{"id":2223,"date":"2017-09-13T21:58:04","date_gmt":"2017-09-13T19:58:04","guid":{"rendered":"http:\/\/uwe.s2000.at\/?p=2223"},"modified":"2017-09-13T21:58:04","modified_gmt":"2017-09-13T19:58:04","slug":"ich-will-wieder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2017\/09\/13\/ich-will-wieder\/","title":{"rendered":"&#8222;Ich will wieder&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>&#8230;Berge sehen, Gandalf.&#8220; sprach Bilbo Beutlin irgendwann am Anfang vom <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Herr_der_Ringe\">Herrn der Ringe<\/a>. Und das pa\u00dfte ganz gut zur heutigen Bergetappe, denn die hat auch einen Bezug zu Tolkien. Aber vorher gings noch ordentlich den Berg hoch.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Etappe 1 &#8211; Interlaken-Grindelwald (19.4 km, \u2197409 m, \u21980 m)<\/strong><\/p>\n<p>Die Fahrt aufs Jungfraujoch war f\u00fcr Freitag geplant, wir hatten aber erst Donnerstag, und ich hatte alle anderen Wandertouren bereits hinter mir. Es blieb nur noch die schwerste Tour \u00fcbrig &#8211; von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Grindelwald\">Grindelwald<\/a> aus \u00fcber die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kleine_Scheidegg\">Kleine Scheidegg<\/a> hinunter nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lauterbrunnen\">Lauterbrunnen<\/a>. Die Tour hat schon auf dem Papier nette Zahlen, n\u00e4mlich Start auf 1034 m und Ankunft auf 797 m, wobei dazwischen nur die Kleine Scheidegg auf 2061 m \u00fcberwunden werden mu\u00df. Und das auf knapp 20 km Fu\u00dfweg. Das ist also nix was man mal eben so aus dem Fu\u00dfgelenk macht.<\/p>\n<p>Da ich dem touristischen Massenansturm aus dem Weg gehen wollte (sofern das in der Gegend \u00fcberhaupt m\u00f6glich ist), begann der Tag wieder sehr p\u00fcnktlich mit Fr\u00fchst\u00fcck um 6:30 Uhr, so dass ich bereits eine Stunde sp\u00e4ter im Zug Richtung Grindelwald sa\u00df. Selbst zu so fr\u00fcher Stunde war der Zug schon gut gef\u00fcllt, gibt es doch f\u00fcr so durchgeknallte Fr\u00fchaufsteher wie mich extra preisg\u00fcnstige Fahrkarten zum <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jungfraujoch\">Jungfraujoch<\/a>. Au\u00dferdem versprach das Wetter wieder viel blauen Himmel und famose Aussichten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" alt=\"H\u00f6hendiagramm\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20170817\/s-h.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Die Fahrt selbst war ansonsten sehr unspektakul\u00e4r (bis auf den Blick aus dem Fenster), Grindelwald lag zu dieser Stunde noch komplett im Schatten der umliegenden 3000er. 99% der Mitreisenden stiegen in Grindelwald in den bereitstehenden Zug Richtung Kleine Scheidegg um, der auch von diversen Busladungen Asiaten geentert wurde, nur ich guckte mich gem\u00fctlich auf dem Bahnhof um und trug dann erstmal den Fr\u00fchst\u00fcckskaffee weg. Danach war ich dann seelisch und moralisch bereit f\u00fcr den folgenden Aufstieg. Und damit begann dann gegen 8:15 Uhr eine nicht ganz so 08\/15 Wanderung.<\/p>\n<p><strong>Etappe 2 &#8211; Grindelwald &#8211; Kleine Scheidegg &#8211; Lauterbrunnen (19.68 km, \u21971105 m, \u21981374 m)<\/strong><\/p>\n<p>Laut GPS hab ich f\u00fcr die Strecke inklusiver l\u00e4ngerer Pause auf der Kleinen Scheidegg und am Bahnhof Lauterbrunnen ca 7:22h gebraucht. Der Aufstieg dauert laut Schild in Grindelwald 3:50h, ich habs (trotz h\u00e4ufiger und l\u00e4ngerer Pausen zum Luftholen) in 3:45h geschafft und war oben angekommen m\u00e4chtig stolz auf meine Leistung (wenn auch total abgek\u00e4mpft). Aber der Reihe nach.