{"id":2193,"date":"2017-09-06T22:01:20","date_gmt":"2017-09-06T20:01:20","guid":{"rendered":"http:\/\/uwe.s2000.at\/?p=2193"},"modified":"2017-09-06T22:01:20","modified_gmt":"2017-09-06T20:01:20","slug":"rein-und-raus-raus-und-rein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2017\/09\/06\/rein-und-raus-raus-und-rein\/","title":{"rendered":"Rein und raus, raus und rein"},"content":{"rendered":"<p>Der Tag stand ganz im Zeichen eines durchg\u00e4ngigen Rein und Raus &#8211; rein in den Zug und raus aus dem Zug, rein in den Tunnel und raus aus dem Tunnel, und hoch und runter gings auch noch ordentlich&#8230; Eine ziemliche Ochsentour, daf\u00fcr dass die Entfernung zwischen Andermatt und Interlaken \u00fcber die Passstra\u00dfe (Sustenpass oder Grimselpass) grade mal rund 90 km betr\u00e4gt, und selbst mit der Bahn via Brig sinds &#8222;nur&#8220; dreieinhalb Stunden. Allerdings ist bei mir ja manchmal der Weg das Ziel, deswegen gabs &#8222;geringf\u00fcgige&#8220; Umwege&#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Etappe 1 &#8211; Andermatt &#8211; G\u00f6schenen<\/strong><\/p>\n<p>Warum ich das hier zum \u00f6chzigsten Mal auff\u00fchre? Weil ich heute vor dem Fr\u00fchst\u00fcck noch auschecken mu\u00dfte. Weil das Wetter absolut super war und schon am fr\u00fchen Morgen keine Jacke gebraucht wurde. Weil am Bahnhof ganze Heerscharen von Soldaten der \u00f6rtlichen Kaserne noch einen Morgenkaffee trunken w\u00e4hrend ich meinen Koffer in den Zug wuchtete. Weil mir der Aufenthalt in Andermatt wirklich sehr gut gefallen hat &#8211; leider wird sich das Ambiente des Ortes wohl auch \u00e4ndern, die zahllosen Baukr\u00e4ne diverser Gro\u00dfbaustellen k\u00fcnden von zuk\u00fcnftigen Gro\u00dfhotels, so dass aus dem verschlafenen Nest wohl sowas wie ein zweites Zermatt werden k\u00f6nnte&#8230; Ich wills nicht hoffen.<\/p>\n<p>Achja, die Fahrt durch die Schlucht hinunter nach G\u00f6schenen war nat\u00fcrlich auch beim f\u00fcnften Mal (das sechste Mal war ich gelaufen) spektakul\u00e4r, zumal jetzt auch das Wetter wirklich mitspielte. In G\u00f6schenen brauchte ich nun nur auf den Anschlusszug zu warten, und dann gabs tats\u00e4chlich und viel sp\u00e4ter als gedacht eine Premiere im Urlaub: Ich fuhr auf einer Bahnstrecke auf der ich vorher noch nie unterwegs war&#8230;<\/p>\n<p><strong>Etappe 2 &#8211; Gotthardstrecke G\u00f6schenen &#8211; Bellinzona<\/strong><\/p>\n<p>Diese Premiere geriet zun\u00e4chst m\u00e4chtig unspektakul\u00e4r unterbelichtet: Es ging 15 km geradeaus durch stockfinstre Nacht. Jepp, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gotthardtunnel\">Gotthardtunnel<\/a>. Das eindrucksvollste daran ist ja irgendwie die Tatsache, dass man ihn um 1875 gebohrt hat, als man quasi \u00fcberhaupt noch keine Erfahrung mit solchen Monstervorhaben hatte. Auf jeden Fall f\u00e4hrt man da halt recht ereignisarm durch, nach gut 10 Minuten wirds wieder hell und pl\u00f6tzlich ist man in Italien. Naja, nicht so ganz, beim Simplontunnel w\u00fcrds stimmen. Man ist im Tessin, was aber sprachlich aufs Gleiche rauskommt. Die automatisierten Ansagen im Zug sind ja in der Schweiz grunds\u00e4tzlich mehrsprachig, je nach Kanton aber in unterschiedlichen Sprachen. N\u00f6rdlich des Gotthard gabs Deutsch, Englisch und Franz\u00f6sisch (Prochainerais Andermatt&#8230; [sprich Prosch\u00e4ner\u00e4h Andermatt]), im Tessin gabs Italienisch, Englisch und Deutsch. Ganz verr\u00fcckt wirds in Graub\u00fcnden, da wird man noch auf r\u00e4toromanisch zugetextet, was selbst in der Schweiz kaum einer mehr spricht.