{"id":1572,"date":"2014-08-11T12:30:45","date_gmt":"2014-08-11T10:30:45","guid":{"rendered":"http:\/\/uwe.s2000.at\/?p=1572"},"modified":"2014-08-11T12:30:45","modified_gmt":"2014-08-11T10:30:45","slug":"tagesreise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2014\/08\/11\/tagesreise\/","title":{"rendered":"Tagesreise"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem ich heute nun doch keine Tagestour mache (dazu sp\u00e4ter mehr) habe ich nun doch Gelegenheit, den gestrigen Tag in Form von viel sinnlosem Geschreibsel noch mal Revue passieren zu lassen &#8211; da kann sich dann mein Lieblingsbruder immerhin als Grammatikfreak outen. Alle anderen k\u00f6nnen den Artikel getrost ignorieren, Fotos kann man sich in der <a href=\"http:\/\/www.domaratius.de\/fotografiert\/events\/20140810wuerzburg\/index.php?entries=4\">Galerie<\/a> anschauen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ich war also gestern wie bereits geschrieben in <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/W%C3%BCrzburg\">W\u00fcrzburg<\/a> unterwegs. Die Hinfahrt erfolgte in zwei Etappen, beginnend mit einer Busfahrt um eine v\u00f6llig nachtschlafene Zeit, zumal an einem Sonntag morgen. Nichtsdestotrotz war Betrieb im Bus, da fuhren drei Typen mit, die es schafften mich in nur 10 Minuten bis zur Wei\u00dfglut zu nerven mit ihrem Gequatsche. Anscheinend wollten sie zum Flohmarkt in Erlangen, sie hatten dicke Taschen dabei und einen zusammengeklappten Tisch und diskutierten eifrig Preise f\u00fcr gebrauchtes Vinyl von Uriah Heep und andere Obskurit\u00e4ten, allerdings in einer Lautst\u00e4rke die weder dem Tag noch der Uhrzeit angepa\u00dft war. Zum Gl\u00fcck hatte ich danach meine Ruhe.<\/p>\n<p>Auf dem Bahnhof stand ich erstmal gem\u00fctlich v\u00f6llig alleine in der Gegend herum und beobachtete die Wolken. Am fr\u00fchen Morgen hatte es noch etwas getr\u00f6pfelt, nun war es immer noch stark bew\u00f6lkt, allerdings traute sich die Sonne so langsam zwischen den Wolken hervor. So gings dann bei einsetzendem Sonnenschein nach W\u00fcrzburg, in einem Triebwagen, der eine unangenehme Gemeinsamkeit mit einem Teekessel hatte: Er heulte lautstark vor sich hin. Das wurde durch erh\u00f6hte Lautst\u00e4rke des tragbaren Beschallungsger\u00e4tes ausgeglichen, was wiederum daf\u00fcr sorgte, dass ich bis W\u00fcrzburg doch keinen Nachtschlaf nachholen konnte. Egal, wir kamen mit f\u00fcnf Minuten Versp\u00e4tung bei sch\u00f6nstem Sonnenschein an und ich machte mich auf den Weg in die Stadt.<\/p>\n<p><strong>W\u00fcrzburg<\/strong><\/p>\n<p>W\u00fcrzburg wurde mir von vielen Kollegen als sehr sehenswert empfohlen, allein ich kann diese Meinung \u00fcberhaupt nicht teilen. Es ist zun\u00e4chst mal eine Stadt wie jede andere auch: dreckig und laut. Wenigstens war die Stadt quasi ausgestorben, da sonntags die L\u00e4den geschlossen sind und um die Zeit die Touristen noch nicht aus den Hotelbetten gekrochen waren. So kam ich recht unbehelligt zum Mainufer neben dem\u00a0<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alter_Kranen_%28W%C3%BCrzburg%29\">Alten Kranen<\/a> und \u00fcberlegte mir den weiteren Plan: Hinauf zur <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Festung_Marienberg\">Festung Marienberg<\/a> \u00fcber die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alte_Mainbr%C3%BCcke\">Alte Mainbr\u00fccke<\/a>, danach der Ausschilderung folgend an den restlichen Sehensw\u00fcrdigkeiten entlang zur <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/W%C3%BCrzburger_Residenz\">Residenz<\/a>. An dieser Stelle verfluchte ich au\u00dferdem meinen Fotoapparat, der Batterien schneller aussaugt als ein Vampir eine Blutkonserve. S\u00e4mtliche Fotos stammen daher vom smarten Fon.<\/p>\n<p>Das hie\u00df dann zun\u00e4chst erstmal einen knackigen Anstieg hinter mich zu bringen, der jedoch mit einer prima Aussicht \u00fcber die Stadt belohnt wird und sehr empfehlenswert ist. Am sp\u00e4ten Vormittag kam ich dann wieder \u00fcber die Mainbr\u00fccke, inzwischen waren die ersten Touristenmassen angerollt, ebenso hatten die \u00fcblichen Touristenf\u00e4nger (silber geschminkte Typen, die sich das Stillstehen bezahlen lassen) Position bezogen. Ich hatte immerhin das Gl\u00fcck, die W\u00fcrzburger Schleuse in Aktion zu erleben, weil zuf\u00e4llig gerade ein Kahn angeschippert kam.