{"id":2016,"date":"2015-10-15T19:01:49","date_gmt":"2015-10-15T17:01:49","guid":{"rendered":"http:\/\/uwe.s2000.at\/?p=2016"},"modified":"2015-10-15T19:01:49","modified_gmt":"2015-10-15T17:01:49","slug":"verspaetungsblues","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2015\/10\/15\/verspaetungsblues\/","title":{"rendered":"Versp\u00e4tungsblues"},"content":{"rendered":"<p>Am 3.9. war ich unterwegs von Stuttgart nach Erlangen. Und da \u00fcbertraf sich die Bahn mal wieder selbst und erm\u00f6glichte mir eine erinnerungsw\u00fcrdige Reise&#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Tag begann, wie \u00fcblich in diesem Hotel, mit einem eher hastigen ungem\u00fctlichen Fr\u00fchst\u00fcck. Danach war Checkout und Marsch zum Bahnhof angesagt, wo ich in den erstbesten ICE nach Mannheim stieg. Das Wetter war eher mittelpr\u00e4chtig, und die Fahrt bis nach Mannheim verschlief ich mehr oder weniger, ich kann mich aber erinnern, ziemlich \u00fcber den F\u00fcllungsgrad des Zuges gestaunt zu haben.<\/p>\n<p><strong>Im tiefsten Westen<\/strong><\/p>\n<p>Von Mannheim aus sollte es linksrheinisch nach Norden gehen, genauer gesagt bis nach Mainz. Das klappte auch problemlos, der Triebwagen stand p\u00fcnktlich in Mannheim am Bahnsteig, ich fand einen einigerma\u00dfen akzeptablen Sitzplatz und dann gondelten wir erst \u00fcber den Rhein Richtung Ludwigshafen und schwenkten dann nach Norden.<\/p>\n<p>Das Wetter wurde zunehmend sch\u00f6ner, so mit Wolkenl\u00fccken und Sonnenschein, gleichzeitig versp\u00e4tete sich der Zug ganz leicht. Das sorgte bei mir f\u00fcr einige ernste Sorgenfalten auf der Stirn, da ich in Mainz nur drei Minuten zum Umsteigen haben w\u00fcrde und dabei von Gleis 2 nach Gleis 4 musste, dazu also Treppen hoch und runter wetzen w\u00fcrde. Vorsorglich suchte ich schon mal online den Bahnhofsplan raus, um die Position der Treppen zu pr\u00fcfen und keine Zeit mit Umherirren zu verlieren.<\/p>\n<p>Nebenbei tauchten drau\u00dfen die ersten Weinberge des Rheinlandes auf, und kurz vor Mainz verlief die Strecke dann direkt am Main. Ich verglich nochmal die aktuelle Uhrzeit mit dem Fahrplan, und es sah recht vern\u00fcnftig aus &#8211; wir kamen fast p\u00fcnktlich in Mainz an. Ich spurtete also los in Richtung der Treppen, nur um festzustellen, dass dort Stau war, und ich einen Umweg durch die Empfangshalle machen musste, vorbei am B\u00e4ckerstand und an diversen im Weg herumstehenden Reisenden.<\/p>\n<p>Da kam ich also beinah fast knapp vor Abfahrtszeit meines Anschlu\u00dfzuges auf dem Bahnsteig an und was passiert? Richtig, der Zug hatte Versp\u00e4tung und ich hatte mich ganz umsonst beeilt. Mit irgendwas zwischen f\u00fcnf und zehn Minuten Versp\u00e4tung verlie\u00dfen wir dann schlie\u00dflich Mainz in Richtung Darmstadt.<\/p>\n<p><strong>Versp\u00e4tungsaufbau in \u00f6stlicher Richtung<\/strong><\/p>\n<p>Die Strecke f\u00fchrt zun\u00e4chst \u00fcber den Rhein und dann s\u00fcdlich an Frankfurt vorbei nach Darmstadt, dort wird die Richtung gewechselt und man zuckelt weiter nach Aschaffenburg. In Darmstadt war ein l\u00e4ngerer Aufenthalt, so dass wir dort wieder p\u00fcnktlich waren, dank diverser Zwischenstops und \u00dcberholungen durch G\u00fcterz\u00fcge kamen wir in Aschaffenburg aber doch mit knapp f\u00fcnf Minuten Versp\u00e4tung an. Das w\u00e4re im Normalfall nicht tragisch, wenn dann nicht gerade der Anschlu\u00df nur sieben planm\u00e4\u00dfige Minuten zum Umsteigen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Aus den erwarteten realen zwei Minuten