<\/p>\n<p>Vor dem gro\u00dfen Aufstieg folgte zun\u00e4chst mal ein kleiner Abstieg, quasi zum Schwung holen &#8211; denn zun\u00e4chst mal f\u00fchrt der Weg von Grindelwald hinunter nach Grindelwald-Grund, was etwa 90 m tiefer liegt. Ab dort geht es dann steil bergauf. Teilweise wird der Radwanderweg mitgenutzt, dieser macht allerdings diverse Schleifen, um die Steigung ertr\u00e4glich zu halten. Der Wanderweg k\u00fcrzt die Schleifen durch fies steile Rampen ab, so dass man ziemlich schnell an H\u00f6he gewinnt, aber bei unvorsichtig flottem Schritt auch ebenso schnell v\u00f6llig aus der Puste ist.<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck war es so fr\u00fch am Morgen noch recht schattig, die Sonne kommt halt wegen der hohen Berge erst am sp\u00e4ten Vormittag \u00fcberhaupt im Tal an. Wirklich tolle Aussicht hat man anfangs auch noch nicht, Grindelwald liegt halt wie gemalt hinter einem im Tal, vor einem baut sich links die m\u00e4chtige <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eiger\">Eiger-Nordwand<\/a> auf, und ansonsten sieht man halt nur, wie sich der Weg weiter steil nach oben schraubt. Man mu\u00df sich dann halt kurze Ziele setzen &#8211; bis zur n\u00e4chsten Kurve, zum n\u00e4chsten Wegweiser, bis zu den n\u00e4chsten 100 H\u00f6henmetern auf der GPS-Anzeige&#8230;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" alt=\"Steigungsdiagramm\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20170817\/s-deltah.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Am Restaurant Brandegg ist man schon auf \u00fcber 1300 m angekommen, dort sp\u00fcrte ich dann die ersten Sonnenstrahlen des Tages. Vorsorglich cremte ich mich dick mit Sonnenschutz ein, bei der zu erwartenden H\u00f6hensonne war das zwingend notwendig (und verhinderte den Sonnenbrand am Ende auch nicht vollst\u00e4ndig). Ungef\u00e4hr an dieser Stelle, etwa da wo der Wanderweg die Bahnstrecke kreuzt, machte ich eine l\u00e4ngere Pause an einem Brunnen (die gibts da reichlich), und wurde von einer \u00e4lteren Dame auf dem Fahrrad \u00fcberholt &#8211; Kunstst\u00fcck, mit nem e-Bike kann ich auch bequem den Berg hochfahren, wo ist da die Kunst? Die Touristen in den nun bereits alle paar Minuten vorbeiruckelnden Bahnen hingegen guckten mich eher an wie das achte Weltwunder, zumal ich weit und breit der einzige Wanderer war.<\/p>\n<p>Weiter gings nun entlang der Asphaltstra\u00dfe Richtung Alpiglen, hier ging das Wandern aufgrund der etwas sanfteren Steigung deutlich besser, au\u00dferdem war man inzwischen oberhalb der Baumgrenze und hatte nun auch etwas mehr Aussicht Richtung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%A4nnlichen\">M\u00e4nnlichen<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lauberhorn\">Lauberhorn<\/a>. An der Station Alpiglen, nur knapp 2 km von Brandegg entfernt, aber weitere 300 m h\u00f6her war bereits mehr als die H\u00e4lfte des Aufstiegs geschafft (hooray for self-motivation). Hinter der Bahnstation Alpiglen ging es sogar f\u00fcr einige Meter leicht bergab zum Bahn\u00fcbergang, und von hier hatte man nun auch das allerdings noch immer eine knappe Wegstunde entfernte Ziel hoch oben vor Augen &#8211; die Geb\u00e4ude an der Kleinen Scheidegg.<\/p>\n<p>Ich brauchte nun, wohl aufgrund der immer d\u00fcnner werdenden H\u00f6henluft, verbunden mit stetig steigenden Temperaturen aufgrund wunderbaren Sonnenscheins, immer \u00f6fter kurze Ruhe- und Getr\u00e4nkepausen. Das brachte nicht nur den Puls und die Atmung wieder in akzeptable Bereiche, sondern machte auch den Rucksack leichter. Zur Wahrung eines k\u00fchlen Kopfes entledigte ich mich nun auch meines Unterhemdes, wusch dieses an einem der zahlreichen Brunnen im eiskalten Wasser und packte es mir als K\u00fchlungsmittel in meinen modischen Schlapphut &#8211; coole Sache, das.