{"id":2313,"date":"2018-06-02T17:21:34","date_gmt":"2018-06-02T15:21:34","guid":{"rendered":"http:\/\/uwe.s2000.at\/?p=2313"},"modified":"2018-06-02T17:21:34","modified_gmt":"2018-06-02T15:21:34","slug":"tour-de-kultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2018\/06\/02\/tour-de-kultur\/","title":{"rendered":"Tour de Kultur"},"content":{"rendered":"<p>Aufgrund regional auftretenden <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fronleichnam\">Feiertags<\/a> wurde eine Reise in den wilden Osten unternommen. Und dabei gabs dann allerhand zu sehen. Aber der Reihe nach:<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Im sch\u00f6nen Franken war am Donnerstag Feiertag, weswegen der Freitag als Br\u00fcckentag genutzt wurde. Und wenn man schon mal so einen Standortvorteil hat, kann man den ja auch nutzen und eine Gegend heimsuchen, die diesbez\u00fcglich benachteiligt ist. Au\u00dferdem ist es inzwischen auch schon wieder ein gutes Dutzend Jahre her, dass ich das letzte Mal in der s\u00e4chsischen Landeshauptstadt unterwegs war, womit ich also eine entsprechende Kulturreise plante. Der Plan sah die Anreise f\u00fcr den Donnerstag vor, am Freitag war dann Sightseeing und Museenbesuch angesagt, und am Samstag sollte es wieder heimw\u00e4rts gehen, damit man noch was vom eigentlichen Wochenende hat.<\/p>\n<p><strong>Anreise<\/strong><\/p>\n<p>Das Wetter war ja schon die ganze Woche hochsommerlich mit Temperaturen \u00fcber 30 Grad und schweren lokalen Gewittern. Von letzterem blieb ich verschont, ich kam bei wundersch\u00f6nstem Sonnenschein am Nachmittag am Bahnhof Dresden-Neustadt an und war nach dem anschlie\u00dfenden Fu\u00dfweg zum Hotel bereits komplett durchgeschwitzt&#8230; Immerhin hatte ich da aber schon die Premiere des Tages hinter mir: Ich hatte es endlich geschafft Deutschlands \u00e4lteste Fernbahnstrecke (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnstrecke_Leipzig%E2%80%93Dresden\">Leipzig-Dresden<\/a>) zu befahren &#8211; bisher war ich immer nur bis Riesa gekommen, Dresden hatte ich immer von Chemnitz aus \u00fcber Freiberg erreicht. Aber zur\u00fcck zum Hotel: Ich verbrachte den Rest des Tages im klimatisierten Zimmer mit Blick aufs Elbufer &#8211; drau\u00dfen brannte die Sonne, es ging quasi null Wind und au\u00dfer Sonnenbrand w\u00e4re da nicht viel zu holen gewesen. Selbst die Klimaanlage hatte M\u00fche das Zimmer auf angenehmere Temperaturen zu k\u00fchlen.<\/p>\n<p><strong>Museen, Museen, Museen<\/strong><\/p>\n<p>Der Freitag begann wie ein guter Sightseeing-Tag beginnen muss: Mit einem ordentlichen Fr\u00fchst\u00fcck. Danach gings dann am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Goldener_Reiter_(Reiterstandbild)\">Goldenen Reiter<\/a> vorbei \u00fcber die Augustusbr\u00fccke direkt in die Altstadt. Die ganzen Museen \u00f6ffnen erst 10 Uhr, da konnte ich also erstmal noch eine knappe Stunde \u00fcber die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Br%C3%BChlsche_Terrasse\">Br\u00fchlsche Terrassen<\/a> flanieren, das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%B6nig-Johann-Denkmal\">Reiterstandbild<\/a> vor der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Semperoper\">Semperoper<\/a> angucken, diverse bestens restaurierte Fassaden bestaunen und eigentlich schon wieder feststellen, dass sich die Temperaturen schon am fr\u00fchen Morgen weit au\u00dferhalb des Ertr\u00e4glichen bewegten.<\/p>\n<p>Gegen 10 Uhr enterte ich dann den Innenhof des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Residenzschloss_Dresden\">Residenzschlosses<\/a> und erwarb die notwendigen Eintrittskarten f\u00fcr das Schloss im Allgemeinen und das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gr%C3%BCnes_Gew%C3%B6lbe#Historisches_Gr%C3%BCnes_Gew%C3%B6lbe\">Historische Gr\u00fcne Gew\u00f6lbe<\/a> im Besonderen. Letzteres ist zeitlich zugangsbeschr\u00e4nkt, man soll im Voraus Buchen und muss dann zur entsprechenden Zeit da sein, weil man sonst nicht reinkommt. Allerdings stand ich 10:05 Uhr an der Kasse und bekam problemlos eine Karte f\u00fcr 10:30 Uhr, zumindest unter der Woche sollte das also kein gr\u00f6\u00dferes Problem darstellen.