{"id":2346,"date":"2018-07-27T14:40:13","date_gmt":"2018-07-27T12:40:13","guid":{"rendered":"http:\/\/uwe.s2000.at\/?p=2346"},"modified":"2018-07-27T14:40:13","modified_gmt":"2018-07-27T12:40:13","slug":"urlaub-tag-2-seeuferspaziergang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2018\/07\/27\/urlaub-tag-2-seeuferspaziergang\/","title":{"rendered":"Urlaub Tag 2: Seeuferspaziergang"},"content":{"rendered":"<p>Die erste Wanderung des Urlaubs war zur Eingew\u00f6hnung gedacht und f\u00fchrte sch\u00f6n im Schatten am Seeufer entlang, bevor es am Aussichtspunkt eines Wasserfalls nach oben ging. Das war jedenfalls der Plan. Und der war gar nicht mal so doof.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Etappe 0: Ohne Mampf kein Kampf<\/strong><\/p>\n<p>Der Tag begann gegen 3 Uhr morgens, denn da schaffte es mein schnarchnasiger Bruder, mich mit seinen rasselnden Atemger\u00e4uschen zu wecken. Die schwankten zwischen Kettens\u00e4ge und schnaufendem Rhinozeros, je nachdem auf welche Seite er sich gerade gedreht hatte. Ich w\u00e4lzte mich daher relativ schlaflos im Bett herum, bis dann kurz nach sechs irgendwas gro\u00dfes schweres ausm Bett fiel &#8211; nein, nicht ich, sondern mein Lieblingsbruder. Der wollte aufstehen und kriegte grade in diesem Augenblick einen Krampf im Bein, so dass er formvollendet aus dem Bett kippte, weil er das Gleichgewicht nicht halten konnte. Au\u00dfer Schrammen am Ego war aber nix passiert.* Irgendwann gegen 6:30 Uhr kletterte ich dann auch aus der Koje, fotografierte den Blick aus dem Hotelzimmer (Eigerwand bei wolkenlosem Himmel im Sonnenaufgang) und dann gings kurz nach sieben zum Fr\u00fchst\u00fcck.<\/p>\n<p>*Einschub hier: Mein Bruder ist der versch\u00e4rften Meinung, dass er den Krampf bereits im Bett bekam und er dann aus dem Bett h\u00fcpfte um eine angenehmere K\u00f6rperhaltung einnehmen zu k\u00f6nnen. Naja, kann er haben, die Meinung, ich glaub ihm das nicht wirklich.<\/p>\n<p>Unsere Eltern standen schon am Buffet an, und vor ihnen stand eine asiatische Reisegruppe an, so dass das Buffet ziemlich restlos gepl\u00fcndert war, bevor wir \u00fcberhaupt an der Reihe waren. Die Kaffeeversorgung dauerte auch ein bissl, so dass insbesondere meine Eltern das Fr\u00fchst\u00fcck eher kritisch be\u00e4ugten. Man darf das aber alles nicht zu eng sehen, bei Aussicht auf eine tolle Wanderung schmeckt die Wurst auch ohne Butter, und der Kaffee kam ja dann sp\u00e4ter auch noch (wenn auch arg knapp bemessen). Au\u00dferdem hatten wir ja auch noch \u00c4pfel und Bananen und einen Haufen anderen Proviantkrempel dabei, und abends sollte es ja ohnehin wieder ins Restaurant gehen, also warum schon beim Fr\u00fchst\u00fcck Stress machen?<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20180716\/s-h.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Kurz nach acht hatten dann alle was gegessen und die Wanderschuhe geschn\u00fcrt, so dass wir bei allerbestem Wetter die unheimlich schwere erste Etappe in Angriff nehmen konnten. Die f\u00fchrte uns ungef\u00e4hr 250 m von der Hotelt\u00fcre bis zum Bahnsteig, wo sich bereits Touristenhorden versammelten, um den Zug Richtung Jungfraujoch zu st\u00fcrmen. Wir wollten in die andere Richtung, n\u00e4mlich nach Interlaken, und konnten dem ganzen Gewusel daher relativ gelassen zuschauen.<\/p>\n<p><strong>Etappe 1: Grindelwald &#8211; Interlaken Ost &#8211; Iseltwald (30.5 km, <strong>\u2197<\/strong>52.5 m, <strong>\u2198<\/strong>542 m)<\/strong><\/p>\n<p>Die Etappe bestand im wesentlichen aus drei Teilen: Erst vom Zugfenster aus die Landschaft bestaunen, dann in Interlaken ungef\u00e4hr 150 m vom Bahnsteig zum Schiff umsteigen und dann vom Schiff aus die Landschaft bestaunen. Und da gibt es ja einiges zu bestaunen. Das beginnt beim unheimlich kurzen Bahnsteig in Burglauenen, was in jedem Zug mehrfach \u00fcber Lautsprecherdurchsagen kundgetan wird (&#8222;Reisende nach BurgLAUenen steigen in den ersten Wagen&#8220; &#8211; Betonung hervorgehoben). Au\u00dferdem gibts nat\u00fcrlich links und rechts Berge, ein Elektrizit\u00e4tswerk, zwei Zahnstangenabschnitte und nat\u00fcrlich das Betriebsgeschehen in Zweil\u00fctschinen mit Kuppeln des Zuges aus Lauterbrunnen. Das GPS konnte die Strecke auch \u00fcberraschend gut mittracken, bis wir dann den einzigen Tunnel der Strecke erreichten, ab da wars dann ziemlich vorbei.