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" alt=\"Geschwindigkeitsdiagramm\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20170817\/s-v.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Hier oben kamen mir nun auch tats\u00e4chlich Wanderer entgegen, und vor mir waren auch Wanderer am Aufstieg, die aber wohl eher erst in Alpiglen gestartet waren, sonst h\u00e4tte ich sie schon eher mal gesehen. Je n\u00e4her ich der Kleinen Scheidegg kam, umso grandioser wurde das Alpenpanorama. Irgendwann kommt auf der linken Seite dann das gesamte Panorama von Eiger, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%B6nch_(Berg)\">M\u00f6nch<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jungfrau_(Berg)\">Jungfrau<\/a> ins Blickfeld, vor einem liegt die Kleine Scheidegg mit diversen Sesselliften und Seilbahnen, und rechts davon das eher unscheinbare Lauberhorn und der M\u00e4nnlichen (die haben schon komische Namen f\u00fcr die Berge da)&#8230;<\/p>\n<p>Kurz vor 12 hatte ich den Aufstieg dann geschafft &#8211; und war ziemlich geschafft. W\u00e4hrend man bis dort ziemlich alleine f\u00fcr sich war, tobt auf der Kleinen Scheidegg nat\u00fcrlich das pralle Touristenleben, Gewusel und Gerenne hoch 10. Touristengruppen aus allen Ecken der Welt, vornehmlich nat\u00fcrlich aus dem asiatischen und indischen Raum, schreiende Kleinkinder, wild gestikulierende Italiener, russische Schickeria-Tanten, das volle Ballett. Nat\u00fcrlich gibts auch jede Menge Tinnef zu kaufen, ich hingegen wollte einfach erstmal nur einen Sitzplatz, wo ich mich ein paar Minuten erholen konnte. Den fand ich dann irgendwann auch und guckte dem ganzen Spektakel aus sicherer Entfernung zu. Zumindest war mir dann schon mal klar, wie die Umsteigerei Richtung Jungfraujoch funktioniert, da gibts n\u00e4mlich ausgekl\u00fcgelte Organisation bei den Schweizern.<\/p>\n<p>Irgendwie hatte ich jetzt auch leichten Appetit auf was zu Futtern, allein die Pl\u00e4tze am Futtertrog waren alle belegt, zumal die Preise selbst f\u00fcr Schweizer Verh\u00e4ltnisse ungef\u00e4hr so hoch waren wie die umliegenden Berge. Ich erstand also nur ein Eis (wenn mich meine Erinnerung nicht t\u00e4uscht drei zugegebenerma\u00dfen recht gro\u00dfe Kugeln f\u00fcr sechs Franken), und nachdem ich das verputzt hatte begab ich mich auf den Weg hinab, der nochmal deutlich spektakul\u00e4rer war als der Aufstieg.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" alt=\"H\u00f6hendiagramm\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20170817\/t-h.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Das lag zun\u00e4chst mal daran, dass man zum Anfang nat\u00fcrlich noch die geniale Aussicht auf das Dreiergestirn der wichtigsten Schweizer Berge hat, und setzt sich sp\u00e4ter mit dem Blick hinab ins <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lauterbrunnental\">Lauterbrunnental<\/a> mit seinen hunderte Meter hohen senkrechten Felsw\u00e4nden fort. Zwischendrin liegt noch das verschlafene Bergdorf Wengen, welches zumindest Wintersportfreunde aus dem Fernsehen kennen, Stichwort <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lauberhornrennen\">Lauberhorn-Abfahrtsrennen<\/a>. Und genau auf einem Teil dieser Abfahrtsstrecke f\u00fchrt der Wanderweg tats\u00e4chlich entlang, n\u00e4mlich auf dem (im TV immer als flaches schnelles Gleitst\u00fcck titulierten) Abschnitt zwischen Canadian Corner, Alpweg, Kernen-S und Wasserstation. Da gibts dann Hinweisschilder zum Streckenverlauf, und wenn man sieht, wie steil der Weg da schon f\u00fcr Fu\u00dfg\u00e4nger ist und sich dann vorstellt dass die Rennfahrer