei sei die &#8222;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/St%C3%A4ndige_Vertretung_(Gastronomiebetrieb)\">St\u00e4ndige Vertretung<\/a>&#8220; der Bonner Republik erw\u00e4hnt, ebenso wie nebenan die Berliner Republik mit der Bierb\u00f6rse &#8211; der Bierpreis orientiert sich dort an Angebot und Nachfrage.<\/p>\n<p>Es folgt ein architektonischer Bruch bei der Fahrt durch den Spreebogen mit den ganzen Bauten des Regierungsviertels, die in erster Linie durch viel Beton auffallen. Auf H\u00f6he des Tiergartens &#8211; mit 40.000 nummerierten B\u00e4umen, wir sind ja in Deutschland &#8211; wurde erneut gewendet und die Fahrt ging auf dem gleichen Weg zur\u00fcck. Ich hab da schon nicht mehr allzuviel mitbekommen, es gibt ja links und rechts so viel zu sehen, und alle paar Minuten unterquert man dann auch noch mehr oder minder bekannte Br\u00fccken oder passiert bekannte Bauwerke. Gegen 21 Uhr war die Kahnpartie dann auch beendet, die Schulklasse zog von dannen und ich trollte mich zur\u00fcck in Richtung Hotel. F\u00fcr heute hatte ich genug erlebt, aber am n\u00e4chsten Tag sollte es ja weitergehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem der Besuch im N\u00fcrnberger Tiergarten ja schonmal ganz gut verlaufen war, lautete nun der Beschluss, dass der Uwe reisen muss. N\u00e4mlich in die Stadt mit dem Tierpark, dem Tiergarten und dem Zoo. Die mit den zweimal plus zwei mehr Fu\u00dfball-Bundesligisten als Hamburg. 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