<\/p>\n<p><strong>Barocker Prunk<\/strong><\/p>\n<p>Das Schloss war mit zahllosen Schulklassen gef\u00fcllt (wobei ich der Meinung bin, dass die Ausstellungen des Gr\u00fcnen Gew\u00f6lbes nix f\u00fcr Grundschulkinder sind), entsprechend war der Lautst\u00e4rkepegel. Ich peilte also erstmal die Lage und fand mich dann p\u00fcnktlich am Eingang des Historischen Gr\u00fcnen Gew\u00f6lbes ein. Eine Luftschleuse sp\u00e4ter war ich dann auch schon mittendrin. Da blinkt und funkelt und glitzert es dann je nach Ausstellungsraum in allen Farben und Formen, dass man teilweise nicht wei\u00df wo man zuerst hingucken soll. Was da an feinsten Details graviert und mit Edelsteinen besetzt und geschnitzt und gedrechselt wurde ist schwer in Worte zu fassen und in h\u00f6chstem Ma\u00dfe faszinierend anzuschauen. Egal ob Elfenbein oder Ebenholz, Bronze oder Gold, Strau\u00dfeneier oder Schneckengeh\u00e4use, verarbeitet wurde alles was selten und teuer war. Das gr\u00f6\u00dfte Wunder der ganzen Sammlung ist f\u00fcr mich aber, wie man es schafft die Ausstellungsr\u00e4ume staubfrei zu halten&#8230;<\/p>\n<p>Nachdem ich die R\u00e4ume nun selbst mal gesehen habe kann ich auch nachvollziehen, warum man da mit einer Einlassbeschr\u00e4nkung arbeitet, die ganzen Verspiegelungen der R\u00e4ume wirken viel besser, wenn man auch Platz hat um sich darin frei zu bewegen. Man kann sich alle Zeit der Welt nehmen beim Besichtigen, nur kriegt man irgendwann schmerzende F\u00fc\u00dfe, denn B\u00e4nke zum Setzen gibts in diesen R\u00e4umen keine soweit ich es festgestellt hab.<\/p>\n<p><strong>Hoch hinaus<\/strong><\/p>\n<p>Nach diesem ersten Eindruck von Glamour und Bling Bling (wie man das neuhochdeutsch nennen w\u00fcrde) war erstmal Turmbesichtigung angesagt. Hintergrund war einfach die Tatsache, dass es im Lauf des Tages immer nur noch hei\u00dfer werden w\u00fcrde, und Treppensteigen dann noch anstrengender w\u00e4re. So wahnsinnig viele Stufen sind es aber auch gar nicht, und im Gegensatz zum Hamburger Michel hatte ich auch keine Probleme mit meiner sonst immer wieder spontan auftretenden H\u00f6henangst. Auf dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hausmannsturm_(Dresden)\">Hausmannsturm<\/a> angekommen hat man einen sch\u00f6nen Blick \u00fcber die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Innere_Altstadt\">Altstadt Dresdens<\/a>, \u00fcber den Elbbogen zur Neustadt, \u00fcber <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Frauenkirche_(Dresden)\">Frauenkirche<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zwinger_(Dresden)\">Zwinger<\/a> und Semperoper und was da sonst noch so alles an Geb\u00e4uden steht.<\/p>\n<p><strong>Noch mehr Gew\u00f6lbtes<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem ich mir nun auf dem Turm ein wenig die Beine vertreten hatte ging es weiter mit dem Neuen Gr\u00fcnen Gew\u00f6lbe. Dort werden weitere Kleinode der f\u00fcrstlichen Schatzkammer ausgestellt, zum Beispiel geschnitzte Kirschkerne oder ein aus Elfenbein gefertigtes Schiff oder oder oder. Was die k\u00fcnstlerische Ausf\u00fchrung angeht, sind diese Schmuckst\u00fccke sogar noch eindrucksvoller als das Historische Gew\u00f6lbe, einfach weil man viel n\u00e4her herankommt und die zahllosen Details viel besser sehen kann. Irgendwann ist man auch gar nicht mehr in der Lage, alles wahrzunehmen und zu erfassen.