{"id":2394,"date":"2018-08-08T19:43:25","date_gmt":"2018-08-08T17:43:25","guid":{"rendered":"http:\/\/uwe.s2000.at\/?p=2394"},"modified":"2018-08-08T19:43:25","modified_gmt":"2018-08-08T17:43:25","slug":"urlaub-tag-8-last-train-home","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2018\/08\/08\/urlaub-tag-8-last-train-home\/","title":{"rendered":"Urlaub Tag 8: Last train home"},"content":{"rendered":"<p>So ganz stimmt die \u00dcberschrift zwar nicht, weil die allerletzte Etappe mit dem Taxi zur\u00fcckgelegt wurde, aber so grob passt es schon. R\u00fcckfahrt in den gro\u00dfen Kanton war angesagt, und damit war man dann auch schon den ganzen Tag besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Etappe 0: Probiers mal mit Gem\u00fctlichkeit<\/strong><\/p>\n<p>Der Tag begann zumindest theoretisch sp\u00e4ter als sonst, weil der erste Zug des Tages nicht um 8:19 Uhr, sondern erst um 9:19 Uhr fahren sollte. Das hielt nat\u00fcrlich den inneren Schweinehund (bzw. meinen Schnarchnasenbruder) nicht davon ab, mich p\u00fcnktlich zu wecken. Das Wetter zauberte einen schicken Blick auf Berge mit Wolken vors Hotel, und dann gings erstmal ganz gem\u00fctlich und in aller Ausf\u00fchrlichkeit zum Fr\u00fchst\u00fcck, diesmal mit Nachschlag und zweiter oder dritter Portion, weil man ja schon mal f\u00fcr das sp\u00e4ter ausfallende Abendessen vorfuttern musste. Fr\u00fchst\u00fcck ist ja nicht ohne Grund die wichtigste Mahlzeit des Tages.<\/p>\n<p>Danach hie\u00df es Zahnb\u00fcrste und Jacke in den Koffer packen, Schl\u00fcssel abgeben und geordnet zum Bahnhof abmarschieren. Dort waren nat\u00fcrlich die \u00fcblichen Touristenhorden unterwegs, die rauf auf den Berg wollten um dann runtergucken zu k\u00f6nnen &#8211; was beim Wetter des Tages eher mal nicht so der Bringer gewesen sein d\u00fcrfte. Wir hingegen wiederholten quasi die Fahrt der vorherigen zwei Tage etwas zeitversetzt&#8230;<\/p>\n<p><strong>Etappe 1: Grindelwald-Basel<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem wir uns, unsere Koffer und dazwischen auch alle Beine im Abteil verstaut hatten ging es auch schon bergab. Ich hatte die Verbindung extra so ausgeknobelt, dass wir in Interlaken eine gute halbe Stunde Zeit hatten, da meine Eltern keinen Bock hatten, mit Koffer in acht Minuten von Gleis 3 nach Gleis 7 oder so zu laufen (obwohl das nat\u00fcrlich absolut problemlos zu schaffen gewesen w\u00e4re). Also sa\u00dfen wir ein bissl dusslig am Bahnsteig herum, bevor der IC Richtung Basel schon weit vor der eigentlichen Abfahrtszeit bereitgestellt wurde.<\/p>\n<p>Nun hatte man also tats\u00e4chlich Zeit zum Pennen, die Strecke bis nach Bern waren wir ja nun schon mehrfach gefahren. Interessanter wurde es zumindest f\u00fcr mich erst n\u00f6rdlich von Bern, als wir \u00fcber die Neubaustrecke Richtung Olten unterwegs waren &#8211; da f\u00e4hrt man dann auch mal sowas wie 200 km\/h, \u00fcberholt die ganzen Tempolimiteinhalter auf der Autobahn nebenan und hat st\u00e4ndig Druck auf den Ohren von den vielen kurzen Tunneln.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend dies aber alles noch voll im Plan war, war die Umleitung zwischen Olten und Bern nicht \u00fcblich &#8211; da wurde der Zug \u00fcber eine zur\u00fcckgebaute Nebenstrecke geleitet, weil (so las ich sp\u00e4ter) wegen Bauarbeiten die Kapazit\u00e4t der Hauptstrecke nicht ausreichte. Somit gurkten wir \u00fcber einen Berg dr\u00fcber, statt unten drunter durch und hatten nochmal sch\u00f6nen Ausblick auf nordschweizerische H\u00fcgellandschaft bei Sonnenschein. Und pl\u00f6tzlich war man auch schon in Basel, wo meine Eltern noch ein paar Franken f\u00fcr etwas zu futtern ausgaben bevor dann auch schon der n\u00e4chste Zug des Tages einfuhr.<\/p>\n<p><strong>Etappe 2: Basel-Karlsruhe<\/strong><\/p>\n<p>Dieser Zug war ein ICE aus Chur, der weiter Richtung Norddeutschland unterwegs war. Als solcher war der Zug gut besucht, aber ich hatte in weiser Voraussicht Pl\u00e4tze reserviert. Bl\u00f6derweise sa\u00df dann eine Familie in direkter Nachbarschaft, deren Kind sich irgendeine franz\u00f6sischsprachige Kiddie-Action-Serie in abnormer Lautst\u00e4rke aufm Handy anguckte&#8230; Was da durch den ganzen Waggon gebr\u00fcllt wurde&#8230; Entspannt Reisen geht anders.<\/p>\n<p>Dann war da noch die komische Dame mit Hund, die mit uns eingestiegen war&#8230; Der Zugbegleiter hatte uns gerade direkt nach der Abfahrt im ICE nach Hamburg begr\u00fc\u00dft und eine gute Reise gew\u00fcnscht, als diese Frau sich lautstark bei eben jenem Zugbegleiter meldete: &#8222;Fahrts ihr nach Hamburg?