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20170814\/gotthardtunnel.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" alt=\"Im Gotthardtunnel\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20170814\/gotthardtunnel_t.jpg\" width=\"200\" height=\"113\" \/><\/a><\/p>\n<p>Na jedenfalls gings dann von Airolo aus m\u00e4chtig bergab. Auf dem Weg Richtung Bellinzona ist der H\u00f6henunterschied noch gr\u00f6\u00dfer als auf der Nordseite, so dass man hier gleich vier <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:FreggioAndPratoSpiralTunnelsBetweenRodi-FiessoAndFaidoStationsOnSouthernRampToGotthardTunnel.jpg?uselang=de\">Kehrtunnels<\/a> erbaut hat, davon zwei <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:PianotondoAndTraviSpiralTunnelsOnSouthernRampOfGotthardbahn.jpg?uselang=de\">quasi \u00fcbereinandergestapelt<\/a>, so dass die Bahn hier in drei Stockwerken \u00fcbereinander fotografiert werden kann (was entsprechend gern und oft <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Gotthard-IR_in_der_Biaschina.jpg?uselang=de\">gemacht wird<\/a>). Und irgendwie habens die Ingenieure 100 Jahre sp\u00e4ter noch geschafft, die Autobahn dazwischenzuquetschen&#8230;<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist hier nun (neben der Sprache) auch die andere Optik. Die H\u00e4user entsprechen nicht mehr dem typisch n\u00f6rdlichen Schweizer Holzbau, sondern sind aus Stein und haben einen eindeutig italienischen Einschlag. Au\u00dferdem gibt es erheblich mehr B\u00e4ume auch in h\u00f6heren Lagen, was mit dem Wetter zusammenh\u00e4ngt &#8211; warme und feuchte Luft aus dem S\u00fcden staut sich in den Hanglagen, so dass es die Gegend die nasseste der Schweiz ist, was nat\u00fcrlich gut f\u00fcrs Pflanzenwachstum ist. Und aufgrund der h\u00f6heren Temperaturen wachsen sogar so komische Dinger wie Palmen. Und wer sich davon ein bewegtes Bild machen will, kann sich bei youtube die komplette Fahrt von Locarno die S\u00fcdrampe hinauf und die Nordrampe hinunter (also entgegen meiner Fahrtrichtung) <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=rruCFVrCjlk\">auf youtube reinziehen<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Etappe 3 &#8211; Bellinzona &#8211; Locarno<\/strong><\/p>\n<p>In Bellinzona mu\u00dfte ich dann umsteigen in Richtung Locarno, und hier merkte man schon deutlich die N\u00e4he Italiens &#8211; in Form von wild gestikulierenden Machos und Frauen in modischen Sommerkleidern, was allerdings nicht immer zum Vorteil der Frau war&#8230; Nuja. Zwischen Bellinzona und Locarno waren m\u00e4chtig Bauarbeiten im Gange, die Schweizer bauen ja die Gotthardstrecke noch massiv aus und werkeln dort am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ceneri-Basistunnel\">Ceneri-Basistunnel<\/a>, damit man dann irgendwann zwischen Z\u00fcrich und Mailand nicht \u00fcber 550 m \u00fcber dem Meer steigen mu\u00df &#8211; frei nach Motto &#8222;Weg mit den Alpen, freie Sicht aufs Mittelmeer.&#8220; Ich hingegen wollte ja gar nicht ans Mittelmeer, sondern an den Lago Maggiore, bzw. nach Locarno.<\/p>\n<p>Dort angekommen wars verflixt warm &#8211; kein Wunder, Locarno ist der Ort der Schweiz mit der h\u00f6chsten Durchschnittstemperatur. Entsprechend viele Sommerurlauber waren unterwegs. Ich hingegen verzog mich in den k\u00fchlen unterirdischen Bahnhof der Ferrovie autolinee regionale ticinesi, was aber furzegal ist, weswegen man das mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/FART\">FART<\/a> abk\u00fcrzt. Oder so \u00e4hnlich. Jedenfalls betreibt die Gesellschaft eine Schmalspurlinie Richtung Italien, die sogenannte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Centovallibahn\">Centovallibahn<\/a>. Und das war die n\u00e4chste Etappe.