{"id":2010,"date":"2015-10-12T21:52:16","date_gmt":"2015-10-12T19:52:16","guid":{"rendered":"http:\/\/uwe.s2000.at\/?p=2010"},"modified":"2015-10-12T21:52:16","modified_gmt":"2015-10-12T19:52:16","slug":"extreme-spazierengehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2015\/10\/12\/extreme-spazierengehen\/","title":{"rendered":"Extreme Spazierengehen"},"content":{"rendered":"<p>Mein letzter Tag in Stuttgart war ein vergleichsweise langweiliger. Ich hatte n\u00e4mlich \u00fcberhaupt nichts vor. Das f\u00fchrte dann zu einem unmotivierten Spaziergang durch die Stadt. Und irgendwie kriegte ich den Tag dann doch noch rum.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Tag begann der Abwechslung halber mit einem sp\u00e4teren Aufstehen, was auch gleich der erste Fehler des Tages war. Also zum Einen das Aufstehen ansich, was ja eh die erste Niederlage des Tages ist, zum anderen aber auch wegen der Uhrzeit. Da herrschte n\u00e4mlich gerade der hei\u00dfe Kampf ums kalte Fr\u00fchst\u00fccksbuffet. Irgendwie hebt das die Laune nicht, wenn man an der Kaffeemaschine anstehen muss.<\/p>\n<p>Irgendwie zw\u00e4ngte ich mir aber doch ein paar Br\u00f6tchen und ein Fr\u00fchst\u00fccksei in den Magen und sp\u00fclte mit Kaffee und O-Saft nach. Allerdings hatte ich noch keine Idee, was ich mit dem angebrochenen Tag nun tun w\u00fcrde. Also schlich ich erstmal unmotiviert zur\u00fcck aufs Zimmer und setzte mich zwecks Nachdenken nochmal in Ruhe auf den Thron und studierte den elektronischen Stadtplan. Der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schlossgarten_%28Stuttgart%29\">Stuttgarter Schlo\u00dfgarten<\/a> erschien als gro\u00dfes und lohnenswertes Ziel eines l\u00e4ngeren Spaziergangs, und so machte ich mich schlie\u00dflich kurz vor neun Uhr auf den Weg.<\/p>\n<p><strong>Im Park spazieren<\/strong><\/p>\n<p>Der Weg f\u00fchrte mich zun\u00e4chst durch die Fu\u00dfg\u00e4ngerzone der Innenstadt und dann in einem Bogen entgegen dem Uhrzeigersinn hin zur Ostseite des Hauptbahnhofs. Dort f\u00fchrt ein mehrere Kilometer langer und rund 500m breiter Gr\u00fcnstreifen parallel zu den Bahnhofsgleisen nach Norden. Dort spazierte ich also sch\u00f6n gem\u00fctlich (um nicht zu sagen noch v\u00f6llig im morgendlichen Tran) durch die Gegend &#8211; und wurde mehrfach fast von wildgewordenen hypergestressten Radfahrern attackiert.<\/p>\n<p>Der Park nahm und nahm kein Ende, daf\u00fcr wurde meine Laune immer schlechter. Das Wetter war irgendwie ziemlich auf Herbst gepolt, mit Morgennebel und k\u00fchlen Temperaturen. Einzig spannend war die lokale Tierpopulation, im Park tummeln sich diverse Flatterviecher in verschiedenen Formen, Farben und Gr\u00f6\u00dfen. Zu dieser fr\u00fchen Morgenstunde waren die aber alle irgendwie noch mit Ausschlafen besch\u00e4ftigt. Und im Hintergrund rauschte der morgendliche Dauerstau vor sich hin, also auf der einen Seite, auf der anderen Seite rumpelte alle paar Minuten eine S-Bahn vorbei.<\/p>\n<p>Irgendwo am \u00dcbergang zwischen Unterem Schlo\u00dfgarten und Rosensteinpark setzte ich mich dann mal ganz gem\u00fctlich auf eine Parkbank und schrieb wenig erhellendes ins Reisetagebuch. Soo richtig Bock auf weiter spazieren hatte ich da schon wieder nicht mehr, weil der Park dann doch f\u00fcr sich genommen doch eben nur ein Park ist. Zumindest wurde das Wetter langsam besser, die Wolken verzogen sich so ganz allm\u00e4hlich.<\/p>\n<p>Ich lief also weiter durch den Rosensteinpark, vorbei an neugierigen Eichh\u00f6rnchen (die rote Sorte) und komischen Brunnen. Nun kam auch tats\u00e4chlich die Sonne raus, was sich recht schnell positiv auf meine Laune auswirkte. Vielleicht wirkte aber auch einfach nur endlich mal der Kaffee. Auf jeden Fall ergab sich nun die Besch\u00e4ftigung f\u00fcr den Rest des Tages, denn ich war irgendwie mehr zuf\u00e4llig als geplant am Nebeneingang der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wilhelma\">Wilhelma<\/a> angekommen. Und so fasste ich den Entschlu\u00df, mir bunte Tiere und wilde Pflanzen (oder wars andersherum?) anzuschauen und lief deswegen zun\u00e4chst einmal den H\u00fcgel hinunter zum Haupteingang.