{"id":1818,"date":"2015-08-16T18:56:13","date_gmt":"2015-08-16T16:56:13","guid":{"rendered":"http:\/\/uwe.s2000.at\/?p=1818"},"modified":"2021-04-15T19:34:50","modified_gmt":"2021-04-15T17:34:50","slug":"urlaubsbericht-tag-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2015\/08\/16\/urlaubsbericht-tag-1\/","title":{"rendered":"Urlaubsbericht, Tag 1"},"content":{"rendered":"<p>Montag, 10.8.2015, der Uwe macht seine erste Urlaubstour, auf den Tag genau nach der ersten Tagestour des letzten Jahres. Damals gings nach W\u00fcrzburg, diesmal stand <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Passau\">Passau<\/a> auf dem Programm. Das hatte es auch letztes Jahr getan, aber dank eines selbstverschuldeten Planungsfehlers war das ja grandios gescheitert. Nun also im zweiten Anlauf&#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Unterwegs Richtung Passau<\/strong><\/p>\n<p>Der Tag begann mit dem Aufstehen mitten in der Nacht, n\u00e4mlich deutlich fr\u00fcher als wenn ich zur Arbeit gegangen w\u00e4re. Kurz nach sieben fuhr der Bus zum Bahnhof, dann gings auch gleich mit dem erstbesten Zug nach N\u00fcrnberg. Dort deckte ich mich erst einmal mit Reiseproviant und Getr\u00e4nken ein, immerhin waren Temperaturen oberhalb von 30\u00b0C angesagt worden.<\/p>\n<p>Die Fahrt nach Passau selbst war bemerkenswert unspektakul\u00e4r. Die Strecke ist ziemlich langweilig, bis Regensburg quasi nur in Einschnitten oder im Wald, danach in den Weiten der niederbayrischen Pr\u00e4rie, und erst kurz vor Passau f\u00e4hrt man dann mal ein St\u00fcck an der Donau entlang.<\/p>\n<p><strong>Ortsbegehung<\/strong><\/p>\n<p>In Passau angekommen kaufte ich als erste relevante Amtshandlung einen Schreibblock f\u00fcr das Urlaubstagebuch (das alte war nach 8 Jahren im Einsatz vollgekritzelt) sowie Postkarten. Hier bemerkte ich auch erstmals (wieder) die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und \u00d6sterreich. Die Bedienung war n\u00e4mlich eine Blondine aus dem besseren Deutschland, wie man unzweifelhaft anhand der Frage ob ich denn &#8222;a tascherl&#8220; f\u00fcr meine Eink\u00e4ufe br\u00e4uchte erkennen konnte. Ich brauchte aber weder T\u00fcten noch Tascherln, ich kam auch so prima zurecht.<\/p>\n<p>Danach verd\u00fcnnisierte ich mich auf k\u00fcrzestem Weg aus der bereits am Vormittag v\u00f6llig \u00fcberhitzten Einkaufspassage und stand pl\u00f6tzlich vorm F\u00fcnferlsteg \u00fcber den Inn. Diesen \u00fcberquerte ich nicht, sondern machte nur von der Flussmitte aus ein Foto. Man muss ja nicht jedem Achievement hinterherrennen, was man sich so eingeplant hat (der Inn h\u00e4tte f\u00fcr das Karat-Ged\u00e4chtnis-Achievement gez\u00e4hlt, aber die Donau z\u00e4hlte ebenso, damit war der Plan erf\u00fcllt). Ich wanderte also am Ufer des Inn in Richtung der Flussm\u00fcndung und wurde dabei von der Sonne regelrecht gebrutzelt.<\/p>\n<p>An der M\u00fcndung des Inn studierte ich kurz die Infotafeln und lief dann entlang des Donauufers in Richtung der Kettenbr\u00fccke. Diese \u00fcberquerte ich und begab mich dann auf den Anstieg zur <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Veste_Oberhaus\">Veste Oberhaus<\/a>, mit dem Ziel noch ein paar Fotos von einem erh\u00f6hten Standort aus zu machen. Dieses Vorhaben blie\u00df ich dann aber nach ungef\u00e4hr 75% der Strecke ab &#8211; es w\u00e4ren 100 H\u00f6henmeter gewesen, die Sonne knallte in den Hang hinein, und die Temperaturen waren bereits jenseits der 30\u00b0C. Jaja, nennt mich