&#8220; &#8222;Ja.&#8220; &#8222;Ich will doch aber nach Z\u00fcrich!&#8220; &#8222;Ja, falsche Richtung.&#8220; Zum Gl\u00fcck f\u00fcr die Dame und meine Nerven konnte sie dann f\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter in Basel Bad wieder aussteigen und sich dann den Zug in die richtige Richtung suchen.<\/p>\n<p>Danach war dann endlich einigerma\u00dfen Ruhe (bis auf franz\u00f6sischsprachiges Actionkino ausm Smartphone) im Zug. Bis Riegel-Malterdingen (weltbewegend wichtiges Kuhkaff zwischen Freiburg und Offenburg) ging die Fahrt, dann standen wir. Die Durchsage lautete auf &#8222;Personen im Gleis&#8220; und wir handelten uns eine Viertelstunde Versp\u00e4tung ein. In der Schweiz h\u00e4tte man jetzt gesagt es spielt keine Rolle weil man dann eben den n\u00e4chsten Zug nehmen kann, aber inzwischen waren wir ja wieder im Land der bahntechnischen Unm\u00f6glichkeiten&#8230;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20180722\/height2.png\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20180722\/height2_klein.png\" width=\"570\" height=\"214\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Zug w\u00e4re eine Stunde sp\u00e4ter nur bis Stuttgart gefahren, von dort h\u00e4tte man mit dem Regionalzug weiter nach N\u00fcrnberg fahren m\u00fcssen. Der w\u00e4re witzigerweise nur unwesentlich langsamer als der durchgehende IC gewesen&#8230; Ich suchte also schon mal mit einigen Sorgenfalten im Gesicht nach alternativen Reiserouten. Der Schaffner war auch nicht unbedingt hilfreich: &#8222;Erreichen wir diesen Anschlu\u00df noch?&#8220; &#8222;Kann ich nicht sagen, vielleicht.&#8220; &#8222;Was ist dann wegen der Zugbindung mit alternativen Verbindungen?&#8220; &#8222;Einfach einsteigen, das passt schon.&#8220; (glaube ich nicht, da h\u00e4tte man bestimmt nachweisen m\u00fcssen, dass man nicht eigenverschuldet den eigentlich geplanten Zug verpasst hat). Auf jeden Fall war ich danach so schlau wie vorher.<\/p>\n<p>In Karlsruhe wurde der Anschlusszug jedenfalls noch angesagt, aus den 20 Minuten Umsteigezeit waren knappe vier Minuten geworden, und wir mussten noch von Gleis 3 auf Gleis 10 (oder so in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung). Wir eilten also schwer bepackt mit Koffern und Zeugs aus dem Zug, runter in den Tunnel, r\u00fcber zum anderen Bahnsteig und wieder die Treppen hoch. Vater vorneweg, gefolgt von meinem Bruder, ich mit Mutter hinterdrein. Ich glaub die beiden w\u00e4ren auch ohne mich in den Zug gestiegen&#8230; und h\u00e4tten dann ohne Fahrkarten dringesessen \ud83d\ude09 Auf jeden Fall konnten wir gerade so einsteigen und hatten noch nicht einmal die Sitzpl\u00e4tze gefunden als der Zug auch schon anfuhr. Zumindest hatte man damit tats\u00e4chlich mal etwas Sport gemacht&#8230;<\/p>\n<p><strong>Etappe 3: Karlsruhe-N\u00fcrnberg<\/strong><\/p>\n<p>Nach dieser hektischen Aktion war nun Entspannung angesagt. Das Wetter fiel komplett in sich zusammen, ab Vaihingen sch\u00fcttete es aus allen verf\u00fcgbaren K\u00fcbeln, und so blieb es dann auch bis Stuttgart. Der Zug war dann auch in der ersten Klasse \u00fcberraschend gut gef\u00fcllt, aber eigentlich ist das Sonntags am sp\u00e4ten Nachmittag zu erwarten. Hinter Stuttgart wurde das Wetter dann wieder besser, blieb aber bedeckt. So langsam machte sich dann auch allgemeine M\u00fcdigkeit breit, mit fortschreitender Fahrtdauer wollte man ja dann auch irgendwann mal ankommen &#8211; spannende Landschaften oder sowas gabs ja eher nicht zu sehen.<\/p>\n<p>Gegen 18:15 war der Zug dann schlu\u00dfendlich in N\u00fcrnberg, mein Bruder stieg in den n\u00e4chstbesten Regionalzug nach F\u00fcrth und meine Eltern und ich ins erstbeste Taxi nach Erlangen. Dort angekommen stiegen meine Eltern um aufs eigene Auto und machten sich auf ihre eigene Schlussetappe, w\u00e4hrend ich mir ein kaltes Bier aufmachte und die Bude durchl\u00fcftete &#8211; immerhin waren deutlich \u00fcber 30 Grad gewesen, und die Vorhersage f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage klang auch eher nach &#8222;gem\u00fctlich daheim aufm Sofa schwitzen&#8220;.<\/p>\n<p>Tja, und das wars dann auch schon mit dem Urlaub. Es fehlen noch ein paar Fotos, und dann muss man auch schon wieder so langsam \u00fcberlegen, was man denn im n\u00e4chsten Jahr so urlaubstechnisch zu unternehmen gedenkt&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So ganz stimmt die \u00dcberschrift zwar nicht, weil die allerletzte Etappe mit dem Taxi zur\u00fcckgelegt wurde, aber so grob passt es schon. 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