{"id":2150,"date":"2017-08-30T21:30:57","date_gmt":"2017-08-30T19:30:57","guid":{"rendered":"http:\/\/uwe.s2000.at\/?p=2150"},"modified":"2023-11-15T19:00:58","modified_gmt":"2023-11-15T18:00:58","slug":"urlaubsbericht-tag-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2017\/08\/30\/urlaubsbericht-tag-2\/","title":{"rendered":"Urlaubsbericht Tag 2"},"content":{"rendered":"<p>Mir ist kein originellerer Titel eingefallen, also muss der jetzt eben ausreichen. In den letzten Tagen war ich auch mehr damit besch\u00e4ftigt, fies ungenaue GPS-Tracks (Zug, Tunnel, nix Signal) auf die korrekten Positionen zu mappen (da man ja gl\u00fccklicherweise vom Fach ist, kann man sich f\u00fcr sowas ja ein kleines Programm schreiben). Aber um was gehts eigentlich? Ich war in den Bergen spazieren, in erster Linie trotzte ich dabei aber einem eher f\u00fcrchterlichen Wetter&#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Etappe 1 &#8211; Bahnfahrt Andermatt-Oberalppass (9.81 km, \u2197608 m, \u219811 m)<\/strong><\/p>\n<p>Nach einer ruhigen Nacht (bis auf das Hintergrundrauschen der Oberalpreuss hinterm Haus) und einem gem\u00fctlichen Fr\u00fchst\u00fcck (Wurstbrot am Morgen vertreibt den Hunger, Kaffee hilft gegen M\u00fcdigkeit, und \u00fcberhaupt ist um 8 eigentlich ja schon nicht mehr fr\u00fch am Morgen) sattelte ich die Pferde, \u00e4h, schn\u00fcrte ich die Wanderstiefel und trabte in Richtung Bahnhof. Dort bestieg ich den Zug in Richtung <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Disentis\">Disentis\/Must\u00e9r<\/a>, der mich dann v\u00f6llig problem- und ereignislos zum Oberalppass brachte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"   aligncenter\" alt=\"H\u00f6hendiagramm\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20170811\/s-h.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Das Wetter war \u00e4hnlich schlecht wie am Vortag, die Wolken hingen tief in den Bergflanken, und am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oberalppass\">Oberalppass<\/a> auf etwa 2040m H\u00f6he war ich dann schon in den Wolken. Die Temperaturen lagen irgendwo um die 10 Grad (\u00fcber Null), aber immerhin war es relativ windstill. Mit dickem Pullover und Windjacke lie\u00df es sich gut aushalten, und solange man in Bewegung blieb war auch die Wanderhose nicht zu d\u00fcnn.<\/p>\n<p><strong>Etappe 2 &#8211; Wanderung Oberalppass-Andermatt-G\u00f6schenen (14.57 km,\u00a0\u2197162 m,\u00a0\u21981163 m)<\/strong><\/p>\n<p>Geplant war die Wanderung als eine kurze Einf\u00fchrungsveranstaltung, um einfach mal zu schauen wie gut ich klarkomme, und auf halber Strecke h\u00e4tte ich die Sache in Andermatt ja auch abbrechen k\u00f6nnen. Ich marschierte also los, zun\u00e4chst am Ufer des Oberalpsees, wo selbst bei diesem Wetter noch einige Unentwegte die Angelruten ins Wasser hielten. Der entw\u00e4ssert ja noch in Richtung Andermatt und dann via Vierwaldst\u00e4dter See und Aare in den Rhein, auf der anderen Seite des Passes entspringt ja der Rhein direkt, weswegen auf der Passh\u00f6he auch ein Leuchtturm steht&#8230; Danach f\u00fchrte der Weg in gem\u00e4chlichem Abstieg in Richtung Andermatt. Viel zu sehen war aufgrund der Wolken nicht, zumindest war aber der Weg recht frisch ausgebaggert und gut zu erkennen. Zwischendrin traf ich auch einen Bautrupp, der damit besch\u00e4ftigt war, den Weg auszubessern. Das war zumindest an dieser Stelle auch notwendig, weil mir irgendwie der halbe Berghang als Schlamm an den Stiefeln klebte&#8230; aber durchaus klar nach mehreren Tagen Regen dort.