Weichei. Ich machte also nur ein paar Fotos von einem etwas tiefer gelegenen Aussichtspunkt, schlich wieder nach unten und erneut \u00fcber die Kettenbr\u00fccke und in die Stadt. Dort wurde noch ein Erinnerungsfoto vom Hochwasserpegel gemacht, bevor ich mich auf die Suche nach etwas E\u00dfbarem machte. Den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dom_St._Stephan\">Dom<\/a> mitsamt seiner rekordhalterischen Anzahl Orgelpfeifen lie\u00df ich dabei links liegen, weil schon zu viele touristische Orgelpfeifen davor standen und auf dem letzten Loch pfiffen&#8230; Um den Touristenscharen zu entgehen h\u00e4tte ich schon zwei Stunden eher da sein m\u00fcssen.<\/p>\n<p>F\u00fcr richtige(tm) Restaurants war die Zeit bis zur Abfahrt zu knapp, die Eiscafes wurden in erster Linie von Touristengruppen bev\u00f6lkert, die sich mit den Wespen um das Eis stritten, und so landete ich schlu\u00dfendlich bei Subway. Nach dieser St\u00e4rkung ging es zur\u00fcck zur Baustelle, als die sich der Passauer Bahnhof aktuell pr\u00e4sentiert. Alle Treppenaufg\u00e4nge werden saniert und Fahrst\u00fchle eingebaut. Als ich eintraf, hielt gerade ein ICE, vor diesem stand ein Kerl mit einem Schild &#8222;Kreuzfahrten&#8220; &#8211; er sammelte Touristen ein, die Flusskreuzfahrten auf der Donau gebucht hatten. Da stiegen also etliche betagte und fu\u00dflahme Herrschaften aus, bewaffnet mit schwersten Koffern &#8211; und verloren fast die Fassung, als sie sich nun damit konfrontiert sahen, bei br\u00fctender Hitze die Koffer die Treppen hinab und hinauf wuchten zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Sauna f\u00fcr Fortgefahrene<\/strong><\/p>\n<p>Ich hingegen tat etwas f\u00fcr meine Gesundheit und setzte mich f\u00fcr die folgenden Stunden in eine rollende Sauna. Die Fahrt nach M\u00fchldorf war eine Zeitreise in die Eisenbahn des letzten Jahrtausends: Die Strecke hat modellbahnverd\u00e4chtige Kurvenradien, f\u00fchrt quer durch die niederbayrische Pampa, wo es so provinziell ist, dass sogar der Handyempfang rei\u00dfaus genommen hat, neben der Strecke stehen noch Telegraphenmasten, und der Triebwagen war nur unwesentlich j\u00fcnger als ich. Und so eierte man also mit der bew\u00e4hrten Fahrtwindk\u00fchlung dank zahlreicher ge\u00f6ffneter Fenster mit atemberaubenden 40-60 Sachen durch die Gegend. Wie war noch gleich das Motto von Porsche: Luftk\u00fchlung ist besser als Wasserk\u00fchlung, denn Luft kann man unterwegs nicht verlieren &#8211; die Insassen des Zuges verloren einiges an Wasser in Form von Schwei\u00df unterwegs. Sch\u00f6n wars trotzdem, weil landschaftlich sehr reizvoll.<\/p>\n<p>In M\u00fchldorf wurde man dann abrupt ins Hier und Jetzt zur\u00fcckkatapultiert. Am Bahnsteig stand eine nigelnagelneue Garnitur Doppelstockwaggons mit Eisfachklimaanlage und allen Schikanen, und hinten dran hing als Schubgeber eine Diesellok der Baureihe 245, die auch erst seit 2012 \u00fcberhaupt im Einsatz ist). Und so ging es nun mit leichter Versp\u00e4tung wegen eingleisiger Strecke und allgemeiner Br\u00e4sigkeit im Betriebsablauf (oder was auch immer die da erz\u00e4hlen) nach M\u00fcnchen.