<\/p>\n<p><strong>Und noch mehr Ausstellungen<\/strong><\/p>\n<p>Inzwischen war es bereits fr\u00fcher Nachmittag und meine Motivation weiterer Museumsbesuche hielt sich aufgrund der Wettersituation doch in engen Grenzen. Allerdings haben die Museen einen unschlagbaren Vorteil: Sie sind klimatisiert. Und ich hatte den Eintritt ohnehin bereits bezahlt. Was macht man also in dieser Situation? Richtig, man guckt sich die restlichen Ausstellungen auch noch an (wenn auch nicht mehr so en detail). Da gabs aber immer noch allerhand Sehenswertes: verschiedenste Waffen, Zaumzeugs und Ritterr\u00fcstungen (wobei ich allerdings irgendwie unweigerlich st\u00e4ndig an Game Of Thrones denken musste), verschiedenste Exponate aus dem Osmanischen Reich, M\u00fcnzen und Medaillen in allen Formen und Gr\u00f6\u00dfen und bestimmt noch einen ganzen Haufen anderer Dinge die ich dann schon gar nicht mehr so richtig wahrgenommen habe&#8230; Man kann allein im Residenzschloss Tage verbringen, alle Ausstellungen in allen Details anzusehen.<\/p>\n<p><strong>Prima Klima<\/strong><\/p>\n<p>Irgendwann zwischen 14 und 15 Uhr hatte ich dann genug gesehen, bzw. war einfach nicht mehr aufnahmef\u00e4hig. Die Sonne brannte noch immer, auch wenn sich einige dunkle Wolken rings um Dresden zusammenzubrauen schienen, und so beschloss ich den Besuch des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mathematisch-Physikalischer_Salon\">mathematisch-physikalischen Salons<\/a> auf einen anderen Besuch der Stadt zu verschieben. Ich lief also ganz gem\u00fctlich mit einem Umweg \u00fcber Zwinger (die aufgeheizte Luft stand darin wie in einem \u00fcbergro\u00dfen Kochtopf) und Theaterplatz (nur echt mit ungef\u00e4hr 20 Touristengruppen aus aller Welt) zur\u00fcck in Richtung Hotel, nicht ohne Abstecher vorbei am sogenannten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dresden_vom_rechten_Elbufer_unterhalb_der_Augustusbr%C3%BCcke\">Canaletto-Blick<\/a> (der damals nicht durch Br\u00fcckenbauarbeiten und Kr\u00e4ne verschandelt war).<\/p>\n<p>Im Hotel angekommen schmiss ich mich erstmal aufs Bett und versuchte etwas Schlaf nachzuholen. Der Versuch wurde gegen 16 Uhr abgebrochen, als es drau\u00dfen tats\u00e4chlich dunkler wurde und sich bis gegen 18 Uhr ein leichtes Gewitter entlud (laut Wetterkarte zog das links und rechts an Dresden vorbei). Ich ging dann kurz nach 18 Uhr nochmal in die Stadt und genehmigte mir bei einem Italiener eine Lasagne als Abschluss des Tages.<\/p>\n<p><strong>R\u00fcckfahrt<\/strong><\/p>\n<p>Der Tag begann (logisch) mit dem Fr\u00fchst\u00fcck, und dann stellte ich fest dass ich es schaffen k\u00f6nnte, bereits gegen 8:30 Uhr mit dem Zug abzud\u00fcsen. Das klappte auch vorz\u00fcglich, bis auf die Tatsache dass man aufgrund der Fahrzeiten (1h bis Leipzig, ca 90 Minuten bis Bamberg, nochmal 20 Minuten bis Erlangen) unterwegs nicht wirklich schlafen kann. Daf\u00fcr war das Wetter in Th\u00fcringen ausgesprochen bescheiden &#8211; dunkle Wolken und so. Warum die Klimaanlage des Zuges das Wageninnere auf K\u00fchlschranktemperaturen runterk\u00fchlen musste wei\u00df ich allerdings auch nicht.<\/p>\n<p>In Erlangen angekommen stolperte ich noch mitten in den gerade stattfindenden <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Comic-Salon_Erlangen\">Comic-Salon<\/a> &#8211; da rannten dann auch irgendwelche Cosplayer durch die Innenstadt. Ist schon komisch Sturmtruppler in echt zu sehen. Daf\u00fcr scheint in Franken aber auch die Sonne &#8211; w\u00e4hrend ich dies hier tippe sind in meinem Wohnzimmer schon wieder schnieke 30 Grad&#8230;<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;August war reich, August war m\u00e4chtig, seine Palastbesenkammer ist \u00fcberaus pr\u00e4chtig.&#8220; &#8211; Dresden ist definitiv eine Reise wert. Und weil es da noch sehr viel mehr zu sehen gibt als das was ich da an einem Tag und geschuldet der Wettersituation besichtigt habe sollte ich mit dem n\u00e4chsten Besuch der Stadt nicht wieder 10 Jahre warten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufgrund regional auftretenden Feiertags wurde eine Reise in den wilden Osten unternommen. Und dabei gabs dann allerhand zu sehen. 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