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"  aligncenter\" alt=\"Tempodiagramm\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20170811\/s-v.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Nach ungef\u00e4hr 5 km Wandern kam ich dann im Abstieg aus den Wolken heraus, die Sichtweite erh\u00f6hte sich damit allerdings auch nicht wirklich signifikant. Daf\u00fcr wurde der Abstieg nun steiler, da ich nun die Bergflanke \u00f6stlich von Andermatt erreicht hatte. Die Pa\u00dfstra\u00dfe und die Bahnstrecke beschreiben dort ein paar wilde Serpentinen, der Wanderweg hingegen f\u00fchrt relativ geradeaus den Berg hinunter, was mir einen m\u00e4chtigen Schreckmoment bescherte.<\/p>\n<p>Der Weg bestand aus groben Steinen, die quasi Treppenstufen bildeten, so dass man relativ vern\u00fcnftig absteigen konnte. Allerdings waren die Steine nass, und damit relativ schmierig. Und w\u00e4hrend ich noch in Gedanken beim \u00dcberlegen war, wohin ich den n\u00e4chsten Schritt setzen sollte, meldete pl\u00f6tzlich der Fu\u00df eine ungeplante horizontale Bewegung. Die hatte ich kaum registriert, als sich auch schon mein Stei\u00dfbein dar\u00fcber beschwerte, dass ich meinem Hintern gef\u00e4lligst einen bequemeren Untersatz g\u00f6nnen m\u00f6ge. Kurz gesagt: Ich war weggerutscht und hatte mich ziemlich unerwartet pl\u00f6tzlich auf den Hosenboden gesetzt. In Anbetracht der Tatsache dass ich auch noch ein gutes St\u00fcck weiter ins Tal h\u00e4tte rutschen k\u00f6nnen war das zwar schmerzhaft, aber letztendlich ungef\u00e4hrlich (und ich walze das hier auch nur so breit aus damit sich meine Mutter beim Lesen sch\u00f6n aufregt *eg*). Auf jeden Fall war ich danach etwas vorsichtiger unterwegs.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"  aligncenter\" alt=\"Steigungsdiagramm\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20170811\/s-deltah.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Gegen Mittag erreichte ich Andermatt, und pausierte kurz im Hotel, weil ich ein dringendes Bed\u00fcrfnis zu erledigen hatte &#8211; das erkl\u00e4rt dann auch die komischen Spitzen in den Diagrammen bei 20 km. Weil es aber eben noch so fr\u00fch am Morgen war, folgte nun der zweite Teil der Wanderung: durch die Sch\u00f6llenenschlucht hinunter nach G\u00f6schenen. Das Wetter war immer noch grausig, es regnete zwar nicht, daf\u00fcr pfiff dort in der Schlucht ein \u00e4u\u00dferst ekelhafter Wind. Aber der Reihe nach:<\/p>\n<p>Der Wanderweg f\u00fchrt dort entlang der alten Stra\u00dfe durch ein sehr enges Tal, welches der Flu\u00df hier in den Fels gegraben hat. Auf ungef\u00e4hr 4km \u00fcberwindet man einen H\u00f6henunterschied von ungef\u00e4hr 300m, bevor man im eigentlichen Reusstal am Nordportal des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gotthardtunnel\">Gotthardtunnels<\/a> ankommt. Eine 100 Jahre alte Zahnradbahn durchquert die Schlucht, ebenso gibt es eine Stra\u00dfenverbindung, auf der gerade Bauarbeiten stattfanden, was zu immensen Staus f\u00fchrte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"  aligncenter\" alt=\"H\u00f6hendiagramm\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20170811\/t-h.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Daneben gibt es in der Schlucht ein Denkmal zu Ehren eines <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alexander_Wassiljewitsch_Suworow\">russischen Generals<\/a>, der dort 1799 mit seiner Armee unter Feindbeschu\u00df die Schlucht passierte. Das zweite bekannte Fotomotiv ist die sogenannte Teufelsbr\u00fccke direkt daneben. Trotz miesen Wetters machte ich also zahlreiche Fotos. Dann wanderte ich weiter an der Stra\u00dfenbaustelle entlang den Berg hinunter, bis hin zur edel aussehenden H\u00e4derlisbr\u00fccke. Danach waren es nur noch wenige Meter bis G\u00f6schenen, wo mir (Murphy ist halt Perfektionist) der Zug vor der Nase wegfuhr.