<\/p>\n<p><strong>Etappe 4 &#8211; Centovallibahn Locarno &#8211; Domodossola<\/strong><\/p>\n<p>Rein von der Geographie her und von der Art und Weise, wie man die Bahnstrecke ins Gel\u00e4nde gebaut hat, war das mit Abstand der spektakul\u00e4rste Streckenabschnitt des Tages. Die Strecke weist irre Steigungen und aberwitzig enge Kurvenradien auf, die man sonst nur von Stra\u00dfenbahnen kennt. An diversen Stellen wurde die Trasse direkt in fast senkrechte Felsw\u00e4nde gehauen, und wenn man aus dem Fenster guckt kommt erstmal 100 m gar nix, und dann irgendwo unten ein paar grobe Steine und ein Flie\u00dfgew\u00e4sser. Nat\u00fcrlich f\u00e4hrt die Bahn nicht sonderlich schnell, Blumenpfl\u00fccken w\u00e4hrend der Fahrt w\u00e4re also durchaus m\u00f6glich, wenn man die Fenster \u00f6ffnen k\u00f6nnte (schei\u00df Klimaanlagen aber auch immer) und wenns statt Felsen Blumenwiesen g\u00e4b. Achja, eine F\u00fchrerstandsmitfahrt auf der Strecke gibts nat\u00fcrlich bei <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=GuHwhOKUqYU\">youtube<\/a> (ist zwar die Gegenrichtung, das macht aber die Landschaft nicht h\u00e4sslicher).<\/p>\n<p>Trotzdem wurde die Fahrt zu einer ziemlichen Strapaze f\u00fcr meine Nerven, da ein \u00e4lteres Ehepaar (ca. 60-65) mit Enkelkind (ca. 2. Klasse) mit im Waggon sa\u00dfen. Und die unterhielten sich in unm\u00f6glicher Lautst\u00e4rke \u00fcber v\u00f6llig banales Zeug. Opas wichtigste Frage bei jedem Bahnhof war: &#8222;Sind wir schon in Italien? Ach nein, erst in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Societ%C3%A0_subalpina_di_imprese_ferroviarie\">Ribellasca<\/a>. Das sind noch 5 Stationen.&#8220; Vor lauter Diskussion und Gucken in den Linenplan verpa\u00dfte er die ganze tolle Aussicht links und rechts zum Fenster raus&#8230; Wenn man nix relevantes zu vermelden hat, sollte man eben einfach mal die Klappe halten &#8211; gilt nicht nur Manager im Meeting. Ich war jedenfalls mittelschwer genervt von dem Kerl.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20170814\/interlaken_height.png\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" alt=\"H\u00f6henprofil\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20170814\/interlaken_height2.png\" width=\"570\" height=\"214\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen f\u00fchrt die Strecke tats\u00e4chlich zum Gro\u00dfteil durch Italien, da sie aber zusammen mit der Simplonbahn die schnellste Verbindung vom Tessin ins Wallis und sogar weiter nach Bern ist, gelten die Schweizer Fahrkarten dort auch. Damit brauchte ich f\u00fcr diesen Italienabstecher auch keine extra Fahrkarte, sondern zeigte brav meine Touristenkarte vor, die leider nur etwas umst\u00e4ndlich gro\u00df ist. Nach einem steilen Abstieg in mehreren Schleifen erreichten wir schlie\u00dflich gegen halb zwei Domodossola, von wo aus es dann wieder in Richtung Norden weiterging.