<\/p>\n<p><strong>Wilhelm mit A<\/strong><\/p>\n<p>Auf dem Weg zum Haupteingang musste man an einer gro\u00dfen Baustelle mit einem noch gr\u00f6\u00dferen Stau vorbei, bevor man dann endlich einen halbseidenen Tauschhandel abschlie\u00dfen konnte, indem man wieder einmal bedrucktes Papier gegen anders bedrucktes Papier tauscht. Dieses anders bedruckte Papier h\u00e4lt man dann gegen einen Barcodescanner und dann darf man rein.<\/p>\n<p>Meine erste Amtshandlung war nun das Herunterladen des Wegeplans als PDF, da die Papiervariante Geld gekostet h\u00e4tte&#8230; Und mit diesem Wegeplan konnte es dann auch losgehen mit dem Spaziergang. Es gab da denn auch in der Tat einiges schickes zu sehen, man merkt der ganzen Anlage ja die Geschichte als Blumengarten nach franz\u00f6sischem Vorbild an, zwischendrin gibts dann aber eben auch Tigertatzikatzis bei der F\u00fctterung, mit K\u00f6rben spielende Orang-Utans, fischverschm\u00e4hende Pinguine, Gorillas, Elefant\u00f6ses und nicht zuletzt auch eine gro\u00dfe Abteilung mit Frischfisch und diversem mehr oder minder giftigem Reptilienallerlei (<a href=\"http:\/\/imgur.com\/gallery\/FcGXi\">Krokofantenviecher<\/a>, <a href=\"http:\/\/imgur.com\/gallery\/685Mh\">Danger Noodles<\/a> und <a href=\"http:\/\/imgur.com\/gallery\/5oKPx\">Nope Ropes<\/a>).<\/p>\n<p>Neben den ganzen tierischen Sehensw\u00fcrdigkeiten kann man aber auch stundenlang nur Blumen angucken. Es gab auch eine Sonderausstellung zum Thema Chilischoten, wo mir schon vom Hingucken die Augen tr\u00e4nten &#8211; ich mag ja scharfes Zeugs nicht mal anasatzweise, und da standen die sch\u00e4rfsten Chilisorten der Welt in der Gegend herum&#8230; Wie auch immer, man kann in der Anlage problemlos den ganzen Tag zubringen und sich Steaks und Schnitzel in der Lebendform aus der N\u00e4he angucken.<\/p>\n<p><strong>Gruppenkuscheln in der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone<\/strong><\/p>\n<p>Ich hatte dann so gegen halb drei Uhr nachmittags die Schnauze voll, die F\u00fc\u00dfe taten weh, die Sonne brannte inzwischen wieder runter wie bl\u00f6de, zu Mittag gegessen hatte ich auch noch nicht und vier Kilometer Fu\u00dfmarsch zur\u00fcck in die Innenstadt lagen auch noch vor mir. Ich lief also wieder fast den gleichen Weg zur\u00fcck wie am Morgen und \u00e4rgerte mich \u00fcber den G\u00fcrtel an der Hose, der es nicht schaffte die Hose da zu halten wo ich sie gerne gehabt h\u00e4tte &#8211; das mit dem Abnehmen hatte irgendwie besser geklappt als ich es mir vorgestellt hatte.<\/p>\n<p>In der Innenstadt herrschte dichtestes Get\u00fcmmel in einer Mixtur aus Touristen auf Sightseeingtour, Einheimischen auf dem Weg in den Feierabend und Gesch\u00e4ftsleuten, die von einem Termin zum n\u00e4chsten hetzten. Und ich mittendrin. Eigentlich suchte ich einen einfachen 08\/15 Supermarkt, damit ich mir noch Verpflegung f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag kaufen konnte. Nachdem ich diesen gefunden hatte, lief ich erstmal dran vorbei und zur \u00f6rtlichen Filiale einer bekannten Elektronikfachmarktkette. Dort erstand ich tote Hosen im Sonderangebot f\u00fcr 5.55 und Neuauflagen der Sp\u00e4twerke von Led Zeppelin &#8211; muss man halt haben sowas, auch wenn man es schon mal im Schrank stehen hat&#8230; Nach diesem ebenso wichtigen (f\u00fcr die pers\u00f6nliche Laune) wie unn\u00f6tigen (aus rein rationaler Sicht) Einkauf ging es nun noch in den Supermarkt. Dort deckte ich mich mit Reiseproviant ein und g\u00f6nnte mir zur Feier des Tages noch eine Extraration Schokolade.<\/p>\n<p>Danach ging es direkt zur\u00fcck ins Hotel. Dort fiel mir endlich auch auf, was mich schon die beiden vorherigen Tage genervt hatte &#8211; beim Reinkommen steckt man seine T\u00fcrkarte in eine Halterung neben der T\u00fcr, und erst daraufhin kann man das Licht einschalten. Soweit, so klar und einleuchtend. Aber warum zum Henker schalten sich dann alle Lampen und der Fernseher ein? Und wieso muss ich dann erstmal durchs ganze Zimmer tapsen, um alles wieder abzuschalten? Und wer denkt sich so einen energietechnischen Schwachsinn aus?<\/p>\n<p>Anyway, das war der letzte Tag in Stuttgart, am n\u00e4chsten Tag ging es zur\u00fcck nach Erlangen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein letzter Tag in Stuttgart war ein vergleichsweise langweiliger. Ich hatte n\u00e4mlich \u00fcberhaupt nichts vor. Das f\u00fchrte dann zu einem unmotivierten Spaziergang durch die Stadt. 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