<\/p>\n<p><strong>Residenz<\/strong><\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend gings mehr oder minder zielgerichtet an den restlichen Kirchen und Sehensw\u00fcrdigkeiten zur Residenz. F\u00fcr 7,50 EUR darf man auch eintreten, F\u00fchrung ist inklusive, nicht obligatorisch, und f\u00fcrn Arsch. Ich h\u00e4tte \u00fcber eine halbe Stunde auf die F\u00fchrung warten m\u00fcssen, darauf hatte ich keine B\u00f6cke, also marschierte ich ungef\u00fchrt durch den Bau. Ich hab bei solchen Bauten ja immer das Gef\u00fchl, dass die jeweiligen Herrscher unbedingt was kompensieren mussten &#8211; heutzutage kauft sich der von der Midlife-Crisis geplagte Mann einen Sportwagen, damals musste es halt ein Palazzo Prozzo sein. Dieser wirkt auch heute noch beeindruckend, allerdings m\u00fcsste man deutlich mehr von Kunst und Kirchengeschichte verstehen, um die ganzen Puttenfiguren, Fresken und Wandteppiche richtig w\u00fcrdigen zu k\u00f6nnen. Mein Fall ist das weniger, und die F\u00fchrung, der ich bei meinem Streifzug \u00fcber den Weg lief, konnte das nicht \u00e4ndern &#8211; die Erkl\u00e4rungen wurden auswendig heruntergeleiert und waren aufgrund des Halls in den weiten Hallen ohnehin kaum zu verstehen. Au\u00dferdem rannten die Touristen hier nat\u00fcrlich auch wieder in Massen herum. Interessanterweise waren es fast alles G\u00e4ste aus dem Ausland, als Sprachschnipsel drangen diverse englische Dialekte, Franz\u00f6sisch, Italienisch oder Spanisch und nat\u00fcrlich Chinesisch und Japanisch an mein Ohr.<\/p>\n<p>Insgesamt kann man sich die Residenz definitiv von innen anschauen, auch wenn mir die andauernden Hinweise auf den an der Kasse f\u00fcr wenig Kohlen zu erstehenden ausf\u00fchrlicheren Reisef\u00fchrer bereits im dritten Zimmer m\u00e4chtig auf den Zeiger gingen. Ich schlenderte abschlie\u00dfenderweise noch durch den Hofgarten, der jedoch extrem \u00fcberlaufen war und somit nur wenig zu meiner Erbauung beitragen konnte.<\/p>\n<p><strong>R\u00fcckfahrt auf Umwegen<\/strong><\/p>\n<p>Inzwischen war es kurz nach 12 und in meiner Magengegend machte sich mein Magen durch deutliches Knurren bemerkbar. Aus diesem sch\u00f6nen Grunde gings zur\u00fcck zum Bahnhof und zum dort ans\u00e4ssigen Systemgastronomen. Ich verleibte mir also ein paar St\u00fccken explodiertes Huhn mit frittierten Kartoffelstreifen ein und sp\u00fclte das ganze mit braunem Zuckerwasser runter. Nun hatte ich noch eine gute halbe Stunde Zeit, bis der Zug fahren sollte, die verbrachte ich mit herumstehen am Bahnsteig und Beobachten von mehr oder minder \u00fcberforderten Reisenden &#8211; wenn nat\u00fcrlich zwei Z\u00fcge gleichzeitig ankommen und mehrere Hundert Reisende samt \u00fcbergro\u00dfer Koffer \u00fcber schmale Treppen andere Bahnsteige erreichen wollen, gibt das schon mal Stau.<\/p>\n<p>Die R\u00fcckfahrt selbst erfolgte auf Umwegen, da ich die direkten Wege (via Schweinfurt bzw. N\u00fcrnberg) schon kannte. Diesmal ging es mit der Bummelbahn zun\u00e4chst nach Treuchtlingen und von dort weiter nach Ingolstadt, von wo aus ich dann wieder zur\u00fcckfahren wollte. Die Verbindung von W\u00fcrzburg nach Ingolstadt kann ich aus touristischer Sicht nur empfehlen, man f\u00e4hrt zun\u00e4chst sch\u00f6n am Main entlang und durchquert sp\u00e4ter noch das Altm\u00fchltal, was ebenfalls sehr sehenswert ist. Im \u00dcbrigen kommt man unterwegs auch durch Pappenheim, womit jetzt endlich gekl\u00e4rt w\u00e4re woher ich meine <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pappenheim#Zitat:_Ich_kenne_meine_.E2.80.A6\">Pappenheimer<\/a> kenne. Abschlie\u00dfend f\u00fchrt die Strecke noch einmal quer durchs Audi-Werksgel\u00e4nde in Ingolstadt.<\/p>\n<p>In Ingolstadt wartete ich bei br\u00fctender Hitze auf den Zug zur\u00fcck nach Erlangen, wobei die Fahrt ja bis N\u00fcrnberg haupts\u00e4chlich unterirdisch erfolgt, was ich spontan zum Schlafen nutzen konnte. Und so kam ich gegen 18:30 Uhr wieder daheim an, und justamente in dem Augenblick, in dem ich aus dem Bus steige intoniert der tragbare Krawallmacher den passendsten Song des Tages: Lift &#8211; Tagesreise.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem ich heute nun doch keine Tagestour mache (dazu sp\u00e4ter mehr) habe ich nun doch Gelegenheit, den gestrigen Tag in Form von viel sinnlosem Geschreibsel noch mal Revue passieren zu lassen &#8211; da kann sich dann mein Lieblingsbruder immerhin als Grammatikfreak outen. 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