da mit \u00fcber 100 Sachen auf zwei schmalen Holzbrettern runterdonnern kann man nur sagen, dass die ganz sch\u00f6n meschugge sein m\u00fcssen. Auf der <a href=\"http:\/\/www.lauberhorn.ch\/de\/rennen\/rennstrecken\" class=\"broken_link\">Webseite der Lauberhornabfahrt<\/a> sieht man die Streckenf\u00fchrung und kann auf dem Foto auch gut den eigentlichen Wanderweg erkennen, der oberhalb des Waldgebietes Richtung Wengen f\u00fchrt, w\u00e4hrend sich das Ziel der Abfahrt rund 1 km s\u00fcdlich und deutlich tiefer im Tal befindet. Nat\u00fcrlich gibts auch mehr als genug Videos von der Abfahrt bei <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=RbGWGPSvtw4\">youtube<\/a>, darunter auch eine Version wie es <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=duAf6iIs5yY\">im Sommer<\/a> aussehen w\u00fcrde&#8230;<\/p>\n<p>Der Wanderweg biegt dann ab und f\u00fchrt \u00fcber einige Weiden (nur echt mit lila K\u00fchen, allerdings war grad die lila Farbe aus, daher waren nur steingraue Rindviecher anwesend) bis nach Wengen. Der Weg ist dabei relativ steil, aber noch einigerma\u00dfen vern\u00fcnftig zu laufen, sch\u00f6n breit und auch f\u00fcr Radfahrer geeignet (zumindest bergab, bergauf w\u00e4rs mir zu anstrengend). Hier waren nun auch mehr Leute unterwegs, die den sch\u00f6nen Sommernachmittag f\u00fcr einen Spaziergang nutzten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" alt=\"Steigungsdiagramm\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20170817\/t-deltah.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Wenn ich geahnt h\u00e4tte, wie der weitere Abstieg von Wengen nach Lauterbrunnen aussieht, w\u00e4re ich in Wengen in die Bahn gestiegen. Und wenn ein gewisser <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/J._R._R._Tolkien\">J.R.R. Tolkien<\/a> die Strecke gelaufen w\u00e4re, h\u00e4tte er bestimmt weniger dar\u00fcber geschrieben, wie begeistert Bilbo Beutlin war, als er das erste Mal nach Bruchtal kam, sondern vor allem davon, wie sehr seine Knie schmerzten&#8230; Der Abstieg hinunter ins Lauterbrunnental erfolgt auf supersteilen Serpentinenpfaden, die nur deswegen keine Treppenstufen haben, weil das bl\u00f6d f\u00fcr Mountainbiker w\u00e4re. Aber es geht tierisch auf Knie und Unterschenkel, die taten mir noch zwei Tage sp\u00e4ter weh&#8230; Andererseits entsch\u00e4digt der Blick ins Tal f\u00fcr die Anstrengungen.<\/p>\n<p>Das Lauterbrunnental ist so ziemlich das spektakul\u00e4rste St\u00fcck Landschaft, was ich in der Schweiz gesehen habe&#8230; Unten im schmalen Tal saftige gr\u00fcne Wiesen, durchschnitten von einem wildromantischen rei\u00dfenden Bergbach, und beiderseits flankiert von senkrecht aufragenden Felsw\u00e4nden, von denen \u00fcber zahlreiche Wasserf\u00e4lle das Schmelzwasser der umliegenden schneebedeckten Gipfel hinabstiebt. Ungef\u00e4hr so blumig kann und mu\u00df man das beschreiben, und nachdem ich das mit eigenen Augen gesehen habe, wundert es mich auch nicht mehr, dass dieses Tal das Vorbild f\u00fcr <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Regionen_und_Orte_in_Tolkiens_Welt#Bruchtal\">Rivendell<\/a> (aka Bruchtal), Elronds Heimat in Mittelerde gewesen ist. Auf der geoidf\u00f6rmigen Erde hingegen ist das Lauterbrunnental Heimat zahlreicher Basejumper, Paraglider und \u00e4hnlicher latent todessehns\u00fcchtiger Adrenalinjunkies&#8230; Das merkt man selbst unten im Tal anhand der dortigen Szenetreffs.