<\/p>\n<p><strong>Panik in M\u00fcnchen<\/strong><\/p>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%BCnchen_Hauptbahnhof\">M\u00fcnchner Hauptbahnhof<\/a> und ich sind ja nicht wirklich Freunde. Einmal verpasste ich dort eine Studienbekannte, die am falschen Gleis wartete (das war 2004 und wird bei jedem Treffen wieder aufgew\u00e4rmt). Einmal verlief ich mich fast auf der Suche nach dem Eingang zur U-Bahn (inzwischen wei\u00df ich wo es langgeht). Und diesmal \u00e4rgerte ich mich \u00fcber die weiten Wege. Der Bahnhof ist ja dreigeteilt, mit zwei Au\u00dfenbereichen links und rechts der Haupthalle. Da kommt man also mit Versp\u00e4tung auf dem Au\u00dfenbereich an und muss erstmal einen Mittelstreckenlauf bis zum Querbahnsteig machen (die Bahn gibt da was von 220m an, ich w\u00fcrde mal mindestens das doppelte veranschlagen). Am Querbahnsteig angekommen muss man seinen Anschlusszug suchen, der aufgrund konstanter Lage\u00e4nderung nat\u00fcrlich nicht von Gleis 23, sondern von Gleis 18 f\u00e4hrt. War mich recht, sparte mir ein paar Meter Fu\u00dfweg, und so sa\u00df ich dann auch schnell auf einem Platz im ICE und konnte mir nun das folgende Schauspiel in Ruhe ansehen:<\/p>\n<p>Der ICE bestand aus zwei Teilen. Der vordere, am weitesten vom Querbahnsteig entfernte, fuhr nach Berlin, der hintere nur bis N\u00fcrnberg. Das kriegen nat\u00fcrlich 99% der Reisenden in der Panik der kurzfristigen Gleis\u00e4nderung nicht mit, und steigen erstmal hinten ein &#8211; Hauptsache erstmal drin. Und dann h\u00f6rt man pl\u00f6tzlich die Durchsagen des Zugpersonals und muss wieder aufstehen, seine Siebensachen zusammensuchen, raus ausm Zug, 400m nach vorne laufen und wieder rein in den Zug. Die Kardiologen werden sich \u00fcber die zus\u00e4tzlichen F\u00e4lle freuen nehm ich an \ud83d\ude09 Das ganze Chaos f\u00fchrte denn auch dazu, dass wir gleich mal mit f\u00fcnf Minuten Versp\u00e4tung abfuhren.<\/p>\n<p><strong>Halt auf freier Strecke<\/strong><\/p>\n<p>Der Zugteil nach N\u00fcrnberg (in dem ich sa\u00df) leerte sich in Ingolstadt schlagartig, als die ganzen Berufspendler ausstiegen. Danach ging es auf die Schnellfahrstrecke, und ich schielte mit einem Auge auf die Tempanzeige, um zu gucken was mit meinen Tempos\u00fcnder-Achievements ist. Irgendwie kamen wir aber nur auf 207 km\/h, dann folgte eine abrupte Verz\u00f6gerung, und pl\u00f6tzlich bewegten wir uns gar nicht mehr. Es folgte eine Durchsage, dass irgendwas mit den Bremsen nicht stimmen w\u00fcrde (kann ja kaum sein, gebremst hat die Kiste ausgezeichnet, obwohl es nix zu bremsen gab), und dass es nach einem System-Reboot weitergehen w\u00fcrde oder so. Na gut, wenn sie meinen. Die Aktion f\u00fchrte dann zu 10 Minuten Versp\u00e4tung in N\u00fcrnberg, die nicht weiter schlimm gewesen w\u00e4ren, wenn ich meinen Anschlusszug nach Erlangen gekriegt h\u00e4tte. So aber erwischte ich nur die wenige Minuten sp\u00e4ter fahrende S-Bahn, die allerdings bis Erlangen noch an jeder Bahnsteigkante h\u00e4lt. So war ich 19:13 Uhr in Erlangen, mein Bus nach Hause fuhr (wie das dann immer so ist) um 19:12 Uhr&#8230; Der n\u00e4chste w\u00e4re 30 Minuten sp\u00e4ter gefahren, ich nahm dann den Expressbus Richtung N\u00fcrnberg, der h\u00e4lt unterwegs auch in der N\u00e4he, sind dann eben statt 200m Fu\u00dfmarsch noch mal ein\u00a0 Kilometer mehr, aber im Endeffekt war ich immer noch zeitiger daheim.<\/p>\n<p>Tja, und das wars vom ersten Urlaubstag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Montag, 10.8.2015, der Uwe macht seine erste Urlaubstour, auf den Tag genau nach der ersten Tagestour des letzten Jahres. Damals gings nach W\u00fcrzburg, diesmal stand Passau auf dem Programm. Das hatte es auch letztes Jahr getan, aber dank eines selbstverschuldeten Planungsfehlers war das ja grandios gescheitert. 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