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20180716\/s-v.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>In Interlaken hat man dann wie in der Schweiz \u00fcblich Anschluss nach \u00dcberall, egal ob mit Zug, Schmalspurbahn, Postbus oder Schiff &#8211; man hat je nach Richtung zwischen 7 und 15 Minuten Zeit, das richtige Verkehrsmittel zu finden und einzusteigen. Optimal geregelt, das &#8211; kann sich Deutschland mehrere Scheiben von abschneiden. Wir bestiegen dann jedenfalls die Jungfrau (ha wasn bl\u00f6der Witz, aber das Schiff hei\u00dft nunmal so) und nahmen auf dem Sonnendeck Platz. Die Sonne brummte auch ordentlich, so dass ordentlich Lichtschutzfaktor angesagt war, bevor wir ganz entspannt \u00fcber den t\u00fcrkisblauen See geschippert wurden.<\/p>\n<p>Ich konnte dann sch\u00f6n erkl\u00e4ren, wo ich letztes Jahr herumgelaufen war (die Kirche da oben, die Ortschaft da hinten, und die H\u00e4ngebr\u00fccke da oben), w\u00e4hrend wir die unterschiedlichen Zwischenhalte anfuhren. Da sind dann auch Ecken dabei, wo man mit dem Auto nur schwer bis \u00fcberhaupt nicht hinkommt. Nach einer knappen Stunde lustiger Seefahrt stiegen wir schlie\u00dflich in Iseltwald aus und begannen mit der eigentlichen Wanderung.<\/p>\n<p><strong>Etappe 2: Iseltwald-Giessbachf\u00e4lle-Brienz<strong> (12,6 km, <strong>\u2197<\/strong>415 m, <strong>\u2198<\/strong>412 m)<\/strong><\/strong><\/p>\n<p>Diese Wanderung f\u00fchrte nun immer sch\u00f6n am Seeufer entlang, und zwar auf der s\u00fcdlichen Seite des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brienzersee\">Brienzersees<\/a>. Das bedeutet dass man da bis Mittag sch\u00f6n im Schatten ist, weil die Sonne noch gar nicht hoch genug steht und die Bergflanken noch im Weg stehen. Der Weg selbst ist leicht zu gehen und enth\u00e4lt keine nennenswerten H\u00f6henunterschiede. Daf\u00fcr hat man immer wieder Ausblicke auf das in der Sonne glitzernde Wasser. Nach ungef\u00e4hr sieben Kilometern erreicht man dann die Schiffsstation der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Giessbach_(Aare)\">Giessbachf\u00e4lle<\/a>. Wir waren auf dem Weg anfangs recht alleine unterwegs, das \u00e4nderte sich ungef\u00e4hr ab der H\u00e4lfte, weil offenbar viele Wanderer die Gegenrichtung von den Giessbachf\u00e4llen Richtung Iseltwald liefen, bzw. von Brienz aus mit dem Schiff dort angelandet waren.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20180716\/s-deltah.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>An der Schiffsanlegestelle machten wir dann erstmal Pause, so mit Banane essen und Wasser trinken und Kaffee wegtragen und so. Letzteres kann man ja in der Schweiz relativ problemlos, entsprechende Anstalten gibts quasi \u00fcberall, und zumindest f\u00fcr Herren ist es \u00fcblicherweise auch kostenlos. Nachdem wir genug pausiert hatten begann ein kurzer Anstieg \u00fcber ungef\u00e4hr 100 H\u00f6henmeter hinauf zum <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Grandhotel_Giessbach\">Grandhotel<\/a>, was dort am Berghang \u00fcber dem Seeufer steht. Und weil man den hohen Herrschaften die da vor 130 oder so Jahren da logierten den Aufstieg vom Seeufer nicht zumuten konnte gibt es da sogar eine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Giessbachbahn\">Standseilbahn<\/a>.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20180716\/t-h.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Am Grandhotel angekommen war man nun auch aus dem Schatten heraus, und die Sonne brannte zur Mittagszeit schon recht ordentlich. Ich hatte schon bei der Pause die langen Hosenbeine abgeschnallt (Rei\u00dfverschluss am Hosenbein ist schon arg praktisch), und nun ging es noch ein paar Meter weiter den Berg hinauf. Am Hotel traf man auch diverse G\u00e4ste aus fernen L\u00e4ndern, die jetzt eher nicht so mitteleurop\u00e4isch-westlich gewandet waren. Sowas gibts in der Schweiz, und das nicht mal selten. Auf jeden Fall f\u00fchrte der Weg dann entlang der Stra\u00dfe \u00fcber den Berg, um auf der anderen Seite steil abzufallen. Beim Abstieg begegneten uns neben zahlreichen Autofahrern auch einige Fahrrad-Bergabfahrer, E-Bike-Bergaufradler und sogar einige echte Sportradler, die ihr Mountainbike den Berg hochtraten. Da muss man dann schon ziemlich fit sein daf\u00fcr, f\u00fcr Familien mit Kindern ist das definitiv nix, nicht nur weil es arg steil hochgeht, sondern auch weils eine schmale Stra\u00dfe mit ordentlich Autoverkehr ist. Eine Radtour entlang der Aare Richtung Meiringen w\u00e4re da erheblich entspannter.