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"  aligncenter\" alt=\"Geschwindigkeitsdiagramm\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20170811\/t-v.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Somit hatte ich noch ewig viel Zeit und erkundete noch ein wenig die Umgebung des Bahnhofs, insbesondere hinsichtlich der Frage, wo sich der Wanderweg den Gotthard hinunter befindet, den ich zwei Tage sp\u00e4ter laufen wollte. Danach setzte ich mich am Bahnhof hin und schrieb im Reisetagebuch (was die L\u00fccken in den Diagrammen begr\u00fcndet).<\/p>\n<p><strong>Etappe 3 &#8211; Bahnfahrt G\u00f6schenen-Andermatt (3.81 km, \u2197281 m, <strong>\u2198<\/strong>0 m)<\/strong><\/p>\n<p>Hier gibt es nun nicht mehr allzuviel zu erz\u00e4hlen. Irgendwann fuhr halt der n\u00e4chste Zug und qu\u00e4lte sich im Schneckentempo den Berg hinauf &#8211; und ich war ja schon am Vortag die gleiche Strecke gefahren. Zur\u00fcck in Andermatt stapfte ich zum Hotel und landete eine Dusche sp\u00e4ter im hoteleigenen Restaurant. Das ist eine sehr rustikale Bar, wo die Chefin zus\u00e4tzlich eine Handvoll herzhafter Gerichte zubereitet. Ich entschied mich erstmal f\u00fcr ein Bier&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"  aligncenter\" alt=\"Steigungsdiagramm\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20170811\/t-deltah.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Nach dem Bier folgte ein hausgemachter Hamburger mit Salat. Und der war super. Ich bin ja sonst kein Freund von Hamburgern &#8211; ich habs halt nicht so mit Hanseaten (ha, wasn d\u00e4mlicher Witz) &#8211; aber der war entweder richtig klasse oder ich war einfach nur richtig hungrig (oder beides). Auf jeden Fall war der Salat tomatenfrei (gro\u00dfer Pluspunkt), stattdessen gabs schmale Apfelscheiben, und die Tomatenscheiben im Hamburger gingen zwischen dem Salat und dem K\u00e4se unter und wurden mit verschlungen (und ich lebe noch, oh Wunder). Zum Nachsp\u00fclen gabs dann noch ein Bier, und anschlie\u00dfend verkr\u00fcmelte ich mich aufs Zimmer, denn am n\u00e4chsten Morgen sollte es ja p\u00fcnktlich losgehen.<\/p>\n<p>Leider machte mir dann die Uhrzeit einen Strich durch die Planung des n\u00e4chsten Tages, aber das kann ich ja dann im n\u00e4chsten Eintrag genauer erl\u00e4utern. Damit kommen wir zum Fazit: Eine sch\u00f6ne Wanderung, die man allerdings bei besserem Wetter machen sollte. Der erste Teil am Oberalppass k\u00f6nnte durch ein paar Umwege auf die umliegenden Berge erg\u00e4nzt werden, zumindest wenn das Wetter eine gute Aussicht verspricht. Andererseits sollte man in dem Fall den Teil mit der Sch\u00f6llenenschlucht weglassen, die ihrerseits definitiv der spektakul\u00e4rste Teil des Tages war.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mir ist kein originellerer Titel eingefallen, also muss der jetzt eben ausreichen. In den letzten Tagen war ich auch mehr damit besch\u00e4ftigt, fies ungenaue GPS-Tracks (Zug, Tunnel, nix Signal) auf die korrekten Positionen zu mappen (da man ja gl\u00fccklicherweise vom Fach ist, kann man sich f\u00fcr sowas ja ein kleines Programm schreiben). 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