{"id":1861,"date":"2015-09-05T18:07:41","date_gmt":"2015-09-05T16:07:41","guid":{"rendered":"http:\/\/uwe.s2000.at\/?p=1861"},"modified":"2015-09-05T18:07:41","modified_gmt":"2015-09-05T16:07:41","slug":"dumm-gelaufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2015\/09\/05\/dumm-gelaufen\/","title":{"rendered":"Dumm gelaufen"},"content":{"rendered":"<p>Am 13.8. machte ich eine Reise mit Hindernissen. Eines dieser Hindernisse war meine eigene Bl\u00f6dheit, aber auch die Bahn tat ihr Bestes&#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Eigentlich(tm) hatte ich vorgehabt, mir mal Wittenberg oder Erfurt anzuschauen. Beim Pr\u00fcfen der Bahnverbindungen stellte ich dann aber fest, dass man nur mit massiven Umwegen in diese St\u00e4dte fahren konnte, da die Bahn gerade zahlreiche Baustellen eingerichtet hatte und nur Schienenersatzverkehr unterwegs war. Erschwerend kam hinzu, dass zwischen Aschersleben und Dessau die Z\u00fcge wegen Personalmangel ausfielen (und Stand heute immer noch ausfallen). Damit waren keine vern\u00fcnftigen Fahrten m\u00f6glich und ich sa\u00df abends fluchend auf dem Sofa und ging damit meinen Eltern ziemlich auf den Zeiger.<\/p>\n<p>Damit sich dies \u00e4nderte, wurde nun gemeinsam Vorschl\u00e4ge gesammelt, die eher in der N\u00e4he lagen, namentlich Merseburg als alte Domstadt und die alte Heimat Halle (z.B. wegen des Beatles-Museums). Nun stellte sich aber auch da heraus, dass das zeitlich alles bl\u00f6d war. Ohne Bahnverbindung in Richtung Halle (siehe oben) h\u00e4tte ich morgens mit meiner Mutter mitfahren m\u00fcssen und h\u00e4tte bereits gegen 7 Uhr in Halle gestanden. Da haben aber s\u00e4mtliche Museen zu, und man steht dann drei Stunden auf dem Marktplatz wie eine Statue. Darauf hatte ich dann auch nicht wirklich Lust. Zu guter Letzt verfiel ich auf die Idee, eine Harztour zu machen und mir die Welterbestadt Quedlinburg anzusehen. Und das lief dann im Einzelnen so ab:<\/p>\n<p><strong>It was 20 years ago today&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Meine Lieblingsmutter (die mit der manchmal lockeren Schraube) fuhr mich morgens gegen 6 Uhr via Eisleben nach Halle. Dabei machten wir einen Abstecher durch Halle-Neustadt, wo wir in grauer Vorzeit mal 11 Jahre lang gelebt hatten. Vor etwa 20 Jahren waren wir von dort weggezogen, und seitdem wurden vor allem die B\u00e4ume gr\u00f6\u00dfer, viele H\u00e4user abgerissen und andere modernisiert. Das war durchaus mal ganz interessant zu sehen, obgleich wir nur einmal der Magistrale in Richtung Halle folgten.<\/p>\n<p>Am Hauptbahnhof angekommen wartete ich auf den Zug in Richtung Kassel. Dieser brachte mich problemlos bis nach Nordhausen. Hier hatte ich nun eine knappe Stunde Zeit zum Umsteigen. In dieser Zeit musste nat\u00fcrlich noch eine Fahrkarte gekauft werden, denn die Harzer Schmalspurbahnen haben ihren eigenen Tarif (den ich f\u00fcr etwas bekloppt halte, aber anscheinend wollen die meisten f\u00fcr die Fahrt zum Brocken deutlich mehr l\u00f6hnen, anstatt in Schierke auszusteigen und zu laufen). Ich hatte mit der Planung sogar noch Gl\u00fcck, die Fahrt w\u00fcrde von Nordhausen nach Quedlinburg komplett mit Dampfz\u00fcgen gemacht werden. Ich musste nat\u00fcrlich einmal umsteigen, da ich nicht zum Brocken wollte.