wurden dann eher zehn, weil &#8211; man glaubt es kaum &#8211; der Anschlu\u00df aus Richtung Frankfurt weiter nach W\u00fcrzburg nicht p\u00fcnktlich kam. Aus den knapp 10 Minuten Versp\u00e4tung wurden dann kontinuierlich mehr. W\u00e4hrend wir also zwischen Gem\u00fcnden und W\u00fcrzburg am Main herumkurvten (eine sehr viel sch\u00f6nere Strecke als die parallel im Tunnel laufende SFS Hannover-W\u00fcrzburg) telefonierte die Zugbegleiterin mit der Transportleitung wegen der Anschl\u00fcsse in W\u00fcrzburg. Da gab es nicht wenige Fahrg\u00e4ste, die dort in einen ICE Richtung M\u00fcnchen umsteigen wollten.<\/p>\n<p>Die gute Dame machte schlie\u00dflich eine ziemlich klare Ansage: &#8222;Wir erreichen W\u00fcrzburg mit ca. 20 Minuten Versp\u00e4tung. Es wartet nicht: der ICE haumichblau nach M\u00fcnchen um ziemlich genau jetzt. Es wartet nicht: ${insert another ICE here} Es wartet nicht: Der Regionalexpress nach Bamberg:&#8220; Das w\u00e4re meiner gewesen, aber das war mir aufgrund der Versp\u00e4tung eh schon klar gewesen. Weiter ging es mit einer sehr erstaunlichen Ansage, die ich so auch noch nie vom Personal geh\u00f6rt hatte: &#8222;Die Entscheidungen \u00fcber das Warten wurden so von der Transportleitung in M\u00fcnchen getroffen.&#8220; Nicht gesagt, aber damit zum Ausdruck gebracht hatte sie: &#8222;Liebe Fahrg\u00e4ste, mich \u00e4rgert es auch, und ich bin nicht dran schuld, dass ihr jetzt euren Anschlu\u00df nicht kriegt, also pflaumt bitte jemand anderen voll.&#8220; Nach dem Ende der Ansage trat sie aus dem Kabuff des Lokf\u00fchrers und zeterte erstmal lautstark: &#8222;Es wartet NICHTS.&#8220; Es war die pure Frustration,\u00a0 und ich sa\u00df in der ersten Reihe.<\/p>\n<p><strong>Von W\u00fcrzburg aus nach Hause<\/strong><\/p>\n<p>Mir war das allerdings ziemlich Bockwurst, von W\u00fcrzburg kann ich wahlweise \u00fcber N\u00fcrnberg oder auch \u00fcber Bamberg nach Erlangen fahren, das nimmt sich alles nix, und au\u00dferdem fahren da auch alle paar Minuten irgendwelche Z\u00fcge. Ich enterte also den Regionalexpress nach N\u00fcrnberg \u00fcber Bamberg und Erlangen. Dieser war \u00fcberraschend gut besucht, und in Schweinfurt wurde es dann richtig voll.<\/p>\n<p>Negatives Highlight war hier nun so ein bayrisches Urvieh mit Trachtenhut, der einem \u00e4lteren Ehepaar samt kleinem Enkelkind (vielleicht f\u00fcnf Jahre alt) quer kam. Die waren eingestiegen, und die Enkelin hatte die freie Sitzgruppe in der ersten Klasse entdeckt, aber dabei nat\u00fcrlich nicht beachtet, dass es eben die erste Klasse ist. Kurz nach der Abfahrt des Zuges fiel den Gro\u00dfeltern dies nun auch auf, und der Opa machte sich auf den Weg durch den Zug, um einen anderen Platz zu finden &#8211; sie hatten Gep\u00e4ck dabei, das wollte man verst\u00e4ndlicherweise nicht unbedingt gleich durch den Zug schleppen. Da fing der Typ an herumzuw\u00fcten, dass er doch f\u00fcr die erste Klasse bezahlt habe und was denen einfallen w\u00fcrde sich da einfach hinzusetzen und \u00fcberhaupt&#8230; Bei manchen Leuten kann man echt nur mit dem Kopf sch\u00fctteln&#8230;<\/p>\n<p>Auf jeden Fall kam ich dann ohne weitere Zwischenf\u00e4lle in Erlangen an und fuhr mit dem n\u00e4chstbesten Bus nach Hause. Am n\u00e4chsten Tag war Ruhetag, und am Freitag ging es &#8222;nur&#8220; nach N\u00fcrnberg, bevor am Samstag noch die abschlie\u00dfende Reise auf dem Plan stand.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 3.9. war ich unterwegs von Stuttgart nach Erlangen. 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