<\/p>\n<p><strong>Etappe 5 &#8211; Simplonbahn Domodossola &#8211; Brig<\/strong><\/p>\n<p>Ich bestieg den erstbesten Zug Richtung Schweiz, was zuf\u00e4llig ein IC Richtung Lausanne war. Dieser war \u00fcberraschend gut besucht, ich kriegte gerade noch einen Platz im Schwerbehindertenabteil, welches aber unbelegt war. War ja auch nur f\u00fcr eine knappe halbe Stunde. In der Zeit kamen der Schaffner und zwei Leute vom Schweizer Grenzschutz, der Opa mitsamt Anhang nervte die Leute im benachbarten Speisewagen, und ich guckte aus dem Fenster und sah&#8230; Dunkelheit. Die Alpen sind ja durchl\u00f6chert wie ein Schweizer K\u00e4se, kaum ist man aus einem Tunnel raus ist man schon wieder im n\u00e4chsten drin. L\u00e4ngster Tunnel hierbei war nun der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Simplontunnel\">Simplontunnel<\/a> mit 19.005 km (die f\u00fcnf Meter scheinen wichtig zu sein).<\/p>\n<p>Direkt hinter dem n\u00f6rdlichen Tunnelportal war auch schon Brig erreicht und ich stolperter bei glei\u00dfendem Sonnenschein auf den Bahnsteig. Einen Schreck versetzte mir der lautstarke Opa (ja, der war mitsamt Entourage auch ausgestiegen) als er lautstark verk\u00fcndete &#8222;Bern ist Gleis 8&#8220;. Das machte zwar grammatikalisch und ausdrucksm\u00e4\u00dfig mal so \u00fcberhaupt keinen Sinn, sagte mir aber dass er den gleichen Anschluss nehmen wollte wie ich. Darauf hatte ich aber mal sowas von \u00fcberhaupt keinen Bock, weswegen ich spontan umplante. Statt mit dem n\u00e4chsten IC durch den L\u00f6tschberg-Basistunnel Richtung Bern zu fahren, w\u00fcrde ich ich stattdessen mit dem n\u00e4chsten Regionalzug \u00fcber die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/L%C3%B6tschberg-Bergstrecke\">L\u00f6tschberg-Bergstrecke<\/a> in Richtung Bern fahren.<\/p>\n<p><strong>Etappe 6 &#8211; L\u00f6tschberg-Bergstrecke Brig-Spiez<\/strong><\/p>\n<p>Die Entscheidung verz\u00f6gerte meine Ankunft in Interlaken um eine Stunde, das war mir aber mal grad v\u00f6llig egal. Wichtiger war die Tatsache dass ich so den Ausblick aus dem Fenster an der L\u00f6tschberg-S\u00fcdrampe genie\u00dfen konnte, und das bei absolut genialem Sommerwetter, frei von allen Wolken. Also suchte ich mir ein sch\u00f6nes Pl\u00e4tzchen auf der in Fahrtrichtung linken Seite und harrte der Dinge, die da kommen w\u00fcrden. Und da kam einiges. Die Bahnstrecke steig von Brig aus kontinuierlich an, immer entlang der Bergflanke, bis sie irgendwann rund 400 m \u00fcber dem Niveau des Rh\u00f4netals liegt. Da hat man einen fantastischen Blick ins Tal bis hin zum Mont-Blanc-Massiv im Westen. Dann biegt die Strecke nach Norden ab und f\u00fchrt durch den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/L%C3%B6tschbergtunnel\">L\u00f6tschbergtunnel<\/a> nach Kandersteg. An diesem Tunnel gibt es einen Autoverlad, was die k\u00fcrzeste winterfeste Verbindung von Bern ins Wallis darstellt &#8211; ansonsten m\u00fcsste man nach Westen bis an den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Genfersee\">Genfersee<\/a> ausweichen.<\/p>\n<p>Ich guckte also fasziniert aus dem Fenster und lie\u00df mich auch nicht von den Horden von Wanderern aus dem Konzept bringen, die bis Frutigen nach und nach zustiegen. Der Nordabschnitt der Strecke, von Kandersteg nach Frutigen, besteht ja auch wieder aus einer Doppelschlaufe zwecks H\u00f6hengewinnung, das ist mit den 3000ern im Hintergrund schon faszinierend anzusehen. Und pl\u00f6tzlich kommt man aus dem Tunnel raus und guckt aufs himmelblaue Wasser des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Thunersee\">Thunersees<\/a>&#8230; Die Landschaft der Schweiz ist schon m\u00e4chtig gewaltig. Einen Einblick in den Ausblick (ha, welch Wortspiel) gibt auch f\u00fcr diese Strecke ein Video auf <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Dd2v8cVpFV4\">youtube<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Etappe 7 &#8211; Spiez &#8211; Interlaken Ost<\/strong><\/p>\n<p>Alle guten Dinge gehen einmal zuende, so auch meine Fahrt nach Interlaken. Den letzten Abschnitt legte ich mit einem Regionalzug zur\u00fcck, obwohl eigentlich(tm) ein ICE im Fahrplan stand. Dieser fiel aber (wir erinnern uns, Tunnelbauen und Deutsche Bahn passen nicht zusammen) ersatzlos aus. Das machte aber nix, die Schweizer Z\u00fcge sind eh bequemer und besser gepflegt. Die Strecke nach Interlaken f\u00fchrt nun immer sch\u00f6n am Seeufer entlang, was die mitreisenden Asiaten zum Anla\u00df nahmen, die Speicher ihrer Kameras mit verwackelten und unscharfen Aufnahmen von Spiegelungen der Fensterscheiben zu f\u00fcllen&#8230;<\/p>\n<p>Und so kam ich schlie\u00dflich etwas kn\u00fclle in Interlaken an. Der Ort ist ja <em>das<\/em> Touristenziel der Schweiz \u00fcberhaupt und entsprechend v\u00f6llig \u00fcberlaufen mit Asiaten aus dem Fernen und Mittleren Osten. Und auf die ist alles ausgerichtet &#8211; die Hinweisschilder auf Englisch und Japanisch, die Speisekarten vorm Restaurant auf arabisch, und beim Juwelier stehen nicht mal die Preise dran an der Auslage&#8230; Als Mitteleurop\u00e4er ist man dort definitiv in der Minderheit, was wohl auch bei den Schweizerin nicht ungeteilte Zustimmung findet.<\/p>\n<p>Ich schleppte also mich und meinen Koffer die 500 m bis ins Hotel und begab mich erstmal zum Ausruhen (wovon eigentlich, ich hatte ja den ganzen Tag nix gemacht au\u00dfer Bahn fahren?) aufs Zimmer. Das war halt so wie man sich ein Hotelzimmer vorstellt, zweckm\u00e4\u00dfig und charakterlos. Gegen das urige Ambiente des Hotels in Andermatt war das gar nix, zumal nachts die Reklamebeleuchtung der F\u00fcnf-Sterne-Luxusbude von der anderen Stra\u00dfenseite ins Zimmer strahlte &#8211; wobei besagte Luxusbude damit auch nur wie ein Nobelpuff wirkte&#8230; Als letzte Amtshandlung des Tages spazierte ich noch ein wenig durch den Ort, in erster Linie um zu erkunden wo man Getr\u00e4nke einkaufen k\u00f6nnte und wie lange man bis zum Bahnhof braucht, damit klar ist, wann man morgens los mu\u00df.<\/p>\n<p>Da das Fr\u00fchst\u00fcck bereits ab 6:30 Uhr serviert wurde konnte ich hier nun sehr flexibel die Unternehmungen f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage planen. Wichtigstes Hilfsmittel dabei war der Wetterbericht bzw. die mit f\u00fcrchterlicher Blasmusik unterlegte Alpenwebcamrundschau, denn wenn ich mit der Bergbahn aufs Jungfraujoch fahre und daf\u00fcr \u00fcber 100 EUR(!) hinbl\u00e4ttere, will ich auch Ausblick haben. Der Trip war aber ohnehin noch nicht dran, weil ich daf\u00fcr erst noch Fahrkarten kaufen musste. Wof\u00fcr ich mich letztlich entschied berichte ich dann im n\u00e4chsten Eintrag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Tag stand ganz im Zeichen eines durchg\u00e4ngigen Rein und Raus &#8211; rein in den Zug und raus aus dem Zug, rein in den Tunnel und raus aus dem Tunnel, und hoch und runter gings auch noch ordentlich&#8230; Eine ziemliche Ochsentour, daf\u00fcr dass die Entfernung zwischen Andermatt und Interlaken \u00fcber die Passstra\u00dfe (Sustenpass oder Grimselpass) [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2193"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2193"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2193\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2193"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2193"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2193"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}