<\/p>\n<p>Kurz vor 15 Uhr kam ich am Bahnhof Lauterbrunnen an und lie\u00df den dort bereitstehenden Zug erstmal abfahren, weil ich mich noch ein wenig umsehen wollte. Ich erstand ein paar Ansichtskarten und setzte mich noch eine halbe Stunde, bis zur Abfahrt des n\u00e4chsten Zuges, auf den Bahnsteig. An eben diesem Bahnhof spielte \u00fcbrigens auch eine Szene des eher unterbewerteten James Bond-Films &#8222;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/James_Bond_007_%E2%80%93_Im_Geheimdienst_Ihrer_Majest%C3%A4t\">Im Geheimdienst Ihrer Majest\u00e4t<\/a>&#8220; mit George Lazenby. Das war mir in dem Augenblick aber mal eher wumpe, ich bestaunte eher den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Staubbachfall\">Staubbachfall<\/a> im Hintergrund, einen der h\u00f6chsten Wasserf\u00e4lle der Schweiz.<\/p>\n<p><strong>Etappe 3 &#8211; Lauterbrunnen &#8211; Interlaken (12.4 km, \u21973 m, \u2198232 m)<\/strong><\/p>\n<p>Kurz nach halb vier fuhr der n\u00e4chste &#8211; gut besuchte &#8211; Zug Richtung Interlaken, und nach der anstrengenden Bergtour war ich auch gar nicht mehr so richtig in der Lage alle Eindr\u00fccke \u00fcberhaupt aufzunehmen. In Interlaken stapfte ich also ziemlich geschafft zur\u00fcck ins Hotel und unter die Dusche. Anschlie\u00dfend fiel ich erstmal f\u00fcr eine gute Stunde ins Bett, bevor ich mich aufraffte und gegen 18 Uhr ins Hotelrestaurant bequemte &#8211; wer so viel wandert mu\u00df auch mal ein lecker Bier trinken und was essen.<\/p>\n<p>Im Restaurant war noch \u00fcberhaupt nix los, ich bekam also den besten Tisch und gleich drei verschiedene Kellner(innen) k\u00fcmmerten sich um mein Wohl. Dazu geh\u00f6rte als Aufmerksamkeit der K\u00fcche ein Leckerli auf Basis von irgendwie aufgesch\u00e4umtem Tomaten-irgendwas. Tomaten sind ja au\u00dfer in Ketchup mal so gar nicht mein Fall, aber das war so als Appetizer ganz ok, war halt luftig lockere Creme mit Tomatengeschmack und auf dem Weg in den Magen schon verdunstet.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" alt=\"Geschwindigkeitsdiagramm\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20170817\/t-v.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Als Hauptgang gab es dann eine R\u00f6stipfanne mit gebratener Leber, die stilecht in einer ordentlich hei\u00dfen Blechpfanne serviert wurde. Garniert war das Ganze mit d\u00fcnnen Apfelscheiben und ein ganz wenig Zwiebel. Die Leberst\u00fccken waren vergleichsweise klein geschnitten, aber super angebraten und die R\u00f6sti waren sowieso lecker. Und ich h\u00e4tte genug Kohldampf gehabt auch noch die Pfanne mitzufuttern, hab das aber aus R\u00fccksicht auf meine Z\u00e4hne dann doch lieber gelassen&#8230;<\/p>\n<p>Abgerechnet wurde der Spa\u00df direkt aufs Zimmer, und da stutzte der (deutsche) Kellner bei meinem Namen und fragte dann auch erstmal wo der denn herkommt. Da konnte ich dann zum Gl\u00fcck drei S\u00e4tze dazu sagen, ist ja immer eine gute Geschichte. Die Interaktion mit den Kellnern war sowieso recht witzig, weil die immer nicht einsch\u00e4tzen konnten, ob sie mich nun auf deutsch, englisch oder franz\u00f6sisch anquatschen sollten&#8230; Vielleicht h\u00e4tte ich auf die Frage &#8222;Sprechen sie Deutsch?&#8220; spa\u00dfeshalber &#8222;Si.&#8220; antworten sollen&#8230;<\/p>\n<p>Fazit: Ein super Tag mit einer ganz hervorragenden, obgleich \u00e4u\u00dferst anstrengenden Wanderung vor traumhafter Kulisse mit einem sehr leckeren Abendessen als Ausklang. Am n\u00e4chsten Tag wollte ich ja bereits erneut zur Kleinen Scheidegg, dann allerdings mit der Bahn, mit der Wanderei war nun erstmal f\u00fcr einige Tage Pause angesagt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230;Berge sehen, Gandalf.&#8220; sprach Bilbo Beutlin irgendwann am Anfang vom Herrn der Ringe. Und das pa\u00dfte ganz gut zur heutigen Bergetappe, denn die hat auch einen Bezug zu Tolkien. 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