<\/p>\n<p><strong>Auf schmaler Spur in die Berge<\/strong><\/p>\n<p>So wartete ich auf dem Bahnsteig, schaute mir die Duo-Stra\u00dfenbahn an (elektrisch im Stadtverkehr, mit Diesel auf der Strecke Richtung Ilfeld) und verfolgte das Rangieren der Dampflok. Ich suchte mir schlie\u00dflich einen sch\u00f6nen Sitzplatz, der zwei Minuten sp\u00e4ter nicht mehr sch\u00f6n war, denn da enterte eine Horde wildgewordener Grundschulkinder samt Betreuerstab den Waggon. Nuja, kann man nix machen, ab dem Beginn der Fahrt standen aber eh alle auf den Au\u00dfenplattformen an den Waggonenden.<\/p>\n<p>Der Schaffner kam durch und verkaufte nach der Fahrkartenkontrolle noch Schnaps (ich trinke zwar keinen, kann jetzt aber G\u00e4sten welchen anbieten) und erkl\u00e4rte mir, dass ich in Eisfelder Talm\u00fchle umsteigen m\u00fcsste und mein Anschluss von Gleis 3 abfahren w\u00fcrde. Das tat er dann auch, allerdings ohne mich. Und das kam so:<\/p>\n<p>Unser Zug hatte bei Ankunft in Eisfelder Talm\u00fchle ungef\u00e4hr f\u00fcnf Minuten Versp\u00e4tung, das war ungef\u00e4hr auch die Zeit, die ich zum Umsteigen hatte. Ich orientiere mich beim Aussteigen an der Bahnsteigkante und stand nun auf dem Bahnsteig zwischen Gleis 1 und 2. Zum Gleis 3 auf der anderen Seite musste ich einmal um den Zug rumlaufen. Bis ich das gemerkt und den \u00dcberweg erreicht hatte, war der Anschlusszug aber auch schon laut schnaufend losgedampft. Da stand ich nun ich armer Tor, und war um eine ungeplante Erfahrung reicher &#8211; aufgrund eigener Bl\u00f6dheit (ich h\u00e4tte nicht um den Zug rumlaufen m\u00fcssen, einfach nochmal einsteigen und auf der anderen Seite wieder raus h\u00e4tte ja gereicht) den Anschluss zu verpassen war mir auch noch nie passiert.<\/p>\n<p><strong>Ein Uwe steht im Walde<\/strong><\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck hatte ich wenigstens Empfang mit dem smarten Phone und konnte so einen Blick auf den Fahrplan werfen. Das unerfreuliche Ergebnis hie\u00df: Zwei Stunden warten auf den n\u00e4chsten Zug. Nun liegt Eisfelder Talm\u00fchle mitten im Wald. Da f\u00fchrt eine Stra\u00dfe dran vorbei, es gibt ein (zu dieser Uhrzeit geschlossenes) Restaurant und Wanderwege in drei Richtungen. Was es nicht gibt sind B\u00e4nke zum Hinsetzen. Und so hie\u00df es nun f\u00fcr mich: &#8222;Ein Uwe steht im Walde ganz still und stur&#8220;&#8230;<\/p>\n<p>Nachdem ich dann zwei Stunden lang bei sengender Hitze im Wald gestanden hatte wie ein Steinpilz kam endlich der n\u00e4chste Zug in Form eines kleinen Triebwagens. Nun konnte ich mich endlich setzen, meine Laune war allerdings ziemlich im Eimer. Den Plan, nach Ankunft in Quedlinburg noch einen Stadtbummel zu machen hatte ich ob der Temperaturen verworfen und eigentlich wollte ich nur noch zur\u00fcck nach G\u00fcsten. Statt 13 Uhr irgendwas war ich nun erst 15 Uhr irgendwas in Quedlinburg, die Luft hatte irgendwas oberhalb von 30\u00b0C und ich musste dank der tollen Personalpolitik der Bahn (siehe oben) nun noch einen Umweg \u00fcber Magdeburg fahren. Zum Gl\u00fcck ist G\u00fcsten immer noch ein Bahnknotenpunkt von ehemals drei Strecken. Eine ist stillgelegt, auf der zweiten f\u00e4hrt grad nix, also bleibt immer noch die dritte&#8230;<\/p>\n<p>Und so endete endete eine Tour, die nicht ganz so lief, wie ich mir das vorgestellt hatte. Auf jeden Fall wei\u00df ich jetzt aber, wie das mit dem Umsteigen in Zukunft besser funktioniert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 13.8. machte ich eine Reise mit Hindernissen. 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