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite am Fu\u00dfe des Berges angekommen ist man dann schon fast in Brienz, da muss man &#8222;nur noch&#8220; rund zwei Kilometer in der Ebene am Seeufer durch den Ort zur\u00fcck zum Bahnhof oder Schiffsanleger. Da merkte man dann schlie\u00dflich die Hitze erstmal so richtig, weil man nun direkt in der prallen Sonne unterwegs war und sich die W\u00e4rme im Talkessel nat\u00fcrlich auch staut wie in einer Bratpfanne.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20180716\/t-v.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Es war erst gegen halbdreiviertel ein Uhr nachmittags oder so, wir hatten also noch viel Zeit und in dem Augenblick vor allem Durst und Bock auf ein Eis. Leider lie\u00df sich an der gesamten Uferpromenade nix derartiges finden, erst die Intervention meiner Mutter und der Weg zur zentralen Dorfstra\u00dfe brachte uns in ein gem\u00fctliches kleines Restaurant, wo wir dann erstmal was trinken konnten (meine Mutter trank irgendeinen komischen mit Mineralwasser verd\u00fcnnten Wein, mein Vater ein Bier, ich ein Rivella und mein Bruder Cola oder so &#8211; genau hab ichs mir nicht gemerkt). Danach folgte je ein Eisbecher, f\u00fcr mich mit N\u00fcssen, f\u00fcr Mutter mit Schokoladenso\u00dfe, die auch prompt Flecken auf der Kleidung hinterlie\u00df&#8230;<\/p>\n<p>P\u00fcnktlich zum Ablegen des Schiffs zur\u00fcck nach Interlaken hatten wir dann das Eis genossen und bezahlt und uns die paar hundert Meter zur\u00fcck zum Schiffsanleger begeben.<\/p>\n<p><strong>Etappe 3: Brienz-Interlaken-Grindelwald<strong> (38.7 km, <strong>\u2197<\/strong>563 m, <strong>\u2198<\/strong>44 m)<\/strong><\/strong><\/p>\n<p>Viel gibt es hier jetzt eigentlich nicht zu erz\u00e4hlen &#8211; Sonnenschein, 30\u00b0 Celsius, t\u00fcrkis schimmerndes Wasser mit Badeg\u00e4sten (trotz eisiger Wassertemperaturen), einzelne Quellwolken am Himmel, mein Vater trank ein zweites Bier und so verging auch die zweite Schiffsreise des Tages sch\u00f6n geruhsam. In Interlaken stiegen wir dann wieder v\u00f6llig problemlos (das mit den Anschl\u00fcssen hatte ich ja bereits erw\u00e4hnt) in den Zug nach Grindelwald ein und so waren wir ziemlich exakt 24h nach der Anreise wieder in Grindelwald angekommen. Der relevante Unterschied war das Wetter &#8211; mehr Sonne, mehr Aussicht, weniger Wolken.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20180716\/t-deltah.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Mein Vater und ich gingen dann erst noch in den \u00f6rtlichen Supermarkt zwecks Getr\u00e4nkenachschub, bevor man den Nachmittag mit Duschen und Sport im TV glotzen ausklingen lie\u00df &#8211; ach nee, ging ja gar nicht, war ja Ruhetag bei der Tour de France. Also nur Duschen und \u00fcber das doofe TV-Programm schimpfen.<\/p>\n<p>Die letzte Aktion des Tages war dann das Abendessen, statt Rumpsteak gabs diesmal Schnitzel, und was die anderen da a\u00dfen hab ich mir weder notiert noch gemerkt. Auf jeden Fall wurde was gegen akute Unterhopfung unternommen, und ich bin mir ziemlich sicher dass meine Mutter ein Glas Wein getrunken hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die erste Wanderung des Urlaubs war zur Eingew\u00f6hnung gedacht und f\u00fchrte sch\u00f6n im Schatten am Seeufer entlang, bevor es am Aussichtspunkt eines Wasserfalls nach oben ging. Das war jedenfalls der Plan. Und der war gar nicht mal so doof.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2346"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2